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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 4.677 mal aufgerufen
 Coburger Geschichte
Norbert ( gelöscht )
Beiträge:

04.12.2004 19:55
Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

gerd Offline



Beiträge: 4.383
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10.12.2004 17:45
#2 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Norbert, habe das Buch "Die Pflege Coburg im 30 jhrg.Krieg" im Lkw liegen und schmökere immer etwas darinnen.Der Autor Walter Dietze hat das ja im Jahr 1941 veröffentlicht!Das er sich große Mühe gegeben hat, zeigen schon die Hinweise meist unten, die auf die einzelnen Archive verweisen!(Stadtarchiv,Landesarchiv, Germ. National Museum Nürnberg,Archiv in Gotha usw.usw.!Daran erkennt man, das er wirklich recherchiert hat und sicher viel Zeit in den Archiven verbracht hat!(Ein bestes Beispiel für unsere Geschpräche über dieses Thema!)
Würde mich einmal interessiern wer dieser Walter Dietze war?Ein Coburger?Da das Buch bei Rossdeutscher erschienen ist, könnte man evtl. dort einen Hinweis erhalten?
In dem Buch werden die Orte erwähnt, welche damals in der Pflege existierten.Manche sind aber durch den Krieg verschwunden und nicht mehr zu finden!.
Bei Oeslau soll es eine Ortschaft gegeben haben, die auch damals verschwand.Ich werde das nachlesen und dann haben wir einen weiteren "Nussknacker", auf dessen Spur man sich begeben könnte!

gerd Offline



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10.12.2004 17:57
#3 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Dietze schreibt:Die Jahre 1632 als Wallenstein vor Coburg lag und das Jahr 1635,als der Generalwachtmeister Lamboy die Veste eingenommen hat, waren die schrecklichsten Jahre des langen Krieges für die Pflege Coburg.
Interessant zu erfahren, das der kollossale Menschenverlust hier im Coburger Land nicht durch Waffengewalt stattfand, sondern durch die schlechte Ernährung und die eingeschleppten Krankheiten !
Über einen längeren Zeitraum grassierte die "Hauptkrankheit" wie sie damals bezeichnet wurde , die Pest!Auch die Rote Ruhr war eine Geissel der Menschen damals hier.
Dietze zeigt erschreckend auf einer beigefügten Karte die Bevölkerungsverluste in der Pflege!Farbig abgesetzt, die Gebiete mit 50%,75% und 100%.Man erkennt, das hier an den Durchgangsstraßen von Ost nach West und in der Nord/Süd Richtung die meisten Verluste an Menschleben zu beklagen waren!

gerd Offline



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10.12.2004 19:21
#4 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Die Pflege Coburg hatte damals um die 55000 Tausend Einwohner!Dietze schreibt, das damit das Coburger Land überdurchschnittlich gut bevölkert war!!Wenn man nun einen generellen Bevölkerungsverlust von 60% hat, kann man sich vorstellen wieviel Leute damals noch im Herzogtum verblieben!!
Viele , die aus der Pflege geflüchtet waren, kamen nicht mehr zurück und waren somit dem Herzogtum verlustig!
Erst mit den Jahren ab 1642 wurde es für das Leben in der Pflege wieder besser.Zählungen um 1650 zeigen dann wieder steigende Zahlen im Leben der Bevölkerung an!

Siby Offline




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11.12.2004 09:08
#5 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

@ Gerd:

Wie hieß die Ortschaft bei Oeslau, die verschwunden sein soll?
-----------

Gruß Siby

Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und, was zu ihren Füßen liegt, nicht achten...
(Johann Wolfgang von Goethe)

Christian Offline



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Punkte: 5.840

11.12.2004 12:11
#6 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Hallo Siby,
ich kann dir bei dem Ortsnamen glaube ich helfen. Das Dorf soll "Asig" geheißen haben und befand sich zwischen Oeslau, Einberg und Waldsachsen.

