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Dieses Thema hat 53 Antworten
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gerd Offline



Beiträge: 4.386
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09.08.2012 22:33
Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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Vurna Hörsta Offline



Beiträge: 56
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11.08.2012 18:40
#2 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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gerd Offline



Beiträge: 4.386
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11.08.2012 22:37
#3 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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alter Coburger Offline



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24.08.2012 13:23
#4 Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Kindheitserinnerungen

Das Haus in dem ich geboren, wurde, ein Bürgerhaus wie es viele in Coburg gab, es wurde 1977 abgerissen und durch ein neues ersetzt. In diesem befindet sich heute eine Gaststätte. Meine Erinnerungen an diese Zeit sind nur sehr schwach. Erinnern, kann ich mich noch daran, das am Ende der Schenkgasse eine Brücke über den Hahnfuß ging, von der aus ich als kleiner Junge immer etwas in den Fluss geworfen habe und es dann bis zur Mühle, die etwa dort stand, wo heute die Warenanlieferung des Kaufhofes ist verfolgt habe. Hier ist der Hahnfluß unter den Häusern verschwunden.
Dort wo heute das Parkhaus Post steht, war am Hahnfluß entlang eine Häuserzeile und davor ein freier Platz, auf dem immer die Postbusse standen. Gegenüber dem Postplatz, wo heute das Alfons Goppel Haus steht und bis vor zur Seifartshofstraße waren Obstgärten. Nur ein Fußweg führte zur Kreuzung Seifartshof, auf der rechten Seite war ein Biergarten. (Mönchsbäu)
Die Menschen waren zu dieser Zeit sehr arm, aber auch sehr Genügsam. Unsere Wohnung im dritten Stock war nicht groß, und. wie in allen Bürgerhäusern, war die Toilette im Treppenhaus mit einem sogenannten Pumps-Clo, das von allen Hausbewohnern benutzt wurde
Unsere Eltern hatten es in dieser Zeit sehr schwer, es gab noch keine Waschmaschinen oder Pampers, alles musste mit der Hand gewaschen werden. Tag für Tag stand der Windeltopf auf dem Herd und der Duft von gekochten Windeln mischte sich mit dem Essensduft in der Küche. So war es kein Wunder, das wir sehr früh ans Töpfchen gewöhnt wurden, um unserer Mutter die Arbeit zu erleichtern.
Die große Wäsche war für die Frauen Schwerstarbeit. Die Wäsche wurde in der Waschküche am Abend vorher eingeweicht, früh morgens wurde der Waschkessel mit Holz oder Reißig angeheizt und die Wäsche wurde im Waschkessel gekocht, anschließend mit Seife eingerieben und mit einer Bürste oder Rumpel behandelt. Danach noch gespült, bis das Wasser klar war.
Da wir keine Möglichkeit zum aufhängen der Wäsche hatten, mussten wir unsere Wäsche zum trocknen, mit dem Handwagen zum Anger fahren. Dort, wo heute die Sporthalle steht, war zwischen den Bäumen ein Platz, um die Wäsche zu trocknen. Da sehr viele Coburger Familien ihre Wäsche zum trocknen dort hinbrachten, gab es auch sehr oft Streit um den besten Platz und die Größe der Leinen.
In einer Zinkbadewanne, die zwischen zwei Stühle gestellt wurde, wurden wir gebadet. Um uns Kinder wurde nicht so viel Aufsehen gemacht, wir wurden in einen Laufstall gesetzt und waren mit einer Rassel und einem Glöckchen stundenlang zufrieden. Es gab auch noch keine Fertignahrung für Babys, unsere Nahrung wurde von unserer Mutter frisch gekocht. Unsere Ernährung reichte von der Milchflasche über Mehl- oder Haferflockenbrei, Kartoffelbrei, Möhren und unser Lieblingsessen Spinat. Von dem das meiste auf dem Lätzchen wieder zu finden war.
Zum Glück hatten meine Großeltern und später auch meine Eltern einen Schrebergarten in den Itzauen, (die waren dort, wo heute die Firma Brose steht), sodass wir mit Gemüse und Obst gut versorgt waren. Das selbst angebaute Gemüse und Obst hat uns sehr geholfen, unsere Ernährung einigermaßen sicherzustellen. Es war für unsere Eltern nicht leicht eine Familie zu ernähren und sie mussten auf vieles verzichten.

