Hallo ich habe mal ne Frage nach einen Haus in der Judengasse, und zwar genau nach der Nr. 23. Gerne möchte ich wissen, welche Geschäfte dort in den 60er/70er Jahren dort untergebracht waren. Als Gedächtnisstütze habe ich mal ein Bild von dem Gebäude gemacht.
Ich weiss bisher nur soviel: 1949 Schleiferei Hirt 1955 Polstermöbel- und Möbelwerkstatt Hans Schwietz 60er / 70er Jahre ? 1983 Handarbeitsgeschäft Magarethe Lanzel und ADS Vertriebs- und Kundendienst GmbH
Hallo ich bin auf der Suche nach einer Werbung der Firma Gossenberger (Judengasse 34) Ich habe sie im Adressbuch von 1919 gesehen und bräuchte sie für meine Geschichte der Judengasse. Kann mir da jemand helfen ?
Hallo, weil gestern beim Treffen die Anfrage nach diesem Baumeister war, hier die wichtigsten Gebäude, welche er als Stadtbaumeister errichtet hat:
Rosengasse 12 (1860) Das Augustenstift in der Bahnhofstraße (1861-1863) Die Lutherschule am Albertsplatz (1862) Bahnhofstraße 24 (1863) Die Einsegnungshalle auf dem Friedhof (1863) Die alte Angerturnhalle (1863-65) Hohe Straße 30 (1874) Das ehemalige kaiserliche Hauptpostamt am Oberen Bürglaß (1876) Das Gebäude des Forst- und Domänenamtes am Glockenberg (1879/80) Der Städtische Schlachthof (1880) Die Rückertschule in der Löwenstraße (1890)
Nun ist das Ende des 2. Weltkrieges schon 60 Jahre her. Die Menschen, die sich daran erinnern können werden älter und immer weniger. Die Schäden die einst der Krieg in Coburg hinterließ sind längst verschwunden. Doch noch immer ist das Interesse gewaltig, besonders bei jungen Leuten. Aus diesem Grunde habe ich mich zu diesem Artikel entschlossen. Es werden Punkte innerhalb der Coburger Innenstadt genau unter die Lupe genommen, wo einst die Zerstörungen am Größten war.
Im heutigen ersten Bereich gehen wir zur Westtangente,genauergesagt in den Bereich der Viktoriastraße und des Ernstplatzes. Am 8. April 1945, nachmittags zwischen 17 und 18 Uhr wurde Coburg von acht amerikanischen Tieffliegern beschossen. Dieser Beschuss richtete vor allem im Bereich Viktoriastraße / Ernstplatz großen Schaden an. Größtenteils handelte es dort um Dachstuhlbrände, aber auch ganze Häuser wurden zerstört. Eines davon war das Haus Viktoriastraße 12, indem die bekannte Coburger Glasmalerei Bringmann ihren Sitz hatte. Durch den Beschuss wurde alles zerstört, vor allem sehr viele wertvolle Materialien und bemalte Glasfenster. Die Zerstörungskraft dort war so stark, daß sogar die Hinterhäuser der Gebäude an der Judengasse vernichtet worden sind.
Die Reste des Anwesens Viktoriastraße 12 im Jahre 2005
Weiter Richtung Süden war die Kleine Judengasse ein einziger Trümmerhaufen. Eine Bombe zerstörte die Scheune und Teile des Hauptgebäudes in der Kleinen Judengasse 5. Durch den Brand der entstand kam es zu unzähligen Dachstuhlbränden. Diese Brände reichten auf der südlichen Straßenseite bis zum bekannten Lokal "Rizzibräu" und auf der nördlichen Seite bis zur ehemaligen Bäckerei Hofmann in der Judengasse. Die gleiche Situation wie in der Kleinen Judengasse fand man an diesem Tage auch auf dem Ernstplatz vor. Das Adolf-Hitler-Haus, an der Ecke Viktoriastraße/Ernsplatz stehend, war durch den Beschuss komplett ausgebrannt, das gleiche Schicksal ereilte das Hotel "Goldene Traube" am Viktoriabrunnen. Hier war das Feuer besonders stark und fraß sich vom Ernstplatz bis kurz vors Judentor hinauf, den Viktoriabrunnen entlang. Die entstandenen Brände wurden nach einigen Stunden u.a. von der Freiwilligen Feuerwehr Coburg, der Werksfeuerwehren Trutz, Waldrich und Brose, und F-Kompanie der Luftschutzpolizei gelöscht. Gegen 24 Uhr waren die Feuer gelöscht. Was wurde nun aus den Ruinen ?
