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Dieses Thema hat 373 Antworten
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 Die Geschichte Coburger Straßen
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Geli Offline



Beiträge: 113
Punkte: 113

08.09.2006 21:56
#211 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Kuck mal bei Dummschwatz

Jürgen Offline



Beiträge: 1.089
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08.09.2006 22:06
#212 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten


Geli. das dürfte kein Problem sein; wenn ich hier in unserer Gegend mal wieder unterwegs bin (Führungen zu Heilsteinen o. ä.), aber auch wenn ich in der Fränkischen Schweiz bin, werde ich Dir Bescheid geben.
Der älteste Teilnehmer eines Seminars, das ich vor einigen Jahren in Waischenfeld durchführte, war übrigens 79 Jahre (in Worten: neunundsiebzig!) und hatte noch nie eine Rute in der Hand! Man sah zwar seine Rutenausschläge kaum oder nicht, aber er fühlte sie und hatte genau soviel Treffer (100%) wie die anderen Teilnehmer.
Gruß
Jürgen

Christian Offline



Beiträge: 5.621
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05.11.2006 21:42
#213 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo ich habe eine Frage zur Judengasse 4 (Thüringer Hof) siehe Bild



Auf dem Bild ist zu erkennen dass die Gaststätte links im Haus angesiedelt war. Rechts, in dem kleinen Laden, befand sich ein Friseursalon, geführt von Ernst Büchner.

Nun erzählte mir mein Vater das er als Jugendlicher beim Nachfolger von Büchner, im Friseursalon Baumann die Haare geschnitten bekam. Doch dieser befand sich links, dort wo sich die Gaststätte befunden hat. Dafür konnte sich mein Vater erinnern dass sich im linken Laden eine Art Lokal existierte.

Könnt ihr diese Angaben bestätigen oder habt ihr vielleicht selber eine Geschichte zum Thüringer Hof ????


rüger Offline



Beiträge: 40
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01.07.2008 14:39
#214 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo.
Ich bin neu hier, bzw. habe bisher mit wachsender Begeisterung mitgelesen.
Zum Thema Judengasse 4 kann ich Genaueres beisteuern.
Meine Großeltern Albert und Martha Engel, beides gebürtige Frohnlacher, kamen in den Zwanzigern nach Coburg.
Der Albert war zuerst noch als Metzger bei Großmann beschäftigt, bevor er dann mit meiner Großmutter zunächst als Pächter den 'goldenen Hirschen' übernahm. Später, irgendwann in den Dreissigern (genauere Jahresangaben kann ich leider nicht beisteuern)erwarben sie das Anwesen Judengasse 4 und führten es als Gasthof und Pension bis in die Siebziger.
Zum Thema: der vordere Teil mit der Gaststätte wurde in den späten Vierzigern abgetrennt und vermietet, der spätere Gastraum befand sich wesentlich weiter hinten am Ende des Eingangsflures auf der linken Seite. Ich kann mich an den Friseur Baumann noch gut entsinnen.
Bekam dort als Kind regelmäßig meinen 'Mecki' erneuert. Im Laden auf der rechten Seite war Anfang der Sechziger, als ich nach Coburg kam, der Elektroladen von Herrn und Frau Taubald untergebracht. Später dann die Reinigungsannahmestelle, welche noch heute existiert.
Interessant vielleicht noch:
Als Junge habe ich am hinteren Ende des Hauses noch in der dortigen uralten Scheune gespielt.
Sie diente, wie in vielen anderen alten Gaststätten auch, als Unterkunft für die Pferde der Marktleute, welche hier übernachteten.

Das Haus wurde Mitte der Siebziger im Rahmen einer Altstadtsanierung mehr oder weniger komplett entkernt.

Von der alten Aufteilung ist dadurch, außer den Sandsteinkellergewölben, leider so gut wie nichts mehr erhalten.

