RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#141 von Christian , 23.03.2016 19:04

Eine Stellungnahme Gerd Melvilles gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

https://br24.de/nachrichten/Bayern/histo...oene-geschichte


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#142 von Christian , 23.03.2016 20:25

Wie die Neue Presse Coburg mitteilt, hat sich Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha für eine Aufarbeitung der Coburger NS-Vergangenheit und damit gegen die Haltung seiner Stadtratsfraktion ausgesprochen. Der Urenkel Herzog Carl Eduards nahm an der Abstimmung über die Historikerkommission am vergangenen Donnerstag nicht teil.


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#143 von Stammbus , 23.03.2016 20:49

Ich habe den Artikel nicht lesen können, da er nur für Abonnenten zugänglich ist.

Noch überzeugender wäre er aber sicherlich (wenn er es nicht tut), wenn er aus dem ja nicht unbeträchtlichen Vermögen des "Hauses Coburg" einen Beitrag zu den Kosten beisteuern würde.

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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#144 von Christian , 24.03.2016 18:49

Kurze Zusammenfassung des Artikels:

"Ich stimme mit meinen CSU/JC-Stadtratsfraktionskollegen überein, dass die derzeit wichtigste Aufgabe in Coburg eine Konsolidierung des Haushaltes ist."

Deshalb ist es für ihn nachvollziehbar, "dass die CSU/JC-Fraktion geschlossen gegen eine derzeitige Aufarbeitung der Coburger Geschichte gestimmt hat."

ABER

"Er trage als Stadtrat, insbesondere aber als Nachfolger der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha, eine besondere historische Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Stadt und Ihrer Geschichte. Eine dezidierte, lückenlose Aufarbeitung, insbesondere der jüngeren Geschichte seit 1900, ist vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Diskussionen im Stadtrat notwendig und unausweichlich."

Als weiteren Grund führte Hubertus die wissenschaftliche Biografie Prof. Dr. Hubertus Büschels über Herzog Carl Eduard an, die im Mai erscheinen wird.

"Wir wollten eine möglichst umfassende und lückenlose Darstellung der Person meines Urgroßvaters erreichen."

"Deshalb halte er den Zeitpunkt für richtig, sich auch mit der Geschichte der Stadt Coburg insgesamt im Detail auseinander zu setzen."

Zudem hat der Prinz der Kommission seine Unterstützung zugesagt. "Meine Familie und unsere Verwaltung werden bei der Aufarbeitung der Geschichte der Stadt Coburg gern unsere vorhandenen Archivmaterialien zur Verfügung stellen. Denn auch hier habe eine lückenlose und umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit oberste Priorität."


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#145 von Gelöschtes Mitglied , 25.03.2016 17:09

Na so ein Zufall, dass euer Hochwohlgeboren seine Stadtratspflichten ausgerechnet an dem Tag, wo die Abstimmung war nicht wahrnehmen konnte. Das mit dem Buch ist doch lächerlich, das ist doch keine Aufarbeitung, das steht alles schon lückenlos in Hitlers Herzog.

Stammbus hat völlig recht, der sollte aus seinem enormen Vermögen der Stadt was geben um die Aufarbeitung voran zu treiben. Das wäre mal eine Geste für die Opfer seines Vorfahren.


RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#146 von Stammbus , 25.03.2016 20:26

Zitat von Albert77 im Beitrag #145


Stammbus hat völlig recht, der sollte aus seinem enormen Vermögen der Stadt was geben um die Aufarbeitung voran zu treiben. Das wäre mal eine Geste für die Opfer seines Vorfahren.


Damit ich aber nicht missverstanden werde: Ich bin trotzdem dafür, dass die Stadt das Geld ausgibt, auch wenn der Urenkel nichts von seinem Reichtum, den der Urgroßvater kraft Geburt erworben hat, dazu gibt.

Insofern stimme ich Christian völlig zu.

