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Dieses Thema hat 23 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Christian Offline



Beiträge: 5.738
Punkte: 5.932

13.12.2012 20:17
Residenzcafe Zitat · antworten

Wer kann sich noch an diese Lokalität erinnern?

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

13.12.2012 20:28
#2 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

....na,wer kannte in Coburg nicht das "RESI"?Gings ja oft "hoch her"...."

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.641
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13.12.2012 21:09
#3 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Hab' ja hier im Forum schon mal was zu "Scotty Hel Rader & The Silver Strings" im RESI geschrieben; diese Band ist Mitte der 1960er-Jahre mehrmals im RESI aufgetreten.
Pächter des RESI war damals der Herr ZINN.

Ich hab' die Silver Strings damals live dort erlebt und habe auch jetzt noch Kontakt zu "Scotty Hel Rader" (Helmut Radermacher, der damals der Liebe wegen in Coburg hängen geblieben ist).
Einmal hat mich die "Sitten-Edith" aus dem RESI raus geholt, weil ich noch keine 18 war.

In der Youtube-Fotostory sind nicht alle Fotos aus dem RESI, aber etliche. Man beachte auch die beiden Fotos am Ende der Songs, wo die Silver Strings vor dem RESI posieren (Der Eingang zum RESI war damals durch den linken Torbogen von Christian's Foto):

Silve Strings vor RESI.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Die beiden Songs von der Fotostory waren damals auf der PHILIPS-Single von Scotty & The Silver Strings:

http://www.youtube.com/watch?v=0EaRsBf06PA

Diese beiden Fotos mit den "Silver Strings" sind mit Sicherheit aus dem RESI:

Scotty Hel Rader&Silver Strings in Resi (7).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Scotty Hel Rader&Silver Strings in Resi und Hofbräu (1).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



Beiträge: 5.738
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13.12.2012 23:01
#4 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Also Gerd in den 1970er Jahren war im Resi die Discothek Big Ben, später Happy Night. Inhaber der Discothek war Helmut Zinn, der auch noch das Resi bewirtschaftete.

Stammbus Offline



Beiträge: 1.506
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14.12.2012 00:34
#5 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Ich kann mich auch noch an das "Resi" erinnern, muss so um 1970 bis 1972 gewesen sein, als Discothek, habe noch vage Bilder vor Augen.

Stand damals Samstags Abend in Entscheidungskonkurrenz zur Finkenau.

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.641
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14.12.2012 07:37
#6 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Als "das RESI" im Dezember 1966 von Livemusik auf Discothek wechselte, war "Scotty Hel Rader" (Helmut Radermacher) der erste Discjockey dort. Danach übernahm "Scotty" die Schallplattenabteilung des Kaufhof, die damals für die Coburger Jugend legendär war wegen der guten Beratung und Auswahl.
Heute ist Helmut Radermacher ja einer der weltweit anerkanntesten Experten für ELVIS mit entsprechenden Veröffentlichungen ("Das große Elvis Presley Filmbuch") sowie eigener Zeitschrift ("Golden Boy Elvis") und lebt nach wie vor in Coburg.

Christian Offline



Beiträge: 5.738
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14.12.2012 14:10
#7 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Wie lange gab es eigentlich diese Discothek? Ich kann mich nur noch schemenhaft an ein italienisches Speiselokal erinnern, das Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre in den Räumen beheimatet war?

Helmut Radermacher Offline



Beiträge: 8
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14.12.2012 18:07
#8 Residenzcafe Zitat · antworten

Hat denn jemand Fotos vom Resi innen von damals - 1963 bis 1967?

Stammbus Offline



Beiträge: 1.506
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14.12.2012 19:41
#9 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Nach meiner Erinnerung (nach 1967) war es da drin so dunkel, dass man selbst mit Blitz kaum fotografieren konnte.

Helmut Radermacher Offline



Beiträge: 8
Punkte: 8

14.12.2012 19:52
#10 Residenzcafe Zitat · antworten

Ich selber habe dort als "Scotty Hel Rader & The Silver Strings" drei Monate gespielt, im Juli 1963 und im Juni und Oktober 1964.
Dann als DJ beginnend mit der Neueröffnung im Dezenmber 1966.
Aber damals war es doch nicht so dunkel.

Christian Offline



Beiträge: 5.738
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15.12.2012 12:42
#11 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Etwas aus der Geschichte des "Resi"

Eröffnet wurde das Residenzcafe im Jahre 1912 zusammen mit einem der ersten Lichtspieltheater in Coburg, dem Apollotheater im Hause Judengasse Nr. 2. Vorher befand sich in dem Gebäude eine Papiergroßhandlung samt Druckerei. Das Cafe befand sich seinerzeit im 1. Obergeschoss des Hauses, das Erdgeschoss war für das Kino reserviert. Als 1922 das Apollotheater geschlossen wurde, zog das Resi ins Parterre. Zu dem Zeitpunkt war das Resi ein normales Kaffeehaus, dass von den Coburgern angenommen wurde. Eine Besonderheit, die den heutigen Cafés völlig abhanden gekommen ist, waren die Kaffeehauskonzerte im Resi. Sie sollten den Kern für das spätere Tanzcafé bilden.

