Die Wirkungen des 30 Jhrg. Krieg in der Pflege Coburg

#1 von gerd , 01.01.2016 20:35

Nur aus dem Steinbruch "ufn Steinheider Forst" brachen "die Glasmacher in der Lauscha Steine zu ihren Glasöfen"
Die Kalksteinbrüche zu Mönchröden und Mährenhausen waren bis zum Jahr 1673 wieder aufgenommen, aber "zu Seidmannsdorf wer noch eine Kalkhütte anzustellen".
In Hofstetten und in Weidhausen, wo die Bedingungen für die Errichtung von Ziegeleien auch günstig waren, wurde keine Ziegelei gebaut.
Die Eisenindustrie, die vor dem Krieg stillgelegt wurde, konnte wieder aufgenommen werden.
Zu welcher Größe die Industrien der Pflege bald wieder gediehen, zeigt eine zeitgenössische Darstellung.
Nicht nur die Handelspartner in Nürnberg, Hamburg, Lübek, Frankfurt wurden wieder beliefert, sondern auch solche in auswärtigen Reichen, wie Holland, England, Schweden, "Dennemark", "Moscau".

Die Handwerke, die mehr industriellen Charakter tragen finden wir vorwiegend in den Ämtern Sonneberg und Eisfeld.
Die Glashütten, die in den "allerwildesten Gegenden Deutschlands", abseits der Hauptstraßen lagen, blieben von den Plünderungen der Soldateska weitgehend verschont und konnten bald wieder produzieren. Das förderte zugleich andere Erwerbszweige, welche die Glasindustrie brauchte. So wurden bald Schneidmühlen, Aschenbrennereien und Pottaschesiedereien errichtet.
Die zahlreichen Eisenhütten, welche im 15 Jahrhundert mit Nürnberger Kapital errichtet wurden verloren im 16.Jahrhundert ihr Kapital und wurden aufgegeben.
Die Neubegründung der Eisenindustrie im Coburger Land am Anfang des 17.Jahrhunderts durch einen reichen Exulanten aus Kärnten, der im Jahr 1604 alle Erzgruben aufkaufte, hatte ebenfalls keinen Bestand.
Da der fürstliche Forstmeister beschuldigt wurde, er gebe zu viel Holz an die Eisenhütten ab, sodass die Wälder in Kürze kahl würden, sperrte der Herzog die Holzlieferungen an die Hütten gänzlich. Ebenso rasch, wie die Eisenwerke aufgeblüht waren, mußten sie wieder aufgegeben werden, sodass alle Hütten und Hämmer zu Beginn des 30 jährigen Krieges verlassen standen. Der Niedergang der Eisenindustrie in der Pflege Coburg hat also nicht der Krieg bewirkt.
(Da die Eisenhütten in diesen Jahrhunderten mit Holzkohle betrieben wurden, stand das Handwerk der Köhler in der Nähe der Eisenhütten in Blüte. Um 1550 verdienten sich allein im Steinacher Revier dreißig Köhler ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Holzkohle.)
Außer den Eisenhütten wurden in der Pflege Messing und Saigerhütten errichtet . Gegen Ende des 15.Jahrhunderts wurden an der Steinach unterhalb des Judenbachs und im Quellgebiet der Werra bei Eisfeld Saigerhütten und in Unterneubrunn eine Messinghütte angelegt. Sie standen rasch in Blüte und eroberten sich ein großes Absatzgebiet.
Diese Hütten waren zu Beginn des 30 jährigen Krieges in vollen Betrieb. Die Saigerhütte bei Eisfeld überstand die schwersten Kriegsjahre 1632 und 1634/35, wurde aber im Jahr 1640 von bayerischen Truppen zerstört und nicht wieder aufgebaut.(Diese Hütte kam durch Kapital aus Frankfurt zu ihrer Blüte!)
F.f.

