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Dieses Thema hat 64 Antworten
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 Die Geschichte Coburger Straßen
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gerd Offline



Beiträge: 4.384
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22.01.2013 18:22
#31 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Wo war denn der Mundt in der Herrengasse?...Nabul,nabul....

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.638
Punkte: 1.658

22.01.2013 18:49
#32 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Zitat von gerd im Beitrag #31
Wo war denn der Mundt in der Herrengasse?...


Die Annahmestelle der Reinigung Mundt war damals in der Herrngasse 10 neben Friseur Sehatschek (mit dem Töchterchen des Friseurmeisters Sehatschek habe ich in meiner blühenden Jugend Tanzstunde bei der Margarete Rautenberg gemacht; Abholen zum Mittel- und Abschlussball mit Rosenstrauß bei den Eltern war obligatorisch).

Das Haus Herrngasse 10 hatte es ja auch beim Großfeuer Pfingsten 2012 erwischt.

Herrngasse10, Reinigung Mundt und Friseur Sehatschek.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Herrngasse 10 Großfeuer Coburg Pfingstmontag 2012 _.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Man kann auf den Fotos erkennen, dass es im Erdgeschoss 2 Geschäfte (Reinigung Mundt und Friseur Sehatschek) gegeben hat.


Habe hier ein Foto von der Herrngasse aus den 1960er-Jahren; da ist das Friseurschild von Sehatschek noch zu erkennen (zumindest zu erahnen).
Herrngasse 10 ist das übernächste Haus nach der Loreley:

Herrngasse 1960er.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Online



Beiträge: 5.713
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22.01.2013 20:13
#33 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Damit ist ein weiteres Geschäft gefunden worden!

Phoenician Offline



Beiträge: 224
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23.01.2013 04:23
#34 RE: Herrngasse Zitat · antworten

... und hier sind die beiden noch fehlenden Geschaefte. Albert Kolb, Herrngasse 19, sowie Julius Pechauf, Herrngasse 12. Die extrem blassen Werbungen (waren in hellblau gedruckt) sind der 1852/1952 Festschrift des Alexandrinums entnommen.

Angefügte Bilder:
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 Kolb.jpeg  Pechauf.jpeg 
Christian Online



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24.01.2013 13:15
#35 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Ich habe wieder mal eine Interesse Info erhalten. Sie stammt aus dem Buch "Das Bürgerhaus im westlichen Oberfranken" von Wolfram von Erffa. Er befasst sich dabei auch mit dem Haus Herrngasse 4 (Fremdenverkehrsamt). Darin heißt es wörtlich: "Im Keller wurde nach Angabe der Hausbesitzerin um die Jahrhundertwende ein unterirdischer Gang zugeschüttet, der zur Hofapotheke geführt haben soll."

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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24.01.2013 17:35
#36 RE: Herrngasse Zitat · antworten

War das Gebäude Herrngasse 4 nicht einmal die "Trinkstube" von Johann Casimir?

Christian Online



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24.01.2013 17:44
#37 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Richtig, von 1601 bis 1604 war in einem Seitenflügel des Gebäudes die fürstliche Trinkstube untergebracht.

Zugereister Offline



Beiträge: 268
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24.01.2013 19:29
#38 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Christian Boseckert (Coburg): Die fürstliche Trinkstube zu Coburg. (Coburger Geschichtsblätter 2012, Seite 9 bis 14)

faraway Offline




Beiträge: 1.235
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25.01.2013 03:42
#39 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Zitat
Albert Kolb, Herrngasse 19,



Na also, jetzt weiss ich wenigstens den Namen auch wieder. Dort haben mein Zukuenftiger und ich unsere Ringe gekauft. Herr Kolb hat uns extra noch nach Geschaeftsschluss reingelassen, weil wir beide erst nach Dienst-Geschaeftsschluss kommen konnten. Ob das wohl heute noch moeglich waere?

Angelika

Christian Online



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25.01.2013 09:19
#40 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Zitat von Zugereister im Beitrag #38
Christian Boseckert (Coburg): Die fürstliche Trinkstube zu Coburg. (Coburger Geschichtsblätter 2012, Seite 9 bis 14)



Näheres ist dort zu lesen.

Christian Online



Beiträge: 5.713
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25.01.2013 09:20
#41 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Ich glaube, das wäre bei einem heutigen Juwelier auch noch möglich - vorausgesetzt er glaubt, dass er wertvolle Stücke verkauft.

Christian Online



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25.01.2013 17:18
#42 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Eine Altaufnahme des Hauses Herrngasse 17 um 1900 herum (Man siehe das Geschäft!)

