RE:Untergegangene Ortschaften

#11 von Christian , 15.12.2004 19:37

Hallo
ich habe eine weitere Karte entdeckt auf denen alle Wüstungen im Landkreis Coburg dargestellt sind. Sie befindet in Walter Schneiers "Coburg im Spiegel der Geschichte " auf Seite 51. Der Untertitel dazu lautet:
Rund 50 Orte gab es im Coburger Land, die im Laufe der Geschichte ausstarben, Sie alle - natürlich nicht von der Größe heutiger Dörfer - lassen sich in Urkunden nachweisen, ihre Lage ist durch Bodenproben erforscht. Absinken des Grundwasserspiegels, völlige Erschöpfung des Bodens können ebenso Ursache dafür sein, daß sie wüst wurden, wie Kriege oder verheerende Seuchen. An manchen Orten entstand, nachdem sie jahrhundertelang brach lagen, wieder eine Siedlung (Tiefenlauter für Obergebau), manchmal wurde in der Nähe neu gesiedelt (Meilschnitz für Alt-Meilschnitz), andere Orte gingen in größeren Ortschaften auf (Truftelstat in Coburg, Vorke in Ebersdorf).

mfg
Christian


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RE:Untergegangene Ortschaften

#12 von gerd , 16.12.2004 18:00

Da hat man die Bücher zu Hause liegen und sie auch schon öfters in die Hand genommen.Die Karte auf Seite 51 habe ich schon einige Male bedrachtet, aber mir keine weiteren Gedanken gemacht.
Jetzt, durch den Gedankenaustausch über die verschwundenen Ortschaften, hat diese Karte plötzlich ein ganz anderes Gewicht bekommen!-War gut, Christian, das Du auf die Karte hingewiesen hast!!!


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RE:Untergegangene Ortschaften

#13 von Christian , 16.12.2004 19:14

Vielen dank, helfe doch gern. Außerdem ist das auch ein Thema das mich interessiert. Von einigen Orten darauf habe ich ein paar Kentnisse. Die werde ich mal am Wochenende hier posten.

Mfg
Christian


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RE:Untergegangene Ortschaften

#14 von gerd , 16.12.2004 21:40

Denke wir sind da auf der gleichen "Wellenlänge"?!


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RE:Untergegangene Ortschaften

#15 von Christian , 17.12.2004 19:46

sieht fast so aus Gerd


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RE:Untergegangene Ortschaften

#16 von bobo_1 , 17.12.2004 22:07

Könntest Du mir mal einen Scan der Karte zukommen lassen? Am Besten unter: stefan.powalla(a)brose.net


MfG

BOBO


 
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RE:Untergegangene Ortschaften

#17 von Christian , 18.12.2004 19:12

Wie versprochen ein paar Infos über diese Ortschaften:

Gellenhausen:
lag nördlich von Lempertshausen und Helritt. Der Ort wurde 1632 von Wallensteins Truppen restlos zerstört und nie wieder aufgebaut. Heute erinnert an das Dorf das dortige Waldstück der Gellenhäuser Forst, sowie die alte Dorflinde die inmitten des Waldes heute noch steht.

Kirchberg:
Dieser Ort lag zwischen Großwalbur, Kleinwalbur, Neida und Birkenmoor. An dieses Dorf erinnert heute noch die Kirchbergsmühle.

Obergebau:
War die Vorgängersiedlung von Tiefenlauter. Wie dieser Ort untergegangen sein soll erzählt die Sage "Die versunkene Glocke im Lautergrund", die ich weiter oben bereits erwähnt habe.

Kropfweiher:
Diese Siedlung befand sich im Callenberger Forst und hatte den Namen von den gleichnamigen Weihern her, die es heutige noch gibt. Sie liegen am Weg zwischen dem Falkenegg und der alten Fasanerie.
Um 1975 wurde der letzte Bauernhof, der den Namen Kropfweiher noch trug und dort stand, abgerissen.

Tiefenstein:
Dieser Ort befand sich zwischen Coburg und Scheuerfeld und lebt in der Bezeichnung "Tiefensteinsiedlung" und dem Straßennamen Tiefensteiner Weg fort.

Truftelstat bzw. Trufalistat:
Sicher ist, sie zwar die Vorgängersiedlung von Coburg und lag zwischen Cortendorf und Ketschendorf. Wo genau, darüber scheiden sich die Geister. Da man bei Ausgrabungen am Oberen Bürglaß nichts gefunden wurde ist anzunehmen das der Ort etwa bei der Moritzkirche oder im Bereich der Marktes sich befunden hat.

Morgen kommt Teil II

Mfg
Christian




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RE:Untergegangene Ortschaften

#18 von Christian , 18.12.2004 19:16

no problem mit der Karte. Ich nehme an, du meinst die Karte wo auch die Bergwerke micht eingezeichnet sind oder ?


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RE:Untergegangene Ortschaften

#19 von Christian , 19.12.2004 19:15

hier wie nun versprochen Teil 2:

Buchelberg:
Wie der Name schon sagt lag dieses Dorf am Buchberg in etwa zwischen Ketschendorf und Seidmannsdorf.

Oberschaffhausen / Unterschaffhausen:
Beide Ortschaften lagen zwischen Oeslau und Mönchröden. Daran erinnert noch der Straßenname "Schaffhäuser Grund" der bei der Firma Zapf von der Hauptstraße Richtung Norden abzweigt.

Kulm:
Dieser Ort lag zwischen Mönchröden und Haarbrücken und wurde zwangsevakuiert, nachdem die Mönche des Klosters Mönchröden ihre Fischweiher vergrößern wollten. Das Dorf stand dabei mitten im Weg und wurde später überflutet. Inzwischen ist von dem riesigen See der dadurch entstand auch nichts mehr zu sehen. Ein kleiner Rest bildet noch der Fischbacher Teich, direkt an der Straße Richtung Neustadt gelegen.

Altmeilschnitz:
War die Vorgängersiedlung von Meilschnitz und befand sich am sogenannten "Krummen Stein" zwischen Meilschnitz und Effelder.

Vorke:
Es wird angegegeben das Vorke die Vorgängersiedlung Frohnlachs war.

Hofstätten:
Der Ort veschmolz mit Sonnefeld. Früher ist nur das Kloster Sonnefeld. An dieses Dorf erinnert noch die Pfarrkirche St.Moritz, die heutige Sonnefelder Friedhofskirche, und der Straßenname "Hofstädter Straße"

Wiedbach:
Dieser Ort lag zwischen Rossach und Welsberg. An ihn erinnert noch ein Bergnamen (=Wiedberg) und ein gleichnamiger Bach.



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RE:Untergegangene Ortschaften

#20 von Patrick , 19.12.2004 19:23


Es ist zwar keine Ortschaft mit einem Namen, aber ich habe mal gelesen, dass die Straße nach Seidmannsdorf in der früheren Zeit bebaut war. Es ist natürlich davon auszugehen, dass die Häuser aus Holz waren, denn die normalen Menschen durften früher keine Steinhäuser bauen.


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