hätte da mal 4 Fragen zur Vereinsbrauerei. 1. Wie hieß das Bier? 2. Wer waren die Besitzer? 3. Wieviel hl Ausstoß hatte die Brauerei in den besten Jahren? 4. Wann wurde dort das erste und das letzte mal Bier gebraut? Als Braumeister interessieren mich die alten Braustätten in Coburg.
....noch eine frage. gibt es überhaupt bilder vom inneren der brauerei. ich denke da an sudhaus, kesselhaus, gär und lagerkeller, mälzerei. coburg hatte so viele brauereien. alles weg und plattgemacht. schade...
Hallo Auswanderer, im Damals-Bereich findest du bei Gerd Bieler die Geschichte der Vereinsbrauerei in mehreren Kapiteln. Ansonsten wird Gerd deine Fragen sicherlich beantworten.
Was Fotos zur Vereinsbrauerei angeht,ist die Ausbeute sehr gering!-Richtige Fotos sind bis heute meines Wissens nicht aufgetaucht!-Auch bei Norbert nicht,der ja schon seit vielen Jahren Sammlerisch tätig ist!-Es mag ja sein,das bei evtl.Nachkommen der Fam.KÜLBEL-bzw Beinert oder Recknagel Fotos im Familienbesitz sind. Ferd`l Beinert in den USA schrieb mir jedenfalls,das er gar nicht viel über die Vereinsbrauerei weiß,obwohl sein Urgroßvater der Mitbegründer der Brauerei war.-Ich lass das mal so stehen,-ob das eine Schutzbehauptung ist oder nicht! Ich habe jedenfalls damals bei meinen Recherchen eine Person kennen gelernt,die mit Sicherheit Einblick in dieses Thema hatte,aber nicht darüber reden wollte!!-(Es gibt ja Leute,welche dann Angst haben,das man in ihrer Familiengeschichte herumschnüffeln will!!)
Wie ich an anderer Stelle schon erwähnt habe,gingen meine Nachforschungen in die Baugeschichte der Brauerei,da hier im Stadtarchiv viele Unterlagen zu finden sind.
Was das Bier anbelangt,wie groß der Ausstoß war,wann zum ersten mal gebraut wurde,ist mir unbekannt geblieben.
Der Name Vereinsbrauerei ist ebenfalls unklar.-Der Bau der Brauerei kam ja durch eine Aktiengesellschft zu Stande.-(Ich meine,da ja damals vor 1872 schon die Coburger Hofbräu bestand,und die Brauerei im Volksmundt:"Die Aktien" genannt wurde,konnte auf solch einen Namen nicht zurück gegriffen werden.)
Soviel ich in Erfahrung bringen konnte waren die Aktionäre Rothbart,Külbel,Beinert und- Geyer(??) die Personen welche den Bau der Brauerei voran brachten. Unklar ist auch der Name Geyer(?)-es könnte sein,das hier Zusammenhänge zur Brauerei Sturm waren?--(Es bestand auch später ein Zusammenhang zwischen Scheidmantel und Külbel)
Als die Brauerei gegen 1919 ihren Betrieb einstellte,gingen geschäftliche Beziehungen -Malzkontingent,Gasthäuser usw. an die Coburger Hofbräu über.-Die letzten Besitzer sind dann nach den USA ausgewandert.
hallo norbert, das bild ist im hofbrauhaus aufgenommen, da war ich übrigens der letzte Lehrling in der mälzerei. das hofbrauhaus war eine riesige brauerei, vor allem die keller.
danke gerd für diese informationen. was den namen geyer betrifft, so habe ich aber den namen in bezug auf die brauerei sturm noch nie gehört. ist etwas darüber zu erfahren warum 1919 der betrieb eingestellt wurde, könnte das vielleicht an absatzschwierigkeiten gelegen haben?
Kenne die Coburger Hofbräu auch ganz gut,haben in den 70er Jahren Bier für die Coburger Hofbräu nach Falkenstein-Nürnberg und in so einen Nest bei Schweinfurt gefahren. Wir mußten mal an einen Samstag das Leergut zur Hofbräu rauf fahren, ich hatte so eine Wut das ich in 35 Sekunden 30 Kästen von LKW auf das Rollband geschmissen habe. ( Auf einen LKW mit Hänger waren so 800-900 Bierkästen)
Wir hatten in den 70er Jahren immer 2 Kästen Bier als Trinkgeld bekommen, zum ende haben wir pro Person 2 Flaschen gegen einer Unterschrift bekommen.
das mit dem trinkgeld kenne ich auch noch. ich war damals 15 jahre alt und bekam für die arbeit in der hofbräu, war ja ein mälzereipraktikum das ich für die gesellenprüfung brauchte, gelernt habe ich in der sturms, 2 flaschen bier pro tag. die habe ich dann immer in den türmen der mälzerei getrunken. in den türmen hatte man seine ruhe, und wenn die 2 flaschen leer waren, ja dann bin ich in den lagerkeller und habe das bier frisch von den lagertanks gezapft, naturbelassen, war sehr lecker. das wichtigste in der brauerei war immer, dass man einen sogenannten zwickelschlüssel hatte. das war die tür zum täglichen bierbedarf. schöne zeit war das. der braumeister hieß damals lammel und war ein nieder oder oberbayer.
... und ich hab ja bei ner versicherung gelernt. wollt´s immer gar net glauben, dass das trinkgeld wirklich in bier fließt. deshalb mußte ich immer braumeister, bierfahrer etc. ablehnen (suchtgefahr! ;-) )
Freibier bei der Coburger Hofbräu? Wußten die denn überhaupt, wie man "Freibier" schreibt? Habe damals mit mind. 20 Kollegen die Bauarbeiten für die neue - angeblich die modernste - Malzanlage mitgebaut. Wenn wir während dieser Zeit viel Freibier bekommen haben, dann dürften dies für uns alle in 1 1/2 Jahren höchstens 10 - 20 Kästen gewesen sein! (Mein Lieblingsbier war übrigens Grenzfürst ) Jürgen