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Christian
Beiträge: 8465 | Punkte: 9001 | Zuletzt Online: 24.01.2026
Name
Christian Boseckert
E-Mail:
Chris_Boseckert@yahoo.de
Registriert am:
03.12.2004
Geschlecht
keine Angabe
    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. Gestern

      Zu Callenberger Straße 24

      Baustil

      Backsteinbau mit Werkstein-/Stuckgliederung (Fenstergewände, Gesimse, Erker): typisch für viele Städte in Nord- und Mitteldeutschland um 1890–1910.

      Schweifgiebel / geschwungener Ziergiebel an der Front: ein sehr klares Motiv aus der (niederländisch-norddeutschen) Renaissance- und Giebelhaus-Tradition, in der Gründerzeit oft „historistisch“ neu interpretiert.

      Reicher Erker mit dekorativen Brüstungsfeldern und plastischem Schmuck: klassisches Statusmerkmal der Gründerzeit (Wohnwert + Repräsentation).

      Dekorative, leicht organisch geschwungene Formen an den Fensterrahmungen/Ornamenten: das wirkt bereits späthistoristisch und teilweise jugendstilnah (nicht streng klassisch, sondern „weicher“).

      Fachwerk-Anklang (die dunklen, geometrischen Felder oben rechts): das passt gut zum Reformstil/Heimatstil, der um 1900 historisierende Motive (u.a. „Fachwerk“) bewusst als Heimatschmuck einsetzt.

      Wann errichtet?

      Eine exakte Jahreszahl kann man aus einem einzelnen Foto nicht sicher beweisen – aber die Kombination aus
      Backstein + Werksteinornamentik + großer Erker + Schweifgiebel + „Fachwerk“-Anklang spricht sehr stark für:

      ca. 1895 bis 1910 (Schwerpunkt um 1900), konkret 1901.

      Architektonisches Vorbild

      Als Vorbild dient hier sehr wahrscheinlich keine „moderne“ Form, sondern ein historisches Zitat-Mix, wie er im Historismus üblich war:

      Niederländische / norddeutsche Renaissance-Giebelhäuser (Schweifgiebel, Backsteintradition).

      Dazu Elemente der bürgerlichen Stadtvilla der Gründerzeit (Erker, repräsentative Fensterachsen, reiches Fassadendekor).

      Und als „modernisierte“ Würze um 1900: Reformstil-/Heimatstil-Anklänge (Fachwerk-Motive, weniger strenge Klassik).

      Welche soziale Schicht?

      Das Haus wirkt deutlich über dem Arbeitermilieu:

      repräsentative Fassade, aufwändige Steingliederung,

      Erker als teures Ausstattungs- und Statusmerkmal,

      eher „Villa/gehobenes Mietshaus“-Charakter mit Vorgarten und Einfriedung.

      Plausibel ist daher: gehobenes Bürgertum / obere Mittelschicht – z.B. Kaufleute, Fabrikanten/Unternehmer, Ärzte, Rechtsanwälte, höhere Beamte; entweder als Stadtvilla oder als gehobenes Mehrparteienhaus (Mietwohnungen für besser Verdienende).

      [[File:f11793357t506516p7265117n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 22.01.2026

      Zu Callenberger Straße 23

      1) Baustil:

      Das Haus wirkt wie ein verputzter Massivbau mit Satteldach/Giebel zur Straße und sehr zurückhaltender Fassadengliederung:

      Strenge, ruhige Fassadenordnung: regelmäßige Fensterachsen, klare Geschosszonierung (Sockelzone in Grau).

      Vertikale Lisenen/Pilasterstreifen (die hellen senkrechten Felder) als klassizistisches Ordnungsprinzip, aber ohne reiche Stuckornamente.

      Giebeldreieck mit kleinem Ornament/Relief – wirkt wie ein reduziertes “bürgerliches” Zitat klassischer Giebelmotive.

      Kaum Gründerzeitdekor: kein ausgeprägter Stuck, keine Konsolen, keine üppigen Fensterverdachungen → spricht gegen typische 1870–1900-Gründerzeit.

      Insgesamt: Reformstil / Heimatschutz-nahe, vereinfachte Tradition (Übergang von Historismus zur sachlicheren Architektur).

      Viele Details (Fenster, Anstrich, evtl. Dämmung, Vordach/Technik) sind sichtbar modernisiert, der Grundcharakter bleibt aber “Altbau”.

      2) Wann errichtet?

      Wahrscheinlich ca. 1905–1930 (grob), am plausibelsten 1910er bis frühe 1920er Jahre; konkret 1923

      Begründung: Die Architektur ist schon “aufgeräumt” und ornamentarm (typisch Reformarchitektur), behält aber traditionelle Formen (Satteldach, Giebelmotiv, verputzter Baukörper), was gut in die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg passt. Für späte 1950er/60er wirkt die Dach- und Giebelausbildung eher zu traditionell und “vorkriegsbürgerlich”.

