Zwischen Watzendorf und Neuses/Eichen war im 2.WK. eine Radarstation der Luftwaffe aufgebaut worden.(ca. ab 1943) Vieles ist darüber mittlerweile bekannt,so der Name der Stellung:"Stachelschwein".Es waren bestimmt 2 "Würzburgriesen" dort aufgebaut und ca.100 Luftwaffensoldaten und Luftwaffenhelferinnen dort stationiert.Würzburgriesen nannte man damals die Radarantennen,die drehbar auf Betonsockel montiert waren.Wer hat von dieser Stellung schon gehört und weiß etwas davon??? Bitte um Info! Gruss Gerd
Wen es interessieren sollte,auf dieser Seite beschreiben die Autoren alte Unterirdische Anlagen aus dem 2.WK.,Höhlen,Luftschutzanlagen usw.Die Seite bietet eine "Fülle" von Objekten dieser Art.Nicht nur aus Deutschland. mfg gerd
Für alle die es interessieren mag: Lt. dem Zeitzeugen Hoffmann/Niederfüllbach, befand sich in Coburg ein sogenanntes Rüstungskommando.Dieses war im Gebäude der heutigen Apotheke an der Ecke Victoriastr.-Judenbrücke untergebracht.Im Bestand des Ma-Freiburg ist es unter RW 21 zu finden.(RW "Rüstung Wehrmacht")
Das Wehrbezirkskommando/Wehrmeldeamt befand sich im ehemaligen Zeughaus in der Herrengasse-heute Staatsarchiv.
Zu unterirdischen Produktionsstätten in Creidlitz kann H. keine Angaben machen.
Zum gesuchten Straßennamen Ewald Eckardt, behauptet H.die heutige von Gruner Str. hätte damals den Namen getragen.(Zufahrtsstraße von der Lautererstr. zur Kaserne, wahrscheinlich bis zur ehemaligen Wache.
Im Jahr 1981,ist beim damaligen Verlag Coburger Blattla,Fiedler Verlag, das Buch erschienen: Die Geschichte der Veste Coburg von Prof.Dr. Thilo Krieg,aus dem Jahr 1924. Der Autor schreibt auf Seite 39:....dem Zeugmeister, jenen vormaligen Pfälzer Philipp Heinrich Reinhard, wurden auf fürstlichem Befehl...3 junge Constabel in die Lehre gegeben,Coburger Bürgerskinder,die Lust und Liebe hierzu trugen das Handwerk der "Artollerey" zu erlernen.Es waren Hans Ebner,Conrad Rüger und Johann Hübner.
Weiter hinten in dem Buch ist nachzulesen:....Nicht wenig Not erlebte der Festungshauptmann Hans Hartmann von Erffa mit den Festungsconstablern Rüger und Ebner. Den beiden hatte Herzog Johann Casimir,da sie zweimal unter Lebensgefahr ihr Amt ausübten (eimal bei der Belagerung von Kronach und einmal bei der Belagerung der Veste durch Wallenstein)je 100 Gulden jährlich zugewandt. Der Nachfolger vom Herzog jedoch hatte die Summe heruntergesetzt. Dabei waren sie nicht gänzlich aus dem Festungsdienst entlassen worden! Dem wurden sie aber nicht mehr gerecht.Schon 1643 klagte Erffa,sie kämen ihrer Pflicht nicht mehr nach,sich öfters auf der Veste sehen zu lassen, die Kanonen und Waffen mußten andere reinigen und in Schuss halten. Demungeachtet hatten sie die Dreistigkeit,Jahr für Jahr um angeblich rückständige Besoldung zu betteln.(Unter Zugrundelegung der erwähnten Casimirschen Bewilligung) Erffa schreibt:" Der alte Hans Ebner,Pfannschmied,ist zu nichts Nutz,säuft sich alle Tage in der Früh voll mit Branntenwein,hernachmals mit Bier und hat doch wenig zum Besten. Der andere,Rüger,welcher feine Mittel,wäre noch zu gebrauchen,hat aber schwere Sachen uff sich geladen,ideme er vor meiner Ankunft,einen Defensionshauptmann auf der Gassen erstochen.(gemeint ist hier die Spitalgasse und das Duell soll vor der alten Gaststätte "zum Bären" stattgefunden haben.)(der Bären-später Kaufhaus Mohren.bzw.Weka)
Rüger und Ebner wurden von Erffa verhaftet,krochen allerdings zu Kreuze und leisteten Erffa öffentliche Abbitte,erklärten sich bereit,anstelle einer Strafe,gewisse brauchbare Personen ohne Entgeld in der Ausbildung der Artillerie zu schulen,jedoch sollten ihnen die Kosten für anstehende Materialien ersetzt werden. Freilich hielt Rüger auch dann noch nicht Ruhe und als er 1661 auf die angeblich geschuldeten Gelder zurückkam,wurden Kanzler und Räte beordert, ihm sein"ohnverschämte abermalige praetensiones" ernstlich zu verweisen.Noch 1675 war der einstmals doch verdient gewesene Störenfried am Leben. Wo Rüger seine Grabstätte fand ist nur spekulativ--er könnte allerdings auf dem Salvatorfriedhof beerdigt sein. So wissen die Akten von Rüger und Ebner wenig Rühmliches zu erzählen!
