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Dieses Thema hat 57 Antworten
und wurde 11.245 mal aufgerufen
 Coburger Geschichte
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Rolf ( Gast )
Beiträge:

24.12.2004 10:33
#31 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Das war doch wohl jetzt keine Frage, oder?

Patrick Offline



Beiträge: 4.877
Punkte: 4.903

24.12.2004 10:34
#32 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten


Doch, ernst... macht mir mein Opera Probleme oder bin ich noch nicht wach...?

Rolf ( Gast )
Beiträge:

24.12.2004 10:36
#33 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Größer als beim Klick auf das Bild (480 x 366) bekommst Du es nicht. Lass Dir doch das Original von Christian schicken und stelle es rein.

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

25.12.2004 18:56
#34 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Die hier zu sehende Karte ist dem Buch von W. Dietze entnommen und zegt einmal die Pflege Coburg und zum anderen die Durchgangsstraßen und die hier erfolgten Bevölkerungsverluste während des 30 jhrg.Krieges.

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

25.12.2004 19:03
#35 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Der größere teil der Pflege lag damals auf dem späteren Gebiet der DDR!

Rolf ( Gast )
Beiträge:

25.12.2004 19:05
#36 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Wenn ich das richtig sehe, gab es die größten Verluste entlang der Straßen. Oder war es so, dass weiter von den Straßen entfernt einfach dünner besiedelt war?

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

25.12.2004 19:22
#37 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Wenn man z.B. das Dreieck Hildburghausen, Eisfeld, Coburg ansieht, waren damals schon alle Ortschaften zu finden welche heute noch existieren.Allerdings sind die abgegangenen Orte, welche dann als "Wüstungen" aufgeführt sind nicht mehr auf dieser Karte eingezeichnet!-Gut, ich gehe davon aus, das die Besiedelung schon flächendeckend war.Allerdings sollte man bedenken, das es damals mehr Wälder gab und zwangsläufig dort die Besiedelung dünner war!?

Eine Sache sollte man sich aber ins Gedächtnis holen: Wann wurde die KARTOFFEL in Deutschland eingeführt(ich glaube das war zu Zeiten des "Alten Fritz" oder wann genau-habs mal gewusst.)
Hätten die Leute damals die Kartoffel schon gekannt,hätten dann trotzdem so viele den Hungertod erleiden müssen?


Rolf ( Gast )
Beiträge:

25.12.2004 20:27
#38 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Hier ist es nachzulesen mit der Kartoffel und dem alten Fritz:
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/8d/kartoffel.htm

Zu den Kartoffeln hat Heinz Erhardt was geschrieben:

Vom alten Fritz, dem Preußenkönig,
weiß man zwar viel, doch viel zu wenig.
So ist zum Beispiel kaum bekannt,
daß er die Bratkartoffeln erfand.
Drum heißen sie auch
- das ist kein Witz -
Pomm Fritz!



Siby Offline




Beiträge: 465
Punkte: 465

08.01.2005 08:41
#39 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

In Antwort auf:
Siby, jetzt wärst du eigentlich angesprochen!Auf besagter Karte des "Sonnefelder Hügellandes" ist nördlich von Spittelstein und westlich vom Sauloch eine sogenannte "Querkelstube" eingezeichnet.Ist die bekannt??Weiter nördlich davon ist eine Tongrube gezeichnet.

@ Gerd

Lieber spät als nie!
Querkel wurden damals die Bergmänner (in Sagen als kleine Männlein benannt) bezeichnet. Im Einberger Wald ("Einberger Schweiz") gibt es eine Sandgrube, desweiteren ist eine direkt bei Spittelstein. Da im Gebiet des heutigen Saulochs auch mal Sandstein abgebaut wurde, müsste die "Querkelstube" beim alten Steinbruch (bei der oberen Hütte) gewesen sein, oder im Einberger Wald.
Von einer Tongrube ist mir nix (außer Dörfles-Esbach) bekannt.
-----------

Gruß Siby

Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und, was zu ihren Füßen liegt, nicht achten...
(Johann Wolfgang von Goethe)

bobo_1 Offline




Beiträge: 684
Punkte: 684

11.01.2005 16:11
#40 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Nicht zu vergessen wären aber auch die zahlreichen Bergwerksgruben im Raum Coburg und Rödental.
MfG

