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Dieses Thema hat 30 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Christian Offline



Beiträge: 5.735
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26.02.2009 17:18
Kellerbiergärten Zitat · antworten

Hallo
neulich beim stöbern meiner Unterlagen fand ich einen Aufsatz von Ernst Eckerlein über die früheren Kellerbiergärten Coburgs. Dieser Art von Biergärten, welche heute noch in den Regionen um Bamberg und Forchheim existieren, waren auch in Coburg beheimatet. Wunderlicherweise schloß der letzte dieser Gärten im Jahre 1933. Bei der Aufzählung ist ebenfalls erstaunlich, dass es in Coburg um die 10 Kellerbiergärten gab. Am Adamiberg, Plattenäcker, Glockenberg und Festungsberg. Leider sind geographischen Daten dieser Gärten relativ unpräzise. Auf jedenfall ist das ein interessanter Forschungsgegenstand.

Es folgt nun im zweiten Teil eine Auflistung dieser Biergärten!

Christian Offline



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26.02.2009 17:21
#2 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Fischersgarten am Adamiberg (heute Biergarten der Gaststätte "Ed´s Bräustüble")
Flinzbergs Spitzen, ebenfalls am Adamiberg Richtung Judenberg
Mönchskeller unterhalb des Plattenäcker, an der heutigen Judenbergunterführung
Kronengarten am Neuen Weg
Grassersgarten am Neuen Weg (später Brauerei)
Kellerbiergarten des Gasthauses "Zur Tante" an der Ecke Plattenäcker / Postgrund

Sturmsgarten am Glockenberg
Oberländ´ische Kellerwirtschaft in der Oberen Leopoldstraße
Kellerbiergarten der Gaststätte Loreley in der Leopoldstraße
Casinogarten an der Festungsstraße
Frommannsgarten an der Festungsstraße (Später Restaurant Wilhelmshöhe)
Fischersgarten auf dem Gelände des katholischen Gemeindezentrums an der Oberen Klinge
Schönersgarten in der Allee
Oehrl´scher Garten am Hahnweg (später Biergarten der Gastwirtschaft Schröck)

gerd Offline



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26.02.2009 17:23
#3 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Christian,da bin ich gespannt drauf!!Solche Kellerbiergärten sind mir auch nur aus der Bamberger Ecke her bekannt.Zu dem anderen Thema,Gartenhäuser,gabs ja viele, ist mir wenig bekannt.Ausser einer Pfadfinderhütte an der Eupenstraße.(Wurde ja schon einmal hier darüber geschrieben).
gerd

Jürgen Offline



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27.02.2009 12:28
#4 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Hallo Gerd,
die Hütte gehörte den "Wilden Gesellen" und befand sich noch oberhalb der Eupenstraße, im Bereich der alten Zufahrt zum Eckardtsberg.
Gruß Jürgen

Christian Offline



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27.02.2009 15:52
#5 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Hier eine seltene Ansicht des Sturmsgartens

Das Sturmsbier war offensichtlich so hervorragend, dass es sich einer immer größeren Beliebtheit erfreute. Aufgrund der steigenden Nachfrage ließ Anton Sturm im Jahre 1840 einen weitläufigen Keller zur Lagerung seines Bieres an der Oberen Anlage errichten. Kurze Zeit später baute er hier auch eine Gaststätte mit Biergarten. So konnten die Coburger ihr Bier im Freien "auf dem Keller" genießen.
Der von der Oberen Anlage / Marienstraße zur Hohen Straße führende Treppenweg heißt noch heute "Sturms Treppe"

(aus Wolfgang Vatke, Coburger Brauerei Stadt und Land)

Noch einige Anmerkungen von mir:
Die Gaststätte Sturms befand sich im Hause Ketschengasse 15 und war später unter den Namen "Sturmstanten" bekannt.
Der Sturmskeller diente während des Zweiten Weltkrieges als Luftschutzkeller. Er war einer der größten Coburgs.