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RE: Die Wirkungen des 30 Jhrg. Krieg in der Pflege Coburg

#2 von gerd , 02.01.2016 09:38

Zu den Siedlungen schreibt W.Dietze folgendes:
Die beiden Hauptformen der Siedlungen, Stadt und Dorf, hoben sich im Zeitalter des großen Krieges noch mehr von einander ab als heute. Die Stadt unterschied sich nicht nur rechtlich vom flachen Land, sondern war auch mit Wall, Graben und anderen Befestigungsanlagen vom flachen Land getrennt. Das Dorf war dagegen offen und gegen einen Einfall feindlicher Truppen schutzlos.
Nicht ungenannt soll dabei bleiben, das in manchen Dörfern um die Kirchen herum, so vorhanden, wehrhafte Bauten errichtet wurden, an die Bevorratung an Lebensmitteln (Gaden)wurde ebenfalls gedacht, ja sogar manche Kirchen wurden zur Verteidigung ausgebaut.
Doch neben diesem gerade für Kriegszeiten so bedeutsamen Vorzug hatte die Stadt dem Dorf in anderer Hinsicht kaum etwas voraus. Zumal barg die Bauart der Gebäude dieselben Gefahren in sich. Weitaus der größte Teil der Häuser in den Städten wie in den Dörfern waren kleine einstöckige Fachwerk oder Holzbauten. Und nur die Amtsgebäude der Städte, Rathaus und die um den Markt gruppierten Gebäude, sowie die Amtshäuser in den Dörfern waren aus Stein gebaut.
Die einfacheren Gebäude waren in starken Maß der Witterung ausgesetzt. Sie bedurften mit ihren leichten Fachwerkwänden eine sorgfältige und stetige Instandhaltung. Nur wenige Jahre brauchte ein Haus unbewohnt zu bleiben um es "öd"- unbewohnbar, werden zu lassen.
Eine noch größere Gefahr für die Siedlungen jener Zeit war das Feuer. Auf dem Dorf waren die mit Stroh und Schilf gedeckten Häuser
dem Übergreifen des Feuers ausgeliefert. Und in der Stadt, in der wohl die meisten Dächer mit Schindeln gedeckt waren, bedingte das nahe Zusammenstehen der Gebäude das Umsichgreifen des Feuers.
Solche Feuersbrünste haben auch schon vor dem großen Krieg in der Pflege Coburg Dörfer und Städte bis auf wenige Gebäude in Schutt und Asche gelegt.(So brannten schon im Jahre 1601 in Eisfeld von 350 Häusern mit Stallungen,115 nieder!)
Rund 30 Jahre später brannte Eisfeld wiederum durch die Soldateska von Wallenstein am 1.Okt.1632 "mit allen gemeinen Gebäuden an Amtshäusern,Kirchen,Schulen,Pfarrhäusern,Rathaus,Zehntstadel,Schäferei und allen bürgerlichen Wohnhäusern ,außer 6 vor den Toren der Stadt gelegen, ab. Dadurch ist jegliches Inventar und Vorrat zu Grund gegangen!"
Neustadt wurde am 17.Mai 1636 vollkommen eingeäschert und Neuhaus/Schierschnitz wurde schon 1634 von den Kronachern abgebrannt.
Sogar viele Schlösser fielen der Zerstörungswut der Soldaten anheim. In der Nacht vom 3.zum 4.Juli 1635 ließen streifende Soldaten des Marchese de Caretto, die Schlösser Schaumberg, Lauterburg, Rauenstein und Almerswind nach vorausgegangener Plünderung in Flammen aufgehen.
Nicht einmal die Getreidemühlen verschonten die plündernten Horden. Im Dezember 1629 waren bereits die Mühlen zu Schnett, Weydach und Brünn im Amt Eisfeld von Aldringerischen Truppen überfallen worden. Im Jahr 1638 waren alle Schneid und Mahlmühlen "öd". Im Jahr 1639 wurden im Amt Sonnefeld "eine Mühl von den Kronachern abgebrannt" und in Neuhaus "4 Mühlen vom Feinde verderbet".
Auch die Brauhäuser wurden vielfach niedergebrannt und beraubt. Besonders begehrt waren hier die Kupfernen Gerätschaften.
Die an der Hauptheerstrasse gelegenen Ämter Schalkau und Eisfeld wurden am schwersten getroffen.Der Zentgraf von Schalkau klagt."
Es ist nicht möglich, die elend und itzige Bewandnis der Cent Schalkau zu beschreiben oder abzubilden....Unter allen 22 Dörfern groß und klein nicht als Almerswind itzo bewohnet wird. Die übrigen 21 stehen in Vollem wüst, mit Brand und Zerschlagung ganz öde gemacht".
Allein im Amt Eisfeld waren 11 Dörfer verlassen worden nachdem die Wohnhäuser und Stallungen "zerhauen und verstümmelt worden".