      3) Architektonisches Vorbild / Idee dahinter

      Als “Vorlage” diente sehr wahrscheinlich das bürgerliche Miet- bzw. Verwaltungs-/Geschäftshaus der Reformarchitektur, das sich an klassizistischen Proportionen orientiert, aber Schmuck reduziert:

      Klassizismus als Ordnungsvorbild (Achsen, Lisenen/Pilaster, Giebel als Abschluss),

      kombiniert mit regional-traditioneller Bauform (Putzfassade + Satteldach), wie sie im Heimatschutzgedanken häufig war (solide, “anständig”, nicht protzig).

      Kurz: ein bürgerlich-seriöser Bautyp zwischen Historismus und späterer Moderne.

      4) Welche soziale Schicht?

      Das Gebäude wirkt solide und repräsentativ im Kleinen, aber nicht luxuriös. Das spricht am ehesten für:

      unteres bis mittleres Bürgertum / Angestellte / Beamte / Handwerksmeister, ggf. als

      Mietshaus (mehrere Wohnungen) oder kleines Verwaltungs-/Bürohaus.

      Für “Oberschicht” fehlen typische Signale (aufwendiger Fassadenschmuck, große Bel-Etage-Balkone, reiches Portal, repräsentative Formen). Für reine Arbeiterkasernen wiederum wirkt es zu gepflegt proportioniert und etwas “amtlich-bürgerlich”.

      [[File:f11793357t506516p7265116n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 21.01.2026

      Zu Callenberger Straße 22

      Baustil

      Das Gebäude ist ein Backstein-Altbau des späten Historismus (Gründerzeit/Wilhelminische Zeit) – genauer: ein Backstein-Historismus mit deutlichen neoromanischen („Rundbogenstil“-) Anklängen.

      Typische Merkmale hier:

      Roter Sichtziegel als Hauptmaterial, mit helleren Ziegeln zur Betonung von Kanten und Fensterlaibungen (polychrome Ziegelgliederung).

      Rund- bzw. Segmentbogenfenster (keine streng rechteckigen Öffnungen), teils als Doppelfenster zusammengefasst.

      Ein Rundbogenfries / Zahn- bzw. Bogenfries direkt unter der Traufe (dekoratives Gesimsband) – sehr charakteristisch für neoromanische Backsteintraditionen.

      Asymmetrische, villenartige Kubatur mit vorspringendem Giebel/Risalit (rechts) und einem eher „malerischen“ Gesamtbild statt strenger Symmetrie.

      Steiles, schiefergedecktes Dach mit Gaube(n) und kräftigen Schornsteinen – ebenfalls typisch um 1900 für gehobenere Wohnhäuser.

      In Summe wirkt es wie ein repräsentatives Wohnhaus/Mietshaus im „Villen“-Gestus (oft auch als Mietvilla bezeichnet).

      Wann wurde es wahrscheinlich errichtet?

      Aus Material, Fensterformen, Zierfries, Dachform und der insgesamt noch klar historistischen Formensprache ergibt sich sehr plausibel:

      ca. 1890 bis 1910, konkret 1898


      Architektonisches Vorbild / „Vorlage“

      Die Formensprache orientiert sich nicht an einem einzelnen „Originalbau“, sondern an damals beliebten historischen Referenzen:

      Norddeutsche Backsteinromanik / Backsteintradition
      (Rundbogenfries, rundbogige Öffnungen, Sichtziegel als Gestaltungsprinzip – Anmutung wie bei romanischen Backsteinbauten und späterer Backsteinarchitektur im Norden).

      Rundbogenstil (19. Jh.) als historistische Entwurfslogik
      Dieser Stil nimmt Motive aus Romanik und teils Frührenaissance auf und übersetzt sie in bürgerliche Wohnbauten.

      Je nach Region kann das auch in der Nähe der „Hannoverschen Schule“ liegen (Backstein + historisierende Bögen + betonte Gliederung), ohne dass man das vom Foto allein eindeutig festnageln kann.

      Welche soziale Schicht?

      Für ein Arbeiter- oder Kleinbürgerhaus ist das zu aufwendig und zu „repräsentativ“:

      dekorative Ziegelgliederung,

      großer Baukörper mit mehreren Vollgeschossen + ausgebautem Dach,

      „villaartige“ Staffelung/Asymmetrie,

      deutlich gestaltete Fassadendetails statt reiner Zweckbau.

      Am wahrscheinlichsten ist daher:

      gehobenes Bürgertum / (obere) Mittelschicht: z.B. Kaufleute, Fabrikanten, höhere Beamte, Ärzte, Unternehmer – entweder als eigene Stadtvilla oder als Mietvilla mit großzügigen Wohnungen für gut situierte Mieter.

      Wenn du mir noch Ort/Region (Stadt) oder einen Hinweis gibst, ob es Einfamilienhaus vs. mehrere Wohnungen sind, kann ich das Vorbild (z.B. regionaler Backstein-Historismus) und die Datierung oft noch enger eingrenzen.

