Am Beispiel eines Fensters kann man sehen, dass es drei Arten von Klößen gibt.
Die erste Sorte an Kloß geht durchs Fenster, wenn du darauf wirfst. Die zweite Sorte an Kloß kommt wie ein Gummiball wieder zurück, wenn du auf ein Fenster wirfst. Die dritte Sorte an Kloß läuft an der Scheibe herunter, wenn du auf ein Fenster wirfst.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Coburger und Thueringer Kloessen? Die Zugabe von Broecklen? Und Coburger Rutscher - ist das was wir frueher Faule Weiber Kloess genannt haben?
Zitat von PhoenicianWas ist eigentlich der Unterschied zwischen Coburger und Thueringer Kloessen? Die Zugabe von Broecklen? Und Coburger Rutscher - ist das was wir frueher Faule Weiber Kloess genannt haben?
Hallo Heidi, bei den Thüringer Klößen muss man beachten, wo sie herkommen; so sind z. B. die Sonneberger genauso wie die Coburger. Nur hießen sie in Sonneberg nicht "Rutscher", sondern "Kahlschlüngert" (Kehlrutschend oder -schlingend). Die mehr im Landesinnern werden auch wieder fester und die sächsischen "Grünen Klöße" werden so lange gekocht, bis sie einem grün erscheinen (nichts für mich!) Bei den "Faulen Weiber"-Klößen sieht es etwas anders aus. Hier wird statt geriebener und gepresster Kartoffeln Kartoffelstärkmehl benutzt, d. h., man gibt Stärkmeehl mit Salz in eine Schüssel und brüht das ganze mit dem heißen abgegossenen Kartoffelbrei ab. Das ganze wird mit dem "Klößquirl" verrührt und "geschagen", Klöße geformt und in fast kochendes Wasser gegeben. Gar sind die Klöße dann, wenn sie nach oben steigen und oben schwimmen. Ich hoffe, dass es das war, was Du wisen wolltest.
Danke, Juergen, fuer die Auskunft. Jetzt bin ich gut informiert. Ich frag' mich aber, warum die Coburger Gaststaetten immer mit Thueringer Kloessen werben und nicht mit Coburger Kloessen, wenn's doch die gleichen sind... Uebrigens habe ich einen (noch nie benutzten) Kloessquirl, der aus einem Christbaumstamm geschnitzt wurde. Ob sich noch jemand an diese Quirle erinnert?
Zitat Bei den Coburger Klößen ist im Vergleich zu den Thüringer Klößen der Anteil der gekochten Kartoffeln größer, wodurch sie eine weichere Konsistenz besitzen.
Zitat Der Coburger Kloß ist feinfaserig, glatt und glänzend, weich, fast samtig. Er liegt nicht kugelrund auf dem Teller, sondern muss in seiner Form nachgeben und etwas zerfließen.
Hallo Heidi, ja, das gibt es heute noch und wird von vielen praktiziert. Gerold - ein Coburger Wirt -, der sich als Nachfolger vom "Gurkenalex" sieht aber nur was die Gurken angeht, (so hat er auch einen Gurkenschnaps bereits hergestellt; ich weiß aber nicht wie der schmeckt) hat einen der Christbäume, der auf em Markt stand, mit einigen Helfern zu einem riesigen Klößquirl verarbeitet um ins Buch der Rekorde zu kommwn.
In einem Coburger Fremdenfuehrer von 1956 ist folgendes ueber Kloesse zu lesen:
"Goeckerla mit Rohakloess ist ein Coburger Leibgericht. Die rohen Kloesse sind eine Abart der beruehmten Thueringer. Da sie nicht gekocht werden, sondern nur im kochenden Wasser ziehen duerfen, haben sie das Attribut "roh" erhalten."
Der Ausdruck "rohe Kloesse" ist wohl inzwischen auch in Vergangenheit geraten....