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Dieses Thema hat 34 Antworten
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 Das Coburger Umland
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Schubi Offline



Beiträge: 144
Punkte: 146

27.06.2017 09:42
#31 RE: Ehemalige Grenze zur DDR-Grabfeld-Königshofen Zitat · antworten

Ein sehr interessanter Beitrag über die Zonengrenze. Danke für die Mühe die du dir gemacht hast.

gerd Offline



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27.06.2017 17:38
#32 RE: Ehemalige Grenze zur DDR-Grabfeld-Königshofen Zitat · antworten

.....etwas Zeit, dann geht es weiter....
gerd

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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09.07.2017 18:58
#33 RE: Ehemalige Grenze zur DDR-Grabfeld-Königshofen Zitat · antworten

Im Bericht über die Innerdeutsche Grenze bin ich kurz auf die Bahn - Situation von Tettau im Landkreis Kronach eingegangen.(Culemeyer Betrieb)
Hierzu finde ich in einen Bahnmagazin einige interessante Daten.

Wo der Frankenwald ins Thüringer Schiefergebirge übergeht, liegt südlich des Rennsteigs in über 600 Meter Höhe die Ortschaft Tettau.
Das Gebiet hatte schon seit dem späten 16. Jahrhundert eine Kleinindustrie. Insbesonders Glas, Porzellan und Holz. Stellvertretend sei hier die 1785 gegründete Glashütte Heinz in Alexanderhütte ,sowie die seit 1794 bestehende Tettauer Porzellanfabrik genannt. Eine weitere Porzellanfabrik siedelte sich 1813 in Schauberg an. Durch die damaligen schlechten Strassenverhältnisse im ausgehenden 19.jahrhundert, war ein kostendeckender Absatz der Produkte kaum noch möglich und es wurde ein Eisenbahnanschluss dringend nötig.
Den Tettauern schwebte zunächst eine Stichbahn von Steinbach a.W . bis nach Kleintettau vor, die auf der Höhe des Rennsteigs verlaufen sollte. Die Streckenführung fand jedoch bei der bayerischen Regierung wegen zu hoher Kosten keine Zustimmung. Dort verfocht man die Idee einer Tal-Linie von Pressig aus. Da diese Strecke von Heinersdorf bis Schauberg auf gut einem Drittel ihrer Länge Staatsgebiet von Sachsen-Meinigen durchschneiden musste, war ein entsprechender Staatsvertrag nötig.
Nach vielen Verhandlungen wurde die Strecke nun am 30.Juni 1900 als bayerische Lokalbahn genehmigt, wobei Sachsen-Meiningen Zuschüsse zum Grunderwerb leistete.
Insgesamt befanden sich sieben Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von ca.8 Kilometern in Thüringen.
Am 23.Juni 1903 ging die 16.9 km lange Strecke in Betrieb. Aber der besonders obere Streckenteil wies eine recht schwierige Linienführung auf. Maximal Steigungen von 1:43 und Bogenhalbmesser bis herab zu 200 Metern erschwerten den Bahnbetrieb.
Die Lokalbahn fand ihre Bedeutung vor allem im Güterverkehr. Zur Personenbeförderung setzte man täglich drei Zugpaare ein.Die Bahnlinie entwickelte sich gut und so wurden die Gleisanlagen in Tettau und Alexanderhütte erweitert.1906,1912 und 1932 erfolgten nochmalige Erweiterungen der Gleisanlagen.

1945 war das Schicksalsjahr der Strecke....