BOBO

Bernd Lorenz ( Gast )
Beiträge:

14.02.2005 17:20
#41 Kreuzstein Wolf di Mahd bei Häusles Zitat · antworten

Hierzu gibt es wie zu den meisten Kreuzsteinen und Steinkreuzen des Mittelalters - die als Gedenkkreuz, entweder aufgrund eines Unglücksfalles oder als Sühnekreuz z. B. bei Totschlag von dem Täter errichtet werden mußten.
Bei der Wolf di Mahd soll die Magd auf dem Heimweg nach Rotberg von der Spinnstube in Mitwitz von Wölfen überfallen worden sein ( siehe auch die Homepage der Marktgemeinde Mitwitz). Zu den Steinkreuzen und Kreuzsteinen verweise ich auf die Unterlagen im Stadtarchiv von Dr. A. Weis und auf die Seiten der Dt. Steinkreuzforschung.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Lorenz

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

15.02.2005 13:15
#42 RE:Kreuzstein Wolf di Mahd bei Häusles Zitat · antworten

Hallo Bernd,grüße Dich hier im Forum.Deine Zeilen über Wolf di Mahd, nimmst Du mir vorweg,hatte das schon vor einiger Zeit angekündigt.Macht aber nix!-Mich freut es, wenn man einen "Gleichgesinnten" hier im Forum trifft!!
mfg gerd

bobo_1 Offline




Beiträge: 684
Punkte: 684

09.08.2005 03:00
#43 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Um 1965 umfaßte der damalige Landkreis Coburg über 200 Städtchen, Dörfer, Weiler, und Einzelhöfe. (Sie sind heute in 17 Großgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften zusammengefaßt.) Die Meinung, diese Zahl stelle einen absoluten Höhepunkt in der Besiedlung dar, ist irrig: Um 1300 gab es in diesem Gebiet nach rund 50 Orte mehr! Da einige davon im Bereich der heutigen Gemeinde Ebersdorf lagen, werden ich diese hier mal vorstellen.

Es sind:
[color=yellow]- Tanneich
- Hölzles
- Etzenfeld
- Schnei
- Vorke[/color]

Alle diese Orte bestehen nicht mehr. Es sind - mit Ausnahme von Vorke - Wüstungen. Was sind nun die Ursachen dafür, dass sie "wüst" wurden? Sicher sind diese vielgestaltig.

Wesentliche Ursache sind das Absinken des Grundwassers, nicht zuletzt durch die großen Rohdungen, weiterhin die Erschöpfung des Bodens, der einfach keine Ernte mehr hergab. Kriege spielen weniger eine Rolle: Der Bauernkrieg kam hier nicht zum Durchbruch und aus dem Dreißigjährigen Krieg ist im Coburger Land nur das Dorf Gellenhausen bei Rodach bekannt, das wüst wurde.

Es fällt auf, dass alle hier aufgeführten Wüstungen im Ebersdorfer Raum um 1320 letztmals genannt werden. Sollten vielleicht bei der Pestkatastrophe des Jahres 1349 die Bewohner ausgestorben sein? (Die Wissenschaft gibt in Europa 28 Millionen Pestopfer an, bei einer Zahl von vorher 40 Millionen. Die Zahl der Orte in Deutschland innerhalb der Grenzen von 1937 sank zwischen 1300 und 1500 von 190000 auf 130000!)

Pestkatastrophen und Hungernöte dezimierten auch in den folgenden Jahrzehnten die Bevölkerung. Dafür bieten die Jahre 1437/38 ein Beispiel. In diesen Jahren kam es in vielen Ländern Europas zu einer schweren Hungersnot, die an Dauer, Intensität und furchtbarer Wirkung viele vorangegangene KAtastrophen übertraf. Diese Ernährungskatastrophe war vor allem auf große Ernteausfälle infolge langer, kalter Winter und verregneter Sommer zurückzuführen. Hussitenkriege, Mäuse- und Hamsterplagen verschärfen die Not, die in vielen Dörfern zu einem Massensterben führte und im Jahre 1438 ihren Höhepunkt erreichte.