Zu Defensions(hauptmann) Im 30 jährigen Krieg wurden sogenannte Defensionswerke geschaffen.Das waren von den Städten aufgestellte Einheiten,die bewaffnet und ausgebildet waren und gegen die durchziehenden Soldatenhaufen beider Konfessionen gegebenenfalls angehen sollten um Haus und Hof vor Plünderungen zu schützen.Der Wert dieser Einheiten war aber so gut wie null!(Defension-Defensive-=Verteitigung)
Leider habe ich versäumt, meine Zeilen in ein Neues Thema zu stellen.Das soll also hiermit getan sein unter "Politische Ereignisse nach dem 1.WK in Coburg"
Ich lese z.Zt. ein Buch über den 1. WK.Es ist im Moewig Verlag erschienen und mit sehr vielen Bildern von den damaligen Kriegsschauplätzen ergänzt. Das Jahr 1918 brachte nicht nur das Ende des Krieges,sondern auch die sogenannte LUDENDORF Offensive.(General Ludendorf und Hindenburg waren die Sieger der Schlacht von Tannenberg gegen die Russen in Ostpreussen!) Das Deutsche Westheer wurde zu Beginn des Jahres 1918 einer grundlegenden Neuerung unterzogen!Das betraf auch die innere Führung,neben den "klassischen " Abteilungen wie "Operation,Nachschub,Feindlage" waren zahlreiche andere entstanden.Es gab nun die Abteilung "Fremde Heere" und daneben die Abteilung 3b, den militärischen Nachrichtendienst,heute dem MAD gleichzusetzen. Dem Generalstab unterstand die "Auslandsabteilung".Ihr widerum unterstand ein Bild und Filmamt,unter dem die damalige deutsche Filmindustrie zusammengeschlossen war.Sie wurde zusammengefasst zur"Universum-Film-AG".Aus dieser ging später der berühmte Fimkonzern "UFA" hervor. Kaum jemand weiß heute noch,das dies ein Abkömmling des Generalstabes aus dem ersten Weltkrieg war! Qelle:Erschienen im Moewig Verlag,Autor Dr. Christian Zentner. "Der Erste Weltkrieg,Daten Fakten Kommentare"
Wie sicher Vielen mittlerweile bekannt,gab der damalige Grundschuldirektor Walter Eichhorn aus Lautertal über längere jahre die "Blätter zur Geschichte des Coburger Landes" vormals "Lautertaler Heimatgeschichte" heraus.Diese Vierteljahresschrift erscheint jetzt bei der "Historischen Gesellschaft"! Während der Zeit unter W. Eichhorn kamen eine Reihe von Büchern begleitend mit heraus,die sich eingehender mit der Geschichte hier im Coburger Raum befassten. So erschien ein Buch mit dem Titel"Verborgene Spuren" von der Autorin Susanne Mayer-Schebendach. In diesem Buch geht sie auf die Frühgeschichte hier in der Coburger "Ecke" ein und bringt Interessantes zum Vorschein. Beginnend mit dem 6. Jahrhundert bis hin in das 13 Jahrhundert beschreibt sie die verschiedenen Adelsgeschlechter!
