Das Palais Edinburgh ist 1845/46 für den Reitstallmeister Max von Wangenheim errichtet worden. Also es war nicht im herzoglichen Besitz. Zur gleichen Zeit herrschte auf dem Schloßplatz ein Fahrverbot für Kutschen. Der Platz durfte nur von der herzoglichen Familie befahren werden. Deshalb musste der Freiherr von Wangenheim seinen Eingang an die Seite legen, wo er mit seiner Kutsche hinfahren durfte. Das ist die Geschichte dazu. Es sei mal dazu erwähnt, dass wir hier im Coburg-Magazin schonmal so einen Fall diskutiert haben, nämlich in der Schwarzen Allee, beim Zugang des Fotoateliers Adler. Hier ist der Eingangsbereich im Steinweg und nicht in der Allee
Es sei mal dazu erwähnt, dass wir hier im Coburg-Magazin schonmal so einen Fall diskutiert haben, nämlich in der Schwarzen Allee, beim Zugang des Fotoateliers Adler. Hier ist der Eingangsbereich im Steinweg und nicht in der Allee Stimmt !
Hier habe ich mal ein Foto gefunden, welches den Urzustand des Palais Edinburgh zeigt. Es stammt vom britischen Fotograf Francis Bedford aus dem Jahre 1858.
Kurz mal zurück zum Thema. Damals waren folgende Straßen für den öffentlichen Verkehr gesperrt: Untere Anlage, Wettiner Anlage, Schloßplatz und Allee. Diese Wege durften nur von der herzoglichen Familie befahren werden. Erst nach dem Tode von Herzog Ernst II. lockerte man das Verbot mit Ausnahmegenehmigungen. Einen solche Genehmigung hatte 2007 die Initiative Stadtmuseum Coburg in einer ihrer Ausstellungen gezeigt. Eine weitere gute Literatur dazu ist: "Der Mann auf dem Hochrad" von Uwe Timm. Der Roman spielt im Coburg der damaligen Zeit. Darin schildert Timm auch ein "Fahr-Training" auf dem Schloßplatz,-)
Die Wettiner Anlage - das ist doch das Stückchen zwischen Ehrenburg und Steintor ? Oder ist das mehr ? Gibt es zur Namensgebung (Stadt Wettin?) eine Geschichte?
Ja das ist korrekt. Die Wettiner Anlage liegt zwischen der Steingasse (gegenüber Einmündung Obere Anlage) und dem Schloßplatz. Zur Namensgebung: Das Geschlecht der Wettiner wird nach seiner Stammburg Wettin an der Saale bei Halle (Sachsen-Anhalt) benannt. Mit der Übertragung der Mark Meißen durch Heinrich IV. um 1089 beginnt die territoriale Ausbreitung des Geschlechtes. 1353 erheirateten die Wettiner die Pflege Coburgs. 1423 erlangen sie die sächsische Kurwürde. Mit der Revolution von 1918 endet die Herrschaft der Wettiner. Coburg gehörte somit von 1353 bis 1918 zu deren Herrschaftsbereich. Die Namensgebung erfolgte 1985 auf Antrag der Historischen Gesellschaft Coburg zur Erinnerung an die Leipziger Teilung von 1485 in die albertinischen und ernestinischen Wettiner.