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Dieses Thema hat 39 Antworten
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 Das Coburger Umland
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Rolf Metzner Online




Beiträge: 1.641
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23.11.2012 17:09
#16 RE: Radarstation Zitat · antworten

Und jetzt zum Abschluss noch zur spannenden Frage, was es an Relikten von der Radarstation "Stachelschwein" an anderen Orten gibt (hierzu muss ich sagen, dass ich von Gerd entscheidende Tipps bekommen habe):

- Ich hatte in einem der obigen Beiträge erwähnt, dass 4 Baracken-Gebäude der Radarstellung gleich nach Kriegsende an andere Orte verbracht und dort wieder aufgebaut wurden.
Zum einen eine Baracke nach Neuses an den Eichen als Schuppen für ein landwirtschaftliches Anwesen (diesen Schuppen gibt es nicht mehr) und 3 Baracken nach Ziegelsdorf zur Unterbringung schlesischer Flüchtlinge, die in der Landwirtschaft des Rittergutes Ziegelsdorf eingesetzt wurden.

Von diesen Baracken stehen zumindest noch zwei Stück in Ziegelsdorf, inzwischen in mehreren Schritten umgebaut zu Wohnhäusern:





- Und die größte Überraschung zum Schluss: Die Bedieneinheit des nördlichen "Würzburgriesen" der Stellung "Stachelschwein" steht im Garten hinter einem Haus in Großheirath

Zunächst noch einmal aus einem Archiv ein Radargerät "Würzburgriese" mit der von mir rot eingerahmten Bedieneinheit:

Und hier die Bedieneinheit im Großheirather Garten:

So sah es früher in einer Bedieneinheit eines "Würzburgriesen" aus:

Und so sieht es heute in der ehemaligen Bedieneinheit im Großheirather Garten aus:

Und hier die Story dazu vom 92jährigen Zeitzeugen:

Sein Vater habe sich gleich nach dem Krieg eine kleine Korbmacherwerkstatt einrichten wollen, um für Nachbarn Körbe zu flechten und sich damit etwas Geld nebenher verdienen zu können. Die Würzburgriesen standen damals noch auf der Wiese von Verwandten aus Neuses a.d.Eichen. Sein Vater habe ein Pferdefuhrwerk organisiert, man habe die Bedieneinheit abmontiert und nach Großheirath gefahren. Das Trumm sei sauschwer gewesen und man sei in Großheirath mit dem Pferdefuhrwerk nicht den Hausberg hoch gekommen. Da habe man vor die Pferde noch Ochsen gespannt; dann sei es gegangen.
Später hat sich der Zeitzeuge in die Bedieneinheit eine kleine Schreinerwerkstatt eingebaut, wie man oben auf dem aktuellen Foto sieht.


Ach ja, zum Schluss noch, weil wir jetzt immer von "Stachelschwein" geredet haben, hier mal ein Foto von richtigen Stachelschweinen, fotografiert in meinem diesjährigen Kenia-Urlaub:

Stammbus Offline



Beiträge: 1.507
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23.11.2012 17:33
#17 RE: Radarstation Zitat · antworten

Schwerter zu Pflugscharen

Ein dickes Kompliment, Gerd und Rolf, für Eure Arbeit und Mühe, vielen Dank dafür. Das tot gesagte Forum lebt, wie kaum zuvor

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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23.11.2012 18:34
#18 RE: Radarstation Zitat · antworten