Das Adolf-Hitler-Haus an der Ecke Viktoriastraße / Ernstplatz
Die Reste des Hauses Viktoriastraße 12, sind heute noch zu sehen, auch die Beschädigungen am Hause Kleine Judengasse 5 lassen sich klar erkennen. Die Ruine des Adolf-Hitler-Hauses wurde 1956 dem Erdboden gleich gemacht. An dessen Stelle entstand das Verwaltungsgebäude der AOK. Das Hotel Goldene Traube wurde neu, in veränderter Form wieder aufgebaut.
Hallo hier mal die Auflistung von Häusern und bekannten Geschäften im 25 Jahre Rhythmus Zuerst kommt der Bereich zwischen Markt und Judentor dran. Es ist ziemlich interessant. Los geht es mit der linken Häuserzeile stadtauswärts
Judengasse 1a 1900: Cafe "Central" 1925: Modegeschäft Julius Lerch, Inhaber Hans Hahn 1950: Uhrengeschäft Fritz Koch 1975: Uhrengeschäft Fritz Koch heute: Juweliergeschäft Kaufmann
Judengasse 1 seit 1897 Seilerei Ludwig Müller
Judengasse 3 1900: Germania-Drogerie; Klempnerei und Installationsgeschäft Heinrich Zeidler (Hoflieferant) 1925: Germania-Drogerie; Matratzengeschäft Lorenz Dehler; Drechslerei Heinrich Otto 1950: Germania-Drogerie; Matratzengeschäft Lorenz Dehler 1975: Sonnenapotheke heute: Sonnenapotheke
Judengasse 5 1900: Gaststätte "Sturms Bierhalle" 1925: Gaststätte "Volkshaus" und Gewerkschaftshaus 1950: Gaststätte "Saalbau Will" und DGB-Gewerkschaftshaus 1975: NORMA-Supermarkt, Modegeschäft Walter Kandler und Spielsalon Pfannenschmidt heute: Spielsalon Löwen Play; "Grims-Grams-Laden" 1000 schöne Dinge
Judengasse 7 1900: Bäckerei Peter Wagner 1925: Bäckerei August Vorndran 1950: Bäckerei August Vorndran Inhaber Hans Bärmann 1975: Bäckerei Wolfgang Süße heute: Bäckerei & Cafe & Bistro Coburger Boulangerie
Judengasse 9 1900: Kurzwarengeschäft Friedrich Schunk und Schuhmacherei August Berbig 1925: Kurz- und Wollwarengeschäft Walter Frenzel 1950: Kurz- und Wollwarengeschäft Walter Frenzel 1975: Kurz- und Wollwarengeschäft Walter Frenzel und Schuhmacherei Horst Ritz heute: Wollwarengeschäft "PINGOUIN" und Schuhmacherei Jürgen Schkade
Georg "Schursch" Eckerlein (*1874 +1940; Foto im Besitz des Stadtarchivs Coburg)
"Mei Coburg ist doch ahnzig schö!" Diese Zeile aus einem Gedicht des "Schursch" ist mehr als eine Liebeserklärung an diese Stadt. Sie ist gleichzeitig die Lebensphilosophie von Georg Eckerlein gewesen. Nur zweimal - als er in den Krieg musste und als er auf Hochzeitsreise war - verlässt er sein Coburg. Diese kleine Welt, reichte ihm zum Glücklichsein. Das heißt aber nicht, dass der Horizont des "Schursch", der 1874 im Hause Judengasse 48 als Sohn des Färbermeisters Hans Eckerlein und seiner Frau Elise, an den Grenzen des Coburger Herzogtums endete. Es sind zwar volkstümliche Mundartgedichte, mit denen sich Georg Eckerlein einen Namen gemacht hat. Doch der "Schursch" hatte noch eine andere Seite. Von 1895 bis 1898 verfasste er unter dem Pseudonym "Hansjörg Politikus" für das Coburger Anzeigenblatt eine "wöchentliche Blütenlese". In diesen auf hochdeutsch verfassten Reimen setzte sich Eckerlein kritisch mit der Tagespolitik auseinander und lies dabei Leutseligkeit und Volkstümelei völlig vermissen. Darüber hinaus existieren zahlreiche nachdenkliche, feinsinnige, sehnsuchtsvolle Zeilen aus der Feder des Mundartdichters, die bisher noch nicht veröffentlicht sind und ihn als sensible, introvertierte Persönlichkeit erscheinen lassen.