alter Coburger

gerd Offline



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24.08.2012 17:20
#5 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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gerd Offline



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24.08.2012 19:05
#6 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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gerd Offline



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24.08.2012 19:30
#7 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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Phoenician Offline



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25.08.2012 00:27
#8 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Unsere Wohnung im dritten Stock war nicht groß, und. wie in allen Bürgerhäusern, war die Toilette im Treppenhaus mit einem sogenannten Pumps-Clo, das von allen Hausbewohnern benutzt wurde.
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Auch in dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, gab es in den fruehen 40er Jahren noch ein Plumpsklo. Das Spuelgut (wie es heute vornehmerweise genannt wird) landete unten in einer Tonne, die sich hinten am Haus in einem kleinen abgeschlossenem Raum befand. In regelmaessigen Abstaenden wurde die "volle" Tonne mit einem Pferdefuhrwerk abgeholt und mit einer leeren Tonne ersetzt. Schursch verfasste ein Gedicht "die Tunnabattarie" darueber. Bei uns Kindern hiess es die "Stinkerpferde". Waehrend dieser Zeit gab es auch kein richtiges Klopapier. Man hat damals als Notbehelf Zeitungen genommen, die Seiten in handliche Quadrate von ca. 10 cm x 10 cm geschnitten, und hat sie auf einem Haken an der Wand befestigt. Bei Bedarf hat man dann so ein Quadrat abgerissen..... Heute kaum mehr vorstellbar.

gerd Offline



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25.08.2012 08:46
#9 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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gerd Offline



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25.08.2012 09:30
#10 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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alter Coburger Offline



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25.08.2012 13:45
#11 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Ich finde diese Kindheitserinnerungen ganz toll, weckt es in mir Erinnerungen, die ich genau so auch erlebt habe. Wir sollten unser Nachwelt ein Stück von dem, wie wir die Kindheit erlebt haben hier im Forum hinterlassen. Wer wenn nicht wir, die wir diese Zeit erlebt haben kann dann darüber noch berichten.
Ich werde mich gerne dazu noch einbringen, nächster Bericht ist schon in Arbeit.

alter Coburger

gerd Offline



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25.08.2012 14:13
#12 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

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alter Coburger Offline



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25.08.2012 15:32
#13 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Hallo Gerd!
Das weckt auch meine Erinnerungen auch wir hatten nach dem Krieg einen Schrebergarten in der Spittelleite und dort jede Menge Hasen. Leider aber keine Wiese sodass wir als Kinder fast jeden Tag ins Hasenfutter suchen mussten. Milchstöcke oder Schafgarbe sowie jeder Fleck Gras oder Klee wurde von uns entfernt. Da zu der Zeit viele Hasenfuttersucher unterwegs waren, war das oft gar nicht so leicht etwas zu finden. Danach musste das Futter aber noch von der Eigenheimstraße zur Spittelleite gebracht werden.
Im Winter wurden die Kartoffelschalen zu Hause gekocht und dann ebenfalls zum Garten gebracht. Den Hasenbraten haben wir uns sehr sauer verdienen müssen!
Wir hatten eine Gartenhütte mit einem Anbau in beiden waren Hasenställe. Eines Tages waren alle Hasen, die im Anbau waren gestohlen, zur damaligen Zeit ein schwerer Verlust.

alter Coburger

gerd Offline



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25.08.2012 18:35
#14 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Hallo a.C.
solche Sachen sollen ja dort öfters vorgekommen sein!Besonders unmittelbar nach dem Kriegsende als in den Kasernen noch viele "D.P´s" einquartiert waren.
Wie ich erfahren konnte,haben die Anwohner der Reichsdanksiedlung sogar damals nachts Wachen aufgestellt um die "...."
zu vertreiben!
gruss gerd

alter Coburger Offline



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25.08.2012 18:48
#15 RE: Kindheitserinnerungen Zitat · antworten