Ergänzend zu den Worten von Rolf möchte ich folgendes noch sagen...
Man kann über die Opportunität der Behandlung technischer Themen,die nach heutigen Maßstäben veraltet sind,verschiedener Meinung sein.
Es ist indes das Los aller technischen Entwicklungen,sicher auch heutzutage,daß sie binnen kurzer Zeit überholt sind.
Die Leistungen der Vergangenheit dürfen dabei nicht unterschätzt werden.Wir sollen nicht vergessen,das die Allierten Luftstreitkräfte während des Luftkrieges über Westeuropa mehr als 40.000 Flugzeuge verloren haben.Diese enormen Verluste verdeutlichen die Dimension des Geschehens.Von den Verlusten der Achsenmächte ganz zu schweigen!
Das "Würzburg" Radar Gerät war vermutlich bei dem Gros dieser Kampfhandlungen irgendwie beteiligt.
Das ist auch der Grund,warum sehr große Anstrengungen unternommen wurden,diese Radareinrichtungen unbrauchbar zu machen und somit für die Kämpfe auszuschalten.
Die Radarstation "Stachelschwein" bei Neuses/E., wurde nicht durch Kriegseinwirkung zerstört,sondern sie wurde von der US Army teilweise gesprengt und abgebaut.Wahrscheinlich einen allgemeinen Befehl folgend,wurden Baracken noch von Deutschen Soldaten angezündet,um sie nicht in die Hände des "Feindes" fallen zu lassen!...Das scheint aber nicht ganz geklappt zu haben...denn restliche Baracken konnten abgebaut werden um Flüchtlingen ein Dach über den Kopfe zu bieten. Was irgendwie noch brauchbar war,sei es ein Kochtopf von der Küche oder Notstrom Aggregate, wurden von der Bevölkerung ausgebaut oder mitgenommen!
gerd

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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24.11.2012 19:29
#19 RE: Radarstation Zitat · antworten

Wenn solche Anlagen ,wie die Radarstation in Neuses gebaut werden sollten,wurde zwischen den Grundeigentümern und dem Deutschen Reich Mietverträge abgeschlossen.
Mir liegt hier ein Mietvetrag vor,der dem ehemaligen Militärflugplatz Weiden-Maierhof in der Oberpfalz galt und sicher in ähnlicher Form auch mit den Eignern in Neuses so ausgehandelt wurde.
etwa so zu lesen.
Mietvertrag ,
zwischen dem Deutschen Reich-Reichsfiskus,vertreten durch das Luftgaukommando (Nummer etc.)
und dem...Namen des Grundbesitzers
kurz als Vermieter genannt.
Das Reich mietet auf unbestimmte Zeit folgende Grundstücke des Vermieters.
(Es folgen nun die Aufstellung von Wiesen und Äckern jeweils in ihrer ha-Grösse...
Das Mietverhältnis hat am ....begonnen.
Das Reich ist berechtigt,die gemieteten Flächen nach den Erfordernissen der Luftfahrt zu benützen,Bauten darauf zu errichten und Veränderungen am Boden vorzunehmen.
Der Mieter erhält eine jährliche Mietentschädigung von....
Und in diesem Fall wurde pro ha 30,-RM gezahlt
Die Nutzniesung verbleibt dem Vermieter,die Zahlung pro ha von 30,-RM gilt zunächst bis zum 30.9.1946....
Der Mietvertrag ist vom Vermieter unkündbar.Das Reich ist jederzeit berechtigt unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zu kündigen.
Werden die gemieteten Flächen vom Reich nicht erworben,so verpflichtet sich das Reich,die Wertminderung des Bodens zu ersetzen.
Da aber 1945 eine völlig andere Situation eingetreten war,mussten die ehemaligen Grundbesitzer dafür sorgen,das die Relikte der Station in Neuses von ihnen "entsorgt" werden .
Es scheint eine rechtlose Zeit gewesen zu sein,zumindest unmittelbar nach Kriegsende 1945,bis dann die Militärregierung der Amerikaner wieder eine Ordnung hergestellt hatten.
So hat sich halt jeder,der von der Station was gebrauchen konnte,geholt.
Die Bedieneinheit,welche heute in einem Garten in Großheirath steht,dürfte recht neu damals gewesen sein und die Baracken,welche nach Ziegelsdorf verbracht und dort wieder errichtet wurden,haben einen guten Zweck gedient!