Das Haus Judengasse 48 wo der "Schursch" einst lebte (Foto: Christian Boseckert, 2005)
Das Hauptwerk des "Schursch", sieben Bände mit "Gedichtla in Coborger Sproch" veröffentlichte er zwischen 1921 und 1938. Sie sind das Destillat zahlreicher "Wintervergnügen" und Herrenabende der Coburger Turngenossenschaft, die Eckerlein ab 1892 mit seinen humorigen Versen würzt. Dabei zeichnete er sich als aufmerksamer und feinsinniger Beobachter seiner Heimat aus und spart nicht mit Seitenhieben auf die bürgerliche Oberschicht. Im richtigen Leben war Georg Eckerlein Kaufmann. Er hat zwar in seiner Jugend das Tapezierer- und Polstererhandwerk erlernt, doch schon 1896 baut er seinen ersten Möbelhandel und später ein Schuh- und Bekleidungsgeschäft auf, dass er in seinem Elternhause in der Judengasse einrichtete. Wie nachhaltig die Coburger Mundart durch Wortschöpfungen des Schursch geprägt worden ist zeigt sich an zwei Beispielen. So ist der "Kraftzarlot" oder der "Trümmerfarznschloch" jedem Coburger noch heute ein Begriff. 1938 ging Georg Eckerlein in den wohlverdienten Ruhestand. Allerdings sollte dieser nur von kurzer Dauer sein. Bereits zwei Jahre später, im Jahre 1940, starb Eckerlein da, wo er auch geboren wurde, im Haus Judengasse 48 im Alter von 66 Jahren.
Ernst Eckerlein (*1904 +1988; aus dem Privatbesitz der Familie Eckerlein)
Das Geschäft ging auf seinen Sohn Ernst Eckerlein über, der 1904 zur Welt kam. Von 1940 bis 1945 war dieser Kriegsteilnehmer, sodass seine Ehefrau Frieda den Laden in den schweren Kriegszeiten führen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Zeit des Wiederaufbaus bekleidete Ernst Eckerlein zahlreiche Ehrenämter u.a. als Arbeits- und Sozialrichter, Handelsrichter, Mitglied der Vollversammlung der IHK, Mitglied der AOK-Vertreterversammlung, Aufsichtsrat der Coburger Bank und im Vorstand des Arbeitgeberverbandes. Auch war er Vorsitzender des Coburger Einzelhandelsverbandes. Von 1974 bis 1977 war er Vorsitzender des Thüringer Wald-Vereins. Unter seiner Leitung erfolgte die Neuanlage der sieben Rundwanderwege des Thüringer Wald-Vereins und der Um- und Ausbau der Alexandrinenhütte auf der Senningshöhe. 1977 wurde ihm für sein ehrenamtliches Wirken das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ein Jahr später 1978, erfolgte die Übergabe des Schuh -und Bekleidungsgeschäftes an seinen Sohn Georg. Von nun an im Ruhestand, beschäftigte sich Ernst Eckerlein mit der Heimatgeschichte. In zahlreichen Beiträgen im Verlag "Coburger Blattla" (Fiedler-Druck Coburg), brachte er dem gemeinen Leser die Geschichte Coburgs in einer leichten, sehr persönlichen Schreibweise näher.
