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Dieses Thema hat 129 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Feldwebel M Offline




Beiträge: 576
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24.11.2011 20:59
#61 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Zitat von gerd
Das Fraternisierungsverbot der US Army schien schon ausser Kraft gewesen zu sein....(siehe die Person links im Bild,bei Putschky)
Oder nahm sich Dr.Blos seine "künstlerische Freiheit" mit auf das Bild??...(springender Junge??)



Das war das Begrüßungskomitee, Gerd

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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24.11.2011 21:01
#62 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

AaaaHaaaa!!!!

Qidan Offline



Beiträge: 55
Punkte: 55

28.11.2011 19:02
#63 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Hallo Christian, auf Empfehlung von Norbert frage ich bei Dir an, wir ich zu Heft 10 der Historischen Gesellschaft Coburg komme!

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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08.12.2011 05:00
#64 -------------- Zitat · antworten

-------------------------------------------------------------------------!

faraway Offline




Beiträge: 1.235
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26.05.2012 18:31
#65 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Zitat
Auszug aus einen Orig.Brief. (Der Brief wurde 1963 mit Schreibmaschine geschrieben.)Keine Kriegserinnerungen.



Warum muessen die Menschen nur so sein

Angelika

alter Coburger Offline



Beiträge: 248
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27.08.2012 19:58
#66 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Erlebnisse von 1945 bis 1946 Teil 1

Januar 1945 war für alle keine erfreuliche Zeit, jeder war wohl bei den Gedanken, was wird uns dieses Jahr neues bringen. Der Zweite Weltkrieg, das spürte man überall würde bald zu Ende gehen. Viele Familien waren wohl mit Ihren Gedanken bei den Vätern und Brüdern, die im Krieg und vielleicht sogar an der Front waren. Alte Männer und Jugendliche wurden für den Krieg eingezogen, sie sollten retten was nicht mehr zu retten war.
Die Frauen mussten immer mehr die Aufgaben der Männer übernehmen, in den Betrieben arbeiten oder Heimarbeit machen. Vom Luftschutzwart wurden wir aufgefordert, bei Einbruch der Dunkelheit alle Fenster mit Decken zu verdunkeln. Alle Straßenlaternen wurden abends ausgeschaltet, es herrschte eine gespenstische Atmosphäre auf den Straßen.
Es war auch die Zeit, in der in Coburg immer öfters Fliegeralarm war, aber man hörte im Radio immer nur von den Erfolgen, der tapferen deutschen Soldaten.
Riesige Bulks von weit über hundert Flugzeugen überflogen Coburg sogar am Tage fast täglich, um dann ihre Bomben auf Leipzig, Dresden oder Berlin fallen zu lassen. Vom Himmel regnete es Staniolstreifen, die wir sammeln und abliefern mussten.
Wir hatten große Angst, dass die auch in Coburg auf den Häusern stehenden Flakgeschütze einmal so einen Bulk beschießen würden. Zum Glück haben sie es nicht getan, sonst wäre sicher über Coburg ein Bombenteppich herabgefallen und es hätte viele Tode gegeben.