Die Gesamtbevölkerung der Pflege Coburg betrug im Jahr 1618: 55450 Seelen. Gegenüber ungefähr 27000 im Jahre 1508.
Diese Seelenzahl ergibt bei einer Gesamtfläche der Pflege von 1360 qkm eine Bevölkerungsdichte von 40,8 Menschen auf den qkm.
Somit war die Pflege Coburg zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts ein weit überdurchschnittlich besiedeltes Land.
In diese Bevölkerungsentwicklung brach nun der dreißigjährige Krieg mit seinen Begleiterscheinungen ein.

Unterteilt war die "Pflege Coburg" in die Gerichte: Lauter, Rodach ,Gestungshausen, Hildburghausen und in die Ämter: Heldburg, Römhild, Eisfeld, Schalkau, Sonneberg, Neustadt, Neuhaus, Mönchröden, Sonnefeld.
F.f.


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zuletzt bearbeitet 02.01.2016 | Top

RE: Die Wirkungen des 30 Jhrg. Krieg in der Pflege Coburg

#3 von gerd , 02.01.2016 21:28

Die bei Kriegen übliche Ursache des Menschenverlustes, der Tod durch die Waffen, hat in der Pflege Coburg nicht sehr viele Opfer gefordert, da die Truppen des Landes an keiner gefahrvollen Kriegshandlung teilnahmen. Den feindlichen Heeren, die ins Land brachen, leisteten sie keinen Widerstand und bei der Verteidigung der Veste Coburg in den Jahren 1632 und 1635,sowie bei der Belagerung von Kronach und Bamberg im Jahr 1632 werden nur wenige Soldaten den Tod gefunden haben.
Auch die Fälle, wo Bewohner der Pflege durch die Grausamkeit der plündernden Soldaten ihr Leben verloren, sind nicht zu überschätzen. Gewiß können wir oft in Berichten lesen: "teils der armen Bauernschaft sind in der ersten Furi niedergeschossen".
In den Berichten vom Okt. 1636 führen die Dorfschultheißen sogar mehrere Personen, "die vom großen Feind erschlagen" wurden namentlich auf. Auch in den Kirchenbüchern fehlt es nicht an Eintragungen, die auf Ermordung durch Soldaten hinweisen.
Aber diese Begleiterscheinung des Krieges wirkte sich nicht entscheidend auf die Bevölkerungsbewegung der Pflege aus.
Größerer Verlust an Männlichen Bewohnern wurde durch die Soldaten-Werbungen beider kriegsführenden Parteien verursacht. Von den Soldaten die sich in den ersten Kriegsjahren anwerben ließen wird fast keiner und von denen die sich in späteren Jahren den "Beruf" des Soldaten gewählt haben, wird nur ein Bruchteil wieder in der Heimat ansässig geworden sein.
Schon im April des Jahres 1621 hatte Graf Ernst von Mansfeld seinen Werbeoffizieren ein weitgehendes Werbepatent für die Pflege Coburg gegeben. Die meisten Werbeoffiziere waren sogar Landeskinder. Am Anfang des Jahres 1622 warb Kapitän Georg Ph. von Zehmen für Herzog Wilhelm von Weimar in drei Wochen 400 Soldaten. Im Jahr 1623 rührten die Herren von Schaumberg auf Muppberg für den Mansfelder die Werbetrommel. Auch in den folgenden Jahren dienten viele Landeskinder zur Ergänzung der Heere. Und noch mehr bedingte der trostlose Zustand des Landes vom Jahr 1632 ab, "daß viele sich unter die Chursächsische Armee stellten".
Die Begleiterscheinung des Krieges, die schon nach wenigen Kriegsjahren die Bevölkerung traf, waren die Seuchen.
Die verschiedenen Arten von Seuchen, vor allem die Pest, Typhus und Ruhr hatten das Land wie die meisten Gebiete Deutschlands auch vor dem 30 jhrg. Krieg heim gesucht. Im Kriege jedoch nahmen diese Epidemien für den Bestand der Bevölkerung bei weitem gefahrvollere Ausmaße an. Denn der Krieg bildete mit all seinen Begleiterscheinungen einen sehr günstigen Nährboden für ihre Ausbreitung. Wegen der häufigen Truppendurchzüge konnte das Einschleppen der Seuchen in die Pflege nicht verhindert werden. Und wenn eine Epidemie überwunden war, wurde schon wieder eine andere eingeschleppt.

