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Dieses Thema hat 27 Antworten
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 Das Coburger Umland
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gerd Offline



Beiträge: 4.396
Punkte: 4.498

01.01.2013 11:15
#16 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

DAS ERBE
Nach dem Abzug der Amerikaner ließen sie einen defekten Dodge, er war als Funkwagen ausgerüstet, in Oberau bei Staffelstein stehen. Der Kühler war kaputt.
Mein Vater wurde 1946 zum stellvertretenden Landrat des neu gebildeten Landkreises Staffelstein gewählt, ließ den Dodge reparieren und nach Schottenstein bringen. Hier wurde er in der Dreschmaschinenhalle am Tischersee untergestellt. Der Dodge musste ab und zu einmal bewegt werden. Das machte ein Praktikant. Mit dem Dodge kam man überall hin, denn er war gut geländegängig.
Zwischenzeitlich wurden Verhandlungen mit der Firma Amag-Hilpert in Bayreuth aufgenommen. Diese Firma baute Pumpen und rüstete Fahrzeuge zu Feuerwehrfahrzeugen um. Das Auto wurde dorthin gebracht und umgerüstet. Als es fertig war kam es zurück nach Schottenstein und diente lange Jahre als leistungsfähigstes Feuerwehrauto im Landkreis. Der Dodge und seine Mannschaft bewährte sich bei zahlreichen Bränden .Das Auto verrichtet heute noch als Oldtimer neben einen neuen Fahrzeug, seine ihm zugedachten Dienste.
In den 70 er Jahren wurde das Fahrzeug von Mitgliedern der Schottensteiner Feuerwehr überholt. Große Unterstützung erhielt die Feuerwehr durch Spezialisten der US Division in Bamberg. Sie waren bei der Beschaffung von Ersatzteilen behilflich und standen mit Rat und Tat immer zur Verfügung.

Manöver in unserem Gebiet
Nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen aus Thüringen im Sommer 1945 fanden hier entlang der "Zonengrenze" wie es nun hieß immer wieder Manöver statt. Es wurden Grenzzäune errichtet und der "Kalte Krieg" warf seine Schatten voraus. Auf beiden Seiten, im Westen wie im Osten wurde aufgerüstet.
Nachdem sich zwei Deutsche Staaten gebildet hatten wurden auf beiden Seiten junge Männer zum Wehrdienst eingezogen. Bei uns wurde die Bundeswehr gegründet, zuvor hatte sich der Bundesgrenzschutz gebildet. Auf östlicher Seite wurde die Nationale Volksarmee und die Grenztruppen aufgestellt.
Bei uns wurde der Bundesgrenzschutz durch Einheiten der Amerikaner die in Bamberg stationiert waren unterstützt. Teile davon wurden in Abständen immer wieder von Bamberg nach Coburg verlegt und waren in einem Kasernen Gebäude untergebracht. Von hier aus wurde die Grenze Tag und Nacht abgefahren und überwacht.
Um diese Einheiten einsatzfähig zu halten, wurden übers Jahr verteilt Manöver abgehalten, die sich bis an die Grenze erstreckten.
In den 50er Jahren übten Panzerverbände hier in unserem Gebiet. Bei Schloss Wiesen wollten sie die Rodach überqueren. Der Fluss war an manchen Stellen nur 2-3 Meter breit. Ein kleiner Fluss eben. Doch die Tiefe ist unterschätzt worden. Ein Panzer wollte in voller Fahrt den Fluss überqueren und versank bis auf ein kleines freies Stück vom Turm im Wasser! Nur die Kanone und der Turm schaute noch etwas heraus. Zwei Soldaten der Besatzung konnten sich gerade noch retten, aber der Fahrer kam nicht mehr heraus und ist dabei ertrunken!
Über mehrere Tage erstreckten sich dann die Bergungsarbeiten des Panzers. Wir Buben waren natürlich dabei. Der Panzer im Fluss staute dort das Wasser der Rodach so auf, das der Fluss über die Ufer trat und die Wiesen dort überschwemmte. Das erschwerte die Bergungsarbeiten! Der Wiesengrund dort glich eher einen umgepflügten Sumpfgebiet, als einer Wiese!
Die Manöver nahmen mit der Zeit zu. Bei uns auf den Höhen wurden schwere Kanonen aufgestellt. Die Besatzungen und andere Truppen lagerten in den Waldgebieten.
Scheinbar war das gebiet bei der Tischerlinde beliebt, denn dort standen manchmal eine Funkeinheit oder eine Feldküche.
Beliebt bei den Soldaten war das in Schottenstein selbst gebraute Bier, sowie der Schnaps..."Schottensteiner Südhang"...Dafür bekamen die Kinder Dosen mit Keksen und allerlei anderen Essbaren. Die Soldaten gingen in die Gasthäuser des Ortes. Beliebt war Gastwirtschaft Schleicher. Dort aßen sie Schnitzel mit Pommes. Was war an diesen Tagen in der Ortschaft geboten....der Dollar stand gut!.....
Einige Male kamen Fusstruppen ins Dorf. Sie wurden an die Grenze nach Rodach gebracht und mussten zu Fuss von dort nach Bamberg in die Kaserne zurück laufen.
Solche Märsche wurden auch im Winter durchgeführt. Es war damals sehr kalt, als so eine Einheit am Abend nach Schottenstein kam. Der Bürgermeister fragte an, ob wir die Truppe bei uns unterbringen könnten?
Es waren rund 50 Soldaten und einige Offz. Die Soldaten wurden in allen heizbaren Räumen untergebracht, die Offz. schliefen bei uns im Haus. Einige konnten sich in Deutsch unterhalten. Es wurde Kaffee getrunken und es war ein schöner Abend, den wir da mit den fremden Soldaten erlebten. Durch diese Einquartierung war natürlich einiges in der Ortschaft geboten und auch das Gasthaus war damals gut besucht.
Am nächsten Morgen wurden große Mengen Kaffee gekocht und große Mengen an Eiern mit Schinken in die Pfannen gehauen.
Die Soldaten nahmen danach Aufstellung, die Offz. bedankten sich für die freundliche Aufnahme und die Einheit zog in Richtung Bamberg davon.Sie hatten auch ein Auto dabei, was Fusskranke aufnehmen konnte.

