Hallo zusammen,mir liegt ein Bericht über den ehemaligen Wildpark in Mönchröden vor.Aber nicht von dem Gasthaus sondern von dem Wildgehege das dort existierte.Auf der letzten Seite ist eine Karte zu sehen,wo als markante Flussläufe die Itz,Röden und Lauter eingezeichnet sind. Zwischen Coburg und Oeslau erscheinen Namen,wie "Neudörfles"--,"Alt Dörfles" und dazwischen "RABENSTEIN" und weiter in Richtung Oeslau der Name "Hanbach"(?). Kann jemand mit den Namen etwas anfangen oder ist darüber etwas bekannt?? gerd
Hallo Gerd, bei den Namen kann ich dir zum Teil weiterhelfen.
Als Neudörfles bezeichnet man heute das Gelände des Ullmannsgutes an der Neustadter Straße. Offizieller Name des Ullmannsgutes ist auch "Rittergut Neudörfles".
Altdörfles ist das heutige Dörfles (= Dörfles-Esbach).
Rabenstein war in dem Sinne kein Ort. Dort fanden im 18. Jahrhundert Hinrichtungen mit dem Schwert statt (also war dies eine Richtstätte). Dieser Rabenstein befand sich zwischen dem Bahnübergang Lauterer Straße und der Abzweigung Lauterburgstraße. 1858 riss mann den Rabenstein weg.
Hambach war, wie der gleichnamige Ort bei Creidlitz, ein einzelner Bauernhof. Dieser ging schließlich in der Schweizerei Rosenau auf.
hallo Christian,danke für den Hinweis Rabenstein.Hambach bei Creidlitz ist schon bekannt,aber das wo ich suche liegt etwa südlich von Schloß Rosenau(auf der karte) und ist mit (kann man schlecht lesen)Kambach,Kanbach,Hanbach oder Hambach bezeichnet.Ist auch an der Straße von Oeslau nach Neu Doerfles mit einem kleinen Kreis gezeichnet.Was könnte das sein? gerd
Diese Karte ist auch im Buch: Alfred Höhn - Das Coburger Land im Bild alter Karten abgebildet. Die heutige Schweizerei Rosenau war das ursprüngliche Hambach bei Oeslau und war wohl ein einfaches landwirtschaftliches Anwesen. Der kleine Kreis bedeutet soviel wie "ein einzelnes Haus ist dort stehend." Gottseidank haben sie die Legende dieser Karte mitabgedruckt,-)
Christian wenn man von der Hauptstraße Coburg Neustadt,bei der Ampel bei Goebel links abbiegt,in Richtung Rosenau,sind doch linker Hand Gebäude zu finden,die an einen Bauernhof erinnern?-ist da nicht das Büro einer Baugesellschaft drinnen? Und war da nicht im 3.Reich so ein "Musterhof" zu finden?-Könnte das die besagte Schweizerei sein?-Hambach?? gerd
Hallo, ich lag mit meiner Vermutung falsch.Die besagte Schweizerei soll sich nicht links von der Straße zum Schloß Rosenau befinden sondern rechter Hand,praktisch unten in den Itzwiesen.Da stehen noch einige Gebäude,als Hambach bezeichnet.(Von einem alten Oeslauer) gerd
Richtig Jürgen. Dieses Gehöft ist weiter hinten auf der linken Seite Richtung Schlosspark Rosenau. Die Schweizerei hingegen liegt rechts, gleich hinter dem Goebel. Da geht eine schmale steile Straße zum Bauernhof runter. Oben auf der Straße zur Rosenau ihn ist ein Autohaus. So ist die Schweizerei schwer einzusehen.
Doch immer wieder interessant,was noch nach vielen Jahren zum Vorschein kommt.Beim lesen des Heftes über den ehemaligen Wildpark in Mönchröden,stellte sich heraus,das Zar Nicolaus von Russland im Jahr 1897 hier zur Jagd weilte und mehrere Wildschweine erlegte.20 Jahre später erfüllte sich sein Schicksal und das seiner Familie auf so schreckliche Art. Der Wildpark hatte bestand von 1806 bis zum Jahre 1898.Herzog Alfred ließ den Wildpark eingehen, was aber von der Bevölkerung bedauert wurde. Herzog Carl Eduard erneuerte den Park wieder nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1905.Um das Jahr 1907 meldete die Forstverwaltung dem Herzog,das der Wildbestand wohlauf sei. Der ungünstige Ausgang des ersten W.K.und die Abdankung des Herzogs im Jahre 1918 machten alle Pläne des Herzogs zunichte, den Park weiter zu erhalten. Der lange Zaun um den Park wurde eingelegt,das Wild verlief sich und der Park ging in den Staatsforst über. Der Häslichgrund mit seinen Fischteichen ist heute Landschaftschutzgebiet und ein Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber.
Dazu gibt es Anektode, welche Walter Schneier in seinem Buch über das Coburger Land wiedergibt.(Ein sehr empfehlenswertes Buch). Schneier beschreibt den Besuch des Zaren so: "Einmal war auch der Zar von Russland Jagdgast. Als er mit der Kutsche vorfuhr und in Mönchröden viele Menschen sah, die ihn mit Beifall begrüßen wollten, ließ er schnell und wenden und flüchtete auf Seitenwegen in den Wildpark. Er glaubte, die Bevölkerung hätte ein Attentat auf ihn vor, wie er das in seiner Heimat befürchten musste."
Nun ja, heute wissen wir, dass diese Angst nicht ganz unbegründet war.
Die Schweizerei bot unmittelbar nach dem Krieg Unterschlupf für 20 Familien/1Zimmer. 5 Familien(Frisch-Grau-Neumann-Schopf-Böhm) wohnten längere beisammen. Fam.Neumann-Schopf-Grau wohnen nun in der Rosenau. Fam.Frisch wohnte bis in die 70er Jahre in der Schweizerei und zog dann nach Hessen. Fam. Böhm wohnte bis 2001 in der Schweizerei und bewirtschaftete einen landwirtschaftlichen Betrieb.Die Schweizerei wurde 2001 an die Firma Goebel veräussert und ist seitdem in einen schlimmen Zustand.