Stammbus Offline



Beiträge: 1.507
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24.11.2012 20:50
#20 RE: Radarstation Zitat · antworten

Zitat von gerd im Beitrag #19

Da aber 1945 eine völlig andere Situation eingetreten war,mussten die ehemaligen Grundbesitzer dafür sorgen,das die Relikte der Station in Neuses von ihnen "entsorgt" werden .



Die haben nur keine guten Anwälte gehabt. Die Bundesrepublik Deutschland hat gerade in den 50er und 60er Jahren immer den Anspruch erhoben, Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches zu sein, danach hätte sie auch in die Pflichten aus den Verträgen eintreten müssen.

Dass daran in den Jahren bis zumindest 1949 niemand gedacht hat, mag eine andere Sache sein.

Streng genommen gab es auch keine rechtlose Zeit, es galt zunächst Besatzungsrecht der Amerikaner, sehr bald in Verbindung mit deutschen Gesetzen, die bereits vor 1933 galten http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-gesetz1.htm. Ab August 1945 haben ja auch die deutschen Gerichte wieder gearbeitet (im heutigen Stadthaus, das Gerichtsgebäude des ehemaligen Staatsministerium war ja zerstört worden). Nur hat sich wahrscheinlich niemand darum gekümmert, was mit den Baracken passiert.

Rolf Metzner Online




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20.12.2012 20:28
#21 RE: Radarstation Zitat · antworten

Zitat von Rolf Metzner im Beitrag #15
Also, was ist heute noch von der Radarstellung "Stachelschwein" vor Ort zu finden

..........
- es muss noch Überreste des Brunnens geben. Ich habe lange danach im Waldbereich "Rotholz" gesucht, dieser ist aber nach Windbruch schlecht zugänglich und derzeit z.T. auch sumpfig. Inzwischen haben sich zwei Zeitzeugen bereit erklärt (siehe obiger Beitrag), mich bei günstigeren Bodenverhältnissen zum Brunnen hinzuführen (mit einem geländetauglichen Auto kann man dann auf der ehemaligen Stellungszufahrt auch ein Stück hinfahren).
...........




Der Vollständigkeit halber:

Zwei junge Leute (Jürgen Weber und Bernd Grell) haben sich auf der Basis unserer Beiträge im Forum auf die Suche nach den Überresten des Brunnens gemacht und sind - im Gegensatz zu mir - fündig geworden.

Die beiden Fotos zum Brunnen stammen von ihnen:

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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15.01.2013 05:58
#22 RE: Radarstation Zitat · antworten

Weitgehendst unbekannt dürfte sein, das von Radarstrahlen oder Wellen, erhebliche Gefahren für die Menschen ausgingen. Blos war das zum Zeitpunkt des 2. W.K. ohne Belang!Man sprach von Röntgenstrahlen, denen die Leute an den Radarschirmen ausgesetzt waren.......
Eine Vermutung in diese Richtung lief ja auch zum verstorbenen Forumsmitglied Rolf S.

Stammbus Offline



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15.01.2013 16:07
#23 RE: Radarstation Zitat · antworten

Zitat von gerd im Beitrag #22

Eine Vermutung in diese Richtung lief ja auch zum verstorbenen Forumsmitglied Rolf S.


Ich hatte ja wahrscheinlich als letzter aus dem Forum Kontakt zu Rolf S. (wenn wir den gleichen meinen). Er hat mit mir sehr offen über seine Krankheit und deren Entstehung gesprochen. Danach kann ich das ausschließen. Wenngleich Radarstrahlen sicherlich alles andere als gesundheitsfördernd sind.

Kronacher Offline



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05.03.2013 21:36
#24 RE: Radarstation Zitat · antworten

Hallo,

zum Würzburg/Freya-Radar hier (leider in englisch) ein hochinformatives Interview
(bzgl Arbeits & Funktionsweise uvm).
Auch sehr lehrreich: die LW-AXIS die das Dt. Reich mit Rumänien hatte und heute kaum noch erwähnt wird.


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This interview was taken by Victor Nitu and Claudiu Stumer in May 2002 in Bucharest.

