Die Stadt hat sich in den letzten 20 Jahren auf eine boshafte Weise nicht verändert. So als wollte sie dir zeigen, dass alles nur Traum war. Wenn alles vorbei ist, so sagt sie, wird sie sein wie sie immer war, du nur, du nur hast geträumt. Sie scheut sich auch nicht, mit der Morgensonne zu kokettieren. Sie möchte dich dazu bringen, dass du ihre Zugehörigkeit zur Morgensonne anerkennst. Sie will dich glauben machen, du stündest allein. Die Stadt ist niemandens Freund. Sie läßt dich nicht gehen, sie läßt dich nicht bleiben. Sie ist dir über. Sie lacht dich aus, wenn du davon sprichst, sie zu verlassen. Sie lacht dich aus, wenn du anderswo lebst und denkst, du hättest dich von ihr befreit. Sie hat dich. Und ihre Augen leuchten. Dich in eine Liebe zu ihr zu flüchten, wird dich nicht vor ihr retten. Sie hat dich längst verdaut. Sie läßt nicht mit sich reden. Nenne sie nicht Heimat. Nenne sie Schmerz. Nenne sie Kralle. Nenne sie deinen Tod. Nenne sie das Sterben. Von mir aus nenne sie Leben, aber nenne sie nicht Heimat.
Für die Stadt kann man nichts tun. Wer immer auch vorgibt, etwas für sie tun zu wollen, kennt sie nicht. Sieht sie nicht. Hat sie vielleicht früher einmal gesehen, doch nun nicht mehr.
Sie sagt, sie wäre es, doch es ist die Dunkelheit und die nur auf der Gesichtshaut empfundene Kälte des Dezembermorgens. Der anheimelnde Geschmack von Pfefferminztee aus Plastiktassen gehört auch nicht zu ihr. Du hattest Kaffee zum Frühstück und diese Macht besitzt sie nicht. Jedoch kennt sie dich und du hast keine Chance.
Zeigt sie dir die Plätze, zu denen sie gingen? Die, die vor dir waren? Läßt sie dich über ihre morbiden Schätze stolpern? Fast wie aus Versehen? Rost und bröckelnder Putz als Beweis für irgendwas? Gar als das letzte Argument, von dem sie weiß, dass du es fressen wirst? Das, was du sagst, glaubt sie dir so wenig, wie du es selbst glaubst. Sie weiß zuviel. Sie hat dich am Zügel. Du kannst wählen was immer du willst – du hast keine Wahl. Sie ist in dir.
Letztere Gegenüberstellung hat mich auf eine Idee gebracht. Wie haben sich die Schnittstellen Coburger Straßen in den letzten Jahren geändert? Ein gutes Beispiel hierfür ist die Kreuzung Zinkenwehr / Goethestraße.
Im Hintergrund sind die Lutherschule und die Moritzkirche zu sehen. Doch interessant sind die Gebäude im Vordergrund. Das Haus direkt vor der Lutherschule dürfte vielen noch als die alte Gaststätte "Henneberger Haus" Inhaber Familie Pflaum ein Begriff sein. Die Gaststätte existiert seit 1907 an dieser Stelle. Links daneben befand sich eine Art Garage, in welcher Marktleute ihre Stände unterstellten. Norberts Bruder hatte dort auch sein Lager. Daran schloss sich das Haus Goethestraße 3 an. Es wurde erstmals 1590 urkundlich erwähnt und beherbergte einst ein Lebensmittelgeschäft (Letzte Inhaberin Frieda Tischer, in den 1960er Jahren). Nachdem die Stadt die Grundstücke in den 1970er Jahren erwarb, wurde das Henneberger Haus samt Garage und dem Eckhaus Goethestraße 3 im Jahre 1984 abgerissen. An dieser Stelle steht heute ein Neubau, welcher die alte Gaststätte "Henneberger Haus" wieder aufnahm. (Fortsetzung folgt)
Sehen wir uns die gegenüberliegende Seite an. Ursprünglich standen hier Scheunen. 1871 errichtete hier der Baumeister Bernhard Felber einen Häuserkomplex, der glücklicherweise den Sturm der Zeiten überstanden hat. Die insgesamt drei Gebäude wurden im neugotischen Stil ausgeführt. Als erstes ist hier das ehemalige Fotoatelier des Hoffotografen Uhlenhuth zu erkennen. Dieses Geschäft existierte bis in die 1990er Jahre hinein an dieser Stelle. Heute befindet sich das Fotoatelier in der Rosengasse, das Geschäftslokal im Zinkenwehr beherbergt heute ein Immobiliengeschäft. Die beiden anderen Häuser am rechten Bildrand blieben reine Wohnhäuser. Das Eckhaus Zinkenwehr/Goethestraße (siehe Bild im Anhang) wurde die letzten zwei Jahre gründlich saniert und dort Ausstellungsräume für die Coburger Büromaschinenfirma Leonhardt & Baumeister geschaffen.
