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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 422 mal aufgerufen
 Coburger Geschichte
gerd Offline



Beiträge: 4.386
Punkte: 4.484

27.01.2012 20:17
Kultur im Nachkriegs-Coburg Zitat · antworten

Ich lese gerade in dem kleinen Buch von Wolf D.Nahr "Coburg 1945".
Unter o.g.Überschrift schreibt er:
Kohlen und Furtwängler
Nach zwölf Jahren nationalsozialistischer "Ausmerzung Entarteter Kunst" und nicht enden wollender Durchhalte-Rührstücke befiel die Coburger 1945 eine wahre Gier nach unzensiertem Theater.Zumal tägliche Existenzsorgen die Lebensumstände kärglich genug prägten, entstand eine enorme Nachfrage nach kultureller Zerstreuung.Mittelpunkt wurde im Herbst 1945 das wiedereröffnete Landestheater.
Schlangestehen und Feilschen um Karten waren an der Tagesordnung.Zur Befriedigung des Publikumsinteresses konnte mit der "Dauerkarte 10" jeweils am Samstag nachmittag eine Vorstellung besucht werden.Die Theater und Musikfreunde brachten Holz und Kohlen mit,damit Publikum und Akteure beim Kunstgenuß in den Wintermonaten nicht schlottern mußten.Zur Not sass man auch schon einmal im Mantel zu Beethoven-Klängen.
Dem 407.US-Special-Service hatten die Coburger am 25.und 26. September ein Konzert des "Coburg Symphony Orchestra" unter der Leitung des ersten Intendanten des Landestheaters,Walter Stoschek,zu verdanken.
Am zweiten Abend fingierte Hermann Deist als "Master of Ceremonais" für die Veranstaltung "This is a loveley way to spend an evening".
Die US- Militärregierung erteilte schließlich dem Landestheater 1945 als einem der ersten Häuser in der Besatzungszone mit der Lizens Nr. 1050 die Genehmigung für die erste Nachkriegsspielzeit.

Wie es auf der anderen Seite der Grenze,in Thüringen,etwa zur gleichen Zeit mit der "Kultur" aussah........
7.Nov.1945..
.Anläßlich der Feier zur russischen Oktoberrevolution werden im Rathaussaal alle Behrunger die beim Bau der Grenzbefestigung mitgeholfen haben,mit Gulasch bewirtet!.
(Behrungen-eine Ortschaft in der Nähe von Königshofen i.G.gelegen)

Stammbus Offline



Beiträge: 1.510
Punkte: 1.580

27.01.2012 23:51
#2 RE: Kultur im Nachkriegs-Coburg Zitat · antworten

Na ja, der Vergleich hinkt etwas, eher wäre er mit Meiningen angebracht:

http://www.das-meininger-theater.de/inde...en&ID_Seite=117

"Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Meininger Theater als eine der ersten deutschen Bühnen am 7. Juni 1945 mit Gerhart Hauptmanns "Die versunkene Glocke" den Spielbetrieb wieder auf. Am 16. Juni folgte das ersten Abonnementkonzert unter der Leitung von Peter Schmitz. Nachdem jahrzehntelang Opern- und Operettenaufführungen nur von Gästen bestritten werden konnten, wurde nach 1945 schrittweise ein festes Musiktheaterensemble am Meininger Theater aufgebaut..."

Womit ich aber die in Coburg erbrachten Leistungen nicht im Geringsten schmälern will.

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