In diesem Jahr wird die Bahnhofstraße 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es nun ein neues Coburger Häuserbuch, verfasst von Helmut Wolter, dass die Geschichte der Straße und deren Häuser näher beleuchtet. Das Buch beginnt an der Kreuzung im Heiligkreuz und endet direkt am Bahnhof, wo Gebäude wie der Augustenstift, das Hotel Reichsgraf oder das Palais Ratibor beschrieben werden. Auch einige interessante Aufnahmen sind dem Buch beigefügt. Vielleicht ist das ein Anreiz auch hier im Forum über die Bahnhofstraße zu sprechen.
Zitat von ChristianIn diesem Jahr wird die Bahnhofstraße 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es nun ein neues Coburger Häuserbuch, verfasst von Helmut Wolter
Meiner Kenntnis nach kann das nicht stimmen, denn die Bahnhofstraße hieß einige Jahre Adolf-Hitler-Straße.
Hat man das bei den 150 Jahren schon berücksichtigt
Christian schreibt in "Das Cafe Herold", dass man 1861 die Bahnhofstrasse als neue Zufahrt zum Bahnhof anlegte. Das 150 jaehrige "Jubilaeum" bezieht sich demnach auf die Strasse selbst und nicht auf den Namen. Auch wenn die Bahnhofstrasse im Laufe der Zeit 5 mal umbenannt geworden waere, waere sie trotzdem 150 Jahre alt.
Die Allee der Bahnhofstraße wird bewust als Sichtachse zwischen Bahnhof und dem Ritterschloss Rosenau bzw.der Veste Coburg ausgerichtet. Quellennachweis: Harald Sandner ( Die Bahnhofstraße in Coburg )
Mit dem Bau der Brücke über den Lautergraben (dieser überquerte zwischen dem Bergerblock und dem Reiterladen die Straße) im Jahre 1861 war die Anlegung der Bahnhofstraße abgeschlossen, die bereits 1860 begannen.
Anhand des Hauses Bahnhofstraße 11 (Cafe Herold, heute Cafe Filou) kann ich zeigen, wie oft die Straßennamen dort gewechselt haben.
1870: An der Bahnhofstraße 1872: Bei der Bahnhofstraße 1875: Bahnhofstraße 1933: Adolf-Hitler-Straße 1945: Bahnhofstraße
(Quelle: Helmut Wolter, Häuserbuch der Stadt Coburg, Band 6, Bahnhofstraße)
Ein Teilstück der Bahnhofstraße wurde in den 1990er Jahren in Bahnhofsplatz umbenannt.
Also Norbert, wärst du vor 1918 geboren, dann hättest du in der Klinik nicht auf die Welt kommen können. ------------------------------------------------------------------------------- Mein Lieber Christan, das habe ich auch nie behauptet das ich auch in der Bahnhofstraße zur Welt kam. Mein Geburtsort Coburg Seifartshofstraße 1.
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Hallo Norbert, das ist doch auch "Großraum Bahnhofstraße"!
Die Geschichte der Bahnhofs- oder Hohenlohebrücke ist ja noch zum Teil noch älter. An dieser Stelle wird bereits 1670 eine Brücke erwähnt, die als "Langer Steg" bezeichnet wird.
