Die alljährliche Zeitschrift "Coburger Geschichtsblätter" wird nach den Feiertagen im Handel erhältlich sein.
Folgende Themen werden dieses mal behandelt:
1) Herzog Johann Casimir, die Selbstdarstellung seiner politischen Macht und die Formung Coburgs zur Residenzstadt 2) Philipp Melanchthon - Seine Schriften in der Landesbibliothek Coburg 3) Bergnamen in Mönchröden / Rödental 4) Der Bürglaß- oder Josiasgarten 5) Das Prinz-Friedrich-Josias-Denkmal am Theaterplatz 6) Der Bildhauer August Sommer und seine Werke in Coburg 7) 1861 - Ein Schlüsseljahr in der Coburger Mediengeschichte 8) Biografie über das Leben des Hofbäckermeisters und Landesgewerberates Wilhelm Feyler 9) Die Geschichte des Lebkuchens 10) Die ehemalige Lebküchlerei Dorn im Unteren Bürglaß.
Nachdem Norbert den Vorschlag gemacht hat, eröffne ich mal dieses Thema zum Ernstplatz, erstes Bild: Der Ernstplatz 1862.[[File:Ernstplatz um 1862.jpg|none|auto]]
Hallo in die Runde, ich habe eine Frage zum Areal zwischen dem Kunstverein und ehemaligen Stadtgefängnis. Ich lese in vielen Berichten immer, das es sich hier um das Gelände der ehemaligen Hofgärtnerei gehandelt hat. Soweit so gut. Meine Frage jetzt, war hier auch die Stadtgärtnerei beheimatet, bevor die in den 1970er Jahren auf den Glockenberg gezogen ist?
Hallo also erstmal recht vielen Dank für die vielen Tipps. Beginnen wollte ich meine Häusergeschichte mit Spätmittelalter. Das Thema Trufalistadt ist ein wenig sehr heikel. Ich weiss das 1984 eine Probegrabung auf dem Oberen Bürglaß zu diesem Thema stattgefunden hat. Leider sind die letzten Spuren wahrscheinlich im Mittelalter verwischt worden, oder lag der Ort woanders. Das wäre ein Kapitel für sich. Ich hatte auch das Glück schon, das Lindner-Album zu sehen. Dort sind sehr gute Bilder vom Herrenhof dabei und der Häuserzeile vom Bürglaßschlößchen bis zum Unteren Bürglaß. Das war es dann auch schon. Leider finde ich für die andere Häuserzeile nichts, obwohl diese höchst interessant ist. Was ich mich auch interessiert ist die Baugeschichte der Häuser, Baustil, berühmte Personen und das Alter der Häuser und natürlich Bilder.
Was ich noch fragen wollte. Ernst Eckerlein hat mal geschrieben dass auf dem Bürglaß der Holzmarkt stattgefunden hatt. Hat jemand Kenntnis davon wo genau er stattgefunden hat ?
Hallo Siby, ich kann dir bei dem Ortsnamen glaube ich helfen. Das Dorf soll "Asig" geheißen haben und befand sich zwischen Oeslau, Einberg und Waldsachsen.
die Sage die du meinst heißt "Die versunkene Glocke im Lautergrund". Dort wird von einer Stadt gesprochen, die sich an der Stelle befunden haben soll, wo heute Tiefenlauter liegt. Laut der Sage ist die Stadt verödet nachdem Gott die Kirche und den Friedhof des Ortes in den Erdboden versunken hat lassen, weil die Einwohner nicht den Allerseelentag gefeiert haben. Zuviel zur Sage.
Wirklich nachweisen lässt sich ein Ort namens Obergebau, der zwischen Oberlauter und Tiefenlauter lag ! Vielleicht handelt es sich um die gleichen Ortschaften ?
Hallo ich habe eine weitere Karte entdeckt auf denen alle Wüstungen im Landkreis Coburg dargestellt sind. Sie befindet in Walter Schneiers "Coburg im Spiegel der Geschichte " auf Seite 51. Der Untertitel dazu lautet: Rund 50 Orte gab es im Coburger Land, die im Laufe der Geschichte ausstarben, Sie alle - natürlich nicht von der Größe heutiger Dörfer - lassen sich in Urkunden nachweisen, ihre Lage ist durch Bodenproben erforscht. Absinken des Grundwasserspiegels, völlige Erschöpfung des Bodens können ebenso Ursache dafür sein, daß sie wüst wurden, wie Kriege oder verheerende Seuchen. An manchen Orten entstand, nachdem sie jahrhundertelang brach lagen, wieder eine Siedlung (Tiefenlauter für Obergebau), manchmal wurde in der Nähe neu gesiedelt (Meilschnitz für Alt-Meilschnitz), andere Orte gingen in größeren Ortschaften auf (Truftelstat in Coburg, Vorke in Ebersdorf).
Vielen dank, helfe doch gern. Außerdem ist das auch ein Thema das mich interessiert. Von einigen Orten darauf habe ich ein paar Kentnisse. Die werde ich mal am Wochenende hier posten.
Wie versprochen ein paar Infos über diese Ortschaften:
Gellenhausen: lag nördlich von Lempertshausen und Helritt. Der Ort wurde 1632 von Wallensteins Truppen restlos zerstört und nie wieder aufgebaut. Heute erinnert an das Dorf das dortige Waldstück der Gellenhäuser Forst, sowie die alte Dorflinde die inmitten des Waldes heute noch steht.
Kirchberg: Dieser Ort lag zwischen Großwalbur, Kleinwalbur, Neida und Birkenmoor. An dieses Dorf erinnert heute noch die Kirchbergsmühle.
