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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Coburger Geschichte
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Christian Offline



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21.03.2016 19:10
#136 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Auch hier scheinen die Befürworter für eine Aufschiebung der Aufarbeitung auf wenig Gegenliebe zu stoßen.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/ns-ver...oburg-1.2915833

Sputnik60 Offline



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22.03.2016 08:20
#137 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Das die Aufarbeitung gemacht werden sollte ist klar, aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Das hat mit Aufschiebung bis zum Nimmerleinstag nichts zu tun, sondern entsteht einfach aus der Tatsache, dass die Stadt momentan kein Geld hat.
Mindestens ein- bis zweimal pro Woche wird im Radio und in der Zeitung erwähnt, dass die Stadt sparen muss und einige geplante "Objekte" deswegen nach hinten verschoben werden müssen.
Meiner Meinung nach ist es nachvollziehbar, dass der Ärger aller vernünftig denkender Menschen, bei Erwähnung der "Aufarbeitungs-Kosten", hochkommt.
Um es mal mit ganz einfachen Worten zu sagen: Ich kann heute nichtjammern dass ich kein Geld haben und dann morgen losziehen und mir eine neue Wohnungseinrichtung zu kaufen. Wenn kein Geld da ist, kann ich keines ausgeben und muss eben erstmal sparen.

Christian Offline



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22.03.2016 09:12
#138 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Da haben sie die Diskussion nur halb mitbekommen.

Die CSU wollte von Anfang an diese Aufarbeitung nicht. Als sie merkten, dass die Sache ernst wird und der Bearbeiter aller Voraussicht nach noch im Herbst seine Tätigkeit beginnen kann, kam das Geld-Argument gerade recht. Und deshalb waren auch die anderen Parteien empört, und fanden dies unsäglich, ein solches Projekt unter dem Deckmantel knapper Kassen zu kippen. Zumal ja das nicht der erste Fall ist. Kann sich noch jemand am Projekt Stadtmuseum erinnern? Da ging es auch um NS-Aufarbeitung. Das Projekt wurde gekippt wegen fehlender finanzieller Mittel. Das war 2010! Seltsamerweise sah die Haushaltslage damals völlig anders aus. Die NS-Aufarbeitung mit dem Argument des fehlenden Geldes verhindern zu wollen, ist eine Kontinuität in der Stadtpolitik. Das würde in den 2020er Jahren nicht anders aussehen.

Und die Argumentation, so lange mit der Aufarbeitung zu warten, bis Geld da ist, bedeutet verschieben auf den St. Nimmerleinstag. Denn wie die Berechnungen aussehen, wird dies eher im Jahr 2030 als im Jahr 2020 der Fall sein. Sie können höchstens der Stadt den Vorwurf machen, das sie 70 Jahre gebraucht hat, um sich dem Thema anzunehmen. Im Vergleich zu anderen Städten liegt Coburg hier auf dem Aufarbeitungsniveau der 1960er Jahre.

Mir ist durchaus klar, dass der Bevölkerung nicht nachvollziehbar ist, für was die 265.000 Euro auf 4 Jahre gesehen ausgegeben werden. Wenn sie diesen Thread einmal durchlesen, habe ich das mal hochgerechnet. Allerdings, und das macht auch die Diskussion "modrig", das man sich über 265.000 Euro moniert, gleichzeitig aber über andere millionenschwere Investitionen, kein Wort verliert. Mit ihrem Argument, kann ich nämlich auch sagen: "Ich kann mir keine neue Turnhalle am Anger, bzw. die Sanierung des Landestheaters leisten, weil kein Geld in der Stadtkasse da ist." Wie viel könnte man denn da einsparen?

Stammbus Online



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22.03.2016 09:56
#139 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Die 265.000 EUR sind sozusagen die Zinsen für 70 Jahre Verdrängung.

Und angesichts der aktuellen Entwicklung eine dringend notwendige Investition.