Victor Nitu: Sir, you were a Bf-110 pilot. Please tell us how a mission went by.

Titus Axente: We took off from Otopeni airfield, from the concrete runaway. There were several Freya-Wurzburg (I think 7) across Romania. All had Roman names: Brutus, Tiberius etc. The command center was situated at Otopeni. They directed us to one of the stations. When we entered their designated area (the range was about 60 km) we wee guided by them to about 2 km from the target, where the onboard radar became effective. But we never entered in contact with the British.

Claudiu Stumer: Why?

Titus Axente: The ground radar operators were German and they preferred to guide their Germans, not us. Plus, the communications were in German, coded. Even more difficult.

Claudiu Stumer: What's your impression about the aircraft?

Titus Axente: It was a very good aircraft. We flew on the C and F versions. We learned to fly on the Bf-110C and only then we passed to the Fritz, which had radar. The Germans flew on the more advanced Gustav. The Bf-110C could do aerobatics, but limited. We were not allowed to do fast rolls or spins. Only slow rolls. I did not have any problems with this aircraft.

Victor Nitu: Can you tell us about the no visibility flight school?

Titus Axente: We started with a course of instrumental flying on the Fw-58 with a German instructor, Schumacher. Then came the radio-navigation course on the Do-17. This aircraft did not have double controls. The German was pretty nervous at the beginning, because he did not know me. But after a while we got along very well. It was a very good school.

Claudiu Stumer: You said the instructor was nervous. What do you mean by that?

Titus Axente: Bormann had flown many missions over London. He came to Romania to restand recuperate. He was very tense.

Claudiu Stumer: Bormann? What was his first name?
------------
LINK:
http://www.worldwar2.ro/arr/axente.htm

lg GH

Rolf Metzner Online




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15.10.2013 19:50
#25 RE: Radarstation Zitat · antworten

Die Gemeinde Großheirath hat jetzt ein wunderschönes 328-seitiges Buch mit vielen Fotos/Bildern unter dem Titel: "Gemeinde Großheirath - Aus Vergangenheit und Gegenwart" herausgegeben:



In diesem "Gemeindebuch" gibt es auch einen 11-seitigen bebilderten Aufsatz von Gerd und mir zum Thema "Die Radarstellung Stachelschwein zwischen Neuses a.d. Eichen und Watzendorf" (S. 141 - S. 151).




Die Urfassung dieser Darstellung gab es ja schon 2012 hier im Forum.
Ps.: Da das Buch im Format etwas größer ist, als DIN A4, sind meine Scan's etwas beschnitten!

Stammbus Offline



Beiträge: 1.507
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16.10.2013 11:35
#26 RE: Radarstation Zitat · antworten

Herzlichen Glückwunsch

Rolf Metzner Online




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22.11.2013 07:29
#27 RE: Radarstation Zitat · antworten

Hallo Gerd,

auch auf diesem Wege meine besten Genesungswünsche! Werd' bald wieder gesund, das Forum braucht Dich!



Ich hab' meine Genesungswünsche hier eingestellt, weil Du ja maßgeblich an diesem Thema beteiligt warst.

Schade, dass Du heute zur Buchpräsentation und Vorstellung der Autoren nicht kommen kannst

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

22.11.2013 17:30
#28 RE: Radarstation Zitat · antworten

...Danke für die Wünsche..
aber was is...iss!
gerd

Rolf Metzner Online




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25.11.2013 09:27
#29 RE: Radarstation Zitat · antworten

Heute (25.11.2013) war im CT ein ausführlicher Artikel über die Buch- und Autorenvorstellung letzten Freitag in Großheirath.

Auch das "Coburg(er)-Magazin-Forum" kommt in diesem Artikel vor:

http://www.infranken.de/regional/coburg/...m;art214,575557

Stammbus Offline



Beiträge: 1.507
Punkte: 1.577

25.11.2013 14:53
#30 RE: Radarstation Zitat · antworten

Hir fehlt der Facebook-.Button "gefällt mir" !

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