Erinnerungen an meine Schulzeit
1938 sind wir umgezogen von der Schenkgasse in die Eigenheimstraße an den Stadtrand von Coburg. Mein Vater hatte ganz in der Nähe in der Hindenburg-Kaserne eine Arbeit als Schreiner gefunden. In unserer Straße gab es viele Kinder, sodass uns der Wohnungswechsel nicht schwer gefallen ist. Im Gegenteil, wir waren plötzlich frei wie Vögel, um uns herum Felder und Wiesen, was wir so nicht kannten. Wir konnten auf der Straße spielen, ohne Angst haben zu müssen, dass ein Auto kommt. Völkerball Reifeles, Hüpffach für die Mädchen, Schander und Räuber Kreiseln,und natürlich Fußball usw.
Da der Stichtag für die Schuleinführung in dieser Zeit war noch Ostern, wurde ich erst Ostern 1939 eingeschult. Ausgerüstet mit einem Schulranzen und Zuckertüte, ersterer enthielt einer Schiefertafel mit Griffel und selbst gehäkeltem Lappen und einen Schwamm sowie ein Lesebuch, letztere war vor allem mit Holzwolle aufgefüllt und obendrauf ein paar Karamellen oder Plätzchen. So ging ich zusammen mit unseren Eltern und meiner Schwester zur Schule. Etwas mulmig war mir schon dabei, hat man uns doch immer gesagt, es beginne der Ernst des Lebens.
Meine Schule war die Heiligkreuzschule eine Schule für Jungen und Mädchen, aber streng getrennt. Wir durften auf keinen Fall den Bereich der Mädchen betreten. Selbst in der Pause wurden wir beobachtet und bei Vergehen gab es Strafen.
Wie schon beschrieben, hatten wir in den ersten Klassen noch keine Hefte, sondern eine Schiefertafel. Wir haben auch bis zur dritten Klasse noch die deutsche Schrift gelernt.
(Bs: wollte hier einen Satz in deutscher Schrift einfügen und fragen wer den noch lesen kann, ist leider nicht möglich)
Zur Schule mussten wir zu Fuß gehen, der Weg war zirka 1,5 Kilometer lang. Da wir aber sehr viele Kinder auf diesem Weg waren und unterwegs so manchen Blödsinn machten, ist uns das gar nicht so bewusst geworden. Wir machten zum Beispiel Juckpulver aus Hagebutten und versuchten es den Mädchen in den Kragen ihrer Bluse zu stecken, das juckte fürchterlich. Im Herbst versuchten wir uns gegenseitig mit Kletten zu bewerfen und im Winter mit Schneebällen.
Unsere Lehrer waren sehr streng und wir bekamen oft den Rohrstock zu spüren. Besonders die Schläge mit dem Rohrstock auf die Finger taten weh. Dabei machten auch die Pfarrer keine Ausnahme. Körperliche Züchtigung war zu unserer Schulzeit eine gängige Erziehungsmaßnahme. Aber zum Glück gab es auch ein paar Lehrer, die nicht so streng waren. Sport war bei uns Pflichtfach und in den Turnhallen gab es noch Kletterstangen, zirka 4 Meter hoch. Jeder musste da hoch und das, ohne angeseilt zu sein. In der Schule ging alles sehr geordnet zu, wir mussten uns im Schulhof Klassenweise aufstellen und gemeinsam ging es dann ins Klassenzimmer.
Mit der Zeit kam eine Veränderung junge Lehrer wurden zu Wehrmacht eingezogen, zurück blieben alte und deshalb sehr strenge Lehrer. Aber auch die Zeit des 2. Weltkrieges viel in meine Schulzeit, aber das ist ein anders Kapitel, da bin ich nicht sicher ob man das, was man erlebt hat auch alles so schreiben darf.

alter Coburger

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