Das Schuh- und Bekleidungsgeschäft Eckerlein in der Judengasse 6 im Jahre 2005 (Foto: Christian Boseckert)
Der Erfolg dieser Schriftenreihe war derart groß, dass sich der Fiedler-Verlag entschloss, die Geschichtsartikel zu sammeln und sie in einem Band herauszugeben. Der erste entstand 1980. Insgesamt sieben Bände konnten bis Ernst Eckerleins Tod im Jahre 1988 herausgegeben werden. Diese Bände mit dem Namen "Ernst Eckerlein erzählt aus der Coburger Heimat" sind bis heute sehr populär und beliebt, weil sie zumeist das Alltagsleben schildern und weniger die große Historie, die Coburg ja auch hat, in einfachen Worten dem Leser näher bringt. Aber auch im hier und jetzt ist der Name Eckerlein sehr bekannt. Nachdem man das Haus Judengasse 48 an die Stadt Coburg im Jahre 2002 veräußert hat (seit dem Jahre 1872 war das Anwesen im Familienbesitz gewesen), hat man im kleinen Rahmen das Geschäft weitergeführt. Man ist auch der Judengasse treu geblieben, nur befindet sich das Schuhgeschäft Eckerlein jetzt im Anwesen Nr. 6 und nicht mehr wie früher in der Nr. 48. Dort wurde vor kurzen eine Ladenpassage eingebaut und zwei neue Läden geschaffen, nachdem die Stadt Coburg das Haus gründlich renoviert hatte. Dort ist heute die Kindertagesstätte der Stadt Coburg untergebracht. Der "Schursch" würde das sicher mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge sehen. Zwar haben die Kinder seiner Heimatstadt eine Möglichkeit bekommen sich auszutoben und zu spielen,
Gedenktafel zu Ehren des Schursch am Geburtshaus Judengasse 48. Seit dem Umbau 2002 ist sie nicht mehr vorhanden (Foto: Norbert Klüglein)
allerdings haben die Stadtoberen vergessen, die Gedenktafel, die man zu Georg Eckerleins Ehren vor Jahrzehnten eingeweiht hatte, wieder anzubringen. Na was hätte der "Schursch" dazu wohl gesagt ?
ANMERKUNG: Im Damals-Bereich des Coburg-Magazins finden sie einige Gedichte des "Schursch" Eckerlein
Blick auf die Judenbrücke Richtung Norden (Foto: Hellmut Worch)
Unter den zahlreichen Brücken Coburgs, sticht die Judenbrücke besonders hervor. Sie ist der älteste Übergang an der Itz der heute noch erhalten ist. Im Mittelalter gab es insgesamt nur drei Brücken in Coburg. Eine davon war die Judenbrücke. Der Standort war gut gewählt - kamen doch die Kaufleute aus Frankfurt am Main auf der alten Reichsstraße den Judenberg herunter und wollten nach Coburg um hier Rast und Geschäfte zu tätigen. Später ging es weiter nach Prag. Deshalb war hier der Bau einer Brücke zur Überquerung der Itz unbedingt notwendig. Erstmals wird die Judenbrücke 1470 erwähnt. Damals handelte es sich allerdings nur um ein einen Holzsteg der wohl nur für Fußgänger taugte. Im Jahre 1607 begann man eine größere Brücke aus Eichenholz zu bauen, die erst 1612 fertig werden sollte.
Die Judenbrücke auf dem bekannten Isselburg-Stich aus dem Jahre 1626
Als eine Besonderheit wurde im Jahre 1629 an dieser Brücke ein sogenannter "Naschkasten" errichtet, eine Art Käfig mit aufklappbarem Boden, der zur Bestrafung von Übeltätern diente. In den folgenden Jahrzehnten waren dann immer mal wieder Renovierungen fällig. Das lag besonders an den Frühjahrshochwassern und dem treibenden Eis auf der Itz, welches der Brücke zu schaffen machten. So wurde 1642 ein neues Geländer auf der Brücke installiert, nachdem das alte durch die Fluten weggespült worden war. Doch bereits 1653 heißt es in einem Art Polizeibericht:
Es ist gefährlich über die Judenbrücke zu reiten, da kein Geländer vorhanden ist. Dem Forstmeister Seel ist ein großes Unglück zugestoßen, indem, er auf die Brücke zugeritten ist, die Enten unter der Brücke aufgescheucht hatte und davon sein Pferd scheu geworden ist und mit ihm in die Itz gesprungen ist.
