Coburger Geschichte

RE:UFA/1.WK

 von gerd , 03.10.2004 13:56

Will hier noch einige interessante Zeilen heraus greifen, die sich mit der damaligen Problematik befassen!
Durch die Seeblockade der Engländer machte sich in Deutschland die Mangelwirtschaft sehr bald bemerkbar. Unverzüglich wurden alle Vorräte erfasst , schließlich beschlagnahmt und vom Staat an kriegswichtige Betriebe verteilt!
Die Zivilbevölkerung spürte die Mangelwirtschaft als erste .Schon 1915 begannen Textilien knapp zu werden .Auch Leder fehlte .Solange Italien noch neutral blieb, konnten über Genua
noch große Mengen an Amerikanischer Baumwolle eingeführt werden. Es wurde alles getan um an Rohstoffe zu gelangen.
Chrom und Mangan kam aus der Türkei, Kohle aus Belgien und Nordfrankreich, Erdöl aus Rumänien.
Sammelaktionen begannen im Reich. .Alles verwertbare wurde eingesammelt. Türklinken fanden ebenso den Weg zu den Sammelplätzen wie Firmenschilder, Kupferkessel, Beschläge von Eisenbahnwaggons usw. Schließlich wurden dann noch die Kirchenglocken von den Türmen geholt. Aber auch goldene Ringe benötigte der Staat zur Kriegsführung. In Deutschland verbreitete sich der Satz: „ Gold gab ich für Eisen“

Im Frieden lieferten die Munitionsfabriken monatlich 200 Tonnen Schießpulver.1915 waren das aber schon 4000 Tonnen und 1917 sogar 14000 Tonnen!
Die freien Gewerkschaften mit ca. 2,5 Millionen Mitgliedern forderten mehr Lohn. Nach entsprechenden Verhandlungen wurde dieser auch bewilligt.
Dadurch bildete sich eine Kluft zwischen den Frontsoldaten , die eine nach Pfennigen täglich bemessene Löhnung erhielten und den verhältnismäßig gut verdienenden Rüstungsarbeitern, die noch den Vorteil hatten, die Leiden, Entbehrungen und Todesgefahren der Soldaten nicht durchstehen zu müssen!

Die Lohnerhöhungen erschienen auch gerechtfertigt , weil Hausrat, Textilien usw. auf das Sechsfache gegenüber 1914 teurer geworden waren Zusätzliche Lebensmittel konnten nur zu Schwarzmarktpreisen erhandelt werden!
Zur Jahreswende 1916/17 traten neben einer schweren Ernährungskrise noch ganz erhebliche
Transportschwierigkeiten auf, sowie ein erheblicher Kohlenmangel .Die Haupternährung war damals für die Bevölkerung „Runkelrüben“, die in allen Variationen zubereitet wurden!!
Man sprach damals in Deutschland vom „Rübenwinter“!!

Im Jahr 1913 lagen die Ausgaben des Reiches bei 2,6 Milliarden Reichsmark. Im Jahr 1917 war der normale Haushalt auf 6,9 Milliarden angewachsen. Der außerordentliche Haushalt, der die Kriegskosten betraf, war auf 45 Milliarden hochgeschnellt!
Die finanzielle Last des Krieges verschob die deutsche Regierung auf die Zeit nach den Krieg,
wobei der Gedanke an den deutschen Sieg und eine Entschädigung durch die Gegner eine Rolle spielte!
Das Deutsche Reich forderte seine Bürger auf, sogenannte „Kriegsanleihen“ zu zeichnen.
Es gab hintereinander Neun Kriegsanleihen, die insgesamt 98 Millionen Mark einbrachten.
Das Geld, das die Leute damals guten Glaubens gaben, sahen sie nie mehr wieder!!

In diesen Zusammenhang sehe ich meinen „Spruch des Tages“ , den Patrik ja im Forum kommentiert hat!
Qelle:Dr. Zentner,"Der Erste weltkrieg",Moewig Verlag 2ooo Raststatt.



gerd
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