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Dieses Thema hat 47 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Christian Offline



Beiträge: 5.563
Punkte: 5.749

05.03.2015 16:31
#46 RE: RE:Frage zur Hexenverfolgung in Coburg Zitat · antworten

Erhard die Forschung hat das Thema bereits aufgegriffen. Es ist heute eindeutig feststellbar, dass diese Verfolg in erster Linie im Spätmittelalter von der katholischen Kirche vom Zaun gebrochen wurde. Dies geschah unter dem Eindruck, dass die Kirche zunehmend an Einfluss verlor, siehe dazu die Reformationsbewegungen (Jan Hus in Böhmen, Martin Luther in Deutschland, Zwingli & Calvin in der Schweiz) Da wurde der Glaube an Hexen von den Theologen schnell als Teufelsreligion angeprangert. Über die Ortspfarrer wurde dann die einfache Bevölkerung mit diesen "Theorien" gefüttert und das Schicksal nahm seinen Lauf. Warum sollte man auch die Aussagen des Pfarrers hinterfragen? Wir sind ja in einer Epoche noch vor der Aufklärung! Bei diesen Verfolgungen standen die Protestanten den Katholiken in nichts nach, wie man auch in Coburg sehen kann.

Die Aktenlage in Coburg gibt zudem tiefen Einblick. Die Regierung und das oberste Gericht des Fürstentums verfuhren mit den Hexenprozessen in den damals üblichen formaljuristischen Praktiken (Damit meine ich aber nicht das peinliche Verhör sondern das eigentliche Verfahren vor Gericht). Die Coburger Richter und "Staatsanwälte" bemühten sich in dieser Frage um Objektivität. Dies fand die Coburger Bevölkerung derart anstößig, dass das Gerücht in Umlauf kam, die Richter seien selbst verhext worden. Johann Casimir ernannte auf die Kritik hin einen Fachanwalt für Hexenprozesse. Dieser sollte die Anklage erheben und die Indizien sammeln. Im Staatsarchiv hat sich der Fragenkatalog dieses Fachanwalts erhalten. Bei Interesse stelle ich einige Fragen hier ein.

Christian Offline



Beiträge: 5.563
Punkte: 5.749

14.03.2015 09:55
#47 RE: RE:Frage zur Hexenverfolgung in Coburg Zitat · antworten

Auszug aus dem Fragenkatalog der Hexenprozessordnung von 1629!

"So aber jemand bekennet, das er die Hexerey vom Teuffell selbsten gelernet, werden obiger stück außgelaßen, und ferner gefragt:

12. wo der teuffel zu ihr kommen?
13. in was gestalt und kleider?
14. mit was für einen nahmen er sich genennet?
15. was er gesagt?
16. was verhaffter oder verhaffte darauff geantwortet?
17. ob sie so baldt gewilliget?
18. was nach der Bewilligung mit ihr vorgenommen?
19. was er ihn, oder ihr, gegeben?"

Schubi Offline



Beiträge: 140
Punkte: 142

27.03.2015 13:00
#48 RE: RE:Frage zur Hexenverfolgung in Coburg Zitat · antworten

Sind alles Fragen die so laut "Malleus Maleficarum" so gestellt werden müssen.

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