(Fortsetzung folgt)

Helmut Radermacher Offline



Beiträge: 8
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15.12.2012 12:46
#12 Residenzcafe Zitat · antworten

Sehr schön, sowas zu erfahren. Bitte mehr davon.

Christian Offline



Beiträge: 5.738
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15.12.2012 17:04
#13 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Gerne es geht weiter:

1922 zog der erste Inhaber des Residenzcafes, der Kaufmann Albert Probst, mit seiner Lokalität vom 1. Stock in die freigewordenen Räume des Apollotheaters um. Dies war die Geburtsstunde des Residenzcafes als Tanzlokal. Von nun an traten Musikgruppen auf, die moderne Musik spielten. Vor allem die aufkommende Jazz-Musik aus den USA und der sich daraus entwickelte Charleston-Tanz sprachen die jungen Leute an. Ein Hauch der "Goldenen Zwanziger Jahre" durchwehte Coburg und die Judengasse. Das Geschäft war sogar dermaßen einträglich, dass Albert Probst 1930 das Haus Judengasse Nr. 2 kaufen konnte. Vorher gehörte das Anwesen der Familie Scheler, die auch das Apollotheater betrieben hatten.

Doch zogen bald dunkle Wolken über das Tanzlokal auf, als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen. Sie betrachteten Jazzmusik als "entartete Kunst", die als solche schließlich verboten wurde. Aus diesen Gründen hatten die Nazis bereits seit ihrer Machtübernahme in Coburg argwöhnisch auf das erfolgreiche Tanzlokal geblickt. Nachdem sie nun über die Macht verfügten, konnten sie dem Treiben ein Ende setzen. Von nun an durfte nur noch die Musik gespielt werden, welche von der Reichskulturkammer in Berlin freigegeben wurde. Gleichzeitig mussten die auftretenden Künstler der Reichsmusikkammer angehören und waren verpflichtet, nur die von der Staatsmacht erlaubten Musikstile zu spielen. In dieser Situation gab Albert Probst das Lokal an den Gastronomen Willy Fischer ab, der das Resi während der Nazizeit trotz der Verbote erfolgreich weiter führen konnte.

(Fortsetzung folgt)

Christian Offline



Beiträge: 5.738
Punkte: 5.932

21.12.2012 14:22
#14 RE: Residenzcafe Zitat · antworten

Weiter geht es mit der Geschichte des Resi.

Als die amerikanischen Streitkräfte 1945 Coburg besetzten, wurden in der Folgezeit die zahlreichen Musik-Verbote der Nazizeit wieder aufgehoben. Endlich erklangen wieder Swing- und Jazztöne im Resi, welches dadurch bei den hier stationierten amerikanischen Soldaten äußerst beliebt wurde. Aber nicht nur wegen der Musik gingen die Soldaten dort hin. Vor allem die deutschen Mädchen, die sogenannten "Frauleins" hatten es ihnen angetan. Und so kamen soziale Kontakte zustande, die von den amerikanischen Vorgesetzten zunächst verboten und später dann misstrauisch beäugt wurden. Auch bei den jungen Frauen war das "Resi" beliebt, denn hier bekam man Kontakt zu den Amerikanern. Von solchen Beziehungen versprach man sich persönliche Vorteile bezüglich Essen, Kleidung und anderen lebensnotwendigen Dingen. Alles dies war nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg Mangelware geworden. Diese Umstände hatten zur Folge, dass das Residenzcafe einen etwas zweifelhaften Ruf bekam, besonders bei den älteren Coburgern. Andererseits trieb der Bekannheitsgrad des "Resi" schon seltsame Blüten, auch über Jahrzehnte hinaus. Ein Beispiel hierfür ist ein Urlaubserlebnis eines Coburger Ehepaares, das Anfang der Achtziger Jahre die USA besuchte und bei einer Fahrt durch die Berge Kaliforniens von einem etwas älteren Polizisten während einer Kontrolle gefragt wurde: "Gibt es das Resi denn noch?".

(Fortsetzung folgt)

Helmut Radermacher Offline



Beiträge: 8
Punkte: 8

21.12.2012 14:26
#15 Residenzcafe Zitat · antworten

Das ist alles sehr informativ, danke schon mal.
Zwei Fragen dazu - Das Thema Nazis wurde ja schon angesprochen. Wurde nie in Erwägung gezogen, den Namen der Straße - Judengasse - zu ändern?
Und - seit wann heißt die Straße denn so, ist das bekannt?

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