Mfg
Christian

gerd Offline



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11.12.2004 17:11
#7 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Hallo Siby, Christian hat recht,Walter Dietze nennt auch diesen Namen für die verschwundene Ortschaft Asig.Ein Nussknacker??
gruss Gerd

gerd Offline



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11.12.2004 17:16
#8 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Wie mir dazu noch einfällt, wurde erzählt, das sich "oberhalb"(?) von Oberfüllbach eine Ortschaft befunden haben soll!Ob es sich dabei um besagtes "Asig" handelt ist aber spekulativ!Wer weiß mehr??

gerd Offline



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11.12.2004 17:22
#9 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Könnte man bei Rossteutscher nicht den Namen Walter Dietze erfahren, wo das Buch doch damals bei denen erschienen ist?Norbert, du hast doch zu denen einen guten Draht??

gerd Offline



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16.12.2004 19:20
#10 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Da hatte ein gewisser P.Milger(?) vor einiger Zeit eine Sendung über den 30 jhrg.Krieg in Deutschland im Fernsehen.Er beleuchtet die Sache recht positiv!-Was mich allerdings dabei manchmal stört,sind hierbei Zahlen,die im Zusammenhang mit dem Krieg gemacht werden.Wenn z.B. Walter Dietze in seinem Buch Zahlen nennt und die gesammte Einwohnerschaft der Pflege Coburg mit ca. 55 000 Personen angibt,so kann man ihm ,so meine ich Glauben schenken.-Warum?-Wie schon erwähnt, hat Dietze in den verschiedenen Archiven recherchiert,alte Ansichten ,Unterlagen, Pfarrbücher gesichtet und an Hand der Originale ausgewertet!Wenn man das Buch von ihm gelesen hat, glaubt man nicht, das er Zahlen manipuliert, oder "Geschönt" hat!(Weshalb auch, es war für ihn eine Zulassungsarbeit!)

Heute kann man immer wieder feststellen, das Zahlen und Ereignisse erfunden werden, in die Höhe getrieben , (weil sich halt höhere Zahlen besser verkaufen lassen) und schlichtweg falsch dargestellt werden!-Geschichtsverfälschung im höchsten Grade!!(es geht halt nur um die "Kohle"!!!)

Wenn nun z.B. P.Milger Heere im 30 jhrg. Krieg mit bis zu 120 000 Personen angibt (einschließlich des "Trosses") so habe ich doch bei solchen Zahlen starke Zweifel anzumelden!-Trotzdem -!

Man stelle sich einmal vor: die "Pflege Coburg" hatte damals rund 55 000 Einwohner!Und war laut Dietze überdurchschnittlich gut bewohnt!Die Pflege reichte damals etwa im Westen von Römhild bis im Osten an die Grenze vom Kronacher Gebiet, und vom Norden etwa am Kamm des Thüringer Waldes bis im Süden an die Grenze bei Rossach!-Und dann wälzt sich ein Heer mit zig-tausend Personen auf dieses relativ kleine Gebiet zu!(Sept. 1632 z.B.)-Ist es dann verwunderlich, das so viele kleine Orte einfach verschwanden, noch dazu ,wenn sie an einer Straße lagen?-Ist es verwunderlich, das nur eine stark ausgebaute Festung einen gewissen Widerstand leisten konnte? Und ist es verwunderlich, das so ein kleines Land einfach nicht mehr in der Lage war, so ein Heer zu verpflegen.Noch dazu, wenn sich eine größer Anzahl Soldaten für längere Zeit im Lande aufhielt??-Ich glaube unter diesen Kriterien
ist der große Bevölkerungsverlust von ca.60 % in der Pflege zu verstehen.
Man sollte sich auch vor Augen halten, das die Leute damals ein Leben lang nur im Kriegszustand lebten!!(die Lebenserwartung war lang nicht die von heute!!)