Goldschmaetzchen Offline



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23.03.2016 09:20
#140 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Schade, dass eine so schöne Stadt wie Coburg immer wieder so negative Schlagzeilen produziert.Auch ich habe den oben erwähnten Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen, wurde sogar schon als gebürtige Coburgerin angesprochen, was da denn los sei ?? Das Argument mit der Finanzierung ist geschenkt, denn Geld ist quasi nie genug da, d. h. man wird immer etwas finden, wofür man es lieber ausgeben möchte. Das Coburg "first Nazi town" war ist als solches schon sehr bedauerlich, lässt sich aber nicht mehr ändern, dass Coburg aber in der Neuzeit so "störrisch" ist und sich nicht mit seiner eigenen Geschichte beschäftigen will wirft ein sehr negatives Bild auf die Stadt und ist für das Image gar nicht gut. Man möchte doch nicht, dass Unbeteiligten zum Stichwort "Coburg" neben "Victoria und Albert" nur noch fragwürdige Vorgänge einfallen...

Christian Offline



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23.03.2016 19:04
#141 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Eine Stellungnahme Gerd Melvilles gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

https://br24.de/nachrichten/Bayern/histo...oene-geschichte

Christian Offline



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23.03.2016 20:25
#142 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Wie die Neue Presse Coburg mitteilt, hat sich Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha für eine Aufarbeitung der Coburger NS-Vergangenheit und damit gegen die Haltung seiner Stadtratsfraktion ausgesprochen. Der Urenkel Herzog Carl Eduards nahm an der Abstimmung über die Historikerkommission am vergangenen Donnerstag nicht teil.

Stammbus Online



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23.03.2016 20:49
#143 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Ich habe den Artikel nicht lesen können, da er nur für Abonnenten zugänglich ist.

Noch überzeugender wäre er aber sicherlich (wenn er es nicht tut), wenn er aus dem ja nicht unbeträchtlichen Vermögen des "Hauses Coburg" einen Beitrag zu den Kosten beisteuern würde.

Christian Offline



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24.03.2016 18:49
#144 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Kurze Zusammenfassung des Artikels:

"Ich stimme mit meinen CSU/JC-Stadtratsfraktionskollegen überein, dass die derzeit wichtigste Aufgabe in Coburg eine Konsolidierung des Haushaltes ist."

Deshalb ist es für ihn nachvollziehbar, "dass die CSU/JC-Fraktion geschlossen gegen eine derzeitige Aufarbeitung der Coburger Geschichte gestimmt hat."

ABER

"Er trage als Stadtrat, insbesondere aber als Nachfolger der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha, eine besondere historische Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Stadt und Ihrer Geschichte. Eine dezidierte, lückenlose Aufarbeitung, insbesondere der jüngeren Geschichte seit 1900, ist vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Diskussionen im Stadtrat notwendig und unausweichlich."

Als weiteren Grund führte Hubertus die wissenschaftliche Biografie Prof. Dr. Hubertus Büschels über Herzog Carl Eduard an, die im Mai erscheinen wird.

"Wir wollten eine möglichst umfassende und lückenlose Darstellung der Person meines Urgroßvaters erreichen."

"Deshalb halte er den Zeitpunkt für richtig, sich auch mit der Geschichte der Stadt Coburg insgesamt im Detail auseinander zu setzen."

Zudem hat der Prinz der Kommission seine Unterstützung zugesagt. "Meine Familie und unsere Verwaltung werden bei der Aufarbeitung der Geschichte der Stadt Coburg gern unsere vorhandenen Archivmaterialien zur Verfügung stellen. Denn auch hier habe eine lückenlose und umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit oberste Priorität."

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

25.03.2016 17:09
#145 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Na so ein Zufall, dass euer Hochwohlgeboren seine Stadtratspflichten ausgerechnet an dem Tag, wo die Abstimmung war nicht wahrnehmen konnte. Das mit dem Buch ist doch lächerlich, das ist doch keine Aufarbeitung, das steht alles schon lückenlos in Hitlers Herzog.

Stammbus hat völlig recht, der sollte aus seinem enormen Vermögen der Stadt was geben um die Aufarbeitung voran zu treiben. Das wäre mal eine Geste für die Opfer seines Vorfahren.

Stammbus Online



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25.03.2016 20:26
#146 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Zitat von Albert77 im Beitrag #145


Stammbus hat völlig recht, der sollte aus seinem enormen Vermögen der Stadt was geben um die Aufarbeitung voran zu treiben. Das wäre mal eine Geste für die Opfer seines Vorfahren.


Damit ich aber nicht missverstanden werde: Ich bin trotzdem dafür, dass die Stadt das Geld ausgibt, auch wenn der Urenkel nichts von seinem Reichtum, den der Urgroßvater kraft Geburt erworben hat, dazu gibt.

