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Dieses Thema hat 19 Antworten
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 Coburger Persönlichkeiten
Seiten 1 | 2
Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.636
Punkte: 1.656

06.04.2011 10:06
#16 RE: Höhle Zitat · antworten

Hallo Gerd,

habe heute zufällig einen alten Klassenkameraden aus der Grundschulzeit getroffen, dessen Eltern damals eine Gärtnerei am Fuss der Helle hatten.

Mein früherer Klassenkamerad konnte sich noch sehr gut an diesen "Einstieg" in der Helle erinnern (bestätigt auch genau die Lage, die ich fotomäßig dokumentiert habe), weil sie als Kinder da häufig reingegangen seien.
Er spricht von einer Höhle, die allerdings mehr Richtung Osten (Löbelstein), als Richtung Veste gegangen sei (seiner Erinnerung nach sei diese Höhle auch nicht sehr tief gewesen und man sei nur "krabbelnd" hinein gekommen).

Seine Hypothese ist, dass es eher ein kleiner unterirdischer Steinbruch war und er glaubte sich daran zu erinnern, dass es in der Gärtnerei seiner Eltern Mauerbefestigungen gaben, deren Steine von dort stammten.

Also doch nichts mit dem "Säugang"?!.

Viele Grüße, Rolf

Waldi Offline



Beiträge: 13
Punkte: 13

12.04.2011 14:44
#17 RE: Höhle Zitat · antworten

Ich beschäftige mich zur Zeit intensiv mit der Belagerung der Veste durch Lamboy. Dazu gibt es Berichte des Constablers Ruger, der meines Wissens nichts von einem Geheimgang schreibt. Allerdings hat Lamboy einige Minen vortreiben lassen, um die Sprengung der Burg anzudrohen. Eine soll bis unter den Bärenzwinger vorgedrungen sein. Daraus leite ich ab, dass man 1634 sehr wohl in der Lage war, sich in den Berg hineinzuarbeiten und dass die Geologie des Bergs dies auch erlaubte. Trotzdem zweifele ich an einem Geheimgang, einfach von der schieren Länge, die benötigt wäre, um den Ausgang weit weg genug von belagerten Feinden zu führen.

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

12.04.2011 20:20
#18 RE: Höhle Zitat · antworten

Zur Geologie des Berges unter der Veste,möchte ich einmal Dr. Oskar Doering,damals Gauting bei München, zitieren.Er schreibt in seinem kleinen Heft "Die Wiederherstellung der Veste Coburg",das 1924 geschrieben wurde, u.A. folgendes:
...die technische Durchführung der Arbeiten brachte dem Baumeister (Bodo Ebhardt) Aufgaben von außerordentlicher Schwierigkeit.So stellte es sich heraus,daß die sämtlichen,noch aus romanischen Zeiten stammenden Fundamente an der Nordseite des Fürstenbaues, der Steinernen Kemenate und des Kongresshauses unterfangen werden mußten.Die tragenden Felsen waren teils verwittert,teils hatten sie,wie deutlich ersichtlich war,Bewegungen erfahren,da sie ihrerseits in einer Tiefe von 20-30 m auf einer Lettenschicht ruhen.Dieser Umstand,der zu Vorbeugungsmaßregeln zwang,verursachte umfangreiche Freilegungen der Felsen und Aufführung von Strebepfeilern bis zu 20 m Höhe.Das erforderte nicht nur sehr bedeutende Geldmittel ,sondern auch sorgfältigste,weitestgehende Überlegung,weil außer den Fundamenten auch die tragenden Felsen bis in großer Tiefe standfest gemacht werden mußten.
So mag es also unter der Nordseite der Veste aussehen!

Dr. Thilo Krieg,schreibt in seinen Buch "Die Geschichte der Veste Coburg bis 1923" u.A. folgendes:
...erst ging infolge einer Aufforderung Lamboys eine Besichtigung der gegen den blauen und den roten Turm gerichteten Minen vor sich,durch den bisherigen Kommandanten der Heldburg v. Seckendorf,der sich von dort zur Veste geflüchtet hatte und drei andere (Minen)
Die Minen erschienen indessen noch nicht so weit fertiggestellt,daß man geglaubt hätte,eine übergabe der Veste zwingend begründen zu können!...

