Bunker unter dem Ernstplatz

#1 von bobo_1 , 12.05.2005 22:33

Aus mir vorliegenden Dokumenten geht hervor, das ein LS-Bunker unter dem Ernstplatz existieren muß. Ich denke mal, das der Zugang bestimmt duch das AH-Haus bzw. dem Denkmal erfolgt ist. Sollte ersteres zutreffen wäre interessant zu erfahren, was nach dem Bombentreffer mit dem Bunker passiert ist?

Kann jemand was genaueres dazu sagen?


MfG BOBO


 
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RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#2 von Sandner ( Gast ) , 13.05.2005 09:40

M.E. ist damit ein Luftschutzraum unter dem Adolf-Hitler-Haus gemeint. D.h. ein Luftschutzkeller(Raum), der in der Parteizentrale mit Sicherheit vorhanden war und entspr. verstärkt ausgebaut wurde. Mit einem Bunker im eigentlichen Sinne hat dies nichts zu tun, wird aber immer wieder gerne verwechselt bzw. gleichgesetzt. mfg. Sa.


Sandner

RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#3 von gerd , 12.06.2005 09:51

ZU der Frage:Bunker unter dem Ernstplatz,folgende Geschichte.Ein ehemaliger Coburger,der am Ernstplatz wohnte und zum Kriegsende im Cob.Krankenhaus lag (Kriegsverletzung),kannte die Örtlichkeiten dort um den Ernstplatz sehr gut und ebenfalls die Ruine des AH Hauses!
Er baute dann im Jahre 1947(!!) unweit des "Herzogweges" auf einem sehr großen Gartengrundstück eine Hütte.(Sie steht heute noch)-Als ehemaliger Kammerfeldwebel beim MG Battaillon 6, war er das "organisieren" gewohnt und stehts unterrichtet,wo es was zu "holen" gab!.
So lag damals,von den Amerikanern verlassen,an der ehemaligen Straßenkreuzung Breitenau-Großwalbur-Neida-"Fuchsberg"(Richtung Rodach)eine zerlegte Beobachtungshütte.Diese Hütte war aus Sperrholzplatten,mit leichten U-Eisenprofilen gegen Beschädigung gesichert,im Aufgebauten Zustand 8 eckig und mit einem Flachdach versehen.(Kein Boden!)Die Beobachtungshütte konnte sehr schnell auf und abgebaut werden.Die einzelnen Sperrholzplatten wurden senkrecht aneinander gestellt und zwischen den Platten wurde ebenfalls ein starkes U-Eisenprofil gestellt,das mit sogenannten "Karabinerverschlüssen" versehen war.An den Sperrholzplatten befanden sich an den U-Profilen
kurze Rohre,- angeschweißt,in denen analog die "Riegel" der Karabinerverschlüsse eingeschoben wurden.
Das Dach wurde nur lose aufgelegt und leicht verschraubt.(Flachdach)
In den Sperrholzplatten waren in Sitzhöhe "Bullaugen" angebracht,so das man bequem hinaus sehen
konnte.Eine Türe war nicht(?) vorhanden.
Diese Teile wurden also nun in einer "Nacht und Nebel Aktion"(wie man damals sagte) aufgeladen und
mittels eines Alfa Romeo(!) Kleinlasters,den ein damaliger Cob.Spediteur hatte,nach Coburg transportiert und mit viel Mühe dort zum Herzogsweg gebracht und zunächst gelagert.Diese Sperrholzplatten bildeten den Grundstock für die neue Hütte.-Ein begabter Tischler baute dann die Hütte aus !
Da die Hütte dort an einen Steilhang gebaut wurde,war somit angedacht worden ,unter der Hütte einen Keller anzulegen.Dieser Keller wurde aber erst Jahre später verwirklicht.

Die Türe für besagtem Keller aber,war ebenfalls schon dort gelagert und auch "organisiert" worden!
Diese aus Holz bestehende,sehr massive,Türe,(sie hat allerdings keine normale Türblatt-Norm)
ist nachweislich die ehemalige Türe,welche zu dem LUFTSCHUTZ RAUM unter den AH Haus gehörte!-
Ebenfalls im AH Haus soll sich ein Raum befunden haben, der als "Schwedenschänke" im Sprachgebrauch der Coburger bekannt war.-Die Innereinrichtung ,wir würden heute sagen -"Rustikal", wurde beim Zusammenbruch 1945 in alle Winde zertreut.In besagter Hütte fand sich dann eine kleine Eckbankgruppe mit Tisch und 3 Stühlen wieder,sowie viele Sachen die man halt damals so gebrauchen konnte!(Es gab ja nix zu kaufen und der Schwarzmarkt blühte)-"1948!!" war noch weit entfernt!

Soviel ich also dazu sagen kann:ein "Bunker" als solcher war unter dem AH Haus nicht vorhanden,es handelte sich hier nur um einen Luftschutzraum.Welche Größe dieser aber hatte,ist mir nicht bekannt!


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RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#4 von bobo_1 , 13.06.2005 17:59

Danke für die Ausführungen. So, wie es ausssieht, ist dann ja nix mehr von dem LS-Raum übrig!
MfG BOBO


 
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RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#5 von bobo_1 , 13.06.2005 18:28

Interessant wäre, für was die Holzbude zuvor gedient hatte, wenn sie doch keine Tür hatte.
Klar - Beobachtungshütte. Die Hütte wurde um den Beobachter aufgebaut!?


MfG BOBO


 
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RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#6 von gerd , 14.06.2005 17:29

Bobo, ich kann mich noch an die Ruine schwach erinnern.Wir wurden immer ermahnt dort nicht zu spielen und es gingen da auch manchmal Leute auf den Hof.Und dann war auf einmal die Ruine weg und eine für mich als Kind rieeeesige Baugrube dort.Da standen wir dann immer am Bauzaun und konnten den Arbeiten zusehen.Mitten auf dem Enstplatz war damals eine kleine Verkehrsinsel mit einer Straßenlampe und dort konnte man am Abend noch mit dem Roller oder Rollschuhen auf der Straße fahren!!-Mach das mal heute dort!
Zu besagter Beobachtungshütte:ich kann mir vorstellen,das die Amerikaner,als die Kampftruppen dann das Feld geräumt hatten und sie administrative Aufgaben übernahmen,an exponierten Stellen solche Beobachtungshütten oder Postenhäuser aufstellten.(z.b. an der neu entstandenen Sectorengrenze/Zonengrenze)-oder an wichtigen Straßenkreuzungen usw.


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RE:Bunker unter dem Ernstplatz

#7 von bobo_1 , 15.06.2005 19:24

Klar - nur wurde das mit der Tür von mir falsch verstanden - ich dachte, es gab keine Öffnung zum reingehen. Falsche Gedanken :) man konnte halt die Tür nur nicht zu machen :)
MfG BOBO


 
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