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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 986 mal aufgerufen
  
 Die Geschichte Coburger Straßen
Seiten 1 | 2
Christian Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.326

05.09.2010 13:04
150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

In diesem Jahr wird die Bahnhofstraße 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es nun ein neues Coburger Häuserbuch, verfasst von Helmut Wolter, dass die Geschichte der Straße und deren Häuser näher beleuchtet. Das Buch beginnt an der Kreuzung im Heiligkreuz und endet direkt am Bahnhof, wo Gebäude wie der Augustenstift, das Hotel Reichsgraf oder das Palais Ratibor beschrieben werden. Auch einige interessante Aufnahmen sind dem Buch beigefügt. Vielleicht ist das ein Anreiz auch hier im Forum über die Bahnhofstraße zu sprechen.

Phoenician Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 134

05.09.2010 20:17
#2 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Das Wichtigste an der Bahnhofstrasse war wohl, dass ein Grossteil der Coburger Bevoelkerung das Licht der Welt dort erblickten, haha.

SGCoburg Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 797


06.09.2010 12:25
#3 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Irgendwie finde ich es beruhigend mich zum Großteil der Coburger Bevölkerung rechnen zu dürfen!

faraway Offline

Stammgast
Beiträge: 1.030


06.09.2010 19:14
#4 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Gehoere auch zum "Grossteil"!

Norbert Offline

Alter Hase
Beiträge: 6.634


06.09.2010 19:59
#5 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Wäre ich 29 Jahre früher geboren,wäre ich jetzt ein Coburger Residenzler.

Cophila Offline

CM-infiziert
Beiträge: 45


06.09.2010 23:26
#6 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Zitat von Christian
In diesem Jahr wird die Bahnhofstraße 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es nun ein neues Coburger Häuserbuch, verfasst von Helmut Wolter



Meiner Kenntnis nach kann das nicht stimmen, denn die Bahnhofstraße hieß einige Jahre Adolf-Hitler-Straße.

Hat man das bei den 150 Jahren schon berücksichtigt

Phoenician Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 134

07.09.2010 00:53
#7 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Christian schreibt in "Das Cafe Herold", dass man 1861 die Bahnhofstrasse als neue Zufahrt zum Bahnhof anlegte. Das 150 jaehrige "Jubilaeum" bezieht sich demnach auf die Strasse selbst und nicht auf den Namen. Auch wenn die Bahnhofstrasse im Laufe der Zeit 5 mal umbenannt geworden waere, waere sie trotzdem 150 Jahre alt.

Norbert Offline

Alter Hase
Beiträge: 6.634


07.09.2010 08:19
#8 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Die Allee der Bahnhofstraße wird bewust als Sichtachse
zwischen Bahnhof und dem Ritterschloss Rosenau bzw.der Veste Coburg ausgerichtet.

Quellennachweis: Harald Sandner ( Die Bahnhofstraße in Coburg )

Christian Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.326

07.09.2010 09:19
#9 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Mit dem Bau der Brücke über den Lautergraben (dieser überquerte zwischen dem Bergerblock und dem Reiterladen die Straße) im Jahre 1861 war die Anlegung der Bahnhofstraße abgeschlossen, die bereits 1860 begannen.

Anhand des Hauses Bahnhofstraße 11 (Cafe Herold, heute Cafe Filou) kann ich zeigen, wie oft die Straßennamen dort gewechselt haben.

1870: An der Bahnhofstraße
1872: Bei der Bahnhofstraße
1875: Bahnhofstraße
1933: Adolf-Hitler-Straße
1945: Bahnhofstraße

(Quelle: Helmut Wolter, Häuserbuch der Stadt Coburg, Band 6, Bahnhofstraße)

Ein Teilstück der Bahnhofstraße wurde in den 1990er Jahren in Bahnhofsplatz umbenannt.