Eine gründliche Erneuerung ist dann schließlich im Jahre 1667 erfolgt. 1764 zerstörte ein großes Hochwasser die gesamte Holzbrücke. Sie wurde, wie es damals hieß, "weggeführt". Danach führte 20 Jahre ein Provisorium über die Itz. Am 28. Juni 1783 erfolgte dann die Grundsteinlegung für die heute noch stehende Steinbrücke. Dabei wurden Steine der ehemaligen Coburger Stadtmauer verwendet. Nach Beendigung des Brückenbaus brachte man zwei Schrifttafeln flussaufwärts an, die leider nicht mehr vorhanden sind. Darauf stand in Latein zu lesen:
Dieses öffentliche Werk wurde durch die Bemühungen der Meister Holzbaumeister Johann Michael Roeder und Steinbaumeister Meier durch den Magistrat errichtet.
Dieses Werk wurde wegen der Schwierigkeit der Wasserstauung unter der Regierung des Fürsten und Menschen Ernst Friedrich Herzog von Sachsen errichtet.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts musste die Judenbrücke fast Jahr für Jahr dem Eis und dem Hochwasser trotzen, so zum Beispiel 1819 und 1839 als die Brücke sogar drohte einzustürzen.
Ab 1858 bekam die Judenbrücke eine neue Funktion. Jetzt waren es nicht nur Kaufleute die die Brücke nutzten, sondern auch Bahngäste. In den ersten Jahren nach der Eröffnung des Coburger Bahnhofs gab es dorthin nur einen Zufahrtsweg und das war der durch die Judengasse und über die Judenbrücke. Eine Mohrenstraße oder eine Bahnhofstraße wurden es viel später angelegt. Auch den zunehmenden Verkehr durch Automobile in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte die Brücke noch aufnehmen. Allerdings kam es im Dezember 1923 zu einem spektakulären Unfall. Ein Lastwagen mit Anhänger stürzte damals von der Brücke in die Itz und nahm dabei das steinerne Brückengeländer mit. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts merkte man dass die Brücke den immer größer werdenden Verkehr nicht mehr aufnehmen konnte. Es kam zu dem bis heute umstrittenen Beschluss eine neue Brücke zu bauen, die einige Meter flussaufwärts, errichtet wurde. Seit 1978 nimmt nun diese neue Brücke der Judenbrücke diesen Verkehr ab.
Die Judenbrücke, fotografiert von der Alexandrinenbrücke Richtung Süden (Foto: Christian Boseckert)
Trotzdem hat man die alte Brücke nicht abgerissen. Nein im Gegenteil, sie tut heute noch ihren Dienst, allerdings wie es sich für einen "Senior" gehört nur noch in bescheidener Weise. Und das ist für eine historische Steinbrücke auch gut so.
