Also wenn du dir die Liste der zerstörten Häuser so anschaust Gerd, dann wirst du merken das der Bereich vor der Heiligkreuzkirche, also Heiligkreuzstraße/Wiesenstraße ganz schön was abbekommen hat. Auf der rechten Seite stadtauswärts waren die 22 und 24 total kaputt, Nr. 28 (das ist das große gelbe Haus an der Itz) schwer beschädigt, das Nachbarhaus in der Wiesenstraße schwer beschädigt, gegenüber auf der linken Seite das Haus Nr. 31 schwer beschädigt. Da hast du insgesamt in dem Bereich zwei total zerstörte Häuser und drei schwerbeschädigte. Von den leicht beschädigten rede ich nicht mal
Das mag jetzt zutreffen oder nicht.Wie du gerade schreibst,gab es Stellen in der Stadt,wo es mächtig "gekracht" hat und dann wieder Stellen wo gar nix war.Die Beschädigungen waren sicher auf Artilleriebeschuss zurück zu führen.(denn die wenigen Bomben die geworfen wurden, waren nicht so gravierend,obwohl sie auch zerstörten!!)Wo auch immer damals die Amerikanischen Geschütze standen,die schossen nach den Koordinaten der Beobachter.-Dann wurde Zielwechsel befohlen-,und wenn es auch nur wenige "Striche" waren,lag dann das "Feuer" gleich Straßenzüge weiter.Ich glaube auch nicht,das daß ein "gezieltes" Feuer war,sondern nur das von der Army praktizierte Vorgehen,-Beschuß,-vorgehen der Panzer,-und dann folgte die Infanterie und "säuberte" die Ortschaften!-safety first,-auf Kosten des Materials.Das Vorgehen des reichen Mannes!
Es ist ja so gewesen, das die Amis auf den Langen Bergen und auf dem Lauterberg standen, und nur ausversehen in die Stadt reinschossen. Eigentlich sollte die Veste immer getroffen werden. Aber Gerd wenn du mal die Einschläge siehst wo die waren. Alle im nördlichen Bereich der Innenstadt.
Interessant wäre vielleicht auch eine chronologische Auflistung der Treffer. Meiner Meinung nach wollte man nicht nur die Veste treffen. Kann mich aber auch täuschen. Normalerweise will man doch strategische und militärische Punkte treffen - oder?
In Antwort auf: ...sondern nur das von der Army praktizierte Vorgehen,-Beschuß,-vorgehen der Panzer,-und dann folgte die Infanterie und "säuberte" die Ortschaften!-safety first,-auf Kosten des Materials.Das Vorgehen des reichen Mannes!
Aus den Filmdokumenten, die in er letzten Zeit ja häufig liefen, ging das hervor, was Gerd schrieb. Die Amerikaner praktizierten diese 'Technik' eigentlich immer. Natürlich ist nicht auszuschließen, das ein frustrierter GI sich mit willkürlichen Schießübungen abreagierte.
Hier der Auszug aus der Denkmalliste. Neben dem Hause Nr. 6 welches jetzt abgerissen wird, gibt es noch 11 weitere Gebäude die unter Denkmalschutz stehen.
Heiligkreuzstraße 1 Zweiflügeliges Gebäude, Fachwerk verputzt, Baujahr um 1700, Ende des 18. Jh. umgestaltet, Erdgeschoß mit Passage, historische Haustüre mit Jahreszahl 1790
Christian,du hast doch jetzt durch die vielen Fotos von alten Gebäuden hier,einen guten Überblick.Ist dir eigentlich schon einmal aufgefallen,in welch schlechten Zustand sich früher Gebäude befanden?Auch wenn alte Aufnahmen fast nur in S/W gemacht wurden,ist doch sehr wenig neue "Farbe" zu sehen!?-All diese Häuser waren doch auch einmal "Neubauten".Ich habe immer den Eindruck,das die Häuser über Generationen bewohnt,bewohnt,bewohnt wurden,wenn Schäden auftraten,diese mehr oder weniger repariert wurden,aber Restaurationen,wie wir sie heute erleben gab es nicht,oder nur sehr wenig? Überhaupt,wenn ich so an die frühen 50 er Jahre zurückdenke,wie grau in grau war damals das "Bild" um uns herum!-Das war aber schon Generationen vorher genauso!-Wenn ich Fotos von den Urgroßeltern bedrachte--nur Schwarze Klamotten-dunkle Gardinen und dunkel gestrichene Möbel in den Wohnungen!Ich möchte behaupten,erst zu Beginn der 60er Jahre und natürlich dann in den 70ern(Flower und Hibbys)kam allgemein "Farbe" ins Spiel.-Oder hatten die Leute einfach nicht die Knete für Farbe?Oder hatten sie Angst,"aus der Rolle"zu fallen??-Ich glaube über dieses Thema könnte man lange diskutieren?Oder?- Rolf,deine Meinung dazu??
Vielleicht lachst Du jetzt, Gerd, aber wenn ich die Augen schließe und an die 50er denke, sehe ich alles nur schwarzweiß. Die Farbe beginnt mir erst bewußt zu werden Anfang der 70er.
Im Anwesen Heiligkreuz 9,war einmal ein Schneidermeister Feyler ansässig.Der Sohn hat das väterliche Geschäft weitergeführt,war auch an der Berufschule als Lehrer tätig,Mitglied des Aeroclub Coburg und ist bei einem Kunstflug Trainingsflug mit dem Segelflugzeug am Bausenbergwald,tödlich verunglückt.(Unweit unseres Gartens,den wir dort hatten)