RE: Radarstation

#31 von Vurna Hörsta , 25.11.2013 20:19

Zitat von Rolf Metzner im Beitrag #29
Heute (25.11.2013) war im CT ein ausführlicher Artikel über die Buch- und Autorenvorstellung letzten Freitag in Großheirath.

Auch das "Coburg(er)-Magazin-Forum" kommt in diesem Artikel vor:In der N.P-Coburg nicht.Hier fehlt der Facebook “Kommentar & gefällt mir”.

http://www.infranken.de/regional/coburg/...m;art214,575557


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RE: Radarstation

#32 von Rolf Metzner , 29.11.2013 14:00

Gerd und ich forschen natürlich weiter zur Radarstellung "Stachelschwein" und ruhen uns nicht auf unserem bebilderten Aufsatz im neuen "Großheirather Gemeindebuch" aus:

Es ist uns gelungen, über eine amerikanische Universität (Brigham Young University) auf alte Messtischkarten des "Reichsamtes für Landesaufnahme" (Maßstab 1:25.000) zuzugreifen.
Hier haben wir ein Meßtischlatt "Seßlach" gefunden, auf dem die Radarstellung "Stachelschwein" (von mir rot eingerahmt) kartografiert ist.

Ein Vergleich zwischen einem Ausschnitt aus diesem alten Meßtischblatt und unserer aktuellen Lageskizze der Stellung "Stachelschwein" (angefertigt nach Zeitzeugenaussagen) belegt, dass wir mit der vermuteten Lage der Stellungs-Baracken ziemlich richtig lagen.



Was uns auch weiter beschäftigt hat, waren die vier noch vorhandenen Fundamente, die wir (auf der Basis von Ortskundigen) einem (geplanten) Beobachtungsturm zuordneten.
Mittlerweile verdichtet sich die Vermutung, dass diese Fundamente zu einer Funkmeßeinrichtung vom Typ: "Heinrich"-Peiler gehörten. Es gibt sehr ähnliche Fundamente in Polen, die definitiv zu einem "Heinrich"-Peiler gehörten.

Links nochmal mein Foto mit den Fundamenten der Stellung "Stachelschwein", rechts das Foto eines Heinrich-Peilers (die Anordnung seiner Fundamente ist erkennbar):



 
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RE: Radarstation

#33 von Rolf Metzner , 30.11.2013 11:51

Für alle, die sich hier im Forum nicht durch die einzelnen Beiträge von Gerd und mir zur Radarstellung "Stachelschwein" durchhangeln wollen und die auch nicht beabsichtigen, das neue "Gemeindebuch Großheirath" zu erwerben, hier der komplette bebilderte Aufsatz von Gerd und mir als PDF-Datei (Recherche-Stand: Dezember 2012):


Dateianlage:
Die Radarstellung revidierte Fassung für Chronik.pdf
 
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RE: Radarstation

#34 von 2fast4u , 03.12.2013 21:37

Super Rolf.
Vielen Dank für deine Mühe und Arbeit (und natürlich auch an Gerd).

Gruß
Andi

 
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RE: Radarstation

#35 von Rolf Metzner , 03.12.2013 21:49

Zitat von 2fast4u im Beitrag #34
Super Rolf.
Vielen Dank für deine Mühe und Arbeit (und natürlich auch an Gerd).

Gruß
Andi



Danke Andi (sicher auch im Namen von Gerd),

die Recherche geht weiter: Gerd und ich waren gestern nochmal vor Ort und haben die Fundamente vermessen. Dabei geht es um die Frage, was auf diesen Fundamenten gestanden haben könnte. Unterstützung erwarten wir uns hierbei von einem Expertenforum: http://www.geschichtsspuren.de/startseite.html

Wir sind jetzt auch an alten Luftaufnahmen dieses Areals (zwischen Neuses an den Eichen und Watzendorf) von 1944 und 1945 dran, aber die sind kostenpflichtig (vielleicht mach ich mir die zum Weihnachtsgeschenk)


 
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RE: Radarstation

#36 von Rolf Metzner , 04.04.2014 19:57

Mittlerweile gelang es mir, über die Luftbilddatenbank Dr. Carls (http://www.luftbilddatenbank.de/main/index.php?webcode=home) Luftaufnahmen der Radarstellung "Stachelschwein" ausfindig zu machen und käuflich zu erwerben (der nicht unbeträchtliche Kaufpreis wurde mir von der Gemeinde Großheirath erstattet).

Es handelt sich um Luftaufnahmen amerikanischer Aufklärungsflugzeuge kurz vor Endes des 2. WK. (10. April 1945).
Die Aufnahmen wurden aus einer Höhe von 20.000 Fuß = 6.096 m erstellt.
Damit decken sie ein relativ großes Gebiet ab, aus dem ich das Areal der Radarstellung "Stachelschwein" herausvergrößert habe.
Hierzu musste ich auch zwei Luftaufnahmen zusammen fügen.

Gerd und ich haben dieses zusammengesetzte Luftbild (ohne irgendwelche Markierungen/Beschreibungen) internationalen Experten für Radarstellungen des 2. WK. vorgelegt.

