Wer sich für Coburgs Geschichte interessiert, wird überrascht sein, wie weit sich das Wirken der Vestestadt erstreckt – sogar bis ins Mieminger Gebirge Tirols. Dort thront auf 1917 Metern Höhe die Coburger Hütte, ein Aushängeschild der Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins (DAV). Nur wenige Schritte über dem türkisgrünen Drachensee gelegen, bietet die Hütte nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch ein Stück Coburger Vereinsgeschichte in Stein gemeißelt. Die Idee zur Errichtung dieser Schutzhütte stammt vom Münchner Alpinisten Ferdinand Kilger und wurde 1895 von der 1879 gegründeten Sektion Coburg aufgegriffen. Sechs Jahre später, im Jahr 1901, war die erste Hütte fertiggestellt – ein Ort der Erholung und des alpinen Gemeinschaftsgeistes. In den Jahren danach entwickelte sich die Hütte kontinuierlich weiter: Wasseranschluss aus dem mittlerweile verschwundenen Grünsteinsee, ein Stromaggregat und bereits 1908 eine eigene Telefonleitung – alles in Zeiten, in denen der Alpenraum noch schwer zugänglich war. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude erstmals erweitert. 1962 kam eine Materialseilbahn hinzu, kurz darauf ein neuer Sanitärtrakt. In den 1980er Jahren musste das Haus grundlegend saniert werden, nachdem es als baufällig und brandgefährdet eingestuft worden war. Die 1990er Jahre standen im Zeichen der Umwelt – neue Standards bei Energie, Wasser und Abfall wurden umgesetzt. Ein weiterer großer Modernisierungsschub erfolgte von 2009 bis 2011: Die Hütte wurde umfassend erweitert, erhielt ein Blockheizkraftwerk und einen modernen Seminarraum – die perfekte Kombination aus alpinem Charme und zeitgemäßer Infrastruktur.