Im 5. Kapitel widmet sie sich dem Thema "Trufalistadt" und dem Burgus "Cobbenburg" . Im 7. Kapitel widerrum geht sie den Spuren der Henneberger nach und hier soll dieser Bericht ansetzen.Es geht dabei um die Sage :"Der Mönch auf dem Moritzturm".Die Geschichte hat sicher ein jeder von uns einmal gehört,- jedoch beleuchtet S.Mayer-Schebendach diese Geschichte aus einer anderen Perspektive.Es wird behauptet, das an "Sagen" immer ein klein wenig Wahrheit dran ist(!?). Weiteres folgt!
Habe gestern seit längerer Zeit einmal das Stadtarchiv besucht,da ich mich für das Anwesen im Sonntagsanger 1 interessiere.Das Gebäude war mir schon seit meiner Jugend in und auswändig bekannt, denn die Firma, wo ich meine Lehre begonnen habe, war Anfang der 60 er Jahre in drei Etagen hier untergebracht. Wie alte Coburger berichteten, war während des 3.Reiches hier die "Heeresbäckerei" drinnen. Da ich mit meinen Recherchen erst am Anfang bin, sind allerdings die Meldungen noch recht dünn! Bis jetzt konnte ich an Hand von alten Adressbüchern folgendes erfahren: Im Adressbuch von 1927 erscheint hier: BEZIRKS-KONSUM-Verein mit Lagerräumen. Adressbuch von 1931: BEZIRKS-KONSUM-VEREIN mit Dampfbäckerei(!)-weiter 1934. Bzirkskonsum Verein mit Lagerräumen, Dampfbäckerei,Büro Schlachthofstraße 6!Wer sich erinnert, als die Frankenbrücke noch nicht stand, war ja dort ein Bahnübergang.Genau unter der heutigen Brücke stand ein Haus,das zur Schlachthofseite hin eine Art Terasse hatte.Hier drinnen war ein Verkaufsladen vom KONSUM.Und das Büro des Bez. Konsum Vereins.-Interessanterweise gehörte dieses Haus zur Schlachthofstraße,obwohl es in der Straßenflucht des Sonntagsanger stand!!
Vom Stadtarchiv wurde ich weiter verwiesen an das Stadtbauamt,da hier die Möglichkeit besteht, Bauakten einzusehen.Allerdings verlief dieser Vorstoß (noch) ins Leere,da eine Akteneinsicht nur mit der Zustimmung des Gebäudeeigentümers möglich ist.Die Adresse des momentanen Eigentümers wurde mir mitgeteilt.Man wird sehen!
Was mich interessiert:-Wann wurde das Anwesen bebaut?-Wer hat hier die ersten Gebäude errichtet?-War das der Bezirks-Konsum Verein?-Wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann,war die Dampfbäckerei für einen Großbetrieb ausgelegt!-(an der inneren Gebäudeaufteilung konnte man eine Großbäckerei erkennen,es war im Hof eine Laderampe sowie ein Fahrstuhl für Lasten eingebaut-Auch die Zwischendecken waren für größere Lasten ausgelegt!)- Da Coburg ab 1934 wieder Garnisonsstandort war, wurde auch eine Großbäckerei gebraucht, um die Truppe täglich mit Backwaren zu beliefern.-Ich nehme deshalb an, das das Heeresverpflegungsamt hier auf den Konsumverein zugegangen ist,mit der Bitte der Zusammenarbeit. Als dann während des Krieges die Radarstation bei Watzendorf/Neuses Eichen gebaut wurde, mußte ja auch diese Truppe täglich verpflegt werden.-Was lag näher, als auch hier Backwaren aus dieser Bäckerei zu liefern? Wie ich in Erfahrung bringen konnte,war das Haus Sonntagsanger 11 bei der Bombardierung 1945 zerstört worden.Dieses Haus steht heute als ein Neubau aus den 50 er Jahren,nur wenige Meter vom Sonntagsanger 1 entfernt.Ich kann mich noch erinnern, das auch das Anwesen No.1 Kriegsschäden aufwies!