      [[File:f11793357t506516p7265115n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Bürglaß Tor" geschrieben. 21.01.2026

      Schöne Bilder. Was auffällt, ist das fehlende Fensterglas. Das ist aber nachvollziehbar. Einige Jahre vor dem Abbriss hatte die Turmstube gebrannt. Das kann man auf den Bildern auch erkennen.

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 20.01.2026

      Callenberger Straße 21

      1) Baustil / architektonische Einordnung
      Wohnhaus (repräsentatives Vordergebäude)

      Das Wohnhaus wirkt nicht wie spätes Gründerzeit-„Stuckmonster“, sondern wie ein Altbau der Reformarchitektur (ca. 1905–1925) – also die Phase zwischen Jugendstil und Neuer Sachlichkeit, in der man bewusst „bürgerlich-traditionell“ bauen wollte, aber mit moderneren, ruhigeren Fassaden.

      Typische Merkmale, die hier passen:

      Putzfassade ohne schweren Historismus-Dekor (stattdessen flächig, ruhig).

      Walmdach / hohes, durchlaufendes Dach mit Gauben: eher „Landhaus/Villa“ als Mietskaserne.

      Gerundete Ecke / geschwungener Balkon: ein Rest Jugendstil-/Reform-Formgefühl, aber schon gebändigt.

      Betonter Eingang mit kleinem Vorbau/Überdachung: repräsentativ, aber nicht überladen.

      Insgesamt: „bürgerliche Villa als Mehrparteien-/Betriebseigentümerhaus“ (häufig bei Fabrikanten: Wohnen + Firma in einem Komplex).

      👉 Das ist sehr typisch für Reformstil / Heimatschutz-nahes Bauen: traditionelle Dachformen, solide Proportionen, punktuell plastische Akzente (Eingang, Balkon), wenig Ornament.

      Fabrik-/Nebengebäude

      Das zweite Gebäude wirkt deutlich funktionaler:

      lange, einfache Fassadenflächen,

      regelmäßige Fensterreihung,

      kaum Schmuck,

      Dach mit Gauben, aber insgesamt „zweckmäßig“.

      Das passt zu einem Betriebsgebäude (Fabrik/Verwaltung/Lager), das zwar noch „wohnhausartig“ verkleidet ist (Putz, Dachform), aber im Kern Nutzbau bleibt – ebenfalls typisch um 1920, bevor viele Fabriken ganz streng sachlich wurden.

      2) Errichtungszeit

      1920

      Damit ist die Bauzeit im Kern geklärt: um 1920 (evtl. 1919–1921 als realistische Bauphase), und der Stil passt exakt in diese Zeit.

      3) Architektonisches „Vorbild“ / welche Tradition stand Pate?

      Hier ist das „Vorbild“ weniger ein einzelnes ikonisches Gebäude, sondern ein Typus:

      Bürgerliche Stadtvilla/Landhaus der Reformarchitektur
      (traditionelles Dach, ruhige Putzfassade, repräsentativer Eingang, Balkon als Statusdetail)

      mit Anklängen an barockisierende/klassizistische Villenformen (Symmetrie-Tendenz, Eingang als „Portal“, Dach als dominantes Element),

      und einem leichten Nachhall von Jugendstil in der geschwungenen Balkon-/Ecklösung.

      Wenn man es kurz fassen will: Reformarchitektur mit Landhaus-/Villenvorbild (Heimatschutz-nah), gebaut als „respektables Fabrikantenhaus“ statt als ornamentreiche Gründerzeitfassade.

      4) Soziale Schicht: wem „gehört“ so ein Haus?

      Mit der Info „Puppenfabrikant“ und dem Ensemblecharakter („Wohnhaus + Fabrikgebäude als Firmenkomplex“) ist die soziale Einordnung recht klar:

      gehobenes Bürgertum / Unternehmer- bzw. Fabrikantenmilieu
      Kein Adelspalais, aber deutlich über „Arbeiterwohnhaus“ oder einfachem Mietshaus.

      Der repräsentative Balkon, der betonte Eingang und die villenartige Dachform sind Statussignale.

      Gleichzeitig ist die Nähe zum Fabrikgebäude typisch für Inhaber, die Betrieb und Immobilie zusammen denken (Wohnen, Verwaltung, Vermietung, Aufsicht).

      Spätere Nutzungen (Ärztebedarf/Glasaugen-Großhandel, Flaschenbierhandlung) deuten dann eher auf nachträgliche Teilvermietung/Umnutzung im mittleren 20. Jh. hin – die ursprüngliche soziale „Adresse“ war aber sehr wahrscheinlich oberes/gehobenes Bürgertum.

      [[File:Gemini_Generated_Image_h98i08h98i08h98i.png|none|auto]]

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    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 19.01.2026

      Zu Callenberger Straße 20

      1) Baustil

      Das Haus wirkt wie ein späthistoristischer Altbau (Gründerzeit/Wilhelminische Zeit, ca. 1895–1910) mit deutlicher Neorenaissance-Prägung:

      Streng symmetrische Dreiteilung der Front (links/rechts je ein leicht vortretender Baukörper, in der Mitte ein betonter Mittelteil/Risalit).