Dieser Bericht, soll durch Aussagen von Zeitzeugen weiter geschrieben werden.
Donnerstag 10. Mai 2001 Kurt Schramm, Altenberg 4 Schottenstein 96274 Itzgrund

Leider konnte dieser interessante Bericht nicht mehr vollendet werden!

gerd Offline



Beiträge: 4.396
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01.01.2013 18:10
#17 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Wer den besagten Dodge der Schottensteiner Feuerwehr sehen will, bei Google eingeben "Feuerwehr Schottenstein" da ist das Fahrzeug abgebildet.

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.753
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01.01.2013 19:56
#18 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Ja Gerd, das war ein spannender Zeitzeugenbericht vom bereits verstorbenen Zeitzeugen Kurt Schramm, den Du hier im Forum aufbereitet und damit vielen Forumslesern zugänglich gemacht hast.

Wenn man diese Erinnerungen der dabei Gewesenen nicht irgendwo festhält, gehen sie verloren (eben weil die Zeitzeugen dieser Epoche nach und nach versterben).

Ähnliches über die letzten Kriegstage habe ich auch in meinen Zeitzeugenbefragungen zur Radarstation erfahren (Naja, Schottenstein und Watzendorf/Neuses an den Eichen/Gossenberg liegen ja auch nah beieinander).

Noch eine Frage an Dich: Weißt Du, ob Dein (bereits verstorbener) Zeitzeuge Kurt Schramm aus Schottenstein und mein Zeitzeuge Hilmar Schramm aus Neuses a.d.E. verwandt sind?


Und weil der Feuerwehr-Dodge von Schottenstein so schön ist, hier im Forum noch ein Foto:

gerd Offline



Beiträge: 4.396
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01.01.2013 20:27
#19 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Hallo Rolf, zu den Schramms kann ich leider nichts sagen. Das müsste aber leicht zu erfahren sein?