Im Jahr 1949 findet sich als Besitzer das Bayerische Landesamt für Vermögensverwaltung im Adressbuch,später ist wieder die -KONSUM Verwaltungsgesellschaft als Eigentümer aufgeführt.
Am Rande sei hier noch erwähnt, als ich meine Recherchen in Sache Vereinsbrauerei betrieb,tauchte der Name EINKAUFSGENOSSENSCHAFT auf!Diese Institution muß aber schon in den 20 er Jahren bestanden haben!.Ich nehme deshalb an, das die Einkaufsgenossenschaft der Vorgänger des Bzirkskonsumvereins war,denn in den Akten waren hier Paralellen zu finden. gerd
Meine Gedankengänge zu dem vom Norbert im Fotoalbum eingestellten Bild,mit dem Modell der Itztalquerung durch den ICE sowie der neuen Autobahn und den von mir gefundenen Bericht über die "Altstraßen",liegen garnicht so weit auseinander.-Damals wie heute ,die Erschließung des Landes durch Straßen,ohne die ein Staat nicht existieren könnte!
Bei Walter Eichhorn,im Jahresheft aus dem Jahr 1972,hier wiederum das Heft Nr. 8 findet sich folgender Aufsatz, den ich hier Stichpunktartig wiedergeben will: Nach bambergischer Anordnung mußte(sollte) die Straße 3 Sperre (5,5-6m) breit (!!)und beiderseits mit Gräben und Hecken versehen sein.Grenzsteine, Höhenbäume als Richtpunkte,seichte Flußübergänge,Flurnamen kennzeichnen den Verlauf von Altstraßen. Die Entwicklung vom Einzelhof zum Dorf setzte feste Verkehrsadern vorraus.
Vorspann,Geleit(Geleitstraße),Wegebau,Versorgung,Beherbergung,Zoll und Markt wurden zwingende Notwendikeiten solcher Straßen.(Mit all seinen Vor und Nachteilen!)
Geleit: Reisende konnten im MA das Recht in Anspruch nehmen,sich gegen Entgeld von Bewaffneten . schützen zu lassen.
Regeln: Der Verkehr war in Hohlwegen nur in einer Richtung gleichzeitig möglich.Vormittags Bergfahrt Nachmittags Talfahrt!
Warte : Anlagen von Warten auf Bergen in der Nähe der alten Straßen,ergänzten und unterstützten die Burgen in der Aufgabe,die diese für die Sicherung des Verkehrs hatten.
Zollgebühren:(1666) Ein beladener Güterwagen - 3 Groschen 1 Herdochse oder Pferd - 1 Groschen 1 Jude zu Fuß 3- Groschen 1 Jude zu Pferd 6-Groschen Der Autor geht hier auch auf die Strecke:Coburg, Neustadt, Köppelsdorf, Judenbach - Sattelpass -Probstzella,Saalfeld ein.An der sogenannten "Sattelpass" Straße muß wahrlich einiges los gewesen sein!So wird berichtet, das hier Wagenzüge von 70-80 und mehr Gespannen,mit vielen Hundert Pferden,auf einmal,Reisende zu Fuß oder zu Pferd oder in Kutschen hier täglich(!)in großer Zahl durchkamen!
Man erkennt daraus, das damals wie heute schon Probleme entstanden sind, was die Straßen betrifft.
Die "Warte",welche sich oft auf weithin sichtbaren Bergen befanden, sollten auch der "Fernvermittlung" dienen,konnten doch durch große Feuer hier "Nachrichten" weitergegeben werden.(Z.B. wenn sich fremdes Kriegsvolk näherte.
Eine kleine Erinnerung an das Hochwasser 1967 an Weihnachten.Blick in die "untere" Mohrenstraße.Das Ärztehaus an der Mohrenbrücke war noch nicht gebaut.Eine BP Tankstelle ,wo heute Aldi oder Norma(?) ist!Der Kaufhof ebenfalls noch nicht gebaut,das Eck vom alten Tageblatthaus spitzt rechts noch hervor!