      Roter Ziegel als Hauptmaterial, kombiniert mit hellen Naturstein-/Stuckfaschen um Fenster und als horizontale Bänder → typisch für die repräsentative „bürgerliche“ Architektur um 1900.

      Klar gerahmte Fensterachsen und betonte Gesimse statt schwungvoller Jugendstil-Ornamente → eher „geordnet“, palazzoartig.

      Hoher Dachaufbau mit Mansard-/Walmdach-Anmutung und zentraler Dachbetonung (Dachgaube/„Belvedere“-Effekt) → gehobenes Stadthaus, nicht reine Arbeiter-Mietskaserne.

      Insgesamt: repräsentativ, aber nicht palastartig, also eher „Mietvilla“/bürgerliches Mehrparteienhaus.

      2) Wann errichtet?

      Mit deinen Angaben lässt sich das ziemlich gut eingrenzen: 1904 taucht bereits ein Eigentümer/Nutzer (Eduard Knauer) samt Gewerbeangabe im Haus auf. Das spricht stark dafür, dass das Gebäude spätestens 1904 existierte – häufig ist das auch das Baujahr oder der Zeitpunkt der Erstbelegung.

      ➡️ Plausible Errichtung: um 1903/1904 (± wenige Jahre).

      3) Architektonisches Vorbild / „Vorlage“

      Das gestalterische „Denken“ dahinter orientiert sich sehr typisch an Renaissance-Vorstellungen von Ordnung und Repräsentation:

      Italienischer Renaissance-Palazzo als Leitbild (Symmetrie, horizontale Gliederung, klar gerahmte Öffnungen, „geschossweise“ Ordnung).

      In der Materialwirkung zugleich Nähe zur (nord-/mitteldeutschen) Backstein-Historismus/Backsteinrenaissance: roter Ziegel + helle Steinrahmungen ist ein klassisches Motiv dieser Zeit.

      ➡️ Als Vorbild kann man daher gut formulieren: Neorenaissance im historistischen Sinn, palazzoartig – umgesetzt als bürgerliches Stadthaus in Ziegel/Naturstein-Optik.

      4) Welche soziale Schicht?

      Die Kombination aus Architektur + Nutzungen/Bewohnern deutet auf gehobenes Bürgertum bzw. solide Mittel-/Oberschicht hin:

      Die Fassade ist auf Repräsentation angelegt (kein reiner Zweckbau, keine Kleinwohnungs-Typik).

      Frühe Einträge: Jalousiefabrik / Rollladenfabrik im Haus (1904/1906) – das klingt nach unternehmerisch-gewerblichem Umfeld, oft Büro/Werkstatt/Lager oder Geschäftsadresse plus Wohnen.

      1919: Kanzleiratswitwe als Bezugsperson → klar bürgerliches Beamten-/Amtsmilieu.

      1955/1961: Oberstaatsanwalt Dr. Kurt Herold → sehr deutlich gebildete, statushohe bürgerliche Schicht.

      Später eine Fahrschule: passt zu einem Haus, das nicht nur privat, sondern als Mischobjekt (Wohnen + Gewerbe) genutzt wurde.

      ➡️ Insgesamt am wahrscheinlichsten: bürgerliches Mehrfamilienhaus/Mietvilla für das (gehobene) Bürgertum, mit zeitweise eingemieteten Gewerben.

      Nicht aristokratisch, nicht proletarisch – eher wohlhabende Mittelklasse bis obere Mittelschicht (Beamte, Akademiker, Unternehmer).

      [[File:f11793357t506516p7265109n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 16.01.2026

      Zu Callenberger Straße 18

      Einordnung des Baustils

      Das Gebäude ist ein späthistoristischer Backsteinbau um 1900 – typisch für die Zeit der späten Gründerzeit / des Historismus, als Industrie- und Geschäftsbauten (oft mit angeschlossenem Wohnteil) bewusst repräsentativ gestaltet wurden.

      Auffällige Stilmerkmale:

      Roter Ziegel (Backstein) mit gelblich abgesetzten Formsteinen um Fenster- und Bogenlaibungen → dekorative, handwerklich hochwertige Fassadengliederung.

      Viele Rundbogen- und Segmentbogenfenster, teils als gekoppelte Fenster → Anklänge an den Rundbogenstil bzw. an romanisch/renaissancehafte Motive (nicht streng klassizistisch).

      Treppengiebel (stufige Giebelabschlüsse) → sehr deutlicher Verweis auf niederländisch-flämische / norddeutsche Backsteinrenaissance.

      Eckturm/Eckerker mit polygonalem Aufbau und spitzem Helm → „romantisches“ Schloss-/Stadtpalais-Motiv, das um 1900 beliebt war, um Bedeutung zu zeigen.