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.753
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05.06.2016 15:51
#20 RE: Kriegsende Coburger Land - Schottenstein Zitat · antworten

Zitat von gerd im Beitrag #16


DAS ERBE
Nach dem Abzug der Amerikaner ließen sie einen defekten Dodge, er war als Funkwagen ausgerüstet, in Oberau bei Staffelstein stehen. Der Kühler war kaputt.
Mein Vater wurde 1946 zum stellvertretenden Landrat des neu gebildeten Landkreises Staffelstein gewählt, ließ den Dodge reparieren und nach Schottenstein bringen. Hier wurde er in der Dreschmaschinenhalle am Tischersee untergestellt. Der Dodge musste ab und zu einmal bewegt werden. Das machte ein Praktikant. Mit dem Dodge kam man überall hin, denn er war gut geländegängig.
Zwischenzeitlich wurden Verhandlungen mit der Firma Amag-Hilpert in Bayreuth aufgenommen. Diese Firma baute Pumpen und rüstete Fahrzeuge zu Feuerwehrfahrzeugen um. Das Auto wurde dorthin gebracht und umgerüstet. Als es fertig war kam es zurück nach Schottenstein und diente lange Jahre als leistungsfähigstes Feuerwehrauto im Landkreis. Der Dodge und seine Mannschaft bewährte sich bei zahlreichen Bränden .Das Auto verrichtet heute noch als Oldtimer neben einen neuen Fahrzeug, seine ihm zugedachten Dienste.
In den 70 er Jahren wurde das Fahrzeug von Mitgliedern der Schottensteiner Feuerwehr überholt. Große Unterstützung erhielt die Feuerwehr durch Spezialisten der US Division in Bamberg. Sie waren bei der Beschaffung von Ersatzteilen behilflich und standen mit Rat und Tat immer zur Verfügung.
............



Ich besuchte heute das große Feuerwehrfest in Beuerfeld (150 Jahre Feuerwehr Beuerfeld); der Festumzug bestand aus 60 Feuerwehrgruppen.
Im Rahmen des Festumzuges führte die Feuerwehr Schottenstein auch ihr historisches DODGE-Feuerwehrfahrzeug mit.
Ich befragte den zuständigen Feuerwehrler und Fahrer zur Geschichte dieses Fahrzeuges und bekam etwas abweichende Informationen im Vergleich zu oben:

Die Erstzulassung dieses Fahrzeuges erfolgte am 01. Juli 1942. Bis Kriegsende 1945 sei dieses Fahrzeug zur Gegenspionage in Deutschland eingesetzt gewesen (was mit Gegenspionage gemeint ist, konnte mir nicht genau erklärt werden).
Nach Kriegsende kam dieses Fahrzeug in Nürnberg zur Versteigerung. Ersteigert hat es Freiherr Otto von Dungern, Besitzer des Landgutes Oberau/Staffelstein.
Hier wurde der Dodge (noch im Outfit des amerikanischen Armeefahrzeuges) in der Landwirtschaft verwendet mit Anhängerkupplung und Anhänger.
Im Rahmen der Währungsreform 1948 wurde dieses Fahrzeug zur Verteilung der DM-Banknoten in den Landkreisen Lichtenfels und Staffelstein (oder sogar noch im weiteren Umfeld) eingesetzt.
Dann erwarb der Landkreis Staffelstein unter dem Landrat Oskar Schramm (der aus Schottenstein stammte) diesen Dodge von Freiherrn Otto von Dungern und ließ ihn für die Feuerwehr Schottenstein in Bayreuth bei der Firma Paul Ludwig zum Feuerwehrauto umbauen.
In der Gemeinde Schottenstein tat er dann vom 17.08.1951 bis 1981 seinen Dienst als Feuerwehrauto.

Hier ein paar aktuelle Fotos dieses historischen Dodge Feuerwehrautos vom heutigen Feuerwehrfest in Beuerfeld:

JohnnieWalker Offline



Beiträge: 6
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05.07.2017 12:52
#21 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Hallo Gerd,

kannst du mir vllt mehr über dieses TännigHolz und Tännigsacker verraten ?
Was in dem Post nummer 6 beschrieben wird.

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.753
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05.07.2017 18:07
#22 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Zitat von JohnnieWalker im Beitrag #21

......
kannst du mir vllt mehr über dieses TännigHolz und Tännigsacker verraten ?
.......


Mal in alte Flurkarten schau'n (westlich von Schottenstein):



Vielleicht weiß Gerd noch mehr

JohnnieWalker Offline



Beiträge: 6
Punkte: 8

05.07.2017 22:55
#23 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Danke dir

gerd Offline



Beiträge: 4.396
Punkte: 4.498

07.07.2017 10:34
#24 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

....wie ich vermutet hatte (und Rolf das anhand einer alten Landkarte bestätigt)liegt das Flurstück westlich von Schottenstein...
"Siemauer Höhe"...woher Schramm wusste das auf besagter Höhe Flak gewesen sein soll????