Ein Blick von der Schlachthofstraße zum Hofbrauhaus/Postgrund und Bahnübergang.Interessant, das der Verkehr Richtung Norden über den Neuen Weg abgeleitet war,obwohl "abknickende Vorfahrt"über den Bahnübergang Richtung Stadtmitte war!.Auf dem Wiesengelände zwischen dem gelben Wegweiser und dem linken(oberen) Gleis befand sich vor langer Zeit ein Kiosk.
Wann das Foto entstand,es könnte in den 60er Jahren gewesen sein.Der "holperige" Steinweg erhielt eine Teerdecke und bei dieser Gelegenheit wurde der Spitalturm saniert.-Viele Jahre später, als dann eine Fussgängerzone hier entstand wurde dort wieder ein neuer Belag eingebaut.
Heute vor 60 Jahren ,etwa um die gleiche Uhrzeit, haben Einheiten der 3.US Armee, unter General Patton,Coburg besetzt.-Auch damals war ein sonniger Tag.Mehrere kurze Filmaufnahmen darüber sind mittlerweile vorhanden. gerd
Doch immer wieder interessant,wenn man noch lebende Leute sprechen kann,die sich an die Zeit des Kriegsendes in Coburg erinnern können. Durch meinen Artikel über die Vereinsbrauerei in der Neuen Presse am letzten Donnerstag aufmerksam geworden, hat sich bei mir eine ehemalige Anwohnerin gemeldet,die damals am Brauhof wohnte.1927 geboren konnte sie sich noch lebhaft an die Ereignisse 1945 erinnern und berichtet das ein Geschoss der Amerikaner im ersten Stock des Hauses,wo sie wohnte, einschlug und hier krepierte.Die Einrichtung war total zerstört und es hätte auch leicht gebrannt,konnte aber sehr schnell mit eigenen Mitteln gelöscht werden. Während des Beschusses saßen sehr viele Leute aus dem Hahnweg und den umliegenden Straßen in den ehemaligen Bierkellern der Vereinsbrauerei,welche als Luftschutzkeller hergerichtet waren. Auch kann sie sich erinnern,das Besucher des UT Kino,während Fliegeralarm gegeben wurde,das Kino verlassen mußten und über eine lange Treppe hinunter zum Hahnweg in besagte Luftschutzkeller flüchten mußten. Die langen Kellerstollen waren mit Holzbänken eingerichtet und es wurden Trockentoiletten aufgestellt .Durch verschiedene alte Luftschächte sollten die Leute gegebenenfalls den Luftschutzkeller bei Verschüttung über Steigeisen, verlassen! Sie meinte,das zum Glück eine solche Situation dort nie eingetreten ist! .
Als wir neulich Gäste hatten,war natürlich ein Besuch unserer Veste ein "Muß".(hauptsächlich,weil es sich um ehemalige Coburger handelte.)Dabei war ich erfreut darüber,das die Bärenbastei offen war.Das war ja in früheren Jahren nicht möglich,es sei denn man belegte einen Kurs in der VHS,dann machten die dort Führungen,wobei auch ein Abstieg in die unterirdischen Kasematten möglich war.Das war zwar diesmal nicht möglich,doch ich war angenehm überrascht,wie schön sie die alte Bastei mit Wegen und Sitzbänken hergerichtet haben.Die Scharten für die Kanonen sind mit starken Glasscheiben gegen Besteigen gesichert,es soll ja dort keiner runtersegeln. Interessanterweise hat man von dort oben einen anderen Blickwinkel,als z.B. von der "Hohen Bastei"-Man kann hier in den unteren Itzgrund sehen,aber gleichzeitig bis hinauf zum Thüringer Wald! Was man sich bei einer Begehung mit Muse bedrachten sollte ,ist der Zugang zur Bärenbastei, der lange Westtunnel.Hier liegt noch z.T. das alte Pflaster.Der Tunnel mündet dann unter dem roten Turm,den ja Bodo Ebhardt(das war seinerzeit der "Star"Baumeister von Kaiser Wilhelm den 2.)erst 1914 neu errichtete.Vorbild Ebhardts für diesen Turm war ein Stadtturm von Rothenburg o.T.-auch ein Turm der Kaiserburg von Nürnberg hat fast das gleiche aussehen.