      Dachlandschaft mit Gauben und Schieferdeckung: eher „bürgerlich-repräsentativ“ als rein funktional.

      Kurzfazit: Ein Historismus-Mischstil mit Schwerpunkt Backsteinrenaissance (norddeutsch/niederländisch) plus Rundbogenstil-Elementen und malerischer Turm-/Giebelkomposition.

      Wann wurde das Gebäude errichtet?

      1900: Christian Heinrich Arnold, Fabrikant (Coburger und Thüringer Fahnenfabrik) errichtet Fabrikgebäude nebst Wohnhaus.


      → Sehr wahrscheinlich wurde der heute sichtbare Bau 1900 (ggf. bis 1901) als kombinierter Betriebs- und Wohnsitz errichtet.

      Welches architektonische Vorbild stand Pate?

      Die Kombination aus Treppengiebeln + Backstein + dekorativen Rundbögen ist ein klassischer Rückgriff auf:

      Niederländische / flämische Renaissance-Stadthäuser (Treppengiebel als Leitmotiv)

      sowie die Norddeutsche/Hanseatische Backsteinrenaissance (Backstein als „bürgerlich-städtisches“ Prestige-Material)

      Das wurde um 1900 oft zitiert, weil es wohlständig, traditionsbewusst und „hanseatisch-solide“ wirkt – ideal für Fabrikanten und Kaufleute.

      Zu welcher sozialen Schicht gehört so ein Haus?

      Alles spricht für gehobenes Bürgertum / Wirtschaftsbourgeoisie (nicht Adel, aber deutlich über „normalem“ Bürgerhaus):

      Bauherr ist Fabrikant; kurz darauf Besitzer Kommerzienrat (Ehrentitel, typisch für wirtschaftlich sehr erfolgreiche Unternehmer).

      Die Architektur ist zu aufwendig für Arbeiter- oder kleine Angestelltenwohnungen: Turm, Treppengiebel, Formstein-Dekor, repräsentative Ecklösung.

      Typisches Muster: Fabrik + Wohnhaus als „Visitenkarte“ des Unternehmens.

      → Sozialgeschichtlich am plausibelsten: wohlhabende Unternehmer-/Kaufmannsschicht, die Produktion und Status räumlich zusammenführt.

      [[File:f11793357t506516p7265104n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 15.01.2026

      Zu Callenberger Straße 16

      1) Was ist das für ein Baustil?

      Auf dem Foto sieht man kein Wohnhaus, sondern sehr typisch ein Gewerbe-/Industrieensemble (Fabrik/Verwaltung + ältere Nebengebäude).

      Rechter Baukörper (der große, viergeschossige Block):

      Strenger Raster / modulare Fassadengliederung (gleichmäßige Felder, serielle Fensterbänder).

      Flachdach, keine Ornamentik, klare Kubatur.

      Metall-/Glas-Vordach über dem Erdgeschoss (funktional, „Industrie-Ästhetik“).

      Sichtbare Funktionsbauteile (z. B. der vertikale „Turm“/Kern links am Block wirkt wie Treppenhaus/Aufzug/Haustechnik, mit Metallverkleidung).

      Teilweise Sonnenschutz/Brise-Soleil-artige Elemente.

      ➡️ Das passt sehr gut zu Nachkriegs-Modernismus / funktionalistischer Industriearchitektur (in Deutschland oft 1950er–1960er), mit Wurzeln in Neuer Sachlichkeit und dem Internationalen Stil.

      Linker Baukörper (niedriger, länglicher Trakt mit Satteldach):

      wirkt älter (traditionellere Dachform, einfacher Putzbau, serieller Fensterreihung).

      typischer Kandidat für umgenutzte Werkstatt-/Fabrikgebäude aus früherer Phase.

      ➡️ Insgesamt also: gewachsenes Areal mit mindestens zwei Bauzeiten.

      2) Wann wurde das Gebäude errichtet?

      Der große moderne Block (rechts) wirkt stilistisch am ehesten 1950er bis frühe 1960er.

      Das passt auch zur Nutzungsphase der Porzellanfabrik Elfabana (1955) bzw. dem Übergang/Umnutzen bis 1961.

      ➡️ Plausible Datierung:
      Hauptbau (rechts): ca. 1955–1965 (typische Formensprache und Materialanmutung der Zeit).
      Ältere Trakte (links): eher vor 1937, gut möglich um 1898–1919 oder dazwischen, später weitergenutzt/angepasst.

      3) Welches architektonische Vorbild stand Pate?

      Als „Vorbild“ (im Sinn der gestalterischen Leitlinie) passt am besten:

      Bauhaus/Neue Sachlichkeit → Funktionalismus: Form folgt Funktion, serielle Fenster, keine Dekoration.

      Internationaler Stil (nach 1945 verbreitet): klare Quader, Rasterfassade, Glas/Metall, technisch wirkende Details.

