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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.814
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22.05.2015 16:12
#46 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Mich würde gar nicht wundern, wenn es demnächst eine "Michael-Stoschek-" oder gar "Max-Brose-Stiftung" gäbe, die finanziell großzügig eine wissenschaftliche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Coburgs unterstützen würde.
Als Ziel dieser "wissenschaftlichen Aufarbeitung" könnte vom Sponsor definiert werden: "qualifizierte Rückkehr in Stufe 2" (Verheimlichung/Vertuschung/Verharmlosung)!

Stammbus Offline



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22.05.2015 16:17
#47 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Vermutlich meint so mancher Coburger, die Vergangenheit sei dadurch bewältigt, indem das früher an prominenter Stelle unübersehbar befindliche Grab von Franz Schwede auf dem Friedhof am Glockenberg inzwischen aufgelassen wurde.

Christian Offline



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22.05.2015 17:48
#48 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zu den Besorgnissen, dass diese wissenschaftliche, unabhängige Aufarbeitung im Sande verlaufen könnte, kann ich nur sagen: Es gibt ein dutzend Historiker, die sich für dieses Thema interessieren und Forschung betreiben. Diese Arbeiten stehen dann im wissenschaftlichen Diskurs. Siehe die Beispiele Schöllgen und Sandner. Die Arbeiten beider Autoren wurden von der Wissenschaft abgelehnt. In ersterem Fall führt das jetzt dazu, dass sich unabhängige Historiker mit dem Thema beschäftigen. Nicht anders wird es sein, wenn die Aufarbeitung auf verkehrte Wege kommt.

Und dass es in diesem Fall auch virtueller Stammtischparolen gibt, ist nicht ungewöhnlich. Diese Personen nehmen ja auch nicht am wissenschaftlichen Diskurs teil.

Stammbus Offline



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23.05.2015 18:23
#49 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #48

Und dass es in diesem Fall auch virtueller Stammtischparolen gibt, ist nicht ungewöhnlich. Diese Personen nehmen ja auch nicht am wissenschaftlichen Diskurs teil.


Es gibt auch noch eine dritte Gruppe, die sagt: Jetzt ist die Diskussion geführt, "Schwamm drüber". Die ist noch größer und objektiv auch gefährlicher als die Stammtischparolenbrüder. Es ist auch klar erkennbar, dass Stoschek und Tessmer auf diese Gruppe setzen. Und dass diese Gefahr besteht, kann man auch dem Gastkommentar von Prof. Conze heute auf NP-Online (letzter Absatz) entnehmen http://www.np-coburg.de/meinung/meinung/...rt83488,4099457.

Coburg nennt sich zwar seit ein paar Jahren Hochschulstadt, ist aber keine Stadt, in der Wissenschaft, noch dazu kritische, einen besonderen Stellenwert hat.

Ich habe allerdings aus der Ferne den Eindruck, dass beide Coburger Tageszeitungen (die ich nur online und ohne Bezahlt-Zugang verfolge) den Kritikern des Beschlusses gut Raum gegeben haben. Das war nicht immer so bei solchen Diskussionen, wenn ich an früher denke. Und lässt erkennen, welche Qualität es gerade heute noch hat, wenn es zumal in einer kleineren Stadt noch zwei Tageszeitungen gibt. Das ist sehr selten geworden.

Ich behaupte mal: Es gibt nur wenige Städte in Deutschland, in denen ein solcher Stadtratsbeschluss möglich gewesen wäre. Auch konservativ geführte Städte wie Münster benennen Hindenburgstraßen um. In der Stadt Oldenburg, auch ein ehemaliges Großherzogtum und Hochburg des Nationalsozialismus (das Land Oldenburg war 1932 das erste Land im Deutschen Reich mit NSDAP-Mehrheit) wird diese Diskussion derzeit geführt. Die heutige Benennung einer Straße nach einem Wehrwirtschaftsführer wie in Coburg, noch dazu nach einer jahrelangen Diskussion und mit derart klar erkennbaren ökonomischen Hintergründen, wäre hier undenkbar, wahrscheinlich auch in den 1932/33 tiefbraunen Gebieten nördlich von Oldenburg (Ammerland, Wesermarsch), wo die NSDAP bis zu 80 % erzielte.

Ich hoffe, die (lt. NP von heute) 5.000 Spruchkammerakten im Staatsarchiv sind gut gesichert, auch für den Fall eines Feuers ...

Christian Offline



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23.05.2015 21:02
#50 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Naja da sind sie im Falle Brose zu spät dran. Du glaubst gar nicht wie viele Kopien im Umlauf sind.