(4 Ecktürmchen). Die Hohkönigsburg im Elsass bei Schlettstatt,wurde ebenfalls von B.Ebhardt damals restauriert,war doch das Elsass einmal sogenanntes "Reichsland".Wer einmal in die Ecke kommen sollte,den kann ich eine Besichtigung dieser mächtigen Burg nur empfehlen,sie liegt fast auf 900 Meter Höhe und man hat einen herrlichen Blick auf die Vogesenberge und nach Osten zu auf den Schwarzwald.(Ich sehe sie alle 14 Tage,allerdings nur von der Autobahn aus!)Wer sich für Baugeschichte interessiert,kann viele Teile der Hohkönigsburg zur Veste erkennen! Doch zurück zur Bärenbastei und den Tunnel. Wenn man den Tunnel hinab geht,befindet sich auf der rechten Seite eine Bogentüre,die den Zugang zu 2 mächtigen Tonnengewölben darstellt.Diese Gewölbe befinden sich schon unter dem heute bezeichneten "Herzog Carl Eduard Bau"(er wurde einmal als "die Rote Kemenade" und dann -nach Umbau durch Ebhardt- als Kongressbau bezeichnet.(Ehe wir ein Kongresshaus hatten befand sich ein Kongresssaal in der Veste!).-Als zu Beginn des 20.Jahrhunderts die Restaurierungsarbeiten an der Veste begannen,wurde dieses Bauwerk total abgetragen,bis hinunter zu den Felswiderlagern.Hierüber gibt es interessante Fotos und eine noch interessantere Baugeschichte!- Den Tunnel wenige Meter abwärts,ebenfalls rechter Hand liegt eine weitere Türe.Dahinter befindet sich ein Treppenhaus,zunächst durch gewachsenen Fels geschlagen,mündet es in einem Mauerturm,der Ausgang liegt auf Höhe des "oberen Wall".Unweit steht das Denkmal des ehemaligen MG Bataillon 6,welches in den 30er Jahren in der Kaserne in Coburg lag. Das Treppenhaus war früher nach oben hin offen und es war dort immer stets sehr feucht und nass. Ich glaube es war in den 70er Jahren,als man dieses Treppenhaus mit einer Betondecke nach oben abschloß.-Es stellt heute die 2.Möglichkeit dar,die Veste zu betreten,falls es an der Brücke am Haupteingang nicht möglich sein sollte. Am Turmausgang befindet sich ein 2 flügeliges Tor,darüber ein Fallgitter,welches Ebhardt damals in seiner verklärten Romantik einer "Ritterburg",einbauen ließ!Ein Rundweg oberhalb des ersten Mauerberings,auf dessen Höhe sich nun die Bärenbastei befindet wäre möglich,doch haben Bedienstete dort Gartenanlagen und somit ist ein Durchkommen nicht möglich.(Man könnte nämlich von dort aus bis zur Burgschänke vorgehen!) Die Bärenbastei ist erst kurz vor dem 30jhrg.Krieg gebaut worden.(Guideon Backer?)Da sich zu dieser Zeit der Hauptzugang zur Veste durch den Tunnel erstreckte und sich über eine mächtige hölzerne "Rampe" emporschwang,könnte die Bärenbastei zur Verteidigung und Deckung des Zugangs gedient haben.(Die Vor -Ort Situation macht das deutlich!)-Wie es allerdings dort im Bereich der Tunnelmündung damals aussah,liegt etwas im Dunkeln.Angeblich soll vor dem Roten Turm ein kleinerer Turm dort gestanden haben,er ist auf alten Ansichten z.T.zu sehen!-Wie die "Rampe" ausgesehen haben könnte ist auf dem Diorama im 2.Stock des Rathauses zu sehen. Hier wird die Veste zur Zeit der Belagerung durch Wallenstein 1632 gezeigt,bestückt mit Zinnfiguren. Den Tunnel abwärtsgehend , auf der linken Seite sieht man ebenfalls eine Bogentüre,hier geht es in den "Herzoginbau"-auch als das "Schafhaus" bezeichnet,diente es früher der Lagerung von Getreide und Lebensmitteln. Wie die Chronik berichtet soll die Wehrmacht in dem Tunnel zu Kriegsende, noch eine größere Anzahl an Munition gelagert haben-wahrscheinlich "Panzerfäuste" und Infanteriemunition.Auf Veranlassung von Herzog Carl Eduard ist die Munition aber dann abtransportiert worden.Somit ist eine damalige Gefahr für "unsere" Veste gebannt worden!
