Ja, absolut oberkinderfreundlich, der alte Schinzel !!
Uns Jugendliche hat er in den späten 60ern mal mit der Pferdepeitsche aus seinem Gasthaus gejagt, nur weil wir dort in voller Faschingsmontur (es w a r Fasching!) rein sind. Das war allerdings schon in der Steingasse, wo er eine Weile die Gaststätte betrieben hat, in der sich heute das 'DAL PASSATORE' befindet.
Die Cortendorfer Bierstube....war das damals.Der "Ernst" war ein Fall für sich...als der noch auf dem "Weissen Ross" in der Judengasse war,wurde erzählt,das er, Schinzel, den Gästen bei einem Gewitter,Messer und Gabel wegnahm,weil er angeblich vor Gewittern panische Angst hatte... Im Hausflur der Cortendorfer Bierstube stand ein ausrangierter Tresen vom Ernst....der stand aber eines Abends lichterloh brenned im Hofe der Ehrenburg!! "Da hammer doch so ah Paar Säuhünd mein Tresen gaklaut und ach noch ah gazünd!!"..es kam nie raus ,wer die "Säuhünd" waren...
Ja, der Schinzel's Ernst war schon ein Fall für sich ... Die 'Cortendorfer Bierstube' - genau. Das war übrigens auch das Haus, aus dem die Ingrid Wollandt, Karl's Frau (Gemüsegeschäft, Judengasse 31) rausstammte. Ihre Eltern müssen dort in der Steingasse früher mal die Wirtsleute gewesen sein (Ingrids Mädchennamen kenne ich leider nicht). Ich hab' die alten Wollandts, auch die Söhne Heiner und Claus gut gekannt, wir waren früher oft in Schney beim AWV. Da hat sich's im Bootshaus immer prima feiern lassen :-)
Das ist ja interessant!Die Wollands kannte ich sehr gut.Wir wohnten bei denen in der Judengasse bis ca. 1955.Auch das die beim AWV in Schney waren ist bekannt. Das die Eltern von der Ingrid aber einmal das Gasthaus hatten ist mir bis dato nicht bekannt gewesen. Jaaa...die Sommernachtsfeste in Schney beim AWV oder beim PSC waren beliebt.Im Gegenzug kamen die Leute zu uns nach Hausen,SVC, wenn wir auf dem Bootsplatz unser Fest feierten. Ich habe die Eltern von der Ingrid nur soweit in Erinnerung,das die auf der Mauer wohnten!? Die ganz alten Wollands,welche am Brauhof wohnten kannte ich auch noch.Ebenso den Bruder vom Karl,der ja einmal Bürgermeister in C. war.(Malermeister) Heiner und Claus sind ebenfalls bekannt,jedoch nicht persönlich! In welchem Besitz ist eigentlich heute das Anwesen Judengasse 31? Da wohnt doch niemand mehr von den Wollands?
Das Haus wurde vor einigen Jahren nach dem Tod der Eltern von den beiden Söhnen an die 'Wohnbau' verkauft, meines Wissens dann mehr oder weniger komplett entkernt und beherbergt heute Mietwohnungen. Früher stand im Hinterhof (Einfahrt von der Viktoriastrasse aus) links noch ein Flachbau. Darin war etliche Jahre die Ausstattungsabteilung der Fa. 'Matzer und Worsch' untergebracht. Heute ist an Stelle der Einfahrt mit dem eisernen Schiebetor eine Mauer mit einer kleinen Eingangspforte. Nehme an, die 'Wohnbau' hat den alten Hof zu einer grünen Zone für die Bewohner umgestaltet.
Das Anwesen Judengasse 31 war früher im Besitz von einem Schlosser Buhmann.Der hatte in besagtem Flachbau seine Werkstatt.Als der Buhmann verstorben war,suchte die Witwe nach einen Compagnon der das Geschäft mit ihr weiter führen sollte. Hier kam nun der junge Erich Krummholz-Schlossermeister ins Spiel.Die Witwe Buhmann ist aber zur Tochter verzogen und die Schlosserei ging ganz in die Hände von Krummholz über. Ob das Anwesen aber zu dem Zeitpunkt von Wollands gekauft wurde und Krummholz nur als Pächter der Werkstatt und noch einiger Räume blieb,ist mir bis dato nicht bekannt. Jedenfalls hat Krummholz dann das Anwesen Judengasse 29-daneben- gekauft und dort eine neue Werkstatt mit Wohnhaus an der Victoriastrasse errichtet.(Heute Antikladen). Besagter Flachbau,war zunächst die Malerwerkstatt von Wolland,als die noch das Geschäft hatten.Dann war dort Fa.Matzer und Worsch mit der Ausstattungsabteilung zu finden. Georg Wolland,der Vater von Friedrich und Karl Wolland,war ja Schreiner/Tischler,als Sozialdemokrat von den Nazis nach Dachau gebracht worden. In den 50er Jahren betrieb Er und Karl/Ingrid das Gemüsegeschäft an der Judengasse,das ja beim Umbau des Hauses verschwunden ist.In dem Haus waren 4 Wohnungen verschiedener grösse vorhanden.In der ersten Etage waren die W. vom Friedrich und im Hinterhaus die unsere W.Einen Stock höher waren 2 kleine schräge Wohnungen bewohnt!Zwischen dem Vorderhaus an der Judengasse und dem Hinterhaus zum Garten/Victoriastrasse hin,war ein kleiner Innenhof. Unter uns,hatte krummholz seine Schmiede und dann im Flachbau die Werkstatt.Als krummholz dann in sein neues Anwesen umgezogen ist,wurde die Schmiede und die Werkstatt total renoviert.Im Garten stand ein mächtiger Kastanienbaum und aus Wellblech eine Garage,denn Wollands hatten in den 50er Jahren einen PKW Ford "Eifel". Zur Victoriastrasse hin befand sich ein kleiner,aber sehr schöner Rosengarten mit Spalieren und einem eisernen Gartenzaun mit doppelten Einfahrtstor. Dort sind jetzt Parkplätze geschaffen
Gerd, der Krummholz war von 1928 bis 1953 im Hause Judengasse 31 ansässig. Danach erwarb er das Nachbarhaus Nr. 29 von einer Erbengemeinschaft Eckardt.
Die Liste der Hauseigentümer der Judengasse Nr. 31 lautet wie folgt:
1902 Konrad Buhmann, Schlossermeister 1926 Rosine Buhmann, Schlossermeisterswitwe 1940 Georg Wollandt, Kaufmann
Wollandt betrieb seit 1936 dort ein Obst- und Gemüsegeschäft und dieses wurde ja von seinem Sohn weitergeführt. Der Laden dort war aber älter.
Nachdem Krummholz 1953 aus der Nr. 31 ausgezogen war, übernahm Wollandts Sohn Friedrich die Räume und eröffnete dort einen Malerbetrieb.
Hallo Christian,wenn der Wolland dort in der Nr.31 erst ab 1940 als Eigentümer erscheint,könnte es sein,das die Witwe Buhmann so lange das Anwesen hatte?Die Mutter wusste das,aber ich kann sie nicht mehr fragen... Als der Krummholz im Neubau nebenan Richtfest feierte,wohnten wir noch in der 31.Ich erinner mich,das damals der Schinzels Ernst aus den Bierfässern frisch gezapft hatte und weil ich meist neben dem Fass stand auch hin und wieder einen Schluck ab bekam...bis es eben...na ja..! Von der alten Schlosserei,vom Krummholz in der 31 gibt es noch Fotos,auch von einem Geschäftsjubiläum,ich glaube das war das 25.(??)das damals dort gefeiert wurde. Der Garten dort war mein Spielplatz,obwohl der nicht ungefährlich war. Übrigens in deinem Buch von der Judengasse sind doch Handwerker abgebildet,da ist auch ein Buhmann drunter.Ich nehme an,das es der Vater von dem Buhmann war,der nach seinem Tod,durch seine Frau an Krummholz abgegeben hat? Der Buhmann wo auf der Ansichtskarte vom Hochwasser 1909 vor dem Hause steht,war jedenfalls der Lehrherr von meinem alten Herrn,der da von 1924-1927(?) gelernt hatte und dann vom Krummholz übernommen worden ist.
Hallo Gerd, kurze Info noch. Die Eltern von der Ingrid (Wollandt) haben auf der Mauer gewohnt, waren Pächter der 'Cortendorfer Bierstuben' und hiessen 'Langbein'. Das haben mir die Nach'fahr'en vom 'Rudi' (Rudolf) Wollandt, dem Gründer des kürzlich tragischerweise geschlossenen, alteingesessenen Gemüsegeschäfts am Spitaltor, so weitergegeben. Der Rudolf war der Bruder vom Georg (Schreinermeister) Wollandt aus der Judengasse.
Hallo Gerd, Wollandt erwarb 1940 das Haus Judengasse Nr. 31 von den Erben der Schlossermeisterswitwe Buhmann. Das heißt, das die Dame wohl 1939/40 gestorben ist. Über das Haus, die Firma Krummholz und der Familie Wollandt habe ich in meinem Buch "Eine Straße erzählt Coburgs" ausführlich berichtet.
Das Äußere Judentor wurde erst nach der Eröffnung des Bahnhofs im Jahre 1858 abgebrochen. Seinerzeit gab es nur eine Verbindungsstraße von der Altstadt zum Bahnhof, nämlich über die Judengasse / Judenbrücke und dann der Lossaustraße entlang. Die Bahnhofstraße entstand erst 1861, die Mohrenstraße um 1875.
Dadurch erhöhte sich das Verkehrsaufkommen in den Judengasse derart, dass das Äußere Judentor als Verkehrshindernis abgerissen wurde. Besonders die damaligen Gasthofsbetreiber Mönch (Goldene Traube) und Prediger (Thüringer Hof) forderten massiv den Abbruch das Tores, weil sie Sorge hatten, das dies ihrem Umsatz abträglich sei und weniger Gäste kämen.
Das alles ist in meinem Judengassenbuch nachzulesen.