Stammbus Offline



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23.05.2015 21:32
#51 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Muss man da denn nicht ein "berechtigtes Interesse" nachweisen, um Einsicht in eine bestimmte Akte zu erhalten oder gar Kopien zu fertigen?

Zudem Brose ja bei weitem nicht der einzige Nazi in Coburg war, dessen Nachkommen ein Vertuschungsinteresse haben könnten.

Christian Offline



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23.05.2015 21:41
#52 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Ja, und es gibt im Zusammenhang mit dem Datenschutz Sperrfristen. Die liegen aber lediglich auf 10 Jahre nach dem Tode des Betroffenen. Es gibt zu den Spruchkammerverfahren Findbücher, die nicht öffentlich einsehbar sind. Da hat nur der Archivar und seine Mitarbeiter Zugriff darauf. Sie sagen dann ob zu der betroffenen Person eine Akte oder nicht existiert. Bei einem positiven Treffer wird die Akte nochmal vom Archivleiter auf Einhaltung der Sperrfristen überprüft und dann dem Leser ausgehändigt. Der muss aber vorher einen Bestellschein mit Unterschrift ausfüllen, so dass die Benutzung ebenfalls dokumentiert wird.

Stammbus Offline



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23.05.2015 21:52
#53 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Danke, das ist in einem anderen Zusammenhang für mich eine sehr nützliche Information.

Stammbus Offline



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23.05.2015 22:18
#54 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Ein Münchner Freund aus meiner Nicht-Coburger Schulzeit hat mir eben diesen Artikel aus der "Süddeutschen Zeitung" von gestern gesandt, der sich wohl selbst kommentiert (siehe auch linke Spalte).

Dateianlage:
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coburgsz-1.pdf
Stammbus Offline



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24.05.2015 12:34
#55 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #44
Der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei (Universität Jena) hat gestern einen vielbeachteten Vortrag über die Entwicklung der Vergangenheitsbewältigung bezüglich des Nationalsozialismus gehalten.


Die Veranstaltung ist auch für Nicht-Tageblatt-Leser hier wieder gegeben: http://ng.infranken.de/epaper/EPaper/PHP...=&Display=print

Und über das internationale Medienecho sowie die (angeblichen) Beweggründe der Stadträte hier: http://ng.infranken.de/epaper/EPaper/PHP...=&Display=print

Sicherlich vor allem interessant für die hier mitlesenden "Exilcoburger".

Christian Offline



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27.05.2015 17:13
#56 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Wer glaubte, das Thema Max Brose sei erledigt, der sei eines besseren belehrt:

https://www.np-coburg.de/lokal/coburg/co...rt83423,4107380

In diesem von Prof. Schöllgen verfassten Artikel vertritt dieser die Ansicht, dass das Staatsarchiv Coburg die Spruchkammerakte von Max Brose manipuliert habe und so ihm Informationen vorenthalten wurden.

Offenkundig ist das eine indirekte Distanzierung seines Werkes!

Stammbus Offline



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27.05.2015 17:26
#57 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Leider ist der Artikel nur für Abonnenten zugänglich.

Meinst Du, eine Distanzierung von seinem Werk, oder sein Werk distanziert sich? Von wem dann? Von Max Brose / Michael Stoschek?

Hältst Du es für möglich, dass jemand aus dem Hause Brose für ihn die Kopie der Spruchkammerakte organisiert hat, um ihm den Weg von Erlangen nach Coburg zu ersparen, und "nicht so schöne" Bestandteile beim Kopieren "vergessen" hat.

Christian Offline



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27.05.2015 17:37
#58 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Also die Spruchkammerakte hatte er oder ein wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. studentische Hilfskraft bereits 2006 eingesehen. Die Firma Brose hat erst im Zuge der Diskussion um die Max-Straße-Straße die Akte 2015 angefordert. Da Schöllgen keine Beweise für seine Behauptung liefert, sind das alles Mutmaßungen.

Ich schicke dir mal per E-Mail den Artikel zu.

Stammbus Offline



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27.05.2015 18:16
#59 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Herzlichen Dank dafür. Ich lese ihn aber nicht als Distanzierung, sondern eher als "Flucht nach vorne".

Rolfs wohl eher satirische Bemerkung hinsichtlich einer Stoschek- oder Brose-Stiftung könnte danach sogar noch Wirklichkeit werden.

Auf die Reaktion des Staatsarchivs darf man sicherlich gespannt sein.

Christian Offline



Beiträge: 6.172
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27.05.2015 18:22
#60 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

"Flucht nach vorne" weil man mit dem "Rücken zur Wand steht"

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