      Man sieht hier nicht „Historismus“ oder „Heimatstil“, sondern bewusst nüchternes, produktionsnahes Bauen – typisch für Firmen, die Modernität, Effizienz und Fortschritt ausstrahlen wollten.

      4) Zu welcher sozialen Schicht gehört so ein „Haus“?

      Da es ein Arbeits- und Produktionsort ist, muss man nach Nutzern unterscheiden:

      Eigentümer/Betreiber (Keramik-/Porzellan-/Elektrotechnikunternehmer, später Kaufmann): eher bürgerliche bis obere bürgerliche Schicht (Gewerbetreibende/Industriebesitzer, kaufmännische Leitung).

      Beschäftigte (Produktion, Lager, Werkstatt, Verwaltung): überwiegend Arbeiterschaft und Angestellte.

      ➡️ Sozial zugeordnet ist das Ensemble daher primär dem gewerblich-industriellen Bürgertum als Bauherr – mit klarer Funktion als Arbeitsplatz für Arbeiter- und Angestelltenschichten.

      [[File:f11793357t506516p7265101n2.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 14.01.2026

      Zu Callenberger Straße 15

      Baustil

      Gebäudetyp: Das wirkt weniger wie ein reines Wohnhaus, sondern wie ein kleines Firmen-/Gewerbegebäude mit Verkaufs- oder Ausstellungsbereich:

      große Öffnungen im Erdgeschoss (heute als Laden-/Schaufensterflächen genutzt)

      klare, symmetrische Fassadenordnung

      betonte Mittelzone mit Schild/Emblem

      sehr reduzierte Ornamentik, aber historisierende Formen (v. a. die „Bögen“)

      Stilmerkmale:

      Die Fenster- und Türöffnungen haben Segment- bzw. Rundbogen-Anmutung (weiße Putzrahmungen), vor allem im Erdgeschoss als „Schaufensterbögen“.

      Die Fassade ist mit Lisenen/Putzstreifen vertikal gegliedert und besitzt eine horizontale Trennung zwischen Erd- und Obergeschoss (Gurt-/Gesimsband).

      Insgesamt: spätes 19. Jahrhundert / Gründerzeit in einer schlichten, gewerblichen Ausprägung – am ehesten Rundbogenstil / neorenaissance-nahe Industrie- und Geschäftshaus-Architektur (typisch für kleinere Fabrik- und Firmenbauten: robust, klar, mit bogenförmigen Öffnungen, aber ohne repräsentativen Stuck).

      Wichtig: Das heutige Erscheinungsbild ist sehr wahrscheinlich stark modernisiert (Farbe, Fenster, Dach-/Attikaform, evtl. Aufstockung/Anbau rechts). Die historischen „Bögen“ könnten teils originale Öffnungsformen sein oder bei einer Sanierung bewusst wieder aufgenommen worden sein.

      Wann wurde das Gebäude errichtet?

      1881

      Vorher:

      1860: Feldgrundstück (Domäne) → noch keine Bebauung

      1880: Bauplatzkauf → Vorbereitung der Bebauung

      Architektonisches Vorbild (Vorlage / Leitbild)

      Hier ist das „Vorbild“ kein einzelnes berühmtes Haus, sondern ein Bautypus, der damals verbreitet war:

      Gründerzeitliches Geschäfts- und Gewerbehaus / kleiner Fabrikbau

      klare Achsensymmetrie

      betontes Erdgeschoss für Handel/Publikum (große Öffnungen)

      robuste, gut lesbare Fassadenordnung

      Rundbogenstil / italienisierende Neorenaissance als Formensprache

      bogenförmige Öffnungen (Rund-/Segmentbogen)

      einfache Gesimse und Putzrahmungen statt üppigem Dekor

      häufig bei Bahnhofs-, Lager-, Fabrik- und Geschäftsbauten des 19. Jh.

      ➡️ Kurz: Vorbild war die zeittypische Gründerzeit-Industrie-/Geschäftshausarchitektur, die sich gern am Rundbogenstil bzw. einer vereinfachten Neorenaissance orientierte.

      Welche soziale Schicht?

      Die Eigentümer- und Berufsfolge spricht ziemlich eindeutig für bürgerliche Wirtschafts- und Gewerbeschichten:

      Maschinenfabrikant (Andreas Flocken, später Robert Flocken als Fabrikant) → Industriebürgertum / gehobenes Bürgertum, unternehmerisch und kapitalstärker als Handwerk.

      Später: Kaufmann, Glasschleiferei, Korbmachermeister → eher mittelständisch (Gewerbetreibende/Handwerksmeister), also weiterhin „bürgerlich“, aber teilweise weniger „oben“ als ein Fabrikant.

      ➡️ Einordnung: ursprünglich eher gehobenes (Industrie-)Bürgertum, später solider Mittelstand (Kaufleute/Handwerk).

