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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 319 mal aufgerufen
  
 Die Geschichte Coburger Straßen
Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

15.08.2011 19:13
Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Also ich vor ein paar Wochen die Kreuzung Zinkenwehr / Goethestraße näher vorgestellt habe, habe ich mich entschlossen, einige weitere Kreuzungspunkte in Coburg zu erforschen. Der bekannteste ist die Kreuzung Mohrenstraße / Löwenstraße / Hindenburgstraße.

Als 1890 die Mohrenstraße angelegt wurde, gab es hier noch keine Kreuzung, lediglich, eine Einmündung in die Löwenstraße. Die Trassierung der Hindenburgstraße erfolgte erst 30 Jahre später. Auch danach war diese Kreuzung nicht so bedeutend, da die Hindenburgstraße noch Jahre lang eine Sackgasse war. Sie führte nur bis zur Hauptpost. Erst mit dem Durchbruch zur Bahnhofstraße gewann sie an Bedeutung. Doch kommen wir zu den Häusern, die an dieser Kreuzung stehen.

Das erste Haus, welches ich vorstelle ist die Mohrenstraße 15a (siehe Foto). Es wurde 1887 durch den Baumeister Hans Rothbart für den Kaufmann Adolf Berghold errichtet und diente ursprünglich als vornehmes Wohnhaus. Das ist nicht untypisch, denn die Mohrenstraße war ursprünglich eine reine Wohngegend für das wohlhabende Bürgertum. Erst nach und nach siedelten sich hier Geschäfte an und machten so die Mohrenstraße zur Einkaufsstraße. Trotz allem konnte das Gebäude Nr. 15a diesen Wohnhauscharakter bewahren. Weitere Hausbesitzer waren 1924 Emil Frommann aus Leipzig, 1928 der Korbwarenfabrikant Max Lang, 1937 dessen Kinder in Erbengemeinschaft und 1977 Ingeborg Zimmerlein.

Angefügte Bilder:
Mohrenstraße 15a.JPG   Mohrenstraße 15a II.jpg  
Stammbus Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 556

17.08.2011 20:29
#2 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Zitat von Christian
Das ist nicht untypisch, denn die Mohrenstraße war ursprünglich eine reine Wohngegend für das wohlhabende Bürgertum. Erst nach und nach siedelten sich hier Geschäfte an und machten so die Mohrenstraße zur Einkaufsstraße.



Galt das auch für die obere Mohrenstraße zwischen der Mohrenkreuzung und dem Spitaltor?
Die Gebäude machen den Eindruck, als wären hier immer schon Geschäfte geplant gewesen.

Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

19.08.2011 13:03
#3 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Zitat von Stammbus


Galt das auch für die obere Mohrenstraße zwischen der Mohrenkreuzung und dem Spitaltor?
Die Gebäude machen den Eindruck, als wären hier immer schon Geschäfte geplant gewesen.



Teils, teils. Einige wenige Geschäfte gab es bereits, beispielsweise das Cafe Schilling. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Mohrenstraße 1 Konditorei (= Schubart), 1 Bäckerei (= Schilling), 1 Wäschegeschäft, einen Porzellan- und Glaswarenladen sowie ein Tüncher- und Malergeschäft. Das Aussehen als Wohnstraße überwog allerdings. (Quelle: Ernst Eckerlein, Aus der Geschichte der Mohrenstraße)

Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

19.08.2011 18:48
#4 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Eine alte Aufnahme aus den 1930er Jahren

Angefügte Bilder:
Straßenansicht (Richtung Norden) & Mohrenkreuzung & Tageblatthaus.jpg  
Stammbus Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 556

19.08.2011 19:17
#5 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Danke. Eigentlich erstaunlich, in einer gehobenen Bürgergegend ein Tüncher- und Malergeschäft. Dazu das Tageblatt-Haus, das ja sicherlich auch die Druckerei enthielt, und damit einen gewissen (nächtlichen) Maschinenlärm, auch durch Auslieferungsfahrzeuge.