Christian Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.326

07.09.2010 09:31
#10 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Zur Bahnhofstraße 23:

1924 eröffnet der Facharzt Dr. Karl Dreyer in dem Gebäude eine Privatklinik für Gynäkologie mit Entbindungsanstalt.

Also Norbert, wärst du vor 1918 geboren, dann hättest du in der Klinik nicht auf die Welt kommen können.

Norbert Offline

Alter Hase
Beiträge: 6.634


08.09.2010 08:09
#11 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Also Norbert, wärst du vor 1918 geboren, dann hättest du in der Klinik
nicht auf die Welt kommen können.

-------------------------------------------------------------------------------
Mein Lieber Christan, das habe ich auch nie behauptet das ich
auch in der Bahnhofstraße zur Welt kam.
Mein Geburtsort Coburg Seifartshofstraße 1.

Angefügte Bilder:
a 001.JPG  
Jürgen Offline

Stammgast
Beiträge: 1.089

08.09.2010 12:32
#12 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

-----------------------------------------------------------------------------
Mein Lieber Christan, das habe ich auch nie behauptet das ich
auch in der Bahnhofstraße zur Welt kam.
Mein Geburtsort Coburg Seifartshofstraße 1.
[/quote]


Hallo Norbert, das ist doch auch "Großraum Bahnhofstraße"!

LG
Jürgen

... unser Coburg ist doch einzig schön ...

Norbert Offline

Alter Hase
Beiträge: 6.634


12.09.2010 08:45
#13 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Angefügte Bilder:
img320-1.jpg   img320-2.jpg   img321-1.jpg  
Christian Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.326

15.09.2010 13:07
#14 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Die Geschichte der Bahnhofs- oder Hohenlohebrücke ist ja noch zum Teil noch älter. An dieser Stelle wird bereits 1670 eine Brücke erwähnt, die als "Langer Steg" bezeichnet wird.

