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Dieses Thema hat 42 Antworten
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 Coburger Persönlichkeiten
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Christian Offline



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12.12.2012 22:46
#16 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Also früher konnte man den Reichtum einer Familie daran erkennen, wie viel Stein sie in ihrem Haus verbaut hat. Reine Steinhäuser konnten sich nur die ganz Reichen leisten. Einige Beispiele dafür gibt es noch Coburg, beispielsweise die Hofapotheke.

Mit Fachwerk, Holz und Lehm bauten vor allem die Mittelschicht wie auch die unteren sozialen Schichten. Diese Trennung kann man noch in Coburg bis ca. 1860 nachverfolgen. Danach begann das Industriezeitalter und die industrielle Fertigung von Backsteinen oder auch Ziegel genannt. Diese Massenanfertigung von Ziegeln verbilligte das Bauen ungemein. Alle sozialen Schichten nahmen diese Erneuerung auf. Das lässt sich an den Arbeiterhäusern im Hahnweg und Ketschendorf und an den Häusern der Mohrenstraße erkennen.

PS auch die Adeligen ließen sich von den Backsteinen begeistern. Wer einmal in Schloss Herrenchiemsee war, wird überrascht sein, wenn er durch das unfertige Treppenhaus läuft, es mit einem Backsteinbau zu tun zu haben, der nach außen hin nur verkleidet ist.

gerd Offline



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13.12.2012 06:53
#17 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

.....man sieht halt zu wenig nach oben,wenn man mit dem PKW in der Stadt unterwegs ist....erst wenn eine Ampel zu einen Stop zwingt,hat man Muse einen Blick in "die höheren Regionen"zu werfen.Z.B. in der Löwenstraße.Was kann man da für wunderschöne Steinmetzarbeiten in Verbindung mit Ziegel-,oder Backsteinmauerwerk sehen.Ich denke,das haben sich die Bauherren damals schon was kosten lassen!Und von solchen Häusern gibt es ja etliche in Coburg!

Stammbus Offline



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13.12.2012 07:43
#18 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Die stammen dann aber meistens aus der Jugendstilzeit, in der auch die Ausfachungen von Fachwerkhäusern gemauert wurden, wenn überhaupt noch ein Fachwerk die Statik eines Hauses absicherte.

Grund war nach meiner Kenntnis auch, dass erst um 1900 es üblich wurde, Statiken zu berechnen. Ich kenne einen 5-geschossigen Altbau aus dem Jahr 1891 (nicht in Coburg), der gemauert wurde, aber speziell in den unteren Geschossen weit überdimensionierte Wandstärken hatte, eben aus diesem Grunde.

Christian Offline



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13.12.2012 23:06
#19 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Was Stambus hier anspricht kann man auch die Technisierung des Baugewerbes bezeichnet. Das ist vor allem an der Berufsbezeichnung erkennbar. Früher war man nur Baumeister. Als die technische Ausbildung dazu kam, entstand der Beruf des Architekten. Nachdem in den 1870er Jahren die ersten technischen Hochschulen entstanden, dauerte es bis 1875/80 bis es der Technik gelang ins handwerkliche Baugewerbe einzudringen. In kleineren Städten dauerte diese Durchdringung noch ca. 15 Jahre, bis Ende der 1880er/Anfang der 1890er Jahre hinein.

Christian Offline



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13.12.2012 23:10
#20 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Wenn ihr nochmal meinen Eingangs-Post seht, dann wisst ihr was ich meine. Jakob Lindner war nicht nur Maler und Baumeister sondern erstellte Kulissen und Szenerien fürs Theater. So lässt sich auch die Mauer im Kleinen Rosengarten erklären, die etwas operettenhaftes an der Stelle hat.

So eine Kombination gibt es nach der technischen Ausbildung zum Architekten nicht mehr.

Stammbus Offline



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14.12.2012 00:31
#21 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #19
Als die technische Ausbildung dazu kam, entstand der Beruf des Architekten.


Und des Bauingenieurs.

Christian Offline



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14.12.2012 19:28
#22 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Richtig Stammbus

Komme ich zum Thema Jakob Lindner zurück. In seinem Tagebuch hat er auch Zeichnungen und Kostenvoranschläge niedergeschrieben die er zukünftigen Bauherren vorlegte. Daraus ist leider kaum zu ersehen, ob dann dieses Haus nach seinen Vorstellungen dann gebaut wurde.

Ein Beispiel hierfür ist das Anwesen Lossaustraße 2. Ich stelle hier trotzdem ein Bild von dem Gebäude ein, weil ich der Meinung bin, dass die hier verwendete Architektur die Handschrift Lindners trägt. Vielleicht will sich da jemand äußeren. Würde ich mich freuen, wenn sich daraus eine Diskussion entwickeln könnte.

Stammbus Offline



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14.12.2012 19:39
#23 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Er scheint ja so etwas wie der Coburger Architekt der Gründerzeit gewesen zu sein.

