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Dieses Thema hat 50 Antworten
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 Die Geschichte Coburger Straßen
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gerd Offline



Beiträge: 4.384
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04.11.2006 14:04
#16 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Christian,ist bekannt,wo der Name Juliusturm herkommt??
Ich denke der Name "Juliusturm" ist im Zusammenhang mit der Festung Spandau in Berlin zu sehen.(?)Dort gibt es auch einen Juliusturm.War da nicht der Staatsschatz von Preußen untergebracht?

Wir waren in den 50ern öfters zum Essen dort!Die hatten auch eigene Metzgerei und am Wochenende war da immer proppen voll!Hinten raus war ein größerer Raum.Die Gaststätte war ja im ersten Stock.In dem Turm war das Treppenhaus.

Die Grüntal Terrassen wurden gern von den "Halbstarken" mit den Moped`s aufgesucht!Da gab es mal eine kurze Zeit einen "Kreidler Club" in Coburg.(Hatten alle rote Sturzhelme als Erkennungszeichen).
Ich glaube die haben sich dort immer getroffen.(Wills aber nicht behaupten1?)

Jürgen Offline



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04.11.2006 15:00
#17 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten


Hallo Gerd,
stimmt, der eigentliche Gastraum vom Juliusturm ging zur Straße raus und zum Hang war das Vereinszimmer bzw. kleinerer Saal; haben dort Anfgang der 60er Fasching gefeiert (auch 61 während meiner Semesterprüfung, die am nächsten Tag weiterging - naja, hat halt ein Semester gekostet!). Bis zur Schließung (wegen Erbangelegenheiten) waren wir vom Aquarien- und Terrarienverein dort.
Den Namen Juliusturm gab es in den 50/60er auch im Zusammenhang mit der Rücklage für die Rente - wurde aber dann unter Kiesinger und Brandt "erleichtert".
Die Metzgerei war im Erdgeschoss; wir haben Ende der 50er in der Nähe einen Hausanschluss für eine Gärtnerei gebaut und da wusste ich genau, wo welche Wurst zur Brotzeit und zu Mittag am besten schmeckt - Juliusturm oder Zeppelin.
Ja, im Grüntal ging am Wochenende immer ganz schön "die Post ab" - Tanz usw. Ob sich dort die Kreidler-Fans getroffen haben, kann ich nicht sagen. Unsere Domizile waren damals die Eisdiele ("Keller") in der Spit, Bratwurstglöckle und die Hopp Löbelstein. Da war immer etwas geboten; habe die ganze "Blase" eine Zeit lang verar...! Auf der Music-Box waren normalerweise nur Rocksongs - aber eine Platte war dabei, die dazu passte wie ein "böser Finger", nämlich "Preußens Gloria" und "Alte Kameraden". Es dürfte ja klar sein, was ich immer drückte! Haben die manchmal getobt - hat aber länger gedauert, bis sie mir auf die Schliche kamen!
Jürgen

Christian Offline



Beiträge: 5.678
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04.11.2006 17:51
#18 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten
Hier die Bedeutungen des Namens Juliusturms:

Der Juliusturm, das Wahrzeichen Spandaus, ist 30 m hoch und Teil der dortigen Zitadelle. Auf seine Spitze führt die berühmte Wendeltreppe, die 1964 nach dem Vorbild der neogotischen Treppe von 1843 rekonstruiert wurde. Wenn man die 145 Stufen erklommen hat, bietet sich ein Rundblick über Spandau und Umgebung, bis nach Tegel, zur Berliner Innenstadt und zum Grunewald. Die Zeit der Erbauung ist unbekannt. Nach dem Baubefund gehört das Baumaterial des Sockels dem 13. Jahrhundert an. Die Mauerstärke beträgt im Sockelgeschoss 3,60 m und im Obergeschoss 2,30 m. Den Zinnenkranz, ein Zeugnis der deutschen Romantik, entwarf Karl Friedrich Schinkel im Jahre 1838.

Zur Zeit der Erbauung war er Bergfried oder Wachturm und diente als Zufluchtsstätte bei Gefahr. Gleichzeitig konnte er als Wohnturm genutzt werden. In seinem Kellergeschoss befand sich das Verlies.

Der Name Juliusturm ist bis heute nicht eindeutig geklärt. 1356 verlieh Markgraf Ludwig der Römer seinem Kammerknecht Fritz das Thurm Amt zu Spandau. Da Fritz Jude war, hieß der Turm fortan Judenturm. Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich wohl der Name Juliusturm, wie er seit 1400 genannt wurde.

Nach Beendigung des Krieges 1870/71 wurde der Turm als Lagerort für den aus der französischen Kriegsentschädigung stammenden Reichskriegsschatz bestimmt. Am 3. und 10. Juli 1874 kamen 5 Milliarden Französischer Franc, was 120 Millionen Goldmark entsprach, in 1.200 Kisten verpackt nach Spandau und lagerten dort bis zur Rückgabe im Jahr 1919. Weil durch den heutigen Eingang 1842 eingebrochen worden war, baute man 1910 zur Sicherheit des Reichskriegsschatzes eine Tresortür ein. Sie hat ein Gewicht von 3.000 kg und ist eine der dicksten Tresortüren Berlins.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Julius...u_zitadelle.jpg

Christian Offline



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04.11.2006 17:53
#19 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Hier die zweite Bedeutung des Namens Juliusturms

Eine volle Staatskasse wird oft als "Juliusturm" bezeichnet. Diese Redewendung bezieht sich auf einen ca. 32 Meter hohen Wehrturm in Berlin-Spandau. Der um 1250 erbaute Turm ist eines der ältesten Bauwerke der Hauptstadt. Seinen Namen verdankt er einem Besuch von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528 - 1589), der die Tochter des Kurfürsten von Brandenburg zur Frau nahm. Im 19. Jhdt. wurde der Juliusturm in ganz Deutschland zu einem Begriff. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) hatte das geschlagene Frankreich eine Kriegsentschädigung von fünf Milliarden Francs (etwa das Dreifache des in Deutschland damals vorhandenen Bargelds) an Deutschland zu zahlen. Ein Teil dieses Reichskriegsschatzes, 120 Millionen Mark in gemünztem Gold, war bis 1914 im Juliusturm eingelagert. So wurde das Bauwerk für Finanzpolitiker bis heute zum Synonym für einen Überschuss der Staatskassen - für einen Traum also, der in immer größere Ferne zu rücken scheint. Seit 1945 ist es übrigens nur einem einzigen Finanzminister gelungen, einen "Juliusturm" zu ersparen: Unter der Regierung Adenauer schaffte es Fritz Schäffer, acht Milliarden Mark (nach heutigem Wert ca. 35 Milliarden Euro) auf die hohe Kante zu legen. Dieses Geld konnte dann zur Finanzierung des Aufbaus der 1955 neu gegründeten Bundeswehr verwendet werden. Zitat Schäffer: "Erstens existiert kein Juliusturm. - Zweitens ist er leer. - Und drittens brauch ich das Geld für die Rüstung."


gerd Offline



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04.11.2006 20:24
#20 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Hallo Jürgen,die Gaststätten wo du erwähnst sind ja alle noch ein Begriff,obwohl das schon etwas früher war,als ich(wir) "aktiv" wurden!-Meine Schwester kann sich aber sehr gut an die Lokale erinnern.(Sie ist Jahrgang 43-hab gerade mit ihr telefoniert) und war auch dort zu finden.Ich denke,das im "Glöckle" damals die Fleißner`s als Pächter drauf waren?(Hatten,glaube ich,auch die "Seerose" in Neershof damals!?
In der Eisdiele,meinst du da den Keller,wo man in der "Quick" wieder rauskam?
Und wer war der Wirt in der "Hopp".Las ma hören.
gruß gerd

Übrigens 60 Jahre "Wilde Gesellen"-ich hätte es "Schorsch" gegönnt,das er das noch hätte erleben können!!

gerd Offline



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04.11.2006 20:27
#21 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Christian,woher kommt aber jetzt der Name für die Kneipe im Pilgramsroth?

Jürgen Offline



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04.11.2006 21:00
#22 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten


Hallo Gerd,
mit Pächternamen kann ich Dir leider nicht dienen (hatte mich nicht weiter interessiert - Hauptsache das Bier war kalt und die Post ging ab!). Nur einen Besitzer weiß ich noch, nämlich den von der Eisdiele; dies waren die Pfannschmidt's. Ja, ich meinte den Keller hinter der Quick, die es allerdings 58 noch nicht gab.
Na das ist ein Ding, da ist ja Deine Schwester fast so alt wie ich! Eigentlich müsste ich sie dann gekannt haben!
Gruß Jürgen

gerd Offline



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04.11.2006 21:26
#23 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Hallo Jürgen,Pfannenschmidt ist noch bekannt.Wäre auch interessant,wann die "Quick" dann eröffnet hat?Man konnte ja von der Eisdiele durch den (tiefer liegenden) Raum,bei der Quick wieder rausgehen.Meine S.hast du sicher gekannt!War übrigens auch einige Jahre bei den "Pfadi`s" zeitgleich mit`m "Böckle"-(du weißt,wen ich mein!?)Die Stammführerin war damals Ilse Böhm "Salamanter".Noch bekannt??Hatten im Jugendheim im ersten Stock ihr Zimmer.Hast du vom Schuster Ritz die Tochter gekannt?Die war ebenfalls bei den Pfadi`s.(Doris)-Denke ihr Bruder war beim damaligen NSU Club.Die hatten ihr Geschäft oben in der Judengasse und sind dann in die Metzgergasse umgezogen.

Jürgen Offline



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05.11.2006 10:20
#24 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Na klar, Gerd! Böckle ist ein Begriff! Allerdings muss ich sagen, dass wir so um 1956/57/58 keinen näheren Kontakt zu den Pfadfinderinnen hatten (war alles total "streng" getrennt!). Böckle habe ich deshalb im Grunde genommen erst nach 1974 im Türmle kennen gelernt. Meine Pfadfinderzeit (aktive) ging 58/59 zu Ende und zwar aus beruflichen Gründen; habe damals jede Woche gut 60-65 Stunden gearbeitet und dann kamen noch die "Nebenaufträge"! Haben damals ein gutes Geld verdient und konnten, wenn wir mal Zeit hatten und unter die Leute gingen, ganz kräftig "die Puppen tanzen lassen".
Bei Schuster Ritz haben wir immer unsere Schuhe "reparieren" lassen, war ein guter Schuster! Schade, dass es ihn nicht mehr gibt!
Zur Eisdiele: Die Quick dürfte so um 1960/61 eingerichtet worden sein.
Jürgen

Christian Offline



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05.11.2006 11:13
#25 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Hallo Gerd,

bei dem Juliusturm dürfte es sich wohl bei der Namensnennung der Gaststätte um die erstere Bedeutung handeln.

Übrigends die Quick gab es bereits seit 1956! 1960 wurde lediglich durch eine Erweiterung der Zugang von der Eisdiele Pfannenschmidt (in Nr.9) zur Quick (in Nr.13) geschaffen.

Christian Offline



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10.11.2006 19:07
#26 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Liste der denkmalgeschützten Häuser

Pilgramsroth 5
Neugotische Villa, 1891 durch den Architekten Carl Kleemann für sich selbst erbaut

Pilgramsroth 6
Neurokokovilla, 1901 vom Gothaer Architekten Richard Klepzig errichtet.

Pilgramsroth 7
Villa mit geschwungenen Giebel, reduzierter Historismus, 1912 durch den Architekten Eduard Amend errichtet.

Pilgramsroth 9
Villa mit Turm, Erker und Eckturm, reduzierter Historismus, 1911 durch den Architekten Eduard Amend errichtet.

Pilgramsroth 12
Villa mit Ziergiebel, Erker und Fachwerk, 1910 von Eduard Amend

Pilgramsroth 14
Villa, Halmwalmdachbau mit Erkern und Fachwerk, 1909 von Eduard Amend

Pilgramsroth 16
Villa mit Fachwerk, Erker und Giebel, 1907 von Eduard Amend

Pilgramsroth 59
Villa, Mansarddachbau mit Giebel, Erker und buntverglasten Fenstern, 1909 von der Firma Hopf & Florschütz errichtet.

Christian Offline



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11.11.2006 13:57
#27 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Hier mal eine Anekdote.
In den Jahren 1886/87 wohnte der Wiener Walzerkönig Johann Strauß in Coburg. Seine Wohnung befand sich im Hause Pilgramsroth 2, das inzwischen einer Wohnanlage Platz machen musste. Ihm zu Ehren wurde der Platz vor dem Hause Pilgramsroth 2 im Jahre 1986 in Johann-Strauß-Platz umbenannt und auch ein Gedenkstein wurde dort enthüllt.

Soweit so gut.

Doch da gab es ein Problem. Strauß hat da nie gewohnt!!!!


Christian Offline



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12.11.2006 11:20
#28 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Ich weiß Norbert, der Typ ist für dich ein rotes Tuch. Mir ging es hier eher darum wie "narrisch" manche Coburger auf den sind und dann sowas dabei rauskommt.

2fast4u Offline




Beiträge: 95
Punkte: 101

12.10.2012 07:38
#29 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Gibt es irgendwo Informationen über die Geschichte des Hauses Pilgramsroth 11?
Bei Wikipedia taugt es zumindest bei der Liste der denkmalgeschützten Gebäude nicht auf - müsste jedoch auch in den frühen Jahren nach 1900 errichtet worden sein oder?

Ansonsten könnte ich mal bei der Besitzerin direkt nachfragen - ist eine gute Bekannte. Aber vielleicht habt ihr ja ergänzendes Wissen dazu.

Angefügte Bilder:
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 IMG_1294.jpg 
Christian Offline



Beiträge: 5.678
Punkte: 5.870

12.10.2012 13:12
#30 RE: Pilgramsroth Zitat · antworten

Ein paar Sachen kann ich zu dem Haus sagen.

Errichtet zwischen 1919 und 1923.

Als Besitzer werden erwähnt:

1923 Marie Dorn, Witwe
1934 Max Engel, Zollsekretär
1937 Hugo Kayser, Steuerinspektor
1967 Dora Kayser, Witwe
1977 Heidrun Kayser

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