Auch wird berichtet...Lamboy hätte "Zwei Minierer und vier Bergknappen..."(also Leute ihres Faches)gehabt!

Weiter schreibt Krieg in seinem Buch..."erwirkte Oberst v.Zehmen, für sich die Erlaubnis zu einer weiteren Minenbesichtigung",erkannte daß sie auch jetzt noch nicht beendet sei und zog die Abmachung,die Veste durch Akkord zu übergeben, zurück.

Weiter schreibt Krieg..."Seckendorf habe gesagt,die hinterste Mine ist schon hinein,durch die rote Kemenate(das spätere Kongressgebäude-heute Carl Eduard-Bau) durch,bis schon an die Roßmühle,die vorderste Mine durch die blaue Kemenate(?) bis mitten in den Hof,wenn nun die Mine geht,zersprengt sie die Festung in zwei Teile und verdirbt die zwei Mühlen,was wollet ihr darnach zu fressen haben?",-darüber die Dragoner zaghaft gemacht worden...

Es geht also daraus hervor,das unter den Offizieren der Veste Uneinigkeit herrschte.Unter v.Zehmen,Görtz,Griesheim und v. Seckendorf gab es "fort und fort schele Augen" .
Besonders von Seckendorf muß auf die Kapitulation der Veste hingearbeitet haben.

Im Vertrag über die Übergabe der Veste wurde der ausrückenden Besatzung zugesichert..."mit fliegenden Fähnlein,brennenden Lunten,Kugeln im Munde,Ober und Untergewehr,gefüllten Bandelieren,klingendem Spiel,Sack und Pack und aller Bagage" die Veste zu verlassen,beim Abzug niemand angetastet,die ganze abziehende Besatzung zur nächsten Garnison,wo ihres Volkes liegen,frei geleitet zu werden.
Lamboy hielt sich aber nicht an den Vertrag,ließ Griesheim abziehen,von Zehmen und Görtz festnehmen,die Besatzung wurde geplündert und das Herzogliche Mobiliar und Silberzeug "mit beschlag belegt"!

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

12.04.2011 20:42
#19 RE: Höhle Zitat · antworten

Re Rolf/Waldi

Die unterirdische Höhle/Gang, an der Helle ,scheint mir den dortigen/lokalen Bedürfnissen gedient zu haben!

Unbestritten ist, das es Fluchtwege aus befestigten Anlagen heraus gab(hierbei verweise ich auf den "geheimen Notausstieg" aus dem Werk Schoenenbourg der Maginotlinie,der sich heute noch dort befindet und für den Besucher anschaulich erklärt wird!)..aber das ist schon wieder eine andere Geschichte....

Für mich wäre ein Fluchtweg/Gang ob nun wie immer wieder behauptet von der Hofapotheke oder von der Helle aus zur Veste einfach viel zu lang.
Und schon gar nicht,wie Rolf richtig schreibt von der Stadt aus!..
Bedrachten wir doch einfach die topographische Lage der Veste und das "Drum-Herum"

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.636
Punkte: 1.656

28.05.2011 17:23
#20 RE: Höhle Zitat · antworten

Hallo,

konnte heute mit einem über 80 Jahre alten Mann sprechen, der in der Nähe der Helle aufgewachsen ist und sich genau an diesen Gang mit dem Ort des Zuganges, wie ich ihn mittels Fotos beschrieben habe, erinnern konnte.

Er schilderte, dass es sich um einen Stollen zur Sandgewinnung gehandelt habe, der "recht weit" in den Berg hinein gegangen sei (bis unter die Brandensteinsebene).

Also wohl nichts mit einem Versorgungsgang zur Veste.

Naja, war aber ein spannendes Thema und diese "Höhle"/diesen Gang gab/gibt es wirklich.

Grüße in's Forum, Rolf Metzner

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