Gustav König (*2. April 1808 in Coburg; †30. April 1869 in Erlangen) war ein deutscher Historien- und Bildnismaler, Illustrator und Radierer. Bekannt wurde er vor allem durch seine Darstellungen aus der Reformationsgeschichte, die ihm den Beinamen „Luther-König“ einbrachten.
König wurde als sechstes Kind des Porzellanmalers Johann Nikolaus König und seiner Frau Johanna Christiane Eleonore, geb. Dinckler, geboren und am 10. April 1808 in der Coburger Morizkirche getauft. Bereits früh kam er mit der Kunst in Berührung: Mit 16 Jahren begann er als Porzellanmaler in der Coburger Porzellanfabrik Schmidt und erhielt durch seinen Kollegen Friedrich Müller Unterricht in Anatomie und Perspektive.
1828 reiste er nach Heidelberg, wo er Bekanntschaft mit dem Landschaftsmaler Ernst Fries schloss und die Vorlesungen des Historikers Friedrich Christoph Schlosser besuchte. Auf seiner Rückreise begegnete er Persönlichkeiten wie Justinus Kerner, Nikolaus Lenau, Friedrich Rückert, Gustav Schwab und Johann Ludwig Uhland. Nach einer Krankheit in Nürnberg studierte er von 1830 bis 1832 an der dortigen Kunstschule und verdiente sich seinen Lebensunterhalt weiterhin als Porzellanmaler.
1833 begann er ein Studium an der Kunstakademie München. Kurz darauf erhielt er von Herzog Ernst I. den Auftrag, für das Schloss Reinhardsbrunn einen Zyklus von sieben Historienbildern aus der Reformationsgeschichte zu malen (1836–1839). Unter der Leitung von Julius Schnorr von Carolsfeld schuf König damit seinen ersten bedeutenden Werkkomplex.
Seine künstlerische Leidenschaft galt fortan der Reformation: Er fertigte einen Zyklus von 48 Radierungen zu Luthers Leben und gestaltete 39 Holzschnitt-Initialen zu Luthers geistlichen Liedern, die sogar vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. angekauft wurden. Auch König Leopold I. von Belgien erwarb Arbeiten Königs. Zeitgenössische Kritiker bezeichneten ihn bald als „Luther-König“.
Im Juli 1838 heiratete König Natalie Prätorius , die Schwester seines Freundes Eduard Prätorius. Mit ihr lebte er in München in der Schellingstraße. Das Paar hatte eine Tochter (geboren 1839), die ausschließlich von ihrem Vater erzogen und unterrichtet wurde.
Sein künstlerisches Umfeld war auch familiär geprägt: Schwager Eduard Prätorius war Bibliothekar und Geheimer Rat des Prinzgemahls Albert von England, während andere Verwandte ebenfalls in künstlerischen und intellektuellen Kreisen verkehrten.
Gustav König starb am 30. April 1869 in Erlangen im Alter von 61 Jahren. Bereits zu Lebzeiten wurden seine Werke durch die Kupferstecher Julius Thaeter und Heinrich Merz verbreitet.
Königs Werk ist geprägt vom romantischen Historienverständnis seiner Zeit und einer tiefen Auseinandersetzung mit der Reformation. Als Illustrator, Radierer und Maler fand er in der Geschichte Luthers sein Lebensthema und hinterließ ein künstlerisches Vermächtnis, das ihn zu einer prägenden Gestalt der protestantischen Kunst des 19. Jahrhunderts machte.