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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Gelöschtes Mitglied
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16.02.2016 17:21
#121 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Sie interpretieren meine Ansätze falsch. Von einem Politiker war keine Rede. Ein Historiker soll das machen, da es längst überfällig ist. Diese Untersuchung soll auch um himmels Willen nicht für politische Zwecke benutzt werden, auch das habe ich niemals geschrieben.

Deshalb nochmal: mir geht es um zweierlei. Die seriöse Aufarbeitung durch einen Historiker (sie nennen sich so also bewerben sie sich doch einfach)und zum anderen für das Verhindern immenser Kosten!
265.000 Euro in der jetzigen Zeit, in der jetzigen Haushaltssituation, in einer europäischen Flüchtlingskrise usw. ausgeben zu wollen, halte ich für irrsinnig, da es auch mit deutlich geringeren Kosten gehen würde.

Gert Melville soll doch bitte mal offenlegen, wofür vier Jahre lang j e d e n Monat 5520 Euro ausgegeben werden - für wen, wofür, was bekommt man dafür? Wären sie nicht in der Lage, dass
für pauschal 50.000 zu machen? Da wäre ein Tausender jeden Monat für sie und Coburg hätte 215.000 gespart!

Stammbus Offline



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16.02.2016 18:12
#122 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Albert77 im Beitrag #116

Die Vergleiche mit Geldverschwendung an anderer Stelle oder hinterzogenen Steuern usw. ist in dieser Diskussion nur eine Nebelkerze, die die Kosten rechtfertigen sollen.


Die Unterstellung finde ich unsachlich und daneben, zumal ich davon keinen Cent erhalte.

Es ist allenfalls eine Frage, wo ich Schwerpunkte setze. Coburg hat im Übrigen einen der niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesätze, wovon im Übrigen im wesentlichen Großunternehmen profitieren. Denn ein kleiner Selbständiger kann die Gewerbesteuer im wesentlichen von der Einkommensteuerschuld abziehen, so lange der Hebesatz nicht ungefähr mehr als 380 Punkte beträgt.

Dass das frühere Generation, aus welchem Grund auch immer, versäumt haben, ist sicherlich richtig. Von 1948 bis 1970 hat aber ein FDP-OB in Coburg das Sagen gehabt (der besonders gern "vergessen" hat lassen), und von 1978 bis 1990 ein von der CSU unterstützter Unabhängiger. "Regierungen" oder "Koalitionen" gibt es nach der Bayerischen Gemeindeordnung gar nicht. Das Verschweigen und Vergessenwollen war parteiübergreifend.

Geld gab es zu allen Zeiten (angeblich) immer zu wenig.

Christian Offline



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17.02.2016 22:35
#123 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Sie fragen mich ob ich das für 50.000 Euro machen kann? Rechnen wir das doch mal runter: 50.000 Euro durch 4 Jahre sind 12.500 Euro pro Jahr. Das durch zwölf Monate geteilt ergibt ungefähr 1040 Euro. Das durch 4 Wochen geteilt, sind 260 Euro. Sie müssen an 6 Tagen in Archiven und Bibliotheken gehen, macht rd. 43 Euro am Tag. Jetzt rechnen sie mal mit 8 Stunden Arbeitszeit, sind wir bei einem Stundenlohn von rd. 5,40 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 8,50 Euro in Deutschland. Im Vergleich dazu: ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der als Doktorand in der Geschichtswissenschaft an der Universität arbeitet, erhält nach Tarifvertrag ein Bruttogehalt von ca. 3500 Euro Monat. Das hochgerechnet kommen wir auf ein Gesamtgehalt von 168.000 Euro in vier Jahren. Davon bekommt der Bearbeiter, wenn er unverheiratet ist, rund 100.000 Euro Netto heraus. Die restlichen knapp 70.000 Euro greifen der Staat mit Lohnsteuer (Steuerklasse 1) und Solidaritätszuschlag sowie die gesetzlichen Versicherungsbeträge ab. Und das ist nur das Gehalt für einen Doktoranden. Für einen Doktor, der hier gefordert wird, ist das natürlich noch höher.

Zum anderen: Es gibt bei der Stadt Coburg ein Rechnungsprüfungsamt und einen Rechnungsprüfungssenat, die sich mit der Kostenkontrolle beschäftigen. Offensichtlich haben sie überlesen, das die Kommission bei der jeder Stadtratssitzung einen Rechenschaftsbericht abliefert, der dann auch für jedermann zugänglich ist.

Stammbus Offline



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18.02.2016 09:30
#124 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Christian im Beitrag #123
Sie fragen mich ob ich das für 50.000 Euro machen kann? Rechnen wir das doch mal runter: 50.000 Euro durch 4 Jahre sind 12.500 Euro pro Jahr. Das durch zwölf Monate geteilt ergibt ungefähr 1040 Euro. Das durch 4 Wochen geteilt, sind 260 Euro. Sie müssen an 6 Tagen in Archiven und Bibliotheken gehen, macht rd. 43 Euro am Tag. Jetzt rechnen sie mal mit 8 Stunden Arbeitszeit, sind wir bei einem Stundenlohn von rd. 5,40 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 8,50 Euro in Deutschland.