Rolf Metzner Offline




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28.04.2018 18:40
#25 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Eine Mail an Gerd vom 27.04.2018:

Hallo Herr Bieler,

über die Seite
Kriegsende Coburger Land-Schottenstein
habe ich einige 'Zeitstempel' für mein Leben in Herreth erhalten.
Bin Jahrgang 1939 und kam im März(?) 1945 mit meiner Mutter als Flüchtling in Herreth an.
Trotz meiner damaligen 5 Lebensjahre kann ich mich noch gut an das Kriegsende und die Vorkommnisse in diesem Dorf erinnern, im welchem ich zumeist meine Jugend- und Lebenszeit pp. bis 1964 verbrachte.
Seitdem lebe ich in Elmshorn, 30 km hinter Hamburg.

Ich danke erst einmal für Ihren Bericht, habe den abgeschossenen Bomber miterlebt und den Umgang des deutschen Militärs mit der überlebenden Besatzung.
Einige Zeit vor diesem Absturz wurden halbverhungerte russische Gefangene Richtung Staffelstein durch das Dorf 'getrieben'. Das hartherzige Verhalten der Bauern denen gegenüber verfolgt mich bis ins hohe Alter.
Auch der 'Durchmarsch' der amerikanischen Armee (Panzer) ist mir noch bildlich in Erinnerung.

Ach, warum ich ihnen schreibe; wollte mich ja nur für ihren o.g. Beitrag bedanken. Bessere Literatur hierzu konnte ich im Netz nicht finden.

Freundlicher Grüße,
Mathias Fuhrmann

gerd Offline



Beiträge: 4.396
Punkte: 4.498

01.05.2018 20:04
#26 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Wer den längeren Bericht über das Kriegsende in Schottenstein gelesen hat, welcher aus der Feder vom verstorbenen Herrn Schramm /Schottenstein stammt und den er mir freundlicherweise überlassen hatte, dem dürfte auch die Geschichte des US Amerikanischen Bombers bekannt sein, welcher bei Herreth abstürzte.
Im Buch: "Der Luftkrieg in Nordostbayern" kann man über diesen Bomber folgendes nachlesen:
Am 8.4.1945 flog die US Luftwaffe einen Angriff auf die Stadt Hof, dabei wurde die Gegend um den Hauptbahnhof-Alsenbergerstrasse-schwer getroffen.
Da zu diesen Zeitpunkt in Hof noch Flakeinheiten und zusätzlich Eisenbahnflak vorhanden war (mehrere Zeitzeugen bestätigen das) ,erklären sich die Abschüsse von Bombern des Typs B-17 G die zur BG(Bomber Group) 486-487 gehörten.
Einer dieser Bomber stürzte bei Herreth ab. Ein Absturz folgte an der Straße nach Trogen. Drei weitere B 17 stürzten in Thüringen bei Effelder, Ruderitz und Heinersgrün ab. Zwischen Trogen und Feiliztsch bei Hof soll es noch zu heftigen Luftkämpfen der Deutschen Luftwaffe mit den Bomberverbänden gekommen sein.
Der Zeitzeuge M. Fuhrmann, welcher mir am 27.4.eine email zukommen ließ, erinnert sich zu dem Absturz in Herreth:

Den Absturz, verbunden mit Brummen und Krach(Explosionen?),habe ich mitbekommen. Die Stelle wurde aber von unseren Soldaten abgesperrt, sodass nicht einmal wir Kinder uns hinmogeln konnten. Wieviel Personen da umgekommen sein sollen....,ich wusste davon gar nichts bzw. nicht die Anzahl. Das alle Fenster im Ort geborsten sein sollen, davon sah ich auch nichts!
Zumindest der größte Teil des Dorfes lag nicht auf/in Sichtweite der Absturzstelle, sondern tiefer. An irgendwie größere Schäden kann ich mich nicht erinnern.
Lange Zeit lagen die Flugzeugteile herum, die größeren Teile waren aber m.W. von unseren Militär entfernt worden.
Noch viele Jahre fand man an der Absturzstelle MG Munition und auf einen Luftbild (Google) kann man die Absturzstelle erahnen.
Kurze Zeit nach dem Absturz der B 17 (es wimmelte hier von deutschen Militär),kam ein deutsches Militärfahrzeug mit offenen Verdeck aus Richtung
Gleußen angefahren. Auf dem Rücksitz saß m.E. nach ein Soldat der Flugzeugbesatzung, ein Auge hing heraus und baumelte in seinem Gesicht....das Fzg. fuhr in Richtung Staffelstein davon.
F.folgt

