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 Coburger Geschichte
Christian Offline



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28.05.2010 10:54
Häuser der Ketschenvorstadt Teil 4 (Beitrag vom 29.05.2010) Zitat · antworten

Ketschengasse 42
Das dreigeschossige Traufseithaus entstand in der Zeit um 1800 für den Webermeister Johann Anton Christoph Sturm. Die Familie, aus der auch der Gründer der gleichnamigen Brauerei entstammte, hatte den Altbau im Jahre 1793 erworben. Tatsächlich existierte hier im 19. Jahrhundert eine Weberei. 1903 kam das Grundstück in den Besitz der Familie Schramm, die dort ab 1907 ein Lebensmittelgeschäft (Nachfolger Backdie) betrieb. Im Garten des Hauses Richtung Goethestraße befanden sich die Werkstätten der Korbmöbelfabrik Jacob (später Viktoriastraße) und der Glaserei Carl (heute in der Mühlgasse). Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich in dem Gebäude das Geschäft „Fahrzeug-Schneider“. Im Zuge der Ketschengassen-Sanierung wird auch dieses Haus von Grund auf saniert.

Ketschengasse 44
Das zweigeschossige Traufseithaus mit korbbogiger Tordurchfahrt stammt aus der Zeit um 1600. Im Gebäude dürfte allerdings schon seit 1521 eine Hufschmiede bestanden haben. Hier befand sich auch die letzte Hufschmiede Coburgs, die vom Schmiedemeister Karl Schuhmann bis in die 1970er Jahre hinein betrieben wurde. Das Gebäude ist heute ein reines Wohnhaus.

Ketschengasse 46
1694 eröffnete Johann Christoph Sinnlau in dem Hause eine Gaststätte, welche den Namen „Zum Roten Ross“ trug. Wahrscheinlich war der Lokalität auch eine Metzgerei angeschlossen. 1708 wurde das Haus abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt worden. Ab 1736 betrieb der Hofmetzger Christoph Breithut dort nur noch eine Metzgerei, die sich über 200 Jahre halten konnte. Seit 1895 war sie im Besitz des Hofschlachters Emil Köhler – nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Geschäft an verschiedene Metzgermeister verpachtet (zuletzt Fleischerei Halaß). Derzeit ist noch ein Elektrogeschäft in dem Haus untergebracht.

Ketschengasse 48
Die Entstehungszeit dieses Gebäudes datiert die Bauforschung auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Als Bauherr käme demnach der Schmiedemeister Johann Andreas Kolb in Betracht. Als Schmiede dürfte das Haus auch in den ersten Jahren benutzt worden sein. Der Laden entstand 1883 für den Schlossermeister und Hausbesitzer Andreas Schuhmann. Seitdem existierte in dem Gebäude auch eine Schlosserei, die schließlich von Ernst Weidmann weitergeführt wurde. Sie existierte bis in die 1970er Jahre hinein. Danach befand sich in dem Geschäft ein Getränkemarkt der Firma Krug aus Lützelbuch. Heute gehört das Grundstück der Stadt Coburg, welche die Räumlichkeiten an den Pfadfinderbund Weltenbummler e.V. vermietet hat.

Ketschengasse 50
Auch in diesem Gebäude existierte seit 1668 eine Hufschmiede, die aber bereits 1759 geschlossen wurde. Seine heutige Gestalt erhielt das Haus 1842. Es wurde für den damaligen Hausbesitzer, den Zimmermeister Ernst Resch, aufgestockt und modernisiert. Seit 1873 befindet sich in dem Gebäude eine Gaststätte. Erster Wirt war seinerzeit der Restaurateur Joseph Reichardt. Ihm folgte 1881 August Görauch nach, von dem Name des Lokals „Görauch´s Gaststätte“ stammte. Ab 1909 wurde die Restauration verpachtet. Heute heißt die Lokalität „bei Adam“ und ist bei Einheimischen sehr beliebt.

Ketschengasse 52
Das heutige Gebäude wurde 1842 im Auftrag von Johann Heinrich Eberhardt errichtet. Die Familie stammte aus Hildburghausen und erwarb das Grundstück im Jahre 1814 von der Rotgerberswitwe Lobenstein. Ab 1870 befand sich in dem Haus eine Gaststätte, die bis 1881 existierte. Danach erwarb der Kaufmann Ludwig Ungelenk das Anwesen und eröffnete dort ein Kolonialwarengeschäft. Dieses existierte bis Anfang der 1960er Jahre. Später konnte man hier das Trachtenstudio Ferschl finden. Heute hat hier der Bäcker Reißenweber eine Filiale.

Ketschengasse 54
Auch das Gebäude Ketschengasse 54 ist neuerem Datums. Es wurde 1863 im Auftrag des Fabrikanten Dr. Friedrich Carl Ortloff durch den Baumeister Wilhelm Streib im klassizistischen Stil errichtet. Aber schon vorher war das Areal mit einem zweistöckigen Haus bebaut. Das neue Gebäude diente von Anfang an als repräsentatives Wohnhaus. 1903 erbte Ortloffs Sohn Paul, von Beruf Major, das Anwesen. Er verkaufte es 1919 an Dr. med. Siegfried Krafft. Das Anwesen besitzt zur Casimirstraße hin einen Garten, der zur Zeit gut einzusehen ist.

Bildquellen:
Ansichten der Häuser Ketschengasse 42 bis 54, nebst Gartenanlage Ketschengasse 54 (Fotos: Christian Boseckert, 2010)

Angefügte Bilder:
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