Spanaus Offline



Beiträge: 6
Punkte: 6

05.07.2008 15:12
#215 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo Gerd!Das Spielwarengeschäft war später auf der anderen Seite der Jugengasse und zwar Nr. 13.ImHaus der Familie SPANAUS.
Die Familie Spanaus war eine angesehene Familie.Hoflieferant,Fabrikanten,
und mit den Prinzen befreundet.Nach der Inflation ging es abwärts.
Ich selbst bin dort aufgewachsen.Dann sind wir nach Braunschweig und sind
später zurückgekommen.Man Vater war Pächter vom Hotel der Festungshof und
Burgschänke sowie der Hofbräugaststätte in derMohrenstrasse welche ich
später übernommen habe.Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit.
Mit freundlichem Gruss HANS SPANAUS


Christian Offline



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05.07.2008 17:57
#216 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo, dieser Niedergang der Firma Spanaus spiegelt sich auch in den Adressbüchern wieder.

1906 erwarb der Blechschmiedemeister Samuel Spanaus das Anwesen Judengasse 13 (vorher Hotel Goldene Traube)

Im Adressbuch des Jahres 1907 ist zu lesen:
E. S. Spanaus, Klempnerei, Porzellan-, Steingut-, Haus- und Küchengerätehandlung (Hoflieferant)

Adressbuch von 1919:
E. S. Spanaus, Fabrik für Sanitäre Anlagen, Bade- u. Toiletteneinrichtungen, Wasch-, Spül- und Abortanlagen, Apparate für Ärztebedarf, Krankenhäuser, Sanatorien usw., Entstäubungsanlagen,
Zentralheizungen, Gas- und Wasserinstallation, Elektrische Licht- und Kraftanlagen,
Eigene Klempnerei, Schlosserei und Mechanische Werkstätten

Fabrik, Lager und Großhandlung: Mauer 2
Technisches Büro, Ladengeschäft und Versandabteilung: Judengasse 13

Im Adressbuch von 1934 heißt es nur noch:
E. S. Spanaus, Glas-, Porzellan- und Kristallwarengeschäft

Nach dem Zweiten Weltkrieg findet sich noch:
Leihbücherei Lucie Spanaus
E. S. Spanaus, Glas- und Porzellanwaren

Spanaus Offline



Beiträge: 6
Punkte: 6

06.07.2008 21:52
#217 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo Christian! Vielen Dank für die ADRESSBUCHINFORMATION.
Ich würde gern wieder nach Coburg gehen aber aus Familiengründen
ist das nicht möglich.
Dank Internet habe ich noch Kontakt.Ich schaue jeden Tag auf den
Marktplatz und lese die Coburger Zeitungen.Ich bin also immer noch
Coburger.
Mein Vater hat mir gesagt das die Inflation amNiedergang der Firma
schuld war.Es war kein Konkurs sondern ein Vergleich.Dass Haus
in der Judengasse ist heute noch im Besitz der Familie Spanaus.
Mein Vater war vom Fürstenhaus geprägt. Er war sehr charmant und
hat sich für etwas besseres gehalten. Er hat nur geraucht und
sichmit seinen Gästen unterhalten und dieKinder haben gearbeitet.
Ich bedanke mich herzlichst HANS SPANAUS

Christian Offline



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07.07.2008 21:49
#218 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten
War keine Ursache
Ich habe noch ein aktuelles Bild vom Hause Judengasse 13. Ältere Fotos existieren allerdings in den Coburger Archiven nicht.


Spanaus Offline



Beiträge: 6
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09.07.2008 16:59
#219 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Hallo Christian!Vielen Dank für das Bild mit den Haus meinerFamilie.
Ich war in Coburg bis zum ca.8.Lebensjahr. Im Haus rechts war der Friseur
Harms.Da ich Angst hatte er gesagt:"Willst du ein Bonbönchen!" Bei meiner
Taufe habe ich geweint und mein Onkel wollte mich beruhigen in dem mir seine
Taschuhr gab aber ich habe die Uhr sofort in das Taufbecken geworfen.
Gegenübeer war der Spediteur Hille dort hat ein junges Mädchen klavierspielen
gelerntund pausenlos den Flohwalzer gespielt.In der Rückertschule hat unser
Klassenlehrer verboten, Heil Hitler zusagen sondern nur Heil Herr Lehrer..
Der Lenrer Engel wurde öffentlich angeprangert und grossen Schild durch die
Stadt geführt.Mit Jungvolk Vanfaren und Trommeln.Einige Tage Späterm wurden
wir von den Nationalsozialisten gefragt,ob unser Lehrer gehen soll.
War haben gesagt:" Nein,wir wollen unseren Lehrer behalten.
Das war Schnee von gestern. Herzlichst HANS SPANAUS