      [[File:40112896271_581a7a203e_b.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 13.01.2026

      Zu Callenberger Straße 13

      Baustil

      Baukörper & Fassade:
      Das Haus ist ein schlichter, verputzter Massivbau mit klarer, funktionaler Fassadengliederung (regelmäßige Fensterachsen, kaum Ornament, Fensterläden). Das spricht für ein bürgerliches Wohnhaus ohne repräsentative Stuck- oder Historismusdekoration. Das sieht man auch in der Abbildung

      Dachform (stilprägend):
      Besonders auffällig ist das sehr hohe Dach mit mehreren Gauben – es wirkt wie ein Mansard-/Mansard-ähnliches Dach (Wohnnutzung im Dachgeschoss, steile Dachflächen, Gaubenreihung). Diese Dachidee ist typisch für 19. Jahrhundert und wurde im deutschen Raum in der Gründerzeit häufig genutzt, weil sie zusätzlichen Wohnraum schafft, ohne ein „vollwertiges“ zusätzliches Geschoss zu bauen.

      ➡️ Stileinordnung: Am ehesten ein spätes 19.-Jh.-Bürgerhaus in schlichter Ausprägung, mit einem Dachmotiv, das an Gründerzeit / Second-Empire-nahe Mansardlösungen erinnert (ohne den sonst oft üppigen Fassadenschmuck).

      Wann wurde das Gebäude errichtet?

      ➡️ Errichtung: 1874.

      Architektonisches Vorbild / Vorlage

      Das Vorbild ist weniger ein konkretes Einzelgebäude, sondern ein Typus:

      Mansarddach-Prinzip (historisch aus Frankreich, benannt nach François Mansart; im 19. Jh. in Europa stark rezipiert) als raumökonomisches Vorbild: mehr Nutzfläche im Dach.

      Dazu die bürgerlich-nüchterne Putzfassade eines städtischen/kleinstädtischen Wohnhauses.

      ➡️ Kurz: Bürgerhaus-Typus des späten 19. Jahrhunderts mit Mansarddach als gestalterisch-funktionalem Leitbild.

      Welche soziale Schicht?

      ➡️ Die Besitzerliste passt am besten zu unterem bis mittlerem Bürgertum (selbständige Gewerbetreibende, Handwerksmeister, städtische Dienstleistungsberufe) – kein Arbeiterquartier, aber auch keine repräsentative Oberschichtenvilla.

      [[File:46459483252_8cb62ff076_b.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 12.01.2026

      Zu Callenberger Straße 12

      Baustil

      Auf dem Foto (siehe Anhnag) sieht man ein schlichtes, verputztes Wohnhaus mit Satteldach: kompakter Baukörper, wenig bis keine Fassadendekoration, relativ kleinformatige, funktional gesetzte Fenster und insgesamt eine zurückhaltende, „bürgerlich-nüchterne“ Erscheinung. Auffällig ist seitlich ein An-/Vorbau (verglaster Bereich/Veranda-artig), der sehr gut eine spätere Ergänzung sein kann (solche Anbauten wurden im späten 19./frühen 20. Jh. häufig nachgerüstet, wenn Wohnkomfort wichtiger wurde).

      Stilistisch passt das am ehesten zu einem spätklassizistisch/biedermeierlich geprägten, regional-vernakulären Wohnhaus (kein repräsentativer Historismus mit Stuck, Erkern, Giebelzier etc., sondern ein „einfaches Bürger-/Handwerkerhaus“ in massiver Bauweise mit klarer Dachform).

      Wann wurde das Gebäude errichtet?

      1869

      Welches architektonische Vorbild war Vorlage?

      Ein „konkretes“ Vorbild (z. B. ein berühmtes Einzelgebäude) wird nicht genannt. Aus der Formensprache lässt sich aber als architektonisches Leitbild ableiten:

      Klassizistische/ Biedermeier-Idee des einfachen, geordneten Wohnhauses (ruhige Flächen, wenig Schmuck, klare Proportionen)

      kombiniert mit der regionalen Bautradition des Satteldachhauses (praktische Dachform, kompakte Kubatur)

      Kurz: Vorbild war weniger ein Schloss/Villenstil, sondern das bürgerlich-funktionale Wohnhaus des mittleren 19. Jahrhunderts („Satteldach-Bürgerhaus“/„Handwerkerhaus“ in spätem Klassizismus).

      Welche soziale Schicht?

      Die Besitz- und Berufsangaben sind hier sehr aussagekräftig:

      1860: Feldgrundstück eines Färbermeisters

      1869: Käufer Zimmermeister, der ein Wohnhaus errichtet
      → spricht zunächst für Handwerker-/Meisterstand bzw. unteres bis mittleres Bürgertum, eher solide als luxuriös.

      Später:

      ab 1884: Andreas Flocken, Maschinenfabrikant (und später weitere Familienangehörige als Fabrikanten/Fabrikantenwitwe)
      → deutet auf (aufsteigendes) Industrie- und Besitzbürgertum / gehobenes Bürgertum hin, das das Haus über längere Zeit nutzte.