Die erste größere Epidemie an roter Ruhr herrschte im Coburger Land im Jahre 1623.Die Pest suchte die Pflege im Jahre 1626,in dem sie auch in vielen Teilen Deutschlands grassierte, heim. In Coburg starben in diesem Jahr 259 Menschen. Besonders trat sie im Amt Schalkau und den östlichen Ämtern Neustadt und Sonneberg auf. Um eine weitere Verbreitung der Pest zu verhindern, erließ Herzog Johann Casimir noch in demselben Jahr eine Pestordnung. Der Martini Markt durfte nicht abgehalten werden.
Aber alle Vorsichtsmaßnahmen wurden im Krieg nutzlos. Ein Mißstand förderte den anderen. Begünstigt durch die Dürftigkeit der Wohnverhältnisse und der Ernährung nahmen die Seuchen ständig zu. Durch den Einfall der Wallensteinischen Armee im Jahr 1632 nahmen die Seuchen Ausmaße an, die die aller vorherigen Seuchen übertrafen. Die "Hauptkrankheit"(so bezeichnete man eine allgemein gefährliche Typhuskrankheit)brach Ende September 1632 in der Stadt Coburg , die zu dem Zeitpunkt mit Flüchtlingen und feindlichen Truppen überfüllt war, aus und sandte ihr Gift in die anderen Ämter der Pflege.
Im Jahr 1633 wurde die Pest "von der Steinheid her", in das Land eingeschleppt und breitete sich auf alle Ämter aus.Im Jahr 1634 bemerkte der Pfarrer von Hildburghausen im dortigen Kirchenbuch: " Diese Jahr hat die Pest allhier ziemlich regieret, kam die Leute an mit Frost oder Hitz, nahm den Kopf ein und trieb jeweilen auch Beulen. Doch kamen auch etliche wieder auf und wurden gesund(!),sahen aber gar gelb und übel aus".
Noch furchtbarer wütete die Pest nach dem Einfall der Lamboyschen Truppen im Jahr 1635 im Coburger Land.
F.f.

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RE: Die Wirkungen des 30 Jhrg. Krieg in der Pflege Coburg