Teil 3: Kommen wir nun auf die Westseite dieser Kreuzung und beginnen dabei im Norden Richtung Ernstplatz. Dort wurde anstelle einer alten Scheune im Jahre 1860 ein dreistöckiges Wohnhaus errichtet. Dieses Gebäude war von drei Seiten von einer Straße umgeben. Im Norden grenzte das Haus an das Grundstück des Fleischfabrikanten Großmann. Seine Villa, genannt Schinkenburg, ist heute noch erhalten. Es ist anzumerken, dass in den 1950er Jahren die spätere bayerische SPD-Vorsitzende und Bundesfamilienministerin Renate Schmidt hier ihre Kinderzeit verbrachte. Das stattliche Wohnhaus wurde beim Ausbau der Goethestraße zur Westtangente Ende der 1960er Jahre abgerissen. Erst in den 1990er Jahren entstand an gleicher Stelle wieder ein Wohn- und Geschäftshaus. (siehe Bild) Eine Aufnahme des alten Wohnhauses ist im Häuserbuch der Stadt Coburg, Band 4, auf Seite 159 zu sehen. Bei Interesse schicke ich es euch gerne privat zu.
Zitat von ChristianTeil 3: Kommen wir nun auf die Westseite dieser Kreuzung und beginnen dabei im Norden Richtung Ernstplatz. Dort wurde anstelle einer alten Scheune im Jahre 1860 ein dreistöckiges Wohnhaus errichtet. Dieses Gebäude war von drei Seiten von einer Straße umgeben. Im Norden grenzte das Haus an das Grundstück des Fleischfabrikanten Großmann. Seine Villa, genannt Schinkenburg, ist heute noch erhalten. Es ist anzumerken, dass in den 1950er Jahren die spätere bayerische SPD-Vorsitzende und Bundesfamilienministerin Renate Schmidt hier ihre Kinderzeit verbrachte. Das stattliche Wohnhaus wurde beim Ausbau der Goethestraße zur Westtangente Ende der 1960er Jahre abgerissen. Erst in den 1990er Jahren entstand an gleicher Stelle wieder ein Wohn- und Geschäftshaus. (siehe Bild) Eine Aufnahme des alten Wohnhauses ist im Häuserbuch der Stadt Coburg, Band 4, auf Seite 159 zu sehen. Bei Interesse schicke ich es euch gerne privat zu.
Genau,das war das Haus.Und war da nicht ein Zahnarzt drinnen?...Dr.Rutzki?Oder so ähnlich? Das was links gerade noch rausschaut,da müsste die Fa. Dietrich-Eisen und Sanitär drinnen gewesen sein. Ein uraltes Gebäude aus früherer Zeit steht dort noch!Etwa dort,oberhalb,wo der VW steht.
Adressbuch von 1967: Dr. Emil Rudzki, Goethestraße 2, Zahnarzt
Und nochmal richtig Gerd. Da steht noch eine alte Fachwerk-Scheune aus dem Jahr 1700. Im Jahre 1952 wurde dort eine Wagner-Werkstatt eingerichtet. Was sich dort gegenwärtig befindet, weiß ich nicht.