Unter Berücksichtigung der uns vorliegenden Zeitzeugenaussagen zur Radarstellung und der Experteneinschätzungen auf Basis der Luftbilder ließen Gerd und mich zu folgender Luftbildauswertung kommen (welche immer noch Unsicherheitsfaktoren wegen der großen Höhe, aus der die Fotos erstellt wurden, in sich birgt):



Leider reichen diese Luftbilder der Radarstellung Stachelschwein nicht bis zu den Baracken/Unterkünften, aber die Lage der Baracken wurde ja durch das weiter oben dargestellte Messtischblatt von 1944 bestätigt (so wie es auch die Zeitzeugen beschrieben hatten).
Hier noch mal dieses Messtischblatt mit Stellungsgebäuden und markierter Lage des Wasserhochbehälters:



Man kann sich übrigens bei all den Karten, Luftbildaufnahmen und Google-Earth-Darstellungen zu diesem Thema an der Lage des noch vorhandenen Wasserhochbehälters orientieren.


 
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RE: Radarstation

#37 von Zugereister , 05.04.2014 20:14

Respekt bezüglich der umfangreichen Recherche.

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RE: Radarstation

#38 von Rolf Metzner , 09.01.2017 17:15

Zitat von Rolf Metzner im Beitrag #8
Zitat von gerd im Beitrag #7

.......Einer dieser Bomber, eine Avro Lancaster von der 97.Sqn.stürzt auf dem Rückflug in den Wald von Hohenstein.Die 8 Mann der Besatzung kommen ums Leben.Wahrscheinlich hatte diese Maschine noch über Fürth/Erlangen Treffer ab bekommen,warf noch über Scherneck in einen Notabwurf restliche Stabbrandbomben ab und zerschellte letztendlich im Bereich der heutigen "Alten Schäferei"....
Lt. Zeitzeugen soll die damalige Totenfrau von Ahorn,die toten Soldaten mit dem Handwagen von der Absturzstelle zum Friedhof nach Ahorn gekarrt haben.....Sie wurden hier beerdigt,aber später auf einen Soldatenfriedhof am Tegernsee umgebettet.


Ich habe heute mit diesem Zeitzeugen aus Ahorn gesprochen (leider ist er nach einem Schlaganfall gesundheitlich sehr angeschlagen): Offensichtlich hat dieser Lancaster-Bomber noch zwischen der heutigen B 303 und der "Alten Schäferei" die letzten Brandbomben abgeworfen (der Zeitzeuge spricht von "schwarzen Bäumen" in diesem Bereich) und ist dann zwischen "alter Schäferei" und Kutschweg nach Hohenstein in den Wald gestürzt.....



Unser Zeitzeuge von damals, Heinz Güthlein aus Ahorn, ist am 03.01.2017 verstorben.

Hier ein Nachruf in der NP vom 09.01.2017:



Ps.: Ich hatte, als ich Herrn Güthlein im November 2012 zum Absturz dieses englischen Bombers befragte, über seine akribische Dokumentation gestaunt: Er hatte die Namen aller 8 zu Tode gekommenen englischen Besatzungsmitglieder vermerkt und wußte, dass damals ein junger Arzt des Gesundheitsamtes an den Absturzort gerufen wurde, um den Tod aller Besatzungsmitglieder festzustellen: Es war Dr. Hans Eckerlein, der später der Hausarzt unserer Familie wurde!


 
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RE: Radarstation

#39 von JohnnieWalker , 01.02.2017 15:50

kann mir jemand sagen der evtl schon mal vor ort war welcher punkt von diesem Brunnen auf den hochgeladenen Karten Material der richtige ist ??
Es sind 2 unterschiedliche Karten mit Komplett anderen Positionsangaben vorhanden welche von beiden Stimmt ?

mfg

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RE: Radarstation

#40 von Rolf Metzner , 01.02.2017 16:29

Zitat von JohnnieWalker im Beitrag #39
kann mir jemand sagen der evtl schon mal vor ort war welcher punkt von diesem Brunnen auf den hochgeladenen Karten Material der richtige ist ??
Es sind 2 unterschiedliche Karten mit Komplett anderen Positionsangaben vorhanden welche von beiden Stimmt ?


Ich hatte am Anfang von älteren Zeitzeugen unterschiedliche Positionsangaben des Brunnens.
Ich habe ihn dann aber gezeigt bekommen, war mehrfach dort und habe ihn auch selbst fotografiert.
Der Brunnen - mitten im Wald mit dichtem Unterholz - ist nur schwer zu finden und man sollte auch vorsichtig sein, denn wenn es stark geregnet hat, steht das Wasser hoch in der Brunnenstube (wenn man dann hineinfällt, würde es kritisch).

Zeitzeugen aus Watzendorf, Neuses an den Eichen und Gossenberg haben mir berichtet, dass die Soldaten der Radarstellung kurz vor Eintreffen der Amerikaner Waffen, Munition, Uniformteile und sogar Orden in die Brunnenstube geschmissen haben und z.T. dort noch tagelang durch die Wälder geirrt sind.
Von all dem ist natürlich nichts mehr vorhanden, aber der eine oder andere aus dem Umgebung hat sich dort natürlich in den Nachkriegswirren bedient.

Wir haben die Brunnenstube genau untersucht und - neben etlichen Tierknochen - auch die Brunnenbohrung und den Auslaß Richtung Wasserhochbehälter gefunden (siehe 3. (Handy-)Foto).
In der Brunnenbohrung selbst wird man auch nichts mehr finden, denn die wurde verfüllt (man hatte ja sogar mal überlegt, diesen Brunnen für die Wasserversorgung von Watzendorf zu reaktivieren, aber das wäre wegen der Verfüllung zu teuer geworden).

In Anlage eine möglichst genaue Lageskizze von mir mit Orientieung am Wasserhochbehälter und ein Brunnenfoto von mir mit recht hohem Wasserstand in der Brunnenstube:


 
Rolf Metzner
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