Im März 1945 wurde auch Coburg zum ersten Mal von Fliegern angegriffen. Bomben fielen auf das Adolf-Hitler-Haus und noch einige Häuser in der Nähe am Güterbahnhof und sonst noch viele Häuser in der Stadt brannten. Tiefflieger überflogen die Stadt und feuerten auf alles, was sich bewegte. In der Umgebung wurden so manchem Bauer auf dem Felde die Pferde erschossen.
Die Bevölkerung von Coburg spürte, dass das Ende des Krieges näher rückte. Wir Kinder hatten kaum noch Schule, vor allem unsere Lehrer, die Funktionäre in der Partei, waren wurden unruhig. Sie erzählten uns etwas von einer Wunderwaffe, die der Führer habe, aber wir wollten das nicht mehr so richtig glauben. Immer mehr Volkssturm-Leute wurden eingesetzt, um Schützengräben aus zuschaufeln und an den Brücken wurden Panzersperren errichtet und Sprengladungen angebracht.
Durch die Straßen fuhren Autos und Motorräder mit SS-Leuten. Erst später haben wir erfahren, dass es Standgerichte waren, im Volksmund auch Kettenhunde genannt. Die berüchtigten Kettenhunde, (das waren SS Offiziere) sie unterstanden dem SS Mann Helm . Er ließ alle erschießen, die keine oder nur ungenügende Papiere bei sich hatten.
Wir Kinder haben gesehen, wie zwei Soldaten an einem Vogelbeerbaum in der Lauterer-Straße aufgehängt wurden. Ein dritter hat versucht zu fliehen, den haben sie am Rottenbach erschossen und dort vergraben. Auch in Creidlitz wurde ein Soldat erschossen und an den Baum gehängt. So etwas vergisst man sein Leben lang nicht.
Da wir direkt an der Bahnlinie Coburg-Eisfeld wohnten, bekamen wir auch mit, als ein Güterzug mit Soldaten und Geschützen in Richtung Eisfeld vorbei fuhr. Kurze Zeit später kamen im Tiefflug zwei Jabos (Jagdbomber) angeflogen und verfolgten den Zug. Aus der Ferne hörten wir dann Geschützfeuer, später haben wir dann erfahren, dass der Zug auf der Höhe von Tiefenlauter angegriffen wurde und dass es viele Verletzte gegeben hat.
Auch am 9. April gab es wieder Luftangriffe auf Coburg. Wieder fielen Bomben auf Coburg.
Ein paar Tage später, wie ein Lauffeuer ging es von Mund zu Mund, dass die Wehrmacht die Kasernen verlassen hatte und dass es dort noch Lebensmittel und viele andere Sachen zu holen gab. Sofort machten wir uns auf und liefen zu der Kaserne. Im hinteren Teil der Kaserne war ein Lager für Uniformstoffe und Schuhe für die sogenannten Blitzmädchen. (Das waren junge Frauen, die bei der Wehrmacht meist im Nachrichtendienst eingesetzt waren.)Dorthin ging unser erster Besuch, aber wir mussten feststellen, die Ballen Stoffe waren für uns Kinder viel zu schwer, also weiter in eine andere Halle. Dort lagerten tausende von Schuhen, aber wie es so üblich ist, waren in der Eile viele Schuhe aus den Kartons herausgerissen und es war sehr schwer, wieder ein Paar zu finden, das zusammenpasste. Einige haben wir trotzdem gefunden und mitgehen lassen. Anschließend noch ein Besuch in der Kantinenküche und im Keller, wo auch noch etwas Brauchbares zu finden war. Einen Handwagen hätten wir haben sollen, aber den hatten wir nicht. Da waren die Bauer der Umgebung besser dran, die kamen mit ihren Pferdefuhrwerken.
Auch das Proviant-Lager der Wehrmacht in Neuses, in dem noch Mengen von Lebensmittel lagerten, wurde geplündert.

alter Coburger Offline



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28.08.2012 05:11
#67 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Hallo Norbert!

Leider kann ich deine Bilder bei mir nicht öffnen, was muß ich tun? sie würden mich schon interesieren!

Gruß alter Coburger

alter Coburger Offline



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31.08.2012 16:35
#68 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Die Bilder in deinem Beitrag vom 27.08.2012 20:42

alter Coburger Offline



Beiträge: 248
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01.09.2012 10:03
#69 :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