Angefügte Bilder:
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Jürgen Offline



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28.02.2009 11:00
#6 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Die "Sturm's Treppe" sind wir oft "hochgestürmt" wenn vom Casi das "5 vor acht-Glöcklchen" bimmelte! Gab ja oft kräftig "Zoff" wenn man zu spät kam und die Bahnschranke konnte auch nicht immer "herhalten"; ab und zu hat sie uns schon ausgebremst, aber nicht immer!
Jürgen

gerd Offline



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28.02.2009 15:02
#7 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten
Christian,den Luftschutzkeller,welchen Du ansprichst,-lag da der Eingang in der unteren Anlage und hatte eine massive Bunkertüre?Ich denke doch das "ums Eck rum,beim Lichtensteinturm" rechts am Berghang der Eingang war.Falls das zutrifft habe ich einen Grundriss von dem Keller.Ich glaube es wurde auch eine Zugangsmöglichkeit vom Alex geschaffen, damit die Kinder gefahrlos die Schule verlassen konnten.Gegenüber der Straße -Obere Anlage-in einem Garten soll der Notausstieg gewesen sein.Es fanden auch in dem Keller Baumassnahmen statt,es wurde damals ein "Puffer" eingebaut,der bei einem unmittelbaren Treffer, die Insassen im Keller schützen sollte.
(Scheinbar waren sich die Coburger damals-zu Beginn des Krieges-, der ungeheuren Wirkung der amerikanischen Fliegerbomben noch nicht bewusst!!
Jürgen Offline



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01.03.2009 13:14
#8 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Ja, Gerd, das ist der Bunkereingang.
Gruß Jürgen

Christian Offline



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01.03.2009 14:31
#9 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Dazu aus Morsbach / Titz:
Der Eingang in die Felsenkeller des ehemals Sturm´schen Biergartens ist mit der Nordostecke des Anwesens Alexandrinenstraße 1 überbaut. Der mit Quadern ausgemauerte Felsenkeller reicht, gabelförmig angelegt, über 100 m weit unter den Glockenberg. Erhalten blieben ein gefasster Brunnen und zahlreiche Entlüftungskamine (siehe dazu Grundstück Hohe Straße 2).

Christian Offline



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04.03.2009 13:07
#10 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Ich habe mal bezüglich des Sturmsgartens die Grundstücksgrenzen von heute mit denen von 1860 (Urkataster) verglichen. Interessant ist, dass das Urgrundstück heute noch erkennbar ist, inzwischen aber in verschiedenen Parzellen aufgeteilt wurde.
Um euch die Größe des Sturmsgartens zu vergegenwärtigen zähle ich mal auf, welche Anwesen auf dem Gelände des Sturmsgartens errichtet wurden:

Alexandrinenstraße 1 bis 4
Marienstraße gesamt
Glockenberg 6a, 6b und 7a
Hohe Straße 2 und 4

Ein Bild dazu folgt noch

Christian Offline



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10.03.2009 13:08
#11 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Hier das versprochene Bild. Das rotschraffierte Areal war einst der Sturmsgarten.

Angefügte Bilder:
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gerd Offline



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10.03.2009 18:35
#12 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Christian,erstaunlich, hätte nicht gedacht,das der "Sturmsgarten" diese Ausmaße hatte!
Da kamen ja einige qm zusammen!

Christian Offline



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10.03.2009 18:44
#13 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Ja Gerd, das ist wirklich erstaunlich. Schaut man sich den Urkaster von 1860 an und vergleicht ihn mit der heutigen Situation, lässt sich feststellen, dass dieses Gebiet einst der Sturmsgarten. Denke dabei an den Luftschutzkeller. Wenn der Eingang im Bereich Untere Anlage / Alexandrinenstraße liegt und die Sauerstoffzufuhr über ein Grundstück in der Hohen Straße läuft, ist dass dann kein Wunder.

Christian Offline



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10.03.2009 18:46
#14 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Den nächsten Kellerbiergarten, welchen ich hier nennen möchte, ist der Kronenbiergarten im Neuen Weg.