#4 von gerd , 03.01.2016 09:22

Der Chronist W.J.Abt schildert die Not des Landes:"Regierte in diesen und vorigen Monat (August und September)die Seuche der Ruhr und der giftigen Fieber allenthalben auf dem Land und in den Städten,daß in manchen Dorf nicht 2 oder 3 gesunde Männer anzutreffen,sondern das Volk haufenweise krankte und hinweg starb"
In Coburg starben in diesen Jahr 809 Erwachsene und 348 Kinder.
Im Amt Eisfeld wütete die Pest vom Oktober 1635 bis ins Jahr 1642.
Am Ende des Jahres 1638 forderte die Pest noch einmal zahlreiche Opfer in allen Ämtern.In Rodach wurden 360 Menschen hingerafft.Und im letzten Kriegsjahrzehnt traten noch gefährliche Kinderkrankheiten auf.Vor allen die Blattern befielen die Kinder.In Coburg wurden im Jahr 1640 277 und im Jahr 1646 184 Kinder begraben.
War bis zum Jahr 1632 die Ernährung in der Pflege Coburg,trotz einiger Mißernten und der vielen Kontributionen an Getreide,Fleisch und anderen Nahrungsmitteln ausreichend gesichert, setzte aber durch die Truppen von Lamboy,die weder Maß noch Ziel kannten,eine besorgniserregende Nahrungsmittelknappheit ein.Lamboys Truppen,die vom Okt.1634 über ein halbes Jahr im Lande hausten,führten dann eine Hungersnot herbei,die sich im Winter 1634/35 verhängnisvoll auswirkte und in den folgenden Jahren sich verschlimmerte.
Viele Bewohner verließen daraufhin ihre Heimat und gingen nach Thüringen "um des lieben Brotes wegen".....
Der Amtmann von Römhild schildert die Lage ausführlich:
"Kein besser Rat noch Mittel,als die Flucht zu suchen.Und da er ja im Wald oder anderswo verhungern und verkommen muß,wie denn bereits die armen Untertanen als die Schatten und Geisler aussehen,so hat er dennoch Ruhe vorm Soldaten.560 sind binnen berührter Zeit (Michaelis 1634 bis Mai 1635) ausm Amt kommen. Viele vom Kriegsvolk nieder gemacht, viele von der Pest aus Hunger, Kummer und unmenschliches Tractiren der Soldaten gestorben. Die übrigen in Ermangelung des lieben Brotes und der schweren Contributionen sich verlaufen und ohne Zweifel, das sie anders noch bei Leben, am Bettelstab und Elend sich nehren müssen.405 sind itzo noch im Ambt, aber mehrteils im Gehülz zu finden...."

Die Pflege Coburg hatte im Jahr 1618 55.450 Seelen. Im Jahr 1650 waren davon noch 22.200 vorhanden. Auf 1 qkm lebten 1618 rund 40 Menschen.1650 dagegen auf dem qkm nur noch 16 Menschen!
Der Bevölkerungsverlust der Pflege Coburg betrug von 1618 bis 1650 rund 60% !

Gustav Freytag läßt in seinen "Bilder aus der deutschen Vergangenheit" den Pfarrer Bötzinger aus Poppenhausen bei Heldburg zu Wort kommen. Dessen Bericht ist zu dem Thema hier sehr aufschlussreich und lesenswert.


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zuletzt bearbeitet 03.01.2016 | Top

RE: Die Wirkungen des 30 Jhrg. Krieg in der Pflege Coburg

#5 von gerd , 03.01.2016 13:19

Zu den hier angeführten "Soldaten Werbungen" schreibt Dr.W.v. Droste/Marbach folgendes:
Mit der Länge des Krieges wurde die Werbung immer primitiver, brutaler und betrügerischer. Im Rausch wurde jeder Mann, dessen man habhaft werden konnte, zu den Waffen gezwungen, wenn er nur einigermaßen gesund aussah. Die Konfession spielte bald keine Rolle mehr. Die Werber schreckten vor keinem Mittel zurück. In der II. Wallenstein´schen Armee diente neben ehrbaren Kriegern das Lumpengesindel von ganz Europa. Katholische Offiziere traten in die Armee Bernhard von Weimar ein und protestantische Kommandanten versahen ihren Dienst im kaiserlichen oder bayerischen Heer. Der Glaube wurde teilweise gewechselt wie das Hemd. Auch hatte der Krieg sein Gesicht verloren, aus dem ursprünglichen Glaubenskrieg war eine rein politische Auseinandersetzung geworden.
Selbst die zunächst geachtete und straff geführte Armee von Gustav Adolf aus Schweden, welche in den Krieg eintrat , verlor nach dem Tod des König in der Schlacht bei Lützen, ihre Manneszucht....Genannt sei hier nur der sogenannte "Schweden Trunk"!.....


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zuletzt bearbeitet 03.01.2016 | Top

   

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30 jhrg. Krieg in der Pflege Coburg



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