Norbert hat mir gestern einige Schriftstücke gegeben,worinnen u.A. Gefallenenlisten von ehemaligen Coburgern verzeichnet sind,welche im ersten Weltkrieg gefallen waren,oder als vermisst gelten. Es ist interessant das hier viele Namen auftauchen,welche z.T. heute noch in Coburg zu lesen sind-die Nachkommen Derer! So lese ich z.B. Adolf Oertel,Weingroßhändler.Wilhelm Abicht,Buchhalter/Händler.Ludwig Amend,Korbmacher.-Sicher mag das nun subjektiv bedrachtet sein,doch ich habe zu vielen Namen einfach Gedankengänge und verbinde diese Namen mit Bekannten,Nachbarn und Freunden,auch weil die Eltern über solche Ereignisse erzählten und manches in Erinnerung geblieben ist.Auch wenn die Eltern den ersten Weltkrieg nur als Kleinkinder erlebten,erzählten sie mir später,das von Schulkameraden der Vater oder Onkel im Weltkrieg gebleiben ist. Interessant ist dabei,das Enkelkinder von den Vorfahren die Namen bekamen,wenngleich auch nur als Zusatz-Name.Das war einaml lange Zeit so üblich. Vergleicht man dann die Namen der Gefallenen mit heute noch Lebenden Nachkommen,drängt sich die Erkenntnis auf: "Na der hat doch von seinem Großvater den Namen"
Zu denken gibt einen auch die Tatsache,das hier Namen erscheinen,hinter denen als "Beruf" Oberrealschüler(!!) steht.-Wie alt mögen diese Leute gewesen sein,als sie den Tod fanden? Aufschlußreich ist auch ,das als Beruf der Leute sehr viele Korbmacher verzeichnet sind-das läßt erkennen,das der Beruf der Korbmacher hier in Coburg weit mehr als heute zu finden war. Allein in Coburg sind namentlich über 865 Personen genannt,welche im ersten W.K. geblieben sind! Eine weitere große Zahl an Gefallenen ist den Ortschaften im Landkreis zuzurechnen!
Die Rodacherstraße ist momentan stadteinwärts gesperrt.Am "Neustadter" Bahnübergang,etwa dort wo das "Granitwerk" stand entsteht der Haltepunkt COBURG NORD der Bahn.Da sind sie mächtig am Bauen.
Der Alte Heerweg von Coburg nach Lichtenfels folgte früher nicht den Lauf der heutigen Straße,sondern zweigte schon in Meschenbach von der Bamberger Straße ab.Führte an dem "festen Hause" Weissenbrunn vorbei,an steilem Berghang hinauf zur "Hohwart". Die Hohwart,ein mit Buschwerk bewachsener Platz von ehemals 100 Geviertschritten(jetzt 100x75),war in vorgeschichtlicher Zeit ein Begräbnisplatz; später mit Pfahlgraben umgebene Warte.In deren Mitte ein Wartturm(Bergfried)stand.Letzterer ist spurlos verschwunden.Seine Trümmer sind wohl nach dem 30 jhrg.Krieg zum Wiederaufbau des ganz zerstörten Ortes Obersiemau verwendet worden.Doch stand noch bis 1856 auf der Hohwart ein Signalturm des optischen Telegraphen,der dem elektrischen Telegraphen in Thüringen voran gegangen ist. Wer hat schon von der Hohwart gehört?