gerd Offline



Beiträge: 4.376
Punkte: 4.472

27.07.2008 11:29
#220 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten
Hallo Hans,in der Chronk von Harald Sandner ist ein Bild,welches auf dem Marktplatz vor dem Rathaus aufgenommen ist.Es zeigt u.A.den Lehrer Engel mit dem Schild um den Hals.-Die Geschichte ist ja bekannt!
Gruß gerd
Christian Offline



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10.04.2009 18:44
#221 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten
Wie diese Woche in der Zeitung zu lesen war, diskutiert der Bau- und Umweltsenat über den Abbruch zweier Wohnhäuser in der Judengasse. Dabei handelt es sich um die Gebäude Nr. 49 und 51 (ehemals Elektro-Thau) an der Judenbrücke.

Hier zur Geschichte der beiden Häuser:

Judengasse 49:
1877 für den Korbwarenfabrikanten Fritz Baudler errichtet. Vorher stand dort ein Stadel.
1920 Tod Baudlers. Das Haus fällt in den Besitz einer Erbengemeinschaft. (letzte Erwähnung 1977 !)

Firmen und Geschäfte die sich im Haus befanden:
Korbwarenfabrik Fritz Baudler, später Umstellung auf Rohrmöbel (1877-1949)
Korbwarengroßhandel Carl Büchner (1927-31);
Elektrogroßhandlung Carl Jahn (ab 1927), Nachfolger Friedrich Thau.

Judengasse 51:
1861 erbaut für den Polizeikommisär Gottlob Schmidt als Privathaus.
1866 Pauline Schmidt, Polizeikommisärswitwe neue Eigentümerin.
1871 Privatier Johann Baudler für 9600 Gulden erworben.
1888 Nach Tod Baudlers erbt seine Ehefau Dorothea Baudler das Anwesen.
1898 Übernahme des Anwesens durch den Sohn Fritz Baudler,aus dem Nachbarhaus Nr. 49.
1920 Erbengemeinschaft (siehe Haus Nr. 49)

Letzteres Gebäude steht unter Denkmalschutz.

gerd Offline



Beiträge: 4.376
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10.04.2009 20:05
#222 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Christian,schon bekannt wer sich dann dort niederlässt?

Christian Offline



Beiträge: 5.621
Punkte: 5.809

11.04.2009 09:35
#223 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Über die danachfolgende Nutzung wurde nichts bekannt, Gerd. Hoffentlich wird das nicht wieder Bauland, siehe Beispiele in der Heiligkreuzstraße und der Mühlgasse.

Jürgen Offline



Beiträge: 1.089
Punkte: 1.089

11.04.2009 10:23
#224 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

.......oder Mohrenstraße....

rüger Offline



Beiträge: 40
Punkte: 40

11.04.2009 12:09
#225 RE: RE:Judengasse G 2 Zitat · antworten

Immer wieder erstaunlich, wie großzügig der sog. 'Ensembleschutz' seitens der selben Behörden ausgelegt wird, welche es Privatleuten in dieser Hinsicht nur zu gerne schwer machen. Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder, der seinen 'alten Schrott' von Haus nicht mehr finanzieren kann (will), das so einfach abreißen lassen dürfte.
Bau- und 'Umwelt'- Senat tun das, nach entsprechendem Beschluß selbstverständlich, ohne allzu große Not.

Ostergruß vom
rüger







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