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Dieses Thema hat 21 Antworten
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 Coburger Persönlichkeiten
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Christian Offline



Beiträge: 6.149
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02.03.2018 09:20
#16 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Wieder einmal typisch. Da veröffentlicht man verschiedene Aspekte der Vita Ernst II. und das interessanteste sind wieder einmal die Frauengeschichten.

Christian Offline



Beiträge: 6.149
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02.03.2018 09:21
#17 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Das letzte Lebensjahr Ernsts II. war bereits von Krankheit geprägt. Es machten sich die typischen Alterserscheinungen (Demenz, wahrscheinlich sogar Alzheimer) bemerkbar. Nach einer Jagd bei Reinhardsbrunn im Thüringer Wald Anfang August 1893 erlitt der Herzog einen Schlaganfall, der seine rechte Seite lähmte und das Sprechen stark einschränkte. An den folgen dieses Schlaganfalls starb der Herzog am 22. August in Schloß Reinhardsbrunn. Per Eisenbahn wurde der Leichnam nach Coburg überführt und nach einem Trauerzug durch die Stadt und einem Gottesdienst in der Morizkirche im Herzoglichen Mausoleum auf dem städtischen Friedhof am Glockenberg überführt. Dieses Mausoleum hatte Ernst selbst zwischen 1853 und 1858 als Grablege für seine Familie errichten lassen. Hier wurde nochmals die politische Grundeinstellung des Herzogs deutlich. Im Gegensatz zu seinen Vorfahren und seinem späteren Nachfolger Carl Eduard war es ihm sehr daran gelegen, nicht auf einem privaten sondern auf einem öffentlichen, städtischen Friedhof beigesetzt zu werden. Er dokumentierte damit seine Grundhaltung, dass er lediglich der erste Bürger seines Landes sei (pares inter pares) und deshalb auch auf einem Friedhof bestattet werden möchte, wo auch seine Untertanen ihre letzte Ruhe finden. Die Abschaffung der Formel "Herzog von Gottes Gnaden" im Jahre 1848 unterstreicht diese Haltung, dass sich Ernst für etwas nicht besonderes hielt.

Christian Offline



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03.03.2018 09:41
#18 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Auch nach Ernsts Tod polarisierte er die Anhänger diverser politischer Überzeugungen. Begründet lag dies im Ziel der Anhänger des Herzogs, ihm ein Nationaldenkmal in Coburg zu stiften, dass in einer Reihe mit dem Niederwalddenkmal bei Rüdersheim, dem Kyffhäuser-Denkmal oder dem Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald stehen sollte. Entwürfe für so ein Denkmal gab es zuhauf. Der Standort oberhalb der Arkaden im Hofgarten war schnell gefunden. Das aber so ein bombastisches Monument auch Kritik hervorrufen würde, konnte man bei der umstrittenen Person des Herzogs erwarten.

1894 veröffentlichte der Kladderadatsch (eine Satire-Zeitschrift der Kaiserzeit) unter dem Titel "Ehre, vom Ehre gebührt" seinen Entwurf für ein Denkmal Ernsts II.



Franz Eberlein beschrieb dieses Bild wie folgt:

Auf einem übergroßen Sockel steht als Gnom der in Schützenseppluniform gekleidete Fürst, das Füllhorn der Auszeichnungen in der einen, die Fahne des Nationalvereins in der anderen Hand, neben ihm befindet sich ein Foliant mit der Aufschrift „Merkwürdigkeiten“., der auf die Selbstbiografie „Gedanken und Erinnerungen“ anspielt. Die auf einem Ring unter der Figur sitzenden Papageien deuten wahrscheinlich an, dass der Herzog manches nachgesprochen haben soll. An der Sockelstirnseite erinnert ein Bildwerk an die kriegerischen Ereignisse des Jahres 1849; die Unterschrift „Eckernförde“ weist darauf hin. Herzog Ernst war hier Befehlshaber der Truppen, die einen dänischen Landeversuch abwehren sollten. Während des Höhepunktes der Kämpfe und den anschließenden Verhandlungen mit den aufgebenden Dänen war er allerdings nicht aufzufinden. Er hatte sich bei der Umgehung eines Moores verritten und kam zu spät. Der Karikaturist legt diese Begebenheit allerdings als Flucht aus, wie das wegwärtsgaloppierende Pferd andeuten soll. Die im Vergleich zum Herzog großen Bläser stellten sein Umfeld dar, die den Ruhm ihres Herrn verkünden. Die Theatermasken weisen auf seine zeitweilige Stellung als Intendant des Hoftheaters hin, aber auch auf die künstlerische Betätigung des Herzogs besonders im Theaterbereich. Übergroß und daher unübersehbar sind die am Fuß sitzenden Frauen. Sie deuten ihren Einfluss auf den Fürsten an und zeigen als „Vorleserinnen“ sein Verhältnis zur Frauenwelt. Nicht zu vergessen ist das Schild „Das Lachen ist in der Nähe des Denkmals verboten!“.

Schließlich kam es 1899 zur Einweihung des heutigen Reiterdenkmals zur Ehrung des Regenten.

Rolf Metzner Offline




Beiträge: 1.812
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03.03.2018 14:03
#19 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Zitat

............
Schließlich kam es 1899 zur Einweihung des heutigen Reiterdenkmals zur Ehrung des Regenten.


Hier die Einweihungsfeier:

Denkmal Herzog Ernst II, Einweihungsfeier 1899.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



Beiträge: 6.149
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05.03.2018 09:22
#20 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Die Regierungsjahre Ernsts II. wurden schließlich – vor allem in der Rückschau nach 1918 – zu einem goldenen Zeitalter Coburgs verklärt, was in einer folkloristisch-nostalgischen Weise bis heute geschieht. Ein ähnliches Phänomen findet sich auch für die Regierungszeit des bayerischen Prinzregenten Luitpold, der 1912 starb. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche anekdotische Geschichten über Ernst veröffentlicht, welche die Volkstümlichkeit des Monarchen unterstrichen und zusätzlich die Sehnsucht nach der Zeit "vor Anno 14" widerspiegelten. Es waren vor allem Heimatforscher wie Heinrich Langbein (1864-1941), Emil Herold (1880-1946) oder Ernst Eckerlein (1904-1988), die diese Geschichten durch Zeitungsartikel und Aufsätze weiter trugen. Dazu gehören Geschichten wie "Ernst und der bayerische Holzhackerbua", "Ernst und die Buttermilch zu Rüttmannsdorf" oder was in Coburg noch heute bekannt ist: "Ernst und das sogenannte S...haus", welches an der Ecke Viktoriastraße/Judengasse stand. So lebt Ernst II. auch in dieser Fassette im kollektiven Gedächtnis weiter.

ENDE

Christian Offline



Beiträge: 6.149
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20.08.2018 08:50
#21 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

Hier ein Veranstaltungshinweis zu einer Ausstellung über Ernst II. im Zeughaus Coburg (Herrngasse 11). Die Ausstellung wurde von Dr. Alexander Wolz und Christian Boseckert, M.A. konzipiert. Als Bearbeiter beteiligt waren Dr. Eckart Mönnig, Angelika Tasler und Rainer Axmann. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Staatsarchivs Coburg und an der Museumsnacht für Besucher eröffnet.
|addpics|avq-4b-f3f4.jpg|/addpics|

Christian Offline



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09.09.2018 13:05
#22 RE: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha Zitat · antworten

img20180902_13434447.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Eine neue Publikation über Ernst II. ist auf dem Markt. Herausgegeben wurde diese von Gert Melville und Alexander Wolz. Ihr Titel lautet: "Die Welt in einer unberechenbaren Entwicklung bisher ungeahnter Kräfte". Studien zu Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha (1818-1893). Mit Beiträgen von Laura Göldner, Alexander Wolz, Jürgen Müller, Christian Boseckert, Rainer Axmann, Eckard Mönnig und Angelika Tasler.

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