Ich bin auf die weitere Folgen gespannt.

gerd Offline

Alter Hase
Beiträge: 3.556

19.08.2011 19:32
#6 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Zwischen dem alten Tageblatthaus und dem anschliesenden Gebäude von Farben Elchlepp,(heute eine Bank?) stand die Rotationspresse wo die Zeitung gedruckt wurde.Hier hielten die LKWs und luden die grossen Papier-Rollen ab,die dann irgendwie in das Gebäude transportiert wurden.Waren die Tore dort geöffnet und die Presse lief,verstand man sein eigenes Wort nicht!(Selbst auf der Strasse !)
Wenn ich heute beruflich zu E.C. Baumann nach Kulmbach komme,ist das aber noch genauso mit dem Lärm dort!(Bayerische Rundschau und Tageblatt)

Coburgerin Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 321

20.08.2011 00:06
#7 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

War da nicht mal ein Zahnarzt drin?

Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

20.08.2011 14:50
#8 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Ja, ein Zahnarzt Dr. Wittmann.

Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

20.08.2011 16:47
#9 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Kommen wir nun zu Teil 2:

Auf dieser Gegenüberstellung sieht man die Mohrenkreuzung von der Hindenburgstraße aus. Das Tageblatt-Haus wurde 1926 vom Architekten Arthur Bergmann errichtet. Zuvor stand dort ein Wohnhaus, welches dem Lautermüller Georg Roschlau gehörte. Roschlau war der größte Grundstücksbesitzer im Bereich der Mohrenstraße. Als diese angelegt werden sollte, verkaufte er sein gesamtes Grundstück an die Stadt, was ihm viel Geld einbrachte. An der neuen Straße errichtete er von diesem Geld sogleich ein eigenes Wohnhaus. Das Wohnhaus Georg Roschlaus wie auch das Tageblatt-Haus sind inzwischen Geschichte. 1973 errichtete man an gleicher Stelle den Kaufhof mit seiner äußerst gewöhnungsbedürftigen Hausfassade. Orientierungspunkt bei beiden Aufnahmen ist das Eckhaus Löwenstraße 11 mit seinem Erker.

Angefügte Bilder:
Coburg 20.jpg   Coburg 21.jpg  
Coburgerin Offline

Ordentliches Mitglied
Beiträge: 321

21.08.2011 00:01
#10 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Genau Christian, zu dem bin ich nämlich öfter gegangen.

Christian Online

Alter Hase
Beiträge: 3.330

26.08.2011 09:45
#11 RE: Die Mohrenkreuzung Zitat · antworten

Kommen wir nun zum 3. Teil des Aufsatzes:

Das hier dargestellte Eckhaus an der Mohrenkreuzung ist ein Doppelhaus mit den Adressen Mohrenstraße 20 und Löwenstraße 11. Der vordere Teil gehört daher zur Löwenstraße. Der Gebäudekomplex wurde 1889/1890 vom Baumeister Johann Michael Probst errichtet und blieb in dessem Besitz. Ursprünglich handelte es sich beim Gebäudeteil an der Mohrenstraße um ein reines Wohnhaus. Nur der Eckladen zur Mohrenkreuzung existierte von Anfang an und beherbergte zunächst eine vornehme Gaststätte. Später zog hier ein Damenputzgeschäft Fries ein, welches 1905 von Margarethe Einmahl übernommen wurde. Dieses Damenputzgeschäft Einmahl existierte bis 1979! Danach war in dem Eckladen ein Spielwaren- und Modegeschäft untergebracht. Heute hat hier die Fastfoodkette "Subway" eine Filiale.

Der zweite Laden an der Mohrenstraße entstand erst durch einen Umbau im Jahre 1953. Hier konnte man bis 1988 die Buchhandlung Seitz finden. Seitdem haben in diesem Ladengeschäft mehrere Modeläden versucht.

Angefügte Bilder:
Mohrenstraße 20.JPG   BILD2007.JPG  
Festungsberg »»
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