"In diesem 1438. Jahr, so heißt es in der Thüringischen Chronik, war große Teuerung in Thüringen und anderen Landen, also dass die Leute Hungers starben und in Dörfern, Flecken und Straßen tot niederfielen und unbegraben lagen....und dieweil die Leute also tot lange Zeit hin und wieder unbegraben lagen, so ward die Luft davon vergiftet und entstand auf solche Teuerung daraus eine ganz geschwinde Pestilenz und ein grausam Sterben und starben noch viel mehr Leute daran, denn vormals an Hungersnot gestorben, also dass manch Dorf, ja auch voeö Städtlein gar ausstarben und darinnen kein Mensch zu finden war."
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[color=yellow]Tanneich:[/color]
Der Ort lag zwischen Kleingarnstadt und Oberfüllbach. Im Jahre 1317 wird er erstmals genannt und erscheint dann nochmals 1325 als Tenech und 1349 als Tennich, um dann zu verschwinden. An seine Existens erinnert das Dähnigbrünnlein in der Kleingarnstadter Flur, das sehr warhscheinlich der Drofbrunnen von Tenneich war.

[color=yellow]Hölzles:[/color]
Der Ort ist eine Gründung des Bistums Bamberg. Sein Name erscheint als Holzlin und Holezlinas 1272 im Zusammenhang mit der Klostergründung in Ebersdorf/Frohnlach. 1291 steht dann ein Holzelin, bevor 1317 mit Hölzöin verschwindet. Eine Erklärung des Namens erübrigt sich. Er hat sich im "Hölzig", einem Ebersdorfer Flurnamen erhalten.

[color=yellow]Etzenfeld:[/color]
Der Ort zwischen Ebersdorf und Grub erscheint unter den Orten mit Rechten im Lichtenfelser Forst. 1264 wird er erstmals als Ezenvelt genannt. 1273 als Ezzenuels und 1323 nochmals als Ezzenwelt. - In der Urkunde von 1384 über die Holzgerechtigkeiten iim Forst erscheint dann ein Etzelkorn im Zusammenhang mit den anderen Rodungsdörfern. Der Name taucht sonst nicht wieder auf. Es könnte sich um Etzenfeld handeln.

[color=yellow]Schnei:[/color]
Der Ort lag zwischen Frohnlach und Großgarnstadt im sog. Powalla-S :)! Schon im Copialbuch der Abtei Fulda, in dem die Grenzen des Banzer Waldes beschrieben werden, erscheint der Name Schneibach. Der Ort selbst wird als "sniva" in einer Urkunde des Jahres 1195 und im Stiftungsbrief des Klosters Sonnefeld in Ebersdorf genannt.
1317 taucht er nochmals im Henneberger Urbar als Schneyegen auf, dann ist er wohl wüst geworden, jedoch werden noch im 16. Jahrhundert zwei wüste Güter dort genannt.
Die Herkunft des Ortsnamens leitet Sprachforscher von dem slawischen Wort "sniva" ab, dessen Wortstamm sich auch in "Schneise" erhalten hat. Es hat etwa die Bedeutung von "Grenze".

[color=yellow]Vorke (Forke):[/color]
Dieser Ort ist eine Gründung des Bistums Bamberg. Er nimmt eine Sonderstellung ein. Erstmals wird er 1195 genannt in einer Urkunde über den Banzer Wald. Weitere urkundliche Nennungen erfolgen 1288 und 1291 als Vorcke und 1333 als Vorc.

Die Herkunft des Namens ist umstritten. Der Ort lag gegenüber von Frohnlach auf der anderen Seite des Baches. Im Laufe der Zeit wuchs er mit Frohnlach zusammen und ging in diesem Ort auf.

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MfG BOBO

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

09.08.2005 12:50
#44 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Interessante Sachen Bobo.Schaue auch einmal auf die Landschaft links von der Itzlinie-hier sind auch mehrere Ortschaften verschwunden.(War aber schon mal hier im Forum darüber geredet worden)
mfg

Christian Offline



Beiträge: 5.713
Punkte: 5.907

09.08.2005 19:32
#45 RE:Untergegangene Ortschaften Zitat · antworten

Ich habe sie zwar schonmal veröffentlicht, aber auf Bobos Wunsch


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