Hinsichtlich Hitlers Herzog finde ich die Bemerkung interessant, dass jetzt eine "wissenschaftliche" Biografie erxcheinen soll. Sollte das eine Distanzierung des Hauses Coburg gegenüber Harald Sandner sein? Meine Einschätzung zu Sandners Buch ist auf Amazon als Rezension nachzulesen. http://www.amazon.de/gp/customer-reviews...#R3T45RIX4PZWIR


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#147 von Christian , 25.03.2016 20:28

Lieber Albert77,

anscheinend haben sie "Hitlers Herzog" nicht gelesen, sonst würden sie nicht so eine Stellungnahme abgeben. Denn ihre Behauptungen hat sich nicht einmal Herr Sandner zueigen gemacht. In einem Interview mit dem Coburger Tageblatt vom 19./20.3.2011 erklärte der Autor im Gespräch mit Simone Bastian: ""Ich bin kein Historiker", sagt Sandner von sich selbst. Er will Carl Eduards Leben nicht bewerten, nicht einordnen. "Dass überlasse ich den Historikern und der veröffentlichten Meinung.""

Nun kommt ein Historiker und bewertet das Leben Carl Eduards und ordnet es in einen größeren Kontext ein. Und da sagen sie, das ist "lächerlich", da alles "lückenlos" in "Hitlers Herzog" schon geschrieben steht. Den Widerspruch müssen sie mir mal erklären!

Die Aussagen von Prinz Hubertus hier heranzuziehen, ist ebenso falsch. Bisher hat noch niemand das Buch von Hubertus Büschel gelesen. Also kann es niemand auf seinen Inhalt beurteilen. Außerdem darf es auch einem ehemals regierenden Haus erlaubt sein, Wünsche bezüglich einer Publikation zu äußern, die in der Vergangenheit nicht erfüllt worden sind.


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#148 von Stammbus , 25.03.2016 20:33

Was ich zudem immer nicht verstehe, warum der Landkreis sich da nicht beteiligt. Das "Herzogtum Coburg" bestand ja nicht nur aus der Stadt.


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RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#149 von Gelöschtes Mitglied , 26.03.2016 10:13

Stammbus hat Recht, der LK sagt da gar nichts dazu, da gabs auch genügend Nazibonzen.

Was Büschel betrifft darf man gespannt sein, was er neues aus dem Leben von Carl Eduard gefunden hat, was nicht schon in Hitlers Herzog steht. Vielleicht war er ja doch im Widerstand . Der "Historiker" Büschel kommt vielleicht zu dem Schluss, dass der Arme das alles gar nicht gewollt hat und selber ein Opfer und kein Täter war und bla. Kann mir nichts anderes vorstellen, denn er hat den Auftrag zum Buch vom "Herzogshaus" bekommen. WES BROT ICH ESS DES LIED ICH SING !!!

BTW: aus anderen Foren kenn ich, dass sich der Admin bei diskussionen sehr zurückhält und nur eingreift wenns aus dem Ruder läuft. Bei ihnen kann ja gar keine Diskussion unter den Mitgliedern aufkommen, weil sie gleich selber alles kommentieren. Bisschen Ball flach halten. Weniger ist mehr.

In dem sinne, frohe Ostern!


RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg

#150 von Christian , 26.03.2016 11:07

Ach wissen sie Albert77,

ich würde mich gerne zurückhalten. Aber bei den Halbwahrheiten und populistischen Aussagen, die sie treffen, kann man nur mit Fakten dagegen halten um einen vollständigen Blick auf das Thema zu bekommen. Das Ihnen das nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Schon allein dass sie keine Antwort auf meine Fragen geben können oder wollen, belegt dies auf beeindruckender Weise. Weil es sie dahingehend entlarvt, dass sie an einer objektiven Darstellung der Geschichte kein Interesse zeigen. Da ist es leichter mit einem vorgeschobenen Argument, dem Admin den Mund zu verbieten um sich den unbequemen Fragen zu entledigen.

Im Übrigen ähneln sie in Argumentation und Duktus ihrer Beiträge sehr stark an denen von Herrn Sandner, den sie hier zumindest sehr stark nachahmen.


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