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| Zuletzt Online: 22.08.2026
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Iich bin gebürtiger Coburger (Jahrgang 1965), habe bis 1989 in der Stadt gelebt und wohne seitdem in Griechenland. Ich arbeite derzeit an einer privaten Chronik über meine Jugendjahre in Coburg und kann dir aus erster Hand berichten, wie das Thema Aufarbeitung in den 1970er und 1980er Jahren im Alltag tatsächlich aussah:Ich habe zwischen 1971 und 1980 die Rückertschule besucht (teilweise waren unsere Klassen damals auch in der Lutherschule untergebracht). Zum Thema schulische Aufarbeitung kann ich nur sagen: Sie existierte praktisch nicht. Weder im Geschichtsunterricht noch in irgendeinem anderen Fach haben wir jemals substanziell etwas über den Ersten oder Zweiten Weltkrieg, die NS-Zeit oder den Holocaust gelernt.Ich habe mein gesamtes Schulmaterial aus dieser Zeit in Kartons aufbewahrt und vor Kurzem gesichtet. Das Einzige, was dort jemals einen regionalen Bezug zur Geschichte hatte, war der Aufenthalt von Martin Luther auf der Veste Coburg. Coburgs eigene, sehr spezifische Rolle in der NS-Zeit (als frühe Hochburg der Nationalsozialisten) wurde im Unterricht konsequent totgeschwiegen. Alles, was ich damals über den Holocaust oder den Krieg wusste, stammte ausschließlich aus den Erzählungen meiner Eltern, Onkel und Tanten oder aus dem Fernsehen – aber definitiv nicht aus der Schule.In der Gesellschaft herrschte damals eine seltsame, beklemmende Tabuisierung. Sobald man als Kind auch nur das Wort „Jude“ in den Mund nahm, wurde man von Erwachsenen sofort mit einem scharfen, bösen Blick gemaßregelt. Man lernte früh, dass dieses Thema mit Angst besetzt war und man besser nicht daran rührte. Von Begriffen wie „Kollektivschuld“ oder einer aktiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit habe ich bis zu meinem 18. Lebensjahr im Coburger Alltag absolut nichts mitbekommen. Es interessierte schlicht niemanden, und die braune Vergangenheit wurde im städtischen Mikrokosmos komplett verdrängt.Und trotzdem gab es auf der anderen Seite ein großes Paradoxon: Wir Kinder hatten untereinander überhaupt keine Tabus. Wir nutzten im Alltag ganz unbeschwert Begriffe, die heute völlig verpönt oder illegal wären. Ob das nun „Mohrenkopfbrötchen“, „Zigeunerschnitzel“ oder die kleinen roten Minifeuerwerkskörper waren, die wir damals ganz platt „Judenfürze“ nannten – wir dachten uns einfach absolut nichts dabei. Warum sollten wir auch? Wer hätte uns denn damals bitteschön aufklären sollen? Das System hat geschwiegen, und wir wuchsen in dieser unaufgeklärten, naiven Tabulosigkeit der Straße auf. Vielleicht war das bei anderen Familien anders – bei uns im Viertel war es genau so.Für deine Schularbeit ist das vielleicht ein sehr wichtiger Aspekt: Aufarbeitung fand in Coburg über Jahrzehnte hinweg vor allem durch Verschweigen, Verdrängen und ein großes kollektives Schweigen statt.Beste Grüße aus Griechenland und viel Erfolg für die Schularbeit!
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Die Poppengasse. Na das ich das mal wieder zu lesen bekomme, erweckt sehr alte Erinnerungen. Ich selbst habe dort von 1971 bis 1989 gelebt und gewohnt, zwar nicht in der Poppengasse, aber auch keine 50 Meter davon entfernt. Walkmühlgasse Ecke Poppengasse, dort wohnte auch ein Klassenkamerad von mir. Tia, das Urige gibt es heute halt nicht mehr.und die letzte Satzaussage ist nicht ganz richtig. Mit verlaub, wenn ich darf:
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Guten Tag. Ich lebe zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr in Coburg, bleibe aber trotzdem Coburger und ich habe ein Erinnerungsgedächtnis....na ja… lassen wir das. Heinz war ein Bekannter meines Vaters, und er und ich, als kleiner Junge, haben dort sehr oft Lose gekauft. Als Jungen, so zw 6 und 10 habe ich mich vor seinem Aussehen gefuerchtet....., das letzte Mal als ich etwas von Coburger hörte war das er irgendetwas mit dem Gericht als Diener oder Bote oder keine Ahnung zu tun hat.
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