... und wird ab 1.1.2017 erhöht. Außerdem erhält Deine Rechnung noch keinen Urlaub, Krankheit, Steuer und Sozialversicherung (bei selbständiger Tätigkeit muss man das, was der Arbeitgeber sonst zahlt, selbst zahlen). Dazu kommen reichlich Sachkosten (Fahrten, Büro ...), die Zeiten, in denen man sich selbst verwalten muss (bei Selbständigen z.B. Buchführung, Akquise für neue Aufträge ...). All das wird gerne übersehen, wenn die Honorare von Selbständigen mit Gehältern von Angestellten verglichen werden.

Für 50.000 EUR bekommt man noch nicht mal ein Milchmädchen, das auf diese Rechnung eingeht. Geschweige denn einen qualifizierten Historiker.

Gelöschtes Mitglied
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18.02.2016 12:44
#125 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Christian, sie schaffen das in zwei Jahren, man wächst doch mit seinen Aufgaben
Coburg lässt diese Aufarbeitung nur wegen des öffentlichen Druckes machen, wäre der nicht gewesen, würde gar nichts passieren.

Nur: coburg jat ja kein Einnahmenproblem, sondern ein Kostenproblem, der Haushalt ist nicht ausgeglichen. Die Gewerbesteuer erhöhen bringt gar nichts,
damit werden die Strukturprobleme nicht beseitigt. Was das Rechnungsprüfungsamt betrifft, da gabs ja vor Jahren schonmal ein Gutachten um Kosten
im städtischen Haushalt einzusparen. Da wurde auch einiges identifiziert, aber bis heute nicht umgesetzt. Statt dessen leistet man sich noch
einen Dritten Bürgermeister und und und....

Was sagen eigentlich die anderen angeblich 760 Mitglieder? Bin ich hier der einzige, der dagegen ist, zuviel Geld auszugeben?

Stammbus Offline



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18.02.2016 13:22
#126 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Nein, sind Sie nicht, ich auch. Aber ich lasse mal dahin gestellt sein, ob Coburg ein Einnahme- oder Ausgabeproblem hat, und vor allem ob die Gewerbesteuer nichts bringt.

Coburg leistet sich aber nicht nur drei hauptamtliche Bürgermeister, sondern auch noch Büroleiter des OB, Pressesprecher und zwei Sekretärinnen beim OB. In den 70er Jahren gab es nur zwei hauptamtliche (niedriger besoldete) Bürgermeister, jeder mit einer Sekretärin. Die Stadt hatte mehr Einwohner, Computer und Handys zur Arbeitserleichterung gab es auch noch nicht.

Coburg leistet sich auch ein Landestheater mit eigenem Ensemble, das ja gerade wieder in der Tagespresse diskutiert wird.

Coburg leistet sich im kulturellen Bereich und im Bereich historischer Baudenkmäler vieles, bekommt aber den Tourismus, der anderswo gerade in solchen Städten boomt und Geld in die Kassen spült, nicht auf die Reihe.

Coburg leistet sich die Umbenennung der von-Schulthes-Straße in Max-Brose-Straße (das hat alles in allem weitaus mehr gekostet als ein paar Blechschilder).

Alles eine Frage davon, wie man Prioritäten setzt.

Aber wir sind hier kein politisches, sondern ein historisches Forum. Und Coburg hat, wie schon ausgeführt wurde, in der Aufarbeitung der Nazizeit einiges nachzuholen. Gerade weil die Stadt "First Nazi-Town" war. Deshalb sind rd. 2 € pro Einwohner pro Jahr in den nächsten drei Jahren nicht zu viel Geld.

Allenfalls könnte man noch diskutieren, den Landkreis zu beteiligen. Denn die Stadt Coburg war keine Insel, sondern das "Herzogtum" war im Kern die Brutstätte der NS-Bewegung in Coburg. Und der Landkreis profitiert von den anderen Hinterlassenschaften des Herzogtums ja auch.

Gelöschtes Mitglied
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18.02.2016 20:39
#127 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Da sind wir uns ja einig. Trotzdem komisch das bei 760 Mitgliedern sich nicht mehr an der Debatte beteiligen.

Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Coburg im Vergleich zur Einwohnerzahl eine zu große Verwaltung hat. Das bestätigt sich ja auch durch ihre Hinweise, die mir so nicht bekannt waren. Das der Tourismus nicht auf die Reihe kommt, da bin ich auch mit ihnen einer Meinung. Bei dem Erbe was Coburg hat, könnte man da noch viel mehr machen. Viele wissen gar nicht, wo Coburg in Deutschland liegt. Wenn dann noch früher OB Stammberger nicht soviele wertvolle alte Gebäude hätte abreissen lassen, wäre noch mehr da.