Herrngasse 17 A.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Sammlung Boseckert

Christian Online



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14.02.2013 17:29
#43 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Auszüge aus dem Aufsatz von Ernst Eckerlein über die Herrngasse:

Zunächst zum Haus Herrngasse Nr. 5
In dem Haus Nr. 5 (wie Nr. 3 Modegeschäft Reuther, vorher WEKA und Kaufhaus "Zum Mohren") befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Wagnersbrauerei, die erstmalig in Coburg ihren Kessel mit Kohlen heizte und mit dem Kohlenrauch die Nachbarn belästigte. Aus Gründen des Umweltschutzes verlegte sie daraufhin ihren Betrieb in den Neuen Weg. Ältere Coburger erinnern sich noch, daß dort beim Judenberganfang die Gastwirtschaft "Wagnersbrauerei" zu finden war.

Anmerkung von mir: Das Gebäude war ein Gasthaus mit Braurecht. Dieses Lokal hörte aber bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf zu existieren. Das Gebäude selbst gehörte seit 1976 zum Komplex des Kaufhauses "Zum Mohren", später WEKA.

Man möge sich das heute mal vorstellen: Eine Brauerei in der Herrngasse!

Bild2 398.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Fortsetzung folgt.

Christian Online



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16.02.2013 16:42
#44 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Auszüge aus dem Aufsatz von Ernst Eckerlein über die Herrngasse

Zur Herrngasse Nr. 7
In dem Haus Nr. 7 wohnten zur Zeit Casimirs zwei seiner Räte. Die Aufgaben, die Casimir während seiner Regierung in Angriff nahm und durchführte, konnte er nicht allein vollbringen. Er brauchte die Mitarbeit von Helfern und Ratgebern. Dazu gehörte Dr. Volkmar Scherer, geboren 1550, der die Erbschaftsangelegenheiten zwischen Casimir und seinem Bruder Johann Ernst regelte, die Finanzlage des Herzogtums verbesserte und bei der Gründung des Gymnasiums mitwirkte. Der zweite herzogliche Rat, der im Hause Herrngasse Nr. 7 wohnte, war Ernst Fohmann, geboren 1570. Er war Kanzler und Leiter der Justizverwaltung (vergleichbar einem Ministerpräsidenten der in Personalunion das Justizministerium leitet). An den etwa 40 Hexenprozessen, die während der Regierungszeit Casimirs in Coburg noch stattfanden, war Fohmann maßgeblich und unrühmlich beteiligt.

Das alte Haus Herrngasse Nr. 7 wurde 1989 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. In diesem befindet sich das "fugenlos", eine Ausstellungsfläche der Hochschule Coburg.

Christian Online



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19.02.2013 19:35
#45 RE: Herrngasse Zitat · antworten

Ernst Eckerlein beschäftigt sich bei seinem Spaziergang durch die Herrngasse auch mit dem Zeughaus (Nr. 11)

"Dieses Bauwerk ist in den Jahren 1616 bis 1621 nach den Plänen des Architekten und Malers Peter Sengelaub errichtet worden. Es ist ein massiver Bau. Gestaltung und Schmuck sind schlichter als bei der casimirianischen Kanzlei auf dem Markt, dem ehemaligen Regierungsgebäude und jetzigen Stadthaus. Das Äußere des Zeughauses entspricht einem Magazingebäude, in dem damals reiche Bestände an Waffen und Kriegsmaterial aufbewahrt wurden. Die riesigen Rüstkammern sind 1632 von Wallensteins Truppen geplündert worden. Was übrig blieb, wurde hinauf auf die Veste geschafft. Aber nach dem Krieg füllten sich im Zeughaus die Säle und Gewölbe wieder mit Rüstungsgegenständen aller Art. Im Erdgeschoss stand der Fuhrpark des Hofes. Die Hofbüttnerei war ebenfalls dort untergebracht und fertigte die Weinfässer für den fürstlichen Weinkeller. Ehe die Firma Wein-Oertel um 1885 in die Keller einzog, wurden diese von einer Champagnerfabrik genutzt. Im Jahre 1683 entstand in oberen Teilen des Zeughauses ein Theater, das Platz für einige hundert Personen bot. Bis zum Jahre 1783 waltete dort die Muse. Schon vor dem Jahre 1900 ist das Zeughaus in den oberen Räumen zu einem Amtshaus umgestaltet worden, in dem das Landratsamt, die Staats- und Domänenkasse, die herzogliche Generalkasse sowie die Staatsbibliothek zeitweilig zusammen untergebracht waren. Um zu den Behörden zu kommen, mußte man eine steinerne Wendeltreppe hinaufsteigen. (...) Vor 1900 konnte man im Zeughaus auch hochwertige Möbel kaufen. Damals hatte die über Coburgs Grenzen hinaus hochangesehene Möbelfabrik Hoffmeister & Grasser, die in der Hinteren Kreuzgasse 7 ihre Fabrikräume besaß, im Erdgeschoss ihre Verkaufsräume. Später wurde dort das Eichamt untergebracht. Dieses ist jetzt nur noch eine Nebenstelle von Bamberg."

Im Zeughaus ist seit 1989 das Staatsarchiv Coburg untergebracht.

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