Orte der Veränderung - Die Kreuzung in der Bahnhofstraße
Ein Ort stetiger Veränderung war der Kreuzungsbereich zwischen Bahnhof- und Seifartshofstraße, in welchem auch die Hintere Kreuzgasse und die Hindenburgstraße mündete. Aus diesem Grunde blicken wir 100 Jahre zurück und vergleichen die Situation der Kreuzung von damals mit der von heute. Einen Platz an dieser Stelle gab es bereits in der Frühen Neuzeit. 1858 erhielt das Areal den Namen „Heiligkreuzplatz“. Erst 1875 verschwand dieser Namen zugunsten der Bezeichnung „Bahnhofstraße“. Die hier zu sehende Aufnahme dieses Platzes stammt aus der Zeit um 1900. Der Fotograf blickte dabei gen Osten, Richtung Festungsberg und der Veste Coburg. Diese war zu jener Zeit noch nicht vom Architekten Bodo Ebhardt umgebaut worden, sodass auch der Rote Turm hier auf diesem Foto fehlt. Die Bauarbeiten an der Burg begannen im Jahre 1909. Auf der rechten Bildseite fällt sofort ein großes dreistöckiges Gebäude auf, welches die Abzweigung des Seifartshofes von der Bahnhofstraße weg erahnen lässt. Dieses Haus entstand um 1875 für den Handelsgärtner Wilhelm Kurth. Schon bald darauf zog in die Erdgeschoss-Räume des Gebäudes eine Gaststätte ein. Sie trug anfangs den Namen „Bayerische Bierstube“. Als im Jahre 1904 der Gastronom Johann Scheler das Anwesen käuflich erwarb, erfolgte die Umbennenung des Lokals in „Altdeutsche Bierstube“. In diesem Hause eröffnete Scheler in der Folgezeit auch eines der ersten Coburger Kinos. Allerdings fiel der „Scheler´sche Kinematograph“ im Jahre 1913 einem Brand zum Opfer. Danach fanden hier keine Filmvorführungen mehr statt. Der Gaststätte tat dies keinen Abbruch. Sie wurde noch lange von der Familie Scheler weitergeführt. Neben dem Gasthaus sehen wir ein kleines zweistöckiges Wohnhaus, welches schon im 18. Jahrhundert dort stand. Es handelte sich dabei um ein altes Töpferhaus, dessen Ursprünge sich bis ins Jahr 1604 zurückverfolgen lassen. Im Heiligkreuz lebten damals zahlreiche Coburger Töpfer, man kann sogar hier von einem Zentrum des Töpferhandwerks sprechen. Zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme gehörte dem Kaufmann Wilhelm Stüpfert das Anwesen. Stüpfert, dessen Vorfahren selber Töpfer waren, betrieb dort ein kleines Lebensmittelgeschäft. Es existierte bis 1919 und wich schließlich einer Metzgerei, die von dem Fleischermeister Georg Eckardt betrieben wurde. Im Anschluss an diesem Gebäude sehen wir Neubauten der 1860er Jahre, die auch heute noch stehen. Auf der anderen Straßenseite erblicken wir das Haus der Bahnhofs-Apotheke. Dieses wurde im Jahre 1882 anstelle einer alten Nagelschmiede von der Baufirma Wetter & Gräfe für den Landwirt Georg Weiß errichtet. Ursprünglich war dies ein reines Wohnhaus. Erst 1928 zog nach einem Umbau des Erdgeschosses hier die Bahnhofs-Apotheke ein, die bis heute dort zu finden ist. 100 Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Das Gebäude der Bahnhofs-Apotheke steht ebenso noch wie die Neubauten in der Bahnhofstraße. Das Töpferhaus hingegen wurde 1979 zugunsten eines Neubaus abgerissen, der auf dem aktuellen Foto zu sehen ist. Zuletzt war in dem alten Gebäude das Fotogeschäft Lehmair ansässig. In den Neubau zog schließlich das Papierwarengeschäft Wittmann ein, das dort bis Anfang der 1990er Jahre existierte. Daneben eröffnete zur selben Zeit ein Eiscafe seine Pforten. Bereits 1978 verschwand die ehemalige Gaststätte „Altdeutsche Bierstube“ die zuletzt unter dem Namen „Mönchshof“ bekannt war. Das Haus stand einer Verbreiterung der Hindenburgstraße im Weg, die zur Westtangente ausgebaut werden sollte. Um 1900 gab es diese Straße noch nicht. Erst mit der Einweihung der neuen Coburger Hauptpost im Jahre 1931 wurde die Hindenburgstraße zunächst als Sackgasse und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer viel befahrenen Fahrstraße ausgebaut. Durch den Abbruch entstand ein weiträumiger Platz, der vor allem vom sogenannten „Berger-Block“ (linke Seite des Bildes) und dem Neubau Hindenburgstraße Nr. 12 (rechte Bildseite) geprägt ist. Trotz der hohen Verkehrsdichte findet sich auf diesem Platz sehr viel grün – Bäume und Hecken. Längst verschwunden ist auch der Kiosk, der an der Einmündung der Seifartshof- in die Bahnhofsstraße stand. Ihn gab es schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. An seiner Stelle errichtete die Stadt eine Uhr, die ebenfalls schon längst verschwunden ist. Die Kreuzung in der Bahnhofstraße wird wohl ein Ort der Veränderung bleiben. Das ist die Erkenntnis die man ziehen muss.
Bildquellen: Bild 1: Die Situation um 1900 (Sammlung: Christian Boseckert) Bild 2: Die derzeitige Situation im Jahre 2010 (Foto: Christian Boseckert)