Der "Jungdeutsche Orden" oder wer den Nationalsozialisten mit den Weg ebnete. Im Jahr 1920 gründete sich in Kassel der sogenannte "Jungdeutsche Orden",der sich das Deutschtum auf seine Fahnen geschrieben hatte. Aus Gram über den Kriegsausgang und den Versailler Vertrag, sinnt er auf Rache gegen Frankreich außenpolitisch und innenpolitisch auf die Ausmerzung alles Fremdrassigen! Der Pfarrer Helmuth Johnson,1881 in Neustadt/C. geboren,ist Mitte der 20er Jahre der populärste Politiker im Coburger Raum! Er besuchte das Gymnasium in Coburg,studierte Theologie,war begeisterter Frontsoldat des 1.W.K.und danach in Freikorps tätig.!1919 als Pfarrer in Gauerstadt. Die Nachkriegswirren des verlorenen 1.W.K.lassen ihn politisch tätig werden. Er wird Obermeister der Bruderschaft des Jungdeutschen Orden. Johnson benutzt die Kanzel für seine deutliche Sprache,-er ist ein gern gehörter großartiger Redner und findet ein offenes Ohr bei den rechtsstehenden Kreisen in Coburg! Wo der Jungdeutsche Orden auftritt kommt es zu Reibereien mit sozialdemokratischen Arbeitern. Im Sommer 1923 ist Johnson das klassische Beispiel eines politischen Pfarrers. "Er findet Unterstützung des Herzogs und das Wohlwollen der Coburger Polizei.Zahlreiche Vereine und Verbände sympatisieren mit ihm!" Die Abdankung der Monarchie,ausgelöst durch die Revolution nach dem 1.W.K.wurde vom Adel als ein Dorn im Auge empfunden. Der Deutsche Adel sieht im Jungdeutschen Orden wieder einen "Silberstreif" am Himmel für seine Sache und unterstützt den Orden vielfältig!!-Auch der Coburger Herzog. Johnson und sein Jungdeutscher Orden,der nach den Richtlinien des Deutschen Ritterorden`s in Bruderschaften und Balleien gegliedert ist,gibt sich mit romantizistisch-militärischen Charakter. Ihr Ziel ist:"die Verwelschung" im Westen Deutschlands,die "Verslawung"im Osten D. und die "Verjudung" im inneren Deutschlands zu bekämpfen! Die Sozialdemokratische Weimarer Republick stellte sich bis zu ihrem Niedergang schützend vor die deutschen Juden.Trotzdem kam es in Coburg immer öfters zu Ausschreitungen gegen die Juden.Selbst die Cob. Polizei griff manchmal nicht ein. "der Antsemitismuss wird von der Ev. Kirche wachgehalten und in Krisenzeiten von politischen Pfarrern in die Gesellschaft hineingetragen!"(nach Wolfgang Gerlach) Johnson wird in Coburg Kanditat des "Völkischen Blocks"für die Landtagswahlen im April 1924.Er geht als Sieger daraus hervor und lässt sogar den populären Franz Klingler(SPD) hinter sich zurück. Im Jahr 1924 ist Johnson der Politiker mit dem größten Rückhalt in der Bevölkerung hier in Coburg. (fragt man sich:wo stand die Mehrheit der Bevölkerung unseres Gebiet`s politsch zu dieser Zeit???) Johnson ist bis 1928 Abgeordneter in München,während der "Völkische Block" hier im Coburger Gebiet langsam auseinander fällt. Die Nazis übernehmen mehr und mehr die Führung,konkurierende Gruppen werden nicht (mehr) geduldet! Johnson überwirft sich mit Franz Schwede und geht auf Distanz zu den Nazis. Bei den Wahlen 1928 erhält Johnson nur noch wenige Stimmen! Er kehrt nach Gauerstadt zurück.1929 übernimmt er in Lübek das Dompfarramt.Er wird Landesbischof von Braunschweig und stirbt 1947 in Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien. Die Völkische Bewegeung verliert im Raum Coburg mehr und mehr an Gewicht. Die vom DVSTB (Deutschvölkischer Schutz und Trutzbund)und vom Jungdeutscher Orden mobilisierten Massen strömen nun der NSDAP zu!