Panzeralarm in Coburg

Es war der 10. April 1945 10.30 Uhr, helle Aufregung in Coburg, die Sirenen heulten und jeder wusste, es ist Panzeralarm in Coburg. In aller Eile wurde alles, was uns irgendwie verdächtig machen könnte, zusammen gesucht. Hitlerbilder, Uniformen vom Jungvolk, das Buch „Mein Kampf“ usw. Alles, was essbar oder wertvoll war, wurde irgendwie versteckt. In allen Häusern herrschte eine gespannte Atmosphäre.
Unser Vater, der wegen eines Durchschusses im Bein zur Zeit in der Heiligkreuzschule, die als Hilfslazarett eingerichtet war untergebracht, er war aber schon weitgehend geheilt. So musste er sich mit einigen anderen Soldaten die ebenfalls geh fähig waren in Richtung Veste Coburg begeben. Was wir aber nicht wussten. Aus seinen Erzählungen weiß ich, das die weiße Fahne auf der Veste gehisst war und die Parlamentäre schon in Richtung Unterlauter unterwegs waren, als ein Kübelwagen auf dem Hof der Veste vorgefahren ist in dem ein hoher Offizier mit SS- Begleitung saß ( es war ein Coburger Kinderarzt) seine Begleiter mussten die weiße Fahne herunter schießen. Als Folge setzte ein erneuter Beschuss der Stadt und der Veste ein die Folge war, die Veste brande und einige Soldaten wurden verletzt. Die Verteidiger, zirka 80 Soldaten verließen noch in der Nacht die Veste. Erst in der Nähe von Augsburg gerieten sie in Gefangenschaft.
Wie saßen im Luftschutzkeller in der hintersten Ecke, neben uns die Koffer mit den eiligst zusammen gesuchten wichtigsten Sachen, fest drückten wir uns an unsere Mutter, die versuchte uns zu beruhigen. Ich weiß heute nicht mehr, ob wir in dieser Nacht überhaupt geschlafen haben. Es lag eine unheimliche Spannung in der Luft, noch nie hatte einer so eine Situation erlebt.
Am nächsten Tag, es war der 11.04. hat auch die Stadt kapituliert, es ging wie ein Lauffeuer von Haus zu Haus. Sofort wurden an allen Häusern weiße Tücher zum Fenster hinaus gehängt. Noch herrschte eine gespenstische Ruhe in unserer Straße, die Nerven waren weiterhin aufs äußerste angespannt. Was wird geschehen, wenn die ersten Amerikaner kommen? Die schrecklichsten Gerüchte machten ihre Runde.
Und dann Motorengeräusch, sorgenvolle Blicke gingen zur Tür. Plötzlich Klopfen an der Haustür und als sich die Tür öffnete, standen Amerikaner davor und fragten in Deutsch „ Soldaten im Haus?“ Als es verneint wurde, schickte der Offizier dennoch einige seiner Kameraden ins Haus, die vor allen die Kellerräume durchsuchten. Als sie fertig waren, gingen sie wieder zu ihren Jeeps und fuhren weiter. Kurz danach kamen auch Panzer, die vor den Häusern Posten bezogen. So langsam verflog auch unsere Angst und wir trauten uns sehr vorsichtig aus dem Haus um, um die Ecke zu schauen. Auf den Panzern saßen Schwarze in Uniform, als sie uns Kinder sahen, winkten sie. Nur zögernd und ganz langsam gingen die Mutigsten auf die Panzer zu. Als wir sahen, dass sie etwas verschenkten, trauten auch wir uns. Es war Schokolade und etwas, was wir nicht kannten. Sehr vorsichtig öffneten wir das Päckchen, aber wir hatten keine Ahnung, was es sein könnte. Die Amerikaner sahen das und gaben uns Zeichen, es sei etwas zum Essen, sie zeigten auf dem Mund. Als wir es daraufhin versuchten, fanden wir, es schmeckt gar nicht schlecht, nur es wurde im Mund nicht weniger und zerkauen konnte man es auch nicht! Also spuckten wir es nach einiger Zeit wieder aus. Das war unsere erste Erfahrung mit der neuen Welt und ihren Errungenschaften, die wir nicht kannten. Auch die Schwarzen, vor denen sie uns Kindern Angst gemacht hatten, waren sehr Kinderfreundlich und sehr nett. Unsere ersten englischen Wörter, die wir sehr schnell lernten waren
„Chewinggum, chocolate and cigarettes“ Die Amerikaner, die Zigaretten im Überfluss hatten, rauchten diese immer nur bis zur Hälfte und schmissen die Kippen weg. Wir Kinder sammelten die Kippen für unsere Väter oder als Tauschware.