Der 30 jhrg. Krieg stellte für die Deutschen damals eine "Cäsur" dar.Was mich immer dabei ärgert ist die Tatsache, das so gut wie nichts heutzutage darüber in den Medien berichtet wird.Man "kehrt" halt lieber immer wieder eine Zeit hervor,welche erst ca.60 Jahre zurückliegt und nicht ein Krieg der mittlerweile schon rund 360 Jahre vorüber ist!!(Das ändert sich auch durch den Bericht des Milger nicht!)

Abschließend möchte ich noch eine Sache ansprechen.-Im 2.Weltkrieg kam das Coburger Land relativ ungeschoren davon!-Warum?- Wir Coburger wohnten halt ungefähr genau in der Mitte von Deutschland .Und bis sich die Armeen unserer damaligen Gegner bis zur Mitte vorgearbeitet hatten,- war der Krieg zu Ende!-Das ersparte den Coburgern größeres Leid!--

Und wie war die Situation im 30 jhrg.Krieg hier?-Da sich in der Pflege Coburg 2 große Handelsstraßen kreuzten und der Krieg sich ständig verlagerte, von Nord nach Süd, von West nach Ost,
wurden natürlich diese Straßen als Hauptdurchmarschwege für die Truppen der Liga, sowie für die Truppen der Union ständig benutzt!Das war das weitere Übel für die Pflege Coburg damals!!

Und nun noch ein Paar Worte in eigener Sache:Wie sicher schon viele gemerkt haben ist Geschichte ein Hobby von mir!-Da ich hier im Forum die Gelegenheit bekomme mich mit Geschichte auseinander zu setzen und manches niederschreiben darf, mögen nur Diejenigen meine Zeilen lesen die sich auch dafür interessieren!-Ganz einfach!-Oder??

Rolf ( Gast )
Beiträge:

16.12.2004 20:19
#11 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

In Antwort auf:
Da ich hier im Forum die Gelegenheit bekomme mich mit Geschichte auseinander zu setzen und manches niederschreiben darf, mögen nur Diejenigen meine Zeilen lesen die sich auch dafür interessieren!-Ganz einfach!-Oder??


Gerd, ich bin Dein Fan!

gerd Offline



Beiträge: 4.383
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18.12.2004 20:52
#12 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Norbert, im Buch von W.Dietze steht in seinem Vorwort Dr. Walter Dietze, Berlin 1941
hast du mittlerweile vom Rossteutscher etwas dazu erfahren können??

gerd Offline



Beiträge: 4.383
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18.12.2004 21:02
#13 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Könnte natürlich sein und das der damals in Berlin studiert hatte!?

gerd Offline



Beiträge: 4.383
Punkte: 4.479

18.12.2004 21:15
#14 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

Wäre sicher interessant,ob der dann Arzt war oder den Dr.Titel für was Anderes brauchte?-Er mußte aber doch in irgend einer Weise eine Beziehung zu Coburg gehabt haben.-Er hat ja sicher lange Zeit in den Archiven verbracht.(Unser bequatschtes Thema!)-Ich nehme an das der als Student dafür Zeit hatte!

Was mir aufgefallen ist, das er ,zeittypisch,(er schrieb und recherchierte ja im "3.Reich")an einer Stelle im Buch die Judenfrage ansprach,wie sie damals von der Regierung gehandhabt wurde!!
Aber sonst schreibt der meiner Meinung nach glaubhaft und exakt über das Coburger Land!

Siby Offline




Beiträge: 465
Punkte: 465

24.12.2004 10:37
#15 RE:Das Leben nach dem dreißigjährigen Krieg. Zitat · antworten

In Antwort auf:
Hallo Siby,
ich kann dir bei dem Ortsnamen glaube ich helfen. Das Dorf soll "Asig" geheißen haben und befand sich zwischen Oeslau, Einberg und Waldsachsen.

Mfg
Christian


Danke Christian
-----------

Gruß Siby

Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und, was zu ihren Füßen liegt, nicht achten...
(Johann Wolfgang von Goethe)

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