Obergebau: War die Vorgängersiedlung von Tiefenlauter. Wie dieser Ort untergegangen sein soll erzählt die Sage "Die versunkene Glocke im Lautergrund", die ich weiter oben bereits erwähnt habe.
Kropfweiher: Diese Siedlung befand sich im Callenberger Forst und hatte den Namen von den gleichnamigen Weihern her, die es heutige noch gibt. Sie liegen am Weg zwischen dem Falkenegg und der alten Fasanerie. Um 1975 wurde der letzte Bauernhof, der den Namen Kropfweiher noch trug und dort stand, abgerissen.
Tiefenstein: Dieser Ort befand sich zwischen Coburg und Scheuerfeld und lebt in der Bezeichnung "Tiefensteinsiedlung" und dem Straßennamen Tiefensteiner Weg fort.
Truftelstat bzw. Trufalistat: Sicher ist, sie zwar die Vorgängersiedlung von Coburg und lag zwischen Cortendorf und Ketschendorf. Wo genau, darüber scheiden sich die Geister. Da man bei Ausgrabungen am Oberen Bürglaß nichts gefunden wurde ist anzunehmen das der Ort etwa bei der Moritzkirche oder im Bereich der Marktes sich befunden hat.
Buchelberg: Wie der Name schon sagt lag dieses Dorf am Buchberg in etwa zwischen Ketschendorf und Seidmannsdorf.
Oberschaffhausen / Unterschaffhausen: Beide Ortschaften lagen zwischen Oeslau und Mönchröden. Daran erinnert noch der Straßenname "Schaffhäuser Grund" der bei der Firma Zapf von der Hauptstraße Richtung Norden abzweigt.
Kulm: Dieser Ort lag zwischen Mönchröden und Haarbrücken und wurde zwangsevakuiert, nachdem die Mönche des Klosters Mönchröden ihre Fischweiher vergrößern wollten. Das Dorf stand dabei mitten im Weg und wurde später überflutet. Inzwischen ist von dem riesigen See der dadurch entstand auch nichts mehr zu sehen. Ein kleiner Rest bildet noch der Fischbacher Teich, direkt an der Straße Richtung Neustadt gelegen.
Altmeilschnitz: War die Vorgängersiedlung von Meilschnitz und befand sich am sogenannten "Krummen Stein" zwischen Meilschnitz und Effelder.
Vorke: Es wird angegegeben das Vorke die Vorgängersiedlung Frohnlachs war.
Hofstätten: Der Ort veschmolz mit Sonnefeld. Früher ist nur das Kloster Sonnefeld. An dieses Dorf erinnert noch die Pfarrkirche St.Moritz, die heutige Sonnefelder Friedhofskirche, und der Straßenname "Hofstädter Straße"
Wiedbach: Dieser Ort lag zwischen Rossach und Welsberg. An ihn erinnert noch ein Bergnamen (=Wiedberg) und ein gleichnamiger Bach.
Hi das mit der Karte habe ich gerade versucht, hat aber noch nicht geklappt. Das Kartenbild wird nicht angezeigt hier. Vielleicht kann mir da einer helfen ???
Hallo Gerd, ich habe mal mein Bücher durchwälst und habe einiges gefunden, was ich der Allgemeinheit nicht vorenthalten möchte;-)
Zur Geschichte des Sonntagsangers (Von Ernst Eckerlein)
"Studiert man alte Stadtpläne von Coburg, so stellt man fest, dass früher das Gelände zwischen der Itz von der alten Judenbrücke bis zur heutigen Schlachthofbrücke und bis hinüber zum Plattenäckerberghang eine große Wiesenfläche war. Auf einem Grundriß aus dem Jahre 1743
(Teil2:) ...wird sie die Angerwiese genannt. Die heutigen Straßen Neuer Weg und Sonntagsanger bestanden damals noch nicht. Aber schon während des 7-jährigen Krieges von 1756 bis 1763 wurde der Neuer Weg auf Veranlassung des Prinzen Christian Franz von Sachsen-Coburg-Saalfeld angelegt." "Die Angerwiese erfuhr eine zweite Veränderung, als im Jahre 1858 mitten hindurch die Eisenbahn gebaut wurde. Übrig blieb jetzt das Gelände von der Itz bis zum Bahnkörper. Man nannte aber schon vorher die Wiese den Sonntagsanger, weil dort die Bürger auch spazieren gehen konnten. Die Straße mit dem Namen Sonntagsanger gab es vorerst noch nicht. Sie wurde später ca. 1875 angelegt und befand sich bis fast zu Beginn des Ersten Weltkrieges in einem unbeschreiblichen Zustand. Nur ein Teil vor der Autofirma Trutz (heute BMW-Vertretung Walter Pfiffer) war chaussiert. Den fürchterlichen Zustand des Sonntagsangers schilderte der Mundartdichter Gustav Leutheußer in einem humoristischen Gedicht a la Wilhelm Busch, wobei er Max und Moritz auftreten lässt."
Hier noch einige Daten aus der Denkmalschutzliste:
Sonntagsanger 5 / 5a: Doppelhaus, Neurenaissance, erbaut 1891 durch Bernhard Brockardt
Sonntagsanger 8 Neurenaissance-Eckhaus (Richtung Mühldamm), erbaut 1891 durch Bernhard Brockardt
Sonntagsanger 9 / 10 Doppelhaus, erbaut 1891 von Bernhard Brockardt (Im Haus Nummer 9 befindet sich die Geschäftsstelle der SPD und heisst Willy-Brandt-Haus)
Sonntagsanger 16 Ehemalige Karosseriefabrik Trutz (heute BMW-Vertretung Walter Piffer),
Verwaltungs- und Wohngebäude, 1890 von Bernhard Brockardt errichtet
Verkaufshalle, 1901 von Bernhard Brockardt errichtet, 1999 innen verändert.