Feldwebel M Offline




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03.09.2012 17:52
#70 RE: :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

[quote=alter Coburger|p7261597]Panzeralarm in Coburg


Unser Vater, der wegen eines Durchschusses im Bein zur Zeit in der Heiligkreuzschule, die als Hilfslazarett eingerichtet war untergebracht, er war aber schon weitgehend geheilt. So musste er sich mit einigen anderen Soldaten die ebenfalls geh fähig waren in Richtung Veste Coburg begeben. Was wir aber nicht wussten. Aus seinen Erzählungen weiß ich, das die weiße Fahne auf der Veste gehisst war und die Parlamentäre schon in Richtung Unterlauter unterwegs waren, als ein Kübelwagen auf dem Hof der Veste vorgefahren ist in dem ein hoher Offizier mit SS- Begleitung saß ( es war ein Coburger Kinderarzt) seine Begleiter mussten die weiße Fahne herunter schießen. Als Folge setzte ein erneuter Beschuss der Stadt und der Veste ein die Folge war, die Veste brande und einige Soldaten wurden verletzt. Die Verteidiger, zirka 80 Soldaten verließen noch in der Nacht die Veste. Erst in der Nähe von Augsburg gerieten sie in Gefangenschaft.
]


ha ha die weiße Fahne.

War dein Vater Zeitzeuge und hat wirklich gesehen, wie die weiße Fahne von einem Soldaten heruntergeschossen worden ist ?

Dieses Thema wurde hier im Forum schon oft lang und breit diskutiert.

Geb mal bitte Antwort !!!

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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03.09.2012 18:29
#71 RE: :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

Wie man sieht,hält sich diese Überlieferung bis in die heutigen Tage,obwohl ja mittlerweile darüber Klarheit herrscht, wie das abgelaufen sein könnte!(oder abgelaufen ist!)
In der Untersiemauer Chronik,an der maßgeblich der verstorbene Unternehmer Debus mitgearbeitet hat, wurde ebenfalls
die Passage vom Treffen General Patton mit Herzog C.E.in der Veste mit dem Ausspruch: "To the end of War...."übernommen,obwohl ja Gen.Patton nie in Coburg war!

faraway Offline




Beiträge: 1.235
Punkte: 1.243

03.09.2012 18:41
#72 RE: :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

Eben!!!

Angelika

Phoenician Offline



Beiträge: 224
Punkte: 223

03.09.2012 21:33
#73 RE: RE:Kriegsende 1945 in Coburg Zitat · antworten

Auch das Proviant-Lager der Wehrmacht in Neuses, in dem noch Mengen von Lebensmittel lagerten, wurde geplündert.
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Auch mein Grossvater fuhr mit seinem Pferdegespann nach Neuses, um zu "pluendern". Ich kann mich erinnern, dass er mit vielen Rollen schwarzem Zwirn heimkam, sowie mit zwei riesigen Wasserkannen aus Zink, ein paar schwarzen Bleistiften mit goldenem oder silbernem Aufdruck und einem Sack Hirse. Aus der Hirse wurde dann immer Hirsebrei gekocht, den keiner mochte. Eine Freundin hat erzaehlt, dass es damals beim Baecker Popp im Kanonenweg den besten Hirsekuchen gab. Vielleicht haette meine Mutter die Hirse fuer Kuchen verwenden sollen und nicht fuer Brei?? Die Bleistifte wurden mit einem kleinen Messer (Schnitzerle) gespitzt. Bleistiftspitzer hatten wir nicht.

alter Coburger Offline



Beiträge: 248
Punkte: 281

05.09.2012 17:02
#74 RE: :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

Mein Vater war wie ich schon geschrieben habe direkt im Hof der Veste dabei.Sozusagen Augenzeuge. Er hatte sogar großes Glück denn bei dem Beschuß ist eine Granate in seiner Nähe eingeschlagen.
Deshalb hatte er auch nach dem Krieg so eine große Wut auf diesen Arzt.

Feldwebel M Offline




Beiträge: 576
Punkte: 576

06.09.2012 03:52
#75 RE: :Kriegsende 1945 in Coburg Teil 2 Zitat · antworten

Hat dein Vater wirklich gesehen, daß ein SS-Mann die weiße Fahne heruntergeschossen hat ?

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