gerd Offline



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01.05.2018 21:55
#27 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Einige Tage später errichteten Dorfbewohner in einer unübersichtlichen Kurve im Dorf eine Panzersperre aus Baumstämmen. Aus Richtung Staffelstein kamen junge Burschen mit Fahrrädern und Panzerfäusten auf dem Rücken und fuhren in Richtung Gleussen. Kurze Zeit danach hörte man aus dieser Richtung
MG Feuer.
Nach kurzer Diskussion bauten daraufhin die Dorfbewohner/Honoratioren die Panzersperre wieder ab und schon kamen die ersten amerikanischen Panzer angerollt. Auf dem ersten Panzer befanden sich zwei der "Panzerfaustjünglinge" mit ihren Fahrrädern, m.E. als Warnung.(Solche Dinge wurden von den Amerikanern gerne gemacht, deutsche Landser als "Lebende Schutzschilde " auf ihren Fahrzeugen vorne Platz nehmen zu lassen!...G.B!)
Bei jeden Panzer der nun vorüber kam ,hoben die Honoratioren ihre Arme gleichzeitig hoch, ergaben sich.....für uns Kinder witzig anzusehen....
Irgendwelche großen Verluste gab es auf keiner Seite!
Bevor die Panzer auf der Landstraße ankamen , hatten schon zwei andere die Mitte des Dorfes über einen Feldweg erreicht.
Somit war die "Eroberung" von Herreth wohl vorbei.

gerd Offline



Beiträge: 4.396
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16.05.2018 16:30
#28 RE: Kriegsende Coburger Land-Schottenstein Zitat · antworten

Zu meinen Bericht vom 1.5. finde ich noch folgenden Hinweis....
Eine B 17 versucht das Zielgebiet in Richtung Trogen zu verlassen . Sie wird an der linken Tragfläche, wo ihre Innen- und Außenflügeltreibstofftanks liegen, getroffen. Die Maschine fängt Feuer . Kurze Zeit später greift das Feuer auch auf die gesamte rechte Tragfläche über. Der Bomber gerät außer Kontrolle und dreht sich um die Längsachse. Besatzungsmitglieder versuchen auszusteigen. Einigen gelingt es von der Maschine freizukommen und mit dem Fallschirm abzuspringen. Danach explodiert die B 17.Die Trümmer gehen entlang der Straße Hof-Trogen nieder. Der Maschinengewehr-Heckstand des Bombers schlägt in einem Bauernhof auf und verursacht dort einen lokalen Brand. Ein Augenzeuge berichtet von einem kurzen Feuergefecht zwischen Soldaten der Wehrmacht und Besatzungsmitgliedern einer B-17,die sich der Gefangennahme entziehen wollten. Dabei kommen Angehörige der Bomberbesatzung ums Leben. Am Abend des 8.April 1945 werden insgesamt 16 abgeschossene Flieger in der Arrestzelle der Hofer Kaserne untergebracht. Um 12.17 Uhr begann der Angriff auf Hof, um 12.26 Uhr fliegen die restlichen Bomber zurück nach Südostengland, nicht jedoch, ohne vorher die Wirkung des Bombardements fotografisch festzuhalten.
16 Amerikanische Flieger gehen in Gefangenschaft, drei Gefallene Besatzungsangehörige werden auf dem Friedhof in Trogen bestattet und später auf einen amerikanischen Kriegsgräberfriedhof umgebettet.
Am 9.4.1945 erscheint ein Lightning Fotoaufklärer der 13. Squadron über dem Bahnhofsgelände von Hof und schießt bei klaren Wetter Wirkungs-Bilder, die das Ausmaß der Zerstörungen im Bahnhofsbereich und in den angrenzenden Wohn und Industrievierteln deutlich machen.
(Hierüber existieren zahlreiche Bilder Stadtarchiv Hof)

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