Ein Geheimgang von der Veste zur Stadt ? Jürgen Oehm kann nur grinsen.
Wir haben ihn nicht gefunden, und es gibt auch in den Archivalien keinen
Hinweis, dass es ihn mal gab, sagt er und er sollte es wissen. Als Leiter des
Staatlichen Hochbauamts in Coburg kennt Oehm den Baukörper der Veste
inzwischen in und auswendig verborgene Gänge inklusive. Sie sind natürlich
nicht für Besucher zugänglich. Manche, wie der Prinzenaufgang, haben es
aber zu einer gewissen Popularität gebracht. Beim Tag des offenen Denkmals
wurde er aufgesperrt, vier Sekunden Luther-Film wurden in dem großzügig
bemessenen steinernen Gewölbe gedreht.( ich bin hingegen 30 Sekunden in diesen
Luther ?Film zu sehen ). Der Gang führt von einer Pforte im Pulverturm unter-
halb des Carl Eduard-Baus hinauf in den früheren Zugang, den Nicolaus Grohmann
um 1550 in den Fels schlagen ließ. Angelegt wurde dieser Prinzengang erst bei
den Umbauten unter Bodo Ebhardt, der die Veste von 1909 bis 1924 umfassend
restaurierte. Älter ist der Prinzessinnengang, der von den Gärten hinunter auf die
unteren Wallanlagen führt. Der Eingang befindet sich neben dem Blauen Turm,
auch Zwiebelturm genannt. Direkt unterhalb neben der Bärenbastei endet der
Prinzessinnengang in einer Mauernische und ist mit Sicherheit älter als die Bastei.




Prinzenaufgang ist gelb, Prinzessinnengang blau, der Tunnel von der Kapelle zur Zisterne rot, Wallgänge orange markiert. Quelle C.T