Insofern stimme ich Christian völlig zu.

Hinsichtlich Hitlers Herzog finde ich die Bemerkung interessant, dass jetzt eine "wissenschaftliche" Biografie erxcheinen soll. Sollte das eine Distanzierung des Hauses Coburg gegenüber Harald Sandner sein? Meine Einschätzung zu Sandners Buch ist auf Amazon als Rezension nachzulesen. http://www.amazon.de/gp/customer-reviews...#R3T45RIX4PZWIR

Christian Offline



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25.03.2016 20:28
#147 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Lieber Albert77,

anscheinend haben sie "Hitlers Herzog" nicht gelesen, sonst würden sie nicht so eine Stellungnahme abgeben. Denn ihre Behauptungen hat sich nicht einmal Herr Sandner zueigen gemacht. In einem Interview mit dem Coburger Tageblatt vom 19./20.3.2011 erklärte der Autor im Gespräch mit Simone Bastian: ""Ich bin kein Historiker", sagt Sandner von sich selbst. Er will Carl Eduards Leben nicht bewerten, nicht einordnen. "Dass überlasse ich den Historikern und der veröffentlichten Meinung.""

Nun kommt ein Historiker und bewertet das Leben Carl Eduards und ordnet es in einen größeren Kontext ein. Und da sagen sie, das ist "lächerlich", da alles "lückenlos" in "Hitlers Herzog" schon geschrieben steht. Den Widerspruch müssen sie mir mal erklären!

Die Aussagen von Prinz Hubertus hier heranzuziehen, ist ebenso falsch. Bisher hat noch niemand das Buch von Hubertus Büschel gelesen. Also kann es niemand auf seinen Inhalt beurteilen. Außerdem darf es auch einem ehemals regierenden Haus erlaubt sein, Wünsche bezüglich einer Publikation zu äußern, die in der Vergangenheit nicht erfüllt worden sind.

Stammbus Online



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25.03.2016 20:33
#148 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Was ich zudem immer nicht verstehe, warum der Landkreis sich da nicht beteiligt. Das "Herzogtum Coburg" bestand ja nicht nur aus der Stadt.

Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

26.03.2016 10:13
#149 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Stammbus hat Recht, der LK sagt da gar nichts dazu, da gabs auch genügend Nazibonzen.

Was Büschel betrifft darf man gespannt sein, was er neues aus dem Leben von Carl Eduard gefunden hat, was nicht schon in Hitlers Herzog steht. Vielleicht war er ja doch im Widerstand . Der "Historiker" Büschel kommt vielleicht zu dem Schluss, dass der Arme das alles gar nicht gewollt hat und selber ein Opfer und kein Täter war und bla. Kann mir nichts anderes vorstellen, denn er hat den Auftrag zum Buch vom "Herzogshaus" bekommen. WES BROT ICH ESS DES LIED ICH SING !!!

BTW: aus anderen Foren kenn ich, dass sich der Admin bei diskussionen sehr zurückhält und nur eingreift wenns aus dem Ruder läuft. Bei ihnen kann ja gar keine Diskussion unter den Mitgliedern aufkommen, weil sie gleich selber alles kommentieren. Bisschen Ball flach halten. Weniger ist mehr.

In dem sinne, frohe Ostern!

Christian Offline



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26.03.2016 11:07
#150 RE: Arisierung jüdischen Eigentums in Coburg Zitat · antworten

Ach wissen sie Albert77,

ich würde mich gerne zurückhalten. Aber bei den Halbwahrheiten und populistischen Aussagen, die sie treffen, kann man nur mit Fakten dagegen halten um einen vollständigen Blick auf das Thema zu bekommen. Das Ihnen das nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Schon allein dass sie keine Antwort auf meine Fragen geben können oder wollen, belegt dies auf beeindruckender Weise. Weil es sie dahingehend entlarvt, dass sie an einer objektiven Darstellung der Geschichte kein Interesse zeigen. Da ist es leichter mit einem vorgeschobenen Argument, dem Admin den Mund zu verbieten um sich den unbequemen Fragen zu entledigen.

Im Übrigen ähneln sie in Argumentation und Duktus ihrer Beiträge sehr stark an denen von Herrn Sandner, den sie hier zumindest sehr stark nachahmen.

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