Wegen teilweiser Zerstörungen stellte die damalige Reichsbahn den Zugverkehr im Frühjahr 1945 ein. Da Thüringen im Juli/August 1945 von den Amerikanern geräumt wurde, gelangte die Strecke teilweise zur sowjetischen Besatzungszone, blieb aber weiterhin unterbrochen.
So musste der Verkehr notgedrungen auf die Strasse verlagert werden.
Im Güterverkehr waren das für Tettau durchaus beachtliche Mengen. Noch 1939 kamen täglich ca.10 bis 12 Wagenladungen zum Versand, sowie ca. 15-20 zur Anlieferung.(meist Quarzsand, Kohle, Glasröhren).
Daher war eine Vereinbarung von den Besatzungsmächten dringend erforderlich.
Schließlich konnte der Güterverkehtr am 16. Okt. 1946 wieder aufgenommen werden, nachdem ein Bautrupp aus Saalfeld die gesprengte Brücke bei Schauberg wieder instand gesetzt hatte. Zunächst verkehrten die Güterzüge nur an drei Tagen in der Woche, wobei in den Ortschaften Heinersdorf und Räppoldsburg (in Thüringen gelegen) nicht gehalten werden durfte.
Der Personenverkehr lief am 14 April 1947 wieder an. In Heinersdorf fanden durch sowjetische Soldaten Fahrgastkontrollen statt und während der Transitfahrt durch die "SBZ" mussten die Fenster und Türen geschlossen bleiben!
Vom Winterfahrplan 1950/51 an setzte die Eisenbahndirektion Nürnberg ein weiteres gemischtes Zugpaar ein.
Für das Jahr 1952 war noch ein weiterer Entlastungszug-Gmp (Güterzug mit Personenbeförderung)nach Tettau vorgesehen, doch es sollte anders kommen....
Am 28. Mai 1952 um 24.00 Uhr sperrte die DDR die Strecke auf den auf ihrem Hoheitsgebiet liegenden Abschnitten,d.h. zwischen Heinersdorf und Schauberg war kein Zugverkehr mehr möglich. Zumindest das rollende Wagenmaterial konnte noch auf bayerisches Gebiet abgefahren werden....
Mitte Oktober 1952 begann die Bahnmeisterei Sonneberg mit dem Abbau der in ihrem Bereich liegenden Gleise. Betroffen waren 7 Abschnitte, wobei die beiden längsten 6,1 km Heinersdorf - Räppoldsburg und 0,8km südlich von Sattelgrund maßen.
Für die Industrie im Tettauer Winkel traten praktisch über Nacht wieder ernsthafte Transportprobleme auf. Allerdings hatte man damals schon auf bayerischer Seite begonnen den Rennsteig vom Bahnhof Steinbach a.W. bis nördlich von Kleintettau und bis hinunter nach Alexanderhütte recht großzügig auszubauen
Daher war bereits zum 1.Juli 1952 die Aufnahme eines Culemeyer Straßenrollerbetriebes (siehe hierzu das Bild von Rolf in meinem Bericht)für Rohstoffe und teilweise auch Fertigprodukte zwischen Steinbach und Alexanderhütte (ca. 11 km)möglich.In Alexanderhütte stellte man die Waggons wieder auf die Schiene und eine Kleinlok brachte sie zu den einzelnen Ladestellen der Betriebe .Auch diese Kleinlok hatte man mit einen Culemeyer nach Tettau gebracht!
f.folgt

gerd Offline



Beiträge: 4.384
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10.07.2017 02:34
#34 RE: Ehemalige Grenze zur DDR-Grabfeld-Königshofen Zitat · antworten

Ersatzverkehr nach Tettau
Zwar wurde in den folgenden Jahren die Forderung nach einer auf Bundesgebiet verlaufenden Bahnstrecke nach Tettau laut, doch kam es wegen der hohen Kosten zu keiner Realisierung.
So konnte bereits in den späten 70er Jahren der 50 000.Güterwagen per Culemeyer nach Alexanderhütte abgefertigt werden.
Besonders im Winter-die Straße verläuft teilweise in Höhenlagen von über 700 Metern, war das mitunter kein leichtes Unterfangen!. Allerdings gewährte der Staat Frachthilfe, um den Standortnachteil der Betriebe im Tettauer Winkel zu mildern.

Viele Jahre fanden von Montag bis Freitag ,bei Bedarf mehrmals täglich, Übergabefahrten statt. Trotz der Abgeschiedenheit kam es dort sogar zu zwei Unfällen. Im Sep.1956 versagten an der Kleinlok ,welche vor 2 mit Kohle beladenen Wagen gespannt war,die Bremsen. Der Zug raste talwärts und übersprang bei Sattelgrund die Gleisunterbrechung an der Grenze. Der zweite Unfall ereignete sich im Sep. 1970. Die Kleinlok ,bespannt mit 4 Quarzsandwagen, machte sich selbstständig und raste gen Sattelgrund. Vor der Grenze machte ein großer Holzstapel der Fahrt ein Ende. Daraufhin unterbrach die Bahn das Streckengleis unterhalb von Alexanderhütte und stellte endlich einen Prellbock auf.
Da seit den 50er Jahren in den Schienen und Oberbau (Schotterbett)nie etwas investiert worden war, verschlechterte sich der Streckenzustand besonders nach 1970 immer mehr. Nach 1980 nahte dann das Ende. Aus Sicherheitsgründen ruhte vom 27.Dez.1983 der Betrieb zwischen Tettau und Alexanderhütte auf der Schiene. Die Betriebe wurden vom Culemeyer Transport direkt angefahren, dabei blieben die Waggons auf dem Tieflader stehen, was wiederum ein rasches Entladen des Waggons
voraus setzte.
Die Culemeyer Transporte passten wohl nicht mehr in das "schlanke" Weltbild der DB. Denn zum 1. April 1987 übergab die Bahn den Transport an die dortige Sped. Söllner. Es erfolgten jedoch noch in den 1980 er Jahren Gleiserneuerungsarbeiten in Alexanderhütte.
Da nach der "Wende" die "Zonenrandförderung" weg viel, sollte dann zum 31.März 1992 das entgüldige aus kommen.Jedoch bis zum Jahre 1996 rollten dort die Culemeyer Transporte.Als Ersatz entstand im Bahnhof Pressig-Rothenkirchen eine LKW Umschlaganlage für Tettauer Güter.
Kuriosum am Rande:
Die offizielle Betriebseinstellung der Nebenbahn Pressig- Rothenkirchen- Tettau datiert vom 31.März 1993,zuvor ruhte aus amtlicher Sicht lediglich der Betrieb!

gerd Offline



Beiträge: 4.384
Punkte: 4.482

10.07.2017 02:36
#35 RE: Ehemalige Grenze zur DDR-Grabfeld-Königshofen Zitat · antworten

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