Laut Aussage von Heinrich Langbein, befand sich dieser zwischen den Grundstücken Neuer Weg 4 und 9. Leider konnte ich grundstücksmäßig das Areal nicht genau lokalisieren. Hier wäre Jürgen gefragt, ob er etwas genaueres weiß. Wäre es möglich, daß sich der Biergarten etwas weiter oben, am Plattenäcker sich befand oder einfach an den Berg gezwängt wurde.

Dieser Kellerbiergarten gehörte dem Gasthof "Zur Goldenen Krone" in der Metzgergasse (heute Pizzeria Milano)

Jürgen Offline



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11.03.2009 12:17
#15 RE: Kellerbiergärten Zitat · antworten

Hallo Christian,
bin zwar als Kind/Jugendlicher an diesem Hang "rumgereutelt", aber an Biergartenähnliches kann ich mich nicht entsinnen. Ich nehme an, dass die Bebauung ja damals noch nicht vorhanden war und diese Flächen u. U. als Biergärten genutzt wurden. Am Hang selbst waren aber meist Terrassen angelegt, die ebenfalls eventuell als Biergarten genutzt werden konnten. Im Bereich des Gästehauses/Hotel neben der ehemaligen Wagner-Brauerei war der bis zum Plattenäcker reichende Garten mit Wegen, Sitznischen usw. angelegt.
Könnte mir vorstellen, dass zu größeren Festen/Veranstaltungen die Flächen auf dem Plattenäcker genutzt wurden, zumal man von dort aus den schönsten Blick auf die Veste und die Stadt hat. Der Ausblick ist jetzt wieder gegeben (zumindest vom Wasserbassin aus), da die Stadtgärtnerei "tubula rasa" gemacht und allerhand Wildwuchs beseitigt hat. Meine Theorie wird m. E. auch durch die ehemalge Gaststätte "Kapelle" gestützt, die vielleicht mit eingebunden war.
Ist Dir bekannt, dass zwischen unserem Haus und der Weinhandlung Kühner ein ca 2 m breiter Streifen bis zum Plattenäcker geht, der im Eigentum der Stadt Coburg ist? (haben wir gepachtet); es soll sich hier um das Gelände für den 100-Stufenweg handeln.
Im Bereich der Stadtautobahn (B 4) vor unserem Haus und dem Haus der "Koburgia" soll sich ein Judenfriedhof befunden haben, der bis in den Gleisbereich hinein ging. Ich könnte mir auch vorstellen. dass hierdurch der Name "Kapelle" (= kleine Kirche) erklärt werden könnte, da ja eine direkte Verbindung btw. geplante Verbindung über den 100-Stufenweg gegeben war oder gegeben gewesen wäre.
Die Fläche des Plattenäckers direkt am Hang zum Neuen Weg wäre sehr gut erschlossen gewesen: Zufahrt vom Judenberg, Treppenweg vom Judenberg (gegenüber der Gothaer Str.), Gartenweg beim Gästehaus, 100-Stufenweg, Zufahrt vom Hofbräu aus und als letztes die Zufahrt am Postweg vorbei durch das "Tor" (meist als "Falschmünzerei" bezeichnet).
Ein weiteres Indiz, dass die Fläche - auf der jetzt die Berufsschule steht - eventuell als Biergarten genutzt worden sein könnte, ist m. E. die Tatsache, dass sich dort bis zur Bebauung Gärten (eine Art "Schrebergärten") befunden haben - also keine landwirtschaftliche Nutzung. Die landwirtschaftliche Nutzung des Plattenäckers begann erst nach dem Hohlweg in Richtung Bismarckturm.
Und noch etwas: Im Bereich des jetzigen Parkplatzes der Schule befand sich in der Spitze der Fläche zum Judenberg hin eine Baumgruppe; in dieser Gruppe gab es sogar eine "Quelle", eine - je nach Jahreszeit - mehr oder weniger feuchte Stelle (wahrscheinlich ein schwacher artrsischer Brunnen).
Gruß Jürgen

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