Die Kosten für die Aufarbeitung auf die einwohner umzurechnen ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, da das Geld ja nicht von diesen aufgebracht wird. Warum ruft man nicht zu Spenden für das Projekt auf? Im übrigen ist das klar hier ein historisches Forum, aber dann stellt sich die Frage, nach wieviel Jahren man politische Entscheidungen die ja auch irgendwann historisch werden diskutieren darf. Da sollte der Admin klare vorgaben machen.

Christian Offline



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20.02.2016 13:43
#128 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Die Historiografie ist Bestandteil der Geschichtswissenschaft und daher auch Thema in diesem Forum. Politische Auseinandersetzungen sind nicht unsere Themen. Es gibt jedoch eine Grauzone, wenn historische Themen in der politischen Tagesordnung angesprochen werden. Hier fehlt eine sich scharf abgrenzende Unterscheidung. In diesem Raum bewegen wir uns und daher war hier ein Einschreiten von meiner Seite nicht notwendig, da es sich um eine historiografische Entwicklung handelt.

Und warum sich nicht mehr an die Debatte Beteiligen? Das ist ein allgemeines Phänomen, was sich auch in Leserbriefen, Kommentaren und anderen Geschichtsforen widerspiegelt.

coas Offline



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21.02.2016 22:41
#129 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Fehler

Gelöschtes Mitglied
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18.03.2016 18:05
#130 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

In der gestrigen Stadtratssitzung war auch die CSU/JC-Fraktion einstimmig dafür, zum jetzigen Zeitpunkt und bei der schlechten Haushaltslage keine 300.000 Euro auszugeben.

Das freut mich, zeigt es doch, dass ich zwar hier bei den zehn Forumsmitgliedern, aber nicht im Stadtrat alleine mit meiner Meinung da stehe.

Zwei Sachen sind bemerkenswert: 1. nun sind es schon 300.000 Euro (letztens waren es noch 265.000) und 2. wird Prof. Melville als "weltweit einer der
profiliertesten Historiker in seinem Fachgebiet" bezeichnet.

Das streitet niemand ab, Ehre wem Ehre gebührt, aber es wird wieder verschämt verschwiegen, dass sein Fachgebiet eben NICHT das 20. Jahrhundert
(um das es hier geht) sondern mittelalterliche Geschichte ist.

Christian Offline



Beiträge: 6.175
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18.03.2016 18:30
#131 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Achja, ich dachte immer sie wären für eine kostengünstige Lösung und nicht für ein Verschieben bis an den St. Nimmerleinstag, irgendwann zwischen 2020 und 2030, bis die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt hat?

Eine Frage zu den Zahlen. Würden sie mit mir übereinstimmen, wenn ich sage, das Frau Bastian in ihrem Artikel im Coburger Tageblatt vom heutigen Tag einen Betrag von 265.000 Euro auf vier Jahre verteilt nennt und würden sie auch bestätigen, dass die Zahl von 300.000 Euro einem Zitat des Stadtrats Kurt Knoch (CSU/JC-Fraktion) entnommen ist, welches Eingang in dem Artikel von Wolfgang Braunschmidt in der Neuen Presse vom heutigen Tag gefunden hat?

Und noch eine Frage an sie. Ist es korrekt, das die Kommission aus mehreren Mitgliedern besteht, die schon zu den Geschichtsthemen des 20. Jahrhunderts gearbeitet haben? Ich frage deshalb, weil ja die Themen schon feststehen nämlich NSDAP und Gewalt, führende Personen, Zwangsarbeit, Umgang mit jüdischen Vermögen und Widerstand. Das scheint doch ein Widerspruch zu sein, wenn man das liest, was sie so sagen.

Und zu ihrer Meinung, da zitiere einen CSB-Stadtrat: "Gottseidank eine Minderheitenmeinung." Meine persönliche Meinung behalte ich mir außen vor.

Zugereister Offline



Beiträge: 270
Punkte: 274

19.03.2016 09:42
#132 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Jedenfalls hat die Stadt bei dem Thema gelernt. Nur bei angemessener Honorierung kann man eine ordentliche Arbeit erwarten. Bei der Studie über Zwangsarbeiter in Coburg wurde die Geschichtswerkstatt beauftragt, das war ja preiswert. Folge: nicht brauchbare Studie und 5-stelligen Betrag versenkt.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

20.03.2016 09:29
#133 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten
Christian Offline



Beiträge: 6.175
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20.03.2016 10:47
#134 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Stammbus Offline



Beiträge: 1.588
Punkte: 1.670

20.03.2016 17:17
#135 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Albert77 im Beitrag #133
http://www.bild.de/politik/inland/buergermeister/daniel-zimmermann-in-monheim-44989410.bild.html


Der Vergleich hinkt angesichts der geografischen Lage von Monheim gewaltig. Zumal eine Stadt nicht allein von Gewerbesteuereinnahmen lebt, sondern auch von Anteilen an anderen Steuerarten.

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