In den nächsten Wochen wird es hier an dieser Stelle Beiträge zu den einzelnen Coburger Brauereien geben. 1. ACTIEN-BRAUEREI (1858) COBURGER BIERBRAUEREI AG(1912) HOFBRÄUHAUS AG
Das Hofbrauhaus im Neuen Weg (Foto: Johannes Hahn)
Brauereibesitzer: Aktiengesellschaft (gegründet bereits 1856)
Adresse: Neuer Weg 13
Gründung der Brauerei: 1858
Schließung der Brauerei: 1981
Gasthäuser: Hofbräugaststätten in der Mohrenstraße 19
Die Hofbräugaststätten in der Mohrenstraße (entnommen aus Jürgen Otto - Coburg ehemalige Gaststätten und Hotels)
(Bilder zum "Coburger Hofbräu" sehen Sie im DAMALS-Bereich des Coburg-Magazins)
Im Jahre 1924 eröffnete der Fahrradhändler Carl Balzer vor seinem Haus auf dem Gemüsemarkt, eine der ersten Coburger Tankstellen. Links im Bild: Georg Dorn (Schmätzles-Dorn) mit seinem Auto, Fabrikmarke Adler, Baujahr 1907. Rechts im Bild: Fritz Lotz aus Coburg mit seinem Motorrad, 2 Zylinder V-Motor, Marke Wanderer. (entnommen aus "Steinweg... aus alter und neuer Zeit Band 2 rechte Seite - Roßteutscher-Verlag)
Der Kaufmann Fritz Helbig eröffnete im Jahre 1937 vor seinem Haus in der Allee ebenfalls eine Tankstelle. (Fotosammlung: Stadtarchiv Coburg)
In der Ketschendorfer Straße existierte neben der ESSO-Tankstelle und der Freien Tankstelle in Ketschendorf eine weitere Benzolstadtion auf Höhe des Rosengartens. Nichts ungewöhnliches ! War doch hier früher die B4! Mit dem Bau des Kongreßhauses und der Umgestaltung des Rosengartens wurde die Tankstelle im Jahre 1961 abgerissen. (Foto: Franz Höch im Jahre 1952)
Das alte Haus Seifartshofstraße 1 wurde 1959 im Zuge des Baus der Landeszentralbank abgerissen. Das LZB-Gebäuder erhielt die gleiche Adresse. Heute ist dort der Raumausstatter Kirsch drin.
Das die Judengasse nicht arm an alten Gasthäusern war, lässt sich gegenwärtig noch erahnen. Eine Lokalität, die die Zeiten überdauert hat, ist die Gaststätte Bauer, die nach kurzer Schließung im Jahre 2005 wieder geöffnet hat. In dem zweigeschossigen Traufseithaus aus dem 18. Jahrhundert war allerdings nicht immer ein Wirtshaus zu finden. So befand sich zwischen 1793 und 1864 eine Schreinerei in dem Haus. Danach folgte ein Blechschmied, sprich eine Klempnerei. Fast wäre das Haus 1858 zusammen mit dem Äußeren Judentor abgerissen worden. Die damaligen Planungen sahen für den Bereich der Viktoriastraße zwischen Judengasse und Kleine Judengasse den Bau von drei klassizistischen Villen vor, wobei das Anwesen Judengasse 37 im Weg gewesen wäre. Nun, es kam anders. Die Villen wurden nicht gebaut und das Haus konnte stehen bleiben. Erstmals eröffnete im Jahre 1875 der Gastwirt Friedrich Kirchner eine Restauration in dem Gebäude. Nach mehrmaligen Besitzer- und Pächterwechsel, erfuhr die Gaststätte unter deren Wirt August Wilhelm zwischen 1885 und 1905 eine erste Blüte. Neben dem Lokal betrieb er noch eine Metzgerei in dem Haus. Diese Fleischerei befand sich, wenn man vor dem Haus steht, rechts vom Eingang wo noch ein Bogen zu sehen und ein Zigarettenautomat angebracht ist. Unter August Wilhelm wurde das Haus auch kräftig um- und ausgebaut. So entstand 1886 das Zwerchhaus an der Seite zur Judengasse. Gleichzeitig wurde daas Rückgebäude um ein Stockwerk erhöht. In diesem Zustand präsentiert sich das Gebäude noch heute. Nach dem Tode Wilhelms ging das Haus in den Besitz seiner Ehefrau Berta, die das Lokal mit Unterbrechungen selbst bewirtschaftete bzw. es verpachtete. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts bekam das Gasthaus einen für damalige Zeiten einen außergewöhnlichen Namen. Aus der Restauration von August Wilhelm wurde der Gasthof "New York". Höchstwahrscheinlich sollte diese Namensgebung eine Hommage auf die bekannte amerikanische Großstadt sein oder die Sehnsüchte der Bevölkerung nach der neuen Welt widerspiegeln. Der Name "Bauer" taucht erstmals im Jahre 1924 auf, als Haus und Gaststätte in den Besitz des Fleischbeschauers Georg Bauer kam. Er selber hat allerdings nie den Beruf des Gastwirts ausgeübt, sondern die Lokalität stets verpachtet. In den Metzgerladen zog zur selben Zeit ein Obst- und Delikatessengeschäft ein. Danach folgte ab 1931 eine Schuhmacherei und nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Ladengeschäft der Gaststätte als Abstellraum zugeschlagen worden. Im Besitz der Familie Bauer blieben Haus und Lokal bis Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Gaststätte selbst bestand nach 1945 aus einem Gastraum, einem Nebenraum bzw. Vereinszimmer und dem Wirtsgarten, dessen wenige Überreste noch an der Ecke zur Viktoriastraße zu sehen sind. Heute wird dieser als Parkplatz verwendet, aber die alten Bäume lassen noch ein wenig eine Biergartenstimmung aufkommen. Was man sich vielleicht heute nicht mehr vorstellen kann ist die damalige Toilettenanlage. Während die Herren ihre Notdurft im Erdgeschoss verrichten durften, mussten Frauen in das 1. Obergeschoss gehen und das dortige WC benutzen. 1908 wurde extra deshalb an das Haupthaus eine Abortanlage angebaut. Das Bier lieferte stets, mit Ausnahme der ersten Jahre, die Bamberger Hofbräu AG, die ihre Niederlassung im Neuen Weg 1 hatte. Vorher kam das Bier aus Neustadt bei Coburg, von einer Brauerei Hermann Hofmann, dessen Inhaber auch von 1876 bis 1885 Eigentümer der Gaststätte waren. Schon nach 1945 begann der Abstieg der Gaststätte. Man wandelte es von einem Speiselokal in eine Bierkneipe um, die von Bürgern mit einem zweifelhaften Ruf besucht wurde. Oft gab es in der Folgezeit Streitigkeiten, Schlägereien und laute Auseinandersetzungen, die nicht immer hinter den Mauern des Lokals verborgen blieben, sondern auch auf der Straße ausgetragen wurden. Hinzu kamen zahlreiche Pächterwechsel und auch das Haus war nicht mehr in einem einwandfreien Zustand. Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts kaufte der Apotheker Hermann Luft das Anwesen. Luft war der Inhaber der Löwenapotheke, die heute noch auf der anderen Straßenseite der Viktoriastraße ihren Sitz hat. Lufts Ziel war es, das alte Haus abzureißen und an dessen Stelle ein Neubau mit einer neuen modernen Apotheke zu errichten. Aus diesem Grund wurde das alte Gebäude nur noch notdürftig repariert. Das Projekt scheiterte schließlich an zwei Gründen. Zu einem erwarb Luft das Anwesen Viktoriastraße 9. So konnte die Apotheke dort bleiben und es war kein Grund mehr vorhanden ein neues Gebäude zu erbauen. Zum anderen war Luft nicht in der Lage, die Mieter des Hauses in der Judengasse, aus dem Haus raus zu bekommen. So ist der alte Bau zum zweiten Mal einem Abriss entgangen. In den nächsten Jahren wurde dann an dem Haus weiter ausgebessert und renoviert. Die letzte Großsanierung erfolgte 1995. Heute hat sich die Lage dort beruhigt. Schlägereien und lautstarke Auseinandersetzungen gehören der Vergangenheit an. Allerdings hat das Lokal seither bei vielen Coburgern einen schlechten Ruf weg und so besteht der Publikumsverkehr der Gaststätte nahezu aus der gleichen Bevölkerungsschicht wie vor 50 Jahren. Bleibt dem neuen Pächter viel Glück zu wünschen und mal sehen - vielleicht erlebt die Gaststätte wieder eine Renaissance.
Ich habe mal eine ganz andere Frage. Weiss jemand von euch welche Automarken welches Autohaus verkauft hat ? Bisher weiß ich nur: BMW - Pfiffer; VW - Ernst; Opel - Autopark Heid
Besonders interessieren mich die früheren Marken wie Borgward usw.