Idyllisch am Rand von Rödental gelegen, kann die Parkanlage und das darin gelegene Schloss prima mit dem Rad (beispielsweise vorbei an den Dörfleser Tongruben) erreicht werden.
Die Sommerresidenz der Coburger Herzöge, nordöstlich von Coburg gelegen, war nicht immer in deren Besitz. Bereits 1439 erstmal urkundlich erwähnt, gehörte der mittelalterliche Sitz Rosenau den Rittern von Rosenawe, einem alten Rittersgeschlecht, in deren Besitz u.a. das Rittersteichschlösschen (ehemaliges Wasserschloss Rosenau), das Schloss Ahorn und das Münzmeisterhaus waren.
Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der von Rosenau wechselten die Besitzverhältnisse bis schließlich 1805 der Coburger Herzog Franz Friedrich Anton das Schloss für seinen Sohn Ernst I. erwarb. Ernst I. ließ den verfallenen Bau zwischen 1808 und 1817 unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel umbauen und es entstand das Schloss Rosenau mitsamt den Parkanlagen wie wir es heute kennen. Ernst I. gefiel das Schloss so sehr, dass er 1817 auf Schloss Rosenau die blutjunge, bildschöne und lebenslustige Tochter des Herzogs von Altenburg, Dorothea Luise ehelichte.
Am 26.8.1819 wird auf Schloss Rosenau Prinz Albert, der spätere Gemahl von Queen Victoria, geboren. Seine Wiege gehört noch heute zu den Highlights der Ausstellungsstücke. Albert und Victoria sind häufig auf Schloss Rosenau, selbst nach dem frühen Tod von Albert besucht Queen Victoria mehrfach ihre Sommerresidenz. Ihr Ausspruch "Wäre ich nicht, was ich bin, so wäre hier mein wahres Zuhause.“ zeigt die Verbundenheit mit dem Schloss. Das Ferienhaus der Herzöge wurde ausschließlich in den Sommermonaten genutzt, Öfen oder Feuerstellen sucht man übrigens vergebens. 1920 ging das Schloss mit samt der Liegenschaften an die Coburger Landesstiftung und ist seit 1972 im Besitz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Das vorzüglich gepflegte Schloss sowie die Parkanlagen laden zu einem Besuch ein. Empfehlenswert ist auch die Führung durch Schloss Rosenau, insbesondere die Kinderführungen sind ein Genuss!
Hier etwas zur Geschichte der Rosenau im 20. Jahrhundert:
1920 Das Schloß und alle Liegenschaften gehen an die Coburger Landesstiftung über.
1939-45 Unterkunft für den weiblichen Arbeitsdienst.
1945 Unterkunft für Dienststellen der amerikanischen Besatzungsmacht.
1946 Erholungsstätte für Heimatvertriebene.
1948-72 Altenheim des Landkreises Coburg
1972 Die Verwaltung der bayerischen Schlösser, Gärten und Seen kauft das Schloss
1980er Jahre Sanierung des Schlosses
1990 Eröffnung als Museum
Besonders die Zeit des Altersheim hatte dem Schloss eine bleibende Erinnerung beschert. Seinerzeit wurden die historischen Räume neu verputzt, die über 100 Jahre alten Tapeten mit Dekor verschwanden. Am schlimmsten traf es deas "Zimmer der Berge Helvetiens". Dort befanden sich an den Wänden Darstellungen der Schweizer Bergwelt. Zu Altenheim-Zeiten war hier ein Badezimmer untergebracht, das natürlich gefliest wurde. Als man in den 1980er Jahren mit der Sanierung begann, waren die Wandmalereien unter den Fliesen zerstört. Eine Rekonstruktion war nicht möglich.
Dies ist auch der Grund warum das Dachgeschoss, wo auch die Zimmer der Prinzen Ernst und Albert lagen, nicht besichtigt werden kann. Die Räume wurden derart umgebaut und umgestaltet, das keine Rekonstruktion des früheren Zustands mehr möglich war (im Gegensatz zu den Räumen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss). Bei einem Tag des offenen Denkmals konnte ich mal diese Etage betreten und muss sagen. das man damals das Schloss richtig heruntergeranzt hat.
Hallo Christian, "runtergeranzt" ist der treffendste Ausdruck! Es war fürchterlich! Ich war nach unserem Umzug nach Coburg im Jahr 1955 oder 1956 auf einem Schukausflug mal dort und kann nur sagen, dass es mich danach nicht mehr hingezogen hat! Allerdings war ich mehr als überrrascht, als ich sah, was man in den späteren Jahren daraus gemacht hat. Die Leute, die dies erledigten, waren wirkliche Spezialisten und bestimmt mit Freude bei der Sache!