      Gesamtbewertung: Das Haus wirkt ursprünglich wie ein bürgerliches Wohnhaus ohne repräsentativen Prunk (Meister-/Bürgerstand), wurde aber später nachweislich von Industriellen (Maschinenfabrikanten) bewohnt bzw. gehalten – also sozial eher bürgerlich bis gehoben-bürgerlich, nicht aristokratisch.

      [[File:Gemini_Generated_Image_7tzkkv7tzkkv7tzk.png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 08.01.2026

      Zu Callenberger Straße 9

      1) Baustil

      Grundtyp: verputzter Massivbau mit steilem Satteldach (rotbraune Ziegel), Giebel zur Straße, klaren Wandflächen und nur sehr zurückhaltender Fassadengliederung.

      Auffällige Merkmale:

      Schlichte, glatte Putzfassade ohne historistische Stuckornamente (keine Gründerzeit-Fassade).

      Steiles Dach mit deutlichem Überstand → „traditionelles“ Erscheinungsbild, eher regional/heimatbezogen.

      Giebelseite als „Schauseite“: große, hochrechteckige Fenster, insgesamt repräsentativer als ein reines Arbeiterwohnhaus.

      Leichte Betonung durch Lisenen/Pfeiler an Kanten (diese weißen „Vorlagen“), aber ohne üppige Dekoration.

      Insgesamt: funktional, bürgerlich, heimatnah, nicht avantgardistisch-modern.

      Einordnung: Sehr typisch für Reformarchitektur / Heimatschutzstil (Heimatstil) bzw. eine landhausnahe, bürgerliche Bauweise im frühen 20. Jahrhundert: Man wollte „solide, regional, ehrlich“ bauen – als Gegenbewegung zum überladenen Historismus.

      2) Wann wurde es vermutlich errichtet?

      Aus den sichtbaren Stilmerkmalen ergibt sich am plausibelsten ein Bauzeitfenster von ungefähr:

      ca. 1910 bis 1930 (grob: frühes 20. Jh., evtl. bis frühe 1930er).

      Warum dieses Zeitfenster?

      Dafür sprechen die schlichten Putzflächen und der Verzicht auf Gründerzeit-Stuck (typisch eher nach 1900).

      Gleichzeitig ist es nicht „Neues Bauen“/Bauhaus (ab Mitte/Ende 1920er mit Flachdach, horizontalen Fensterbändern etc.), sondern bewusst traditionell.

      Dachform, Proportionen und die „bürgerliche Schlichtheit“ passen sehr gut in die Reform-/Heimatschutzphase.

      (Wichtig: Eine spätere Umnutzung als Restaurant und spätere Anstriche/Details ändern am ursprünglichen Typus meist wenig.)

      3) Welches architektonische Vorbild war wahrscheinlich die Vorlage?

      Sehr wahrscheinlich kein „Palais“-Vorbild, sondern ein regionaler, traditioneller Haustyp, wie er im Heimatstil bewusst zitiert wurde:

      Vorbild: regionales Bürger-/Landhaus bzw. Gasthaus mit Satteldach und Giebel zur Straße

      Leitbildidee: „heimische Bautradition“ (Dach, Proportionen, Putz, klare Fensterordnung) statt klassizistischer oder barocker Repräsentationsformen.

      Mit der betonten Giebelfront und der Ecklage wirkt es zudem wie ein Gebäude, das sichtbar sein soll (typisch für Gasthaus/Pension/kleines Stadthaus).

      4) Zu welcher sozialen Schicht gehörte so ein Haus eher?

      Aus Größe, Ecklage und Gestaltung ergibt sich am ehesten:

      gehobenes Kleinbürgertum / bürgerliche Mittelschicht
      (z. B. Gastwirt, Kaufmann, Handwerksmeister, lokal wohlhabende Eigentümer)

      Begründung

      Größer und repräsentativer als einfache Arbeiterhäuser.

      Gute Lage (Eckgebäude, städtebaulich präsent).

      Solide, aber nicht luxuriös: keine aufwendigen Ornamentfassaden, keine herrschaftlichen Elemente.

      [[File:Gemini_Generated_Image_uhsot6uhsot6uhso.png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 07.01.2026

      Zu Callenberger Straße 8

      Auf dem Foto erkennt man einen symmetrisch aufgebauten Backsteinbau mit:

      Rundbogenfenstern (oben und teilweise auch im Erdgeschoss)

      Zentralem Mittelrisalit (leicht vorspringender Mittelteil) mit Giebelabschluss

      Ziegel-Sichtmauerwerk mit betonten Lisenen/Pfeilern und dekorativem Verband (typisch “repräsentative” Industriearchitektur)

      insgesamt historistische Formensprache, nicht modernistisch/funktional reduziert

      Das passt sehr gut zu Backstein-Historismus des späten 19. Jahrhunderts, stark geprägt vom Rundbogenstil bzw. neuromanischen Anklängen (die Rundbögen sind hier das Schlüsselmotiv).

      Wann wurde das Gebäude errichtet?


      1876 ist das Haus bereits im Häuserbuch/als Objekