Christian,Dein letztes Foto von der Vereinsbrauerei ,bereitete mir lange Zeit Kopfzerbrechen!-Warum?-Die Fensteranordnung rechts hatte von der Aufteilung her Ähnlichkeit mit den Fenstern im Kinosaal und zwar zur Bergseite hin,wo auch die Straße zum Brauhof ist,oder wie wir sagten "zur Kinomauer hin"-das war oder ist die Stützmauer,welche den Berg abfängt und heute noch dort steht.- O.K.!--soweit,-aber zur Ansicht falsch gedacht!! Nimm Dir einmal ein altes Foto vom ehemaligen UT Kino zur Hand.Am oberen Ende der Freitreppen sieht man die Säulengalerie,darüber die Filmreklame und hinter den Säulen den Eingang ins Kino.Bevor das Kino umgebaut wurde muß es so dort ausgesehen haben, wie auf Deinem Foto!Die aufnahme ist aber meines Wissens größer,denn das Oberlichtfenster rechts ist auf anderen Ansichten ganz zu sehen. Auch muß das Niveau dort tiefer gewesen sein(?),denn zur Straße hin nach rechts steigt das Niveau an!- Auf dem Foto,wo links der Eingang zu sehen ist,betrat man später einen Biergarten,mit einer Pergola überdacht,danach ging man in die "Filmklause" die anschließend lag.Das muß damals das Restaurant gewesen sein,als die Brauerei noch war,daneben lag der Saal-später Kino.Die Pergola lag zum Hahnweg hin auf sehr hoher Stützmauer. (Habe Bilder davon-bei Bedarf melden)(Ebenfalls gibt es Ansichtskarten von dem Biergarten)
Gerd, danke für die Hilfe. Das wäre mal eine Anregung für das Stadtarchiv und ihrer Austellung über die Veränderungen in Coburg der letzten 100 Jahre: Vereinsbrauerei - UT - Utopolis. Und das als Gegenüberstellung wäre sicher interessant. Aber ich wäre auch über das weitere Bildmaterial von dir interessiert, Gerd.
Einige Gedankengänge zum Foto vom Norbert.-Obdachlosenasyl.-Die Aufnahme ist von der Bergseite aus gemacht,wo unsere Gärten lagen.(wir sagten :"vom Ranger" aus!)-ein "Ranger-oder Rängerla" ist ein kurzer Steilhang mit oder ohne Bewuchs! So viel ich mich noch erinnern kann waren hinter den untersten Fenstern Waschräume/Duschen und ungenutzte (?) Schlafräume,sowie Räume für Lagerzwecke der Heimleitung vorhanden.Von der Straße aus ging es eine Treppe hinunter.Die Fenster links und rechts des Eingangs,eine Treppe höher,waren für Toiletten und Schlafräume bestimmt.Und nun will ich spekulieren:Links und rechts zur Ansichtsseite hin waren Schlafräume.Analog dazu ,zur Hofseite=Unterbrauhof,hin lagen ebenfalls 2 Schlafräume und hiervon zentral gelegen ein weiterer Schlafraum,der aber auch einmal der "Gemeinschaftsraum" (s.Foto)gewesen sein könnte!(das ist aber spekulativ!!)-1 Stock höher,schon unter dem Dach ebenfalls 5 Schlafräume.Der mittlere Raum hatte "Oberlicht",zusätzlich zu den Fenstern.Hier wohnten einmal eine Zeit lang 2 "Bauschüler",die damals an der "Staatsbauschule" studierten.- Links von dem Haus steht das Haus Nr.9 und rechts vom Gebäude das Haus Nr.11.Auf der Seite des Fotografen steht unmittelbar rechts das Haus Nr.2,wo damals die "Herbergseltern"(Keil) wohnten. Unter dem Gebäude,allerdings vom Hof aus ("Unterbrauhof")befindet sich ein großer Keller,der auch bis unter das Haus 11 mit Mauerdurchbruch begehbar ist.Hier hatten viele Familien ihre Kellerabteile.Das Haus Nr.2 war nicht unterkellert.Jedoch das Haus Nr.9 links gelegen.Hier war die Wohnung Niermann und zum Fotografen hin eine Kelleranlage,auch einmal als "Eiskeller" bezeichnet. Und unter dem Ganzen,muß man sich eine weitere Kelleretage rießigen Ausmaßes vorstellen,die aber nur vom Hahnwegniveau aus begehbar ist.Hinter dem Standpunkt des Fotografen,hier bergwärts waren in Abständen Luftschächte vorhanden,die bis tief in die ehemaligen Bierkeller hinab reichten!(Teilweise bis zu 20 Meter!!)
Christian,entgegenkommender Weise würde ich Dir mein Manuskript mal geben,in dem eine Vielzahl an Fotos ,Plänen und Geschriebenen zu finden ist.-Wenn man an dieser Geschichte interessiert ist, sollte man sich wirklich "hineindenken" und das Ganze studieren,evtl.eine Begehung des Anwesens machen um hier Erkenntnisse zu erhalten!(nur ein Vorschlag)
Das ist für mich dahingehend interessant, weil ich mal, wenn das mit der HG vorbei ist, die Geschichte des Hauses Oberer Bürglaß 18 herausfinden möchte. Das war früher der Bonengel-Bräu, wie du sicher weisst.
[b] Herr Heublein ist Eigentümer des Grundstücks Flur-Nr. 1798 in Coburg. Auf diesem Grundstück befand sich das Union Theater, ein Kinobau aus dem Jahre 1931 / 36 sowie eine ehemalige Brauereigaststätte von 1873. In dem ursprünglichen Kinosaal wurde noch ein weiterer, kleiner Kinosaal integriert, beide Säle wurden bis vor kurzem noch für den Kinobetrieb genutzt. Die Brauereigaststätte stand leer, bzw. wurde als Lager genutzt. Der gesamte Gebäudekomplex war stark baufällig und bedurfte dringend einer Renovierung.Das Grundstück unterstützt sowohl aus städtebaulicher als auch aus topographischer Sicht den Grundgedanken der Gesamtkonzeption. Die Neubebauung kann einen Impuls für die Neuordnung des gesamten Areals des ehemaligen Brauhofes geben. Bitte überzeugen sie sich selbst. Besuchen sie doch mal den Brauhof, und sie werden sehen das die Menschen die da Wohnen noch mehr eingeengt Leben müßen.
30.8.1955 Georg Wollandt,Gemüsehändler geb.1887 in Coburg, stirbt in Coburg. Sein Geschäft hatte er in der Judengasse 31. Er war ein Vorkämpfer der internationalen Arbeiterbewegung und fast 50 Jahre SPD-Mitglied. Während der Zeit des National- sozialismus war er mehrere Jahre im KZ Dachau inhaftiert. Er wohnte zuletzt im Brauhof 1. Quellennachweis: Coburg im 20.jahrhundert von Harald Sandner.
Schön gemacht die Gegenüberstellung vom UT!-Auf der Karte vom Norbert ist rechts das Haus Brauhof Nr.1 zu sehen,bis heute praktisch unverändert.-Links daneben,die Backstein Gebäude mit den Schloten sind beim Umbau der Brauerei alle verschwunden,es standen im Hof(Unterbrauhof)Kesselhaus,Akkustation,Sudhaus.Man konnte also nicht um den Brauhof herumfahren.-Wie auf der Karte recht schön erkennbar ist,ging von der Brauerei erhebliche Rußbelästigung aus, was den Leuten vom damaligen Krankenhaus in der Allee(späteres Landratsamt)Ärger bereitete!Bevor die Baugenehmigung erteilt werden konnte (ca. 1872) kam es wegen dieser Rußbelästigung zu längeren Debatten.
Zu der Karte,welche Norbert hier zeigt(die mit der Schwarz,Weiß,Roten Fahne,)kurz ein Paar Worte.-Das war der ursprüngliche Eingang zur Vereinsbrauerei.Das Haus mit dem Turm steht heute noch und zwischen diesen Haus und dem Zugang zur Brauerei sieht man die Zufahrt zum Brauhof.Der "Vorplatz" hier ist zwar sehr weitläufig gezeichnet,stimmt aber mit früherer Situation überein.Das Anwesen Vereinsbrauerei lief in diesem Bereich mit seinen Grundstücksgrenzen in einen ganz spitzen Winkel zusammen.Rechter Hand waren Schaukästen angebracht,mit Bildern zu den jeweiligen Filmen,wo gerade liefen.(Reklame)