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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Coburger Geschichte
gerd Offline



Beiträge: 4.371
Punkte: 4.467

01.11.2006 15:11
"Eselsrücken" Zitat · antworten

Unser ehemaliger Coburger Güterbahnhof ist um einen Teil ärmer geworden.In den letzten Tagen wurde der "Ablaufberg"-in Eisenbahnerkreisen als "Eselsrücken" bezeichnet eingeebnet!Von vielen Vorbeifahrenden gar nicht zur Kenntnis genommen,war dieser "Berg" für die Zusammenstellung neuer Güterzüge von Bedeutung,als in Coburg noch rangiert wurde.Anwohner dort werden sich noch erinnern,wenn,meißt in den Nachtstunden, dort rangiert wurde, die Waggons laut aufeinander krachten,Bremsen kreischten und Lautsprecherdurchsagen zu hören waren.
Der "Berg" befand sich zwischen "Max Carl" und dem Schützenhaus.Vor Jahren war auch noch ein sogenanntes "Abdrücksignal" dort zu sehen,sowie eine Bretterüberdachung für das Bahnpersonal.
In Richtung Güterbahnhof verzweigten sich fächerförmig zahlreiche Gleise,in deren Richtung die abgedrückten Waggons davon rollten.Die "Stellwerker",hatten damals alle Hände voll zu tun,um die jeweiligen Weichen für die ankommenden Waggons umzustellen.
Auch wollten die damals noch zahlreichen Ladestellen im Güterbahnhof bedient werden.Hierhin mußten Waggons rangiert und abgeholt werden.
Die große Zeit dürfte unser Güterbahnhof gehabt haben,als die "Werrabahn" noch durchgängig zu befahren war.(Es war eine eingleisige Hauptbahn, von Lichtenfels nach Eisenach)
Nach 1945,als dann die Zonengrenze entstanden ist,wurde es im Coburger Land ruhiger, was die Eisenbahn betraf.Die zuvor bestehende "Coburger Ringbahn",in Ebersdorf von der Werrabahn abzweigend,über Sonnefeld,Hofsteinach(Lokstation),Fürth a. Berg,Neustadt/C.und wieder nach Coburg führend ,war durch die Zonengrenze unterbrochen(nach Wörlsdorf).
Die frühere Strecke Coburg-Lauscha,war ebenfalls bei Neustadt unterbrochen.
Die Hauptbahn-Werrabahn-konnte ebenfalls nur noch bis Görsdorf befahren werden.(Zuletzt nur noch bis Tiefenlauter).
Übrig blieben nur die Strecken nach Rodach,Neustadt und Rossach(Itzgrundbahn).Auch diese Strecke gehört mittlerweile der Vergangenheit an.Nur noch wenige Meter hinter dem Creidlitzer Bahnhof sind von der alten Rossacher Strecke zu sehen.(Einfahrt LKW Weichelt).
Nicht nur der neu aufgekommene LKW Verkehr,sondern auch dieser "Rückbau" der Bahnanlagen hat letzendlich für unseren Güterbahnhof und dem "Eselsrücken" das "Aus" bedeutet.Alles ist vergänglich....!

Jürgen Offline



Beiträge: 1.089
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01.11.2006 17:33
#2 RE: "Eselsrücken" Zitat · antworten


Eine Episode zum Güterbahnhof:
Ende der 50er Jahre kamen die Garagentore mit Funkfernsteuerung auf. Ein betuchter Anwohner auf dem Marscherg legte sich so etwas zu und es funktionierte bestens. Er fuhr den Marschberg rauf, drückte den Knopf und das Garagentor war auf. Aber die Freude dauerte nicht lange: Er fuhr wieder rauf, drückte den Knopf, kam zur Garage und die war zu! Na gut, hat halt mal nicht geklappt! Dies geschah aber öfters - ein Fehler war nicht zu finden, bis man eines Tages bemerkte, dass das Tor auch ohne Fernbedienung auf- und zuging. Wieder Fehlersuche - und der Fehler wurde auch gefunden! Es war die Bahn bzw. die Funkgeräte des Rangierbetriebes, diese lagen auf der gleichen Frequenz.
Bei mir im Neuen Weg habe ich vor Jahren ähnliches erlebt: Das Fersehbild war öfters voller Schnee und nichts mehr zu erkennen - zu hören auch nichts nur unverständ-liches "Gequake" irgend einer Stimme; den Fehler fand ich durch Zufall bei einem Einsatz eines Sankas: Es war der Sprechfunk des BRK. Heute ist nichts mehr davon zu bemerken.
Jürgen