Christian Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.326

17.09.2010 08:54
#15 RE: 150 Jahre Bahnhofstraße Zitat · antworten

Hier der wöchentliche Beitrag

Orte der Veränderung - Die Kreuzung in der Bahnhofstraße

Ein Ort stetiger Veränderung war der Kreuzungsbereich zwischen Bahnhof- und Seifartshofstraße, in welchem auch die Hintere Kreuzgasse und die Hindenburgstraße mündete. Aus diesem Grunde blicken wir 100 Jahre zurück und vergleichen die Situation der Kreuzung von damals mit der von heute. Einen Platz an dieser Stelle gab es bereits in der Frühen Neuzeit. 1858 erhielt das Areal den Namen „Heiligkreuzplatz“. Erst 1875 verschwand dieser Namen zugunsten der Bezeichnung „Bahnhofstraße“. Die hier zu sehende Aufnahme dieses Platzes stammt aus der Zeit um 1900. Der Fotograf blickte dabei gen Osten, Richtung Festungsberg und der Veste Coburg. Diese war zu jener Zeit noch nicht vom Architekten Bodo Ebhardt umgebaut worden, sodass auch der Rote Turm hier auf diesem Foto fehlt. Die Bauarbeiten an der Burg begannen im Jahre 1909.
Auf der rechten Bildseite fällt sofort ein großes dreistöckiges Gebäude auf, welches die Abzweigung des Seifartshofes von der Bahnhofstraße weg erahnen lässt. Dieses Haus entstand um 1875 für den Handelsgärtner Wilhelm Kurth. Schon bald darauf zog in die Erdgeschoss-Räume des Gebäudes eine Gaststätte ein. Sie trug anfangs den Namen „Bayerische Bierstube“. Als im Jahre 1904 der Gastronom Johann Scheler das Anwesen käuflich erwarb, erfolgte die Umbennenung des Lokals in „Altdeutsche Bierstube“. In diesem Hause eröffnete Scheler in der Folgezeit auch eines der ersten Coburger Kinos. Allerdings fiel der „Scheler´sche Kinematograph“ im Jahre 1913 einem Brand zum Opfer. Danach fanden hier keine Filmvorführungen mehr statt. Der Gaststätte tat dies keinen Abbruch. Sie wurde noch lange von der Familie Scheler weitergeführt.
Neben dem Gasthaus sehen wir ein kleines zweistöckiges Wohnhaus, welches schon im 18. Jahrhundert dort stand. Es handelte sich dabei um ein altes Töpferhaus, dessen Ursprünge sich bis ins Jahr 1604 zurückverfolgen lassen. Im Heiligkreuz lebten damals zahlreiche Coburger Töpfer, man kann sogar hier von einem Zentrum des Töpferhandwerks sprechen. Zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme gehörte dem Kaufmann Wilhelm Stüpfert das Anwesen. Stüpfert, dessen Vorfahren selber Töpfer waren, betrieb dort ein kleines Lebensmittelgeschäft. Es existierte bis 1919 und wich schließlich einer Metzgerei, die von dem Fleischermeister Georg Eckardt betrieben wurde.
Im Anschluss an diesem Gebäude sehen wir Neubauten der 1860er Jahre, die auch heute noch stehen. Auf der anderen Straßenseite erblicken wir das Haus der Bahnhofs-Apotheke. Dieses wurde im Jahre 1882 anstelle einer alten Nagelschmiede von der Baufirma Wetter & Gräfe für den Landwirt Georg Weiß errichtet. Ursprünglich war dies ein reines Wohnhaus. Erst 1928 zog nach einem Umbau des Erdgeschosses hier die Bahnhofs-Apotheke ein, die bis heute dort zu finden ist.
100 Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Das Gebäude der Bahnhofs-Apotheke steht ebenso noch wie die Neubauten in der Bahnhofstraße. Das Töpferhaus hingegen wurde 1979 zugunsten eines Neubaus abgerissen, der auf dem aktuellen Foto zu sehen ist. Zuletzt war in dem alten Gebäude das Fotogeschäft Lehmair ansässig. In den Neubau zog schließlich das Papierwarengeschäft Wittmann ein, das dort bis Anfang der 1990er Jahre existierte. Daneben eröffnete zur selben Zeit ein Eiscafe seine Pforten. Bereits 1978 verschwand die ehemalige Gaststätte „Altdeutsche Bierstube“ die zuletzt unter dem Namen „Mönchshof“ bekannt war. Das Haus stand einer Verbreiterung der Hindenburgstraße im Weg, die zur Westtangente ausgebaut werden sollte. Um 1900 gab es diese Straße noch nicht. Erst mit der Einweihung der neuen Coburger Hauptpost im Jahre 1931 wurde die Hindenburgstraße zunächst als Sackgasse und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer viel befahrenen Fahrstraße ausgebaut. Durch den Abbruch entstand ein weiträumiger Platz, der vor allem vom sogenannten „Berger-Block“ (linke Seite des Bildes) und dem Neubau Hindenburgstraße Nr. 12 (rechte Bildseite) geprägt ist. Trotz der hohen Verkehrsdichte findet sich auf diesem Platz sehr viel grün – Bäume und Hecken. Längst verschwunden ist auch der Kiosk, der an der Einmündung der Seifartshof- in die Bahnhofsstraße stand. Ihn gab es schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. An seiner Stelle errichtete die Stadt eine Uhr, die ebenfalls schon längst verschwunden ist. Die Kreuzung in der Bahnhofstraße wird wohl ein Ort der Veränderung bleiben. Das ist die Erkenntnis die man ziehen muss.

Bildquellen:
Bild 1: Die Situation um 1900 (Sammlung: Christian Boseckert)
Bild 2: Die derzeitige Situation im Jahre 2010 (Foto: Christian Boseckert)

Angefügte Bilder:
Blick Richtung Osten & Veste & Kiosk.jpg   Bahnhofstraße-1.jpg  
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