Rolf Metzner Offline




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14.12.2012 20:16
#24 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #22


...Ein Beispiel hierfür ist das Anwesen Lossaustraße 2. Ich stelle hier trotzdem ein Bild von dem Gebäude ein, weil ich der Meinung bin, dass die hier verwendete Architektur die Handschrift Lindners trägt. Vielleicht will sich da jemand äußeren. Würde ich mich freuen, wenn sich daraus eine Diskussion entwickeln könnte.




Ich denke, dass auch Lossaustr. 2 ein Werk Lindner's ist, da es vom Zuschnitt bis zur Fensteraufteilung hin sehr stark dem Gebäude
Lossaustr. 5 entspricht, welches ja definitiv von Lindner stammt:

Lossaustr. 5.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



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14.12.2012 23:19
#25 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zitat von Stammbus im Beitrag #23
Er scheint ja so etwas wie der Coburger Architekt der Gründerzeit gewesen zu sein.


Also er ist zumindest mit dem Stadtbaumeister Julius Martinet gleich zu stellen, der bedeutende Gebäude wie die Lutherschule, Rückertschule, alte Angerturnhalle, die ehemalige Hauptpost am Oberen Bürglaß usw. geschaffen hat.

Leider wird Lindner nur auf seine Alben reduziert, die zwar eine wichtige Bildquelle darstellen, aber eben nicht sein Gesamtwerk abdecken. Dass eben auch ein vielbeschäftigter Baumeister und Landschaftsgestalter (siehe Kleiner Rosengarten im Hofgarten oder das Areal um die St. Augustinkirche und der Allee) ist vielen unbekannt.

PS: Lindner schuf auch die Zinnenmauer an der Unteren Anlage Richtung Salvatorfriedhof und war für den Bau der Sturmstreppe am Glockenberg verantwortlich.


Das mag jetzt sarkastisch erscheinen, aber Lindner hätte es durchaus verdient, das man in Coburg eine Straße nach ihm benennt.

Christian Offline



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14.12.2012 23:27
#26 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Es scheint Rolf, das Lindner ein Grundmuster für den Bau seiner Häuser verwendete, wenn man sich noch seine Häuser in der Kasernenstraße mit hinein bezieht. Lediglich die Ausschmückung geriet unterschiedlich.

Christian Offline



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15.12.2012 10:21
#27 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Es ist interessant das Lindner auch für den Alexandrinen-Bauverein tätig war. In seinem Auftrag errichte er 1866/67 drei Arbeiterwohnhäuser, nämlich die Gebäude Ketschendorfer Straße 49, 51 und 53. Hat jemand Bilder von diesen Anwesen? Ich kann mir ehrlich gesagt nichts darunter vorstellen, zumal die Arbeitshäuser des Alexandrinen-Bauvereins aus Backstein/Ziegel gebaut wurden (Siehe die Arbeiterhäuser im Hahnweg oder teilweise der Ketschendorfer Straße)

Rolf Metzner Offline




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16.12.2012 10:53
#28 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #27
Es ist interessant das Lindner auch für den Alexandrinen-Bauverein tätig war. In seinem Auftrag errichte er 1866/67 drei Arbeiterwohnhäuser, nämlich die Gebäude Ketschendorfer Straße 49, 51 und 53. Hat jemand Bilder von diesen Anwesen? Ich kann mir ehrlich gesagt nichts darunter vorstellen, zumal die Arbeitshäuser des Alexandrinen-Bauvereins aus Backstein/Ziegel gebaut wurden (Siehe die Arbeiterhäuser im Hahnweg oder teilweise der Ketschendorfer Straße)



Die Häuser Ketschendorferstr. 49 und 51-53 (Doppelhaus) sind keine architektonischen Meisterwerke - mehr (Umbauten/Verschandelungen).
Linkes Foto: Ketschendorferstr. 49; Rechtes Foto: Doppelhaus Ketschendorferstr. 51-53

Angefügte Bilder:
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 Ketschendorferstr. 49.jpg  Ketschendorferstr. 51-53.jpg 
Christian Offline



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16.12.2012 12:28
#29 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zumindest das Doppelhaus Nr. 51/53 hat noch eine gewisse Ähnlichkeit zu Lindners Baustil. Es dürften ursprünglich auch sehr einfache Häuser gewesen sein. Da ich gesehen habe, dass die Häuser nahe dem Landkrankenhaus stehen, habe ich nach altem Bildmaterial gesucht. Leider vergebens. In der Sprache der Architekten würde man zu dem Stil der Häuser sagen: "Durch moderne Um- und Ausbauten heute völlig entstellt."

Zugereister Offline



Beiträge: 268
Punkte: 272

16.12.2012 13:39
#30 RE: Jakob Lindner Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #29
In der Sprache der Architekten würde man zu dem Stil der Häuser sagen: "Durch moderne Um- und Ausbauten heute völlig entstellt."


und die Hausbuchautoren würden schreiben ''sie wurden überformt''

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