gerd Offline



Beiträge: 4.371
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01.11.2006 19:05
#3 RE: Allgemeines Forum zu "Eselsrücken" Zitat · antworten
In meinem Bericht "Eselsrücken" habe ich den Lokbahnhof Hofsteinach kurz vor Mitwitz erwähnt.Der Lokomotivschuppen steht übrigens heute noch,man kann ihn sehen,wenn man von Sonnefeld kommt,am Ortsschild von Hofsteinach linker Hand.Angebaut ist ein sogenanntes "Übernachtungsgebäude",denn Eisenbahner,welche die damalige "Ringbahn" befuhren übernachteten dort.(Das hat mir vor vielen Jahren mein Opa erzählt,denn der fuhr dort Güterzüge mit der Dampflok BR 86).Heute gehört das Gelände einer Firma.Hinter dem Schuppen,von der Straße aus allerdings nicht sichtbar,steht(stand?) ein Personenwagen,der damals,als die Strecke abgebaut wurde "vergessen" worden ist!Er diente irgendwelchen Leuten als Unterkunft.

In Eisenbahner-Freundeskreisen hielt sich jahrelang ein Gerücht,das dort in dem Lokschuppen eine rießige Dampflok abgestellt sein soll!??Um was ging es??

Für die Steilstrecken in Deutschland beschaffte die Reichsbahn schwere Dampflokomotiven,die als Schubloks ihren Dienst versehen sollten.So wurde bei Krauss Maffei um 1914 eine Baureihe 96 gebaut.Die Loks hatten ein ungewöhnliches Aussehen,denn in den Lokrahmen befanden sich praktisch zwei Lokomotiven,die beiden Zylinder des vorderen Triebwerkes standen weit über den Kessel nach vorne über.
Diese Maschinen versahen dann über viele jahre ihren Dienst u.A. auf der Spessartrampe Lauffach-Heigenbrücken und hier bei uns auf der Strecke Pressig/Rothenkirchen-Probstzella.Sie waren im BW(Betriebswerk) Pressig beheimatet.
Nach dem 2.W.K. wurden diese alten Maschinen dann ausgemustert und verschrottet.Allerdings waren Bestrebungen im Gange,eine Maschine als Museums Lok zu erhalten.Sie sollte in Nürnberg abgestellt werden.Dort war aber kein Platz vorhanden,(Kriegsschäden) und so ging der Erlass der Reichsbahndirektion Nürnberg an das Maschinenamt Aschaffenburg,eine gut erhaltene BR 96 lauffähig zu machen und in den Lokschuppen nach Hofsteinach zu überführen.
Allerdings kam die Lok dort nie an!
Besagte Lok mit der Nummer 96006 sollte aus der sogenannten "Amerika-Schrottaktion" ausgenommen werden.Am 14.Mai 1952 tauchte die Lok,welche zuvor an der Spessartrampe ihren Dienst tat,bei der Firma Rohstoffverwertung in Aschaffenburg Süd auf und wurde dort verschrottet.
Somit war die letzte Bayerische "Mallett" Lok der Baureihe 96 Gt 2x4/4 (Gt= Güterzug Tenterlok) für immer verschwunden.

Warum sich das Gerücht über den Standort der Lok in Hofsteinach so hartnäckig hielt geht aus einem Schreiben der damaligen Reichsbahn Direktion Nürnberg hervor,welches besagt:

Deutsche Reichsbahn
Direktion Nürnberg ,den 5.März 1949

An MA (Maschinenamt) Aschaffenburg,BW(Betriebswerk) Aschaffenburg,MA Bamberg,BW Coburg,Bf (Bahnhof) Hofsteinach.
Betreff:Lok für Ausstellungszwecke.
Die .??..hat angeordnet,daß eine ausgemusterte Lok BR 96 als Ausstellungsstück für das Verkehrsmuseum
Nürnberg verwendet wird.Hierfür ist die Lok 96006 des BW Aschaffenburg am besten geeignet.
BW Aschaffenburg macht die Lok lauffähig.Wegen Platzmangel in Nürnberg wird die Lok bis auf weiteres im Lokschuppen Hofsteinach bei Coburg abgestellt.
BW Aschaffenburg und BW Coburg verständigen sich wegen Überführung der Lok.

Der Lokschuppen Hofsteinach war sicher deshalb genannt worden,weil dort keine Dampfloks mehr gewartet wurden,obwohl ja bis zur Ausmusterung der DB Dampfloks noch Züge bis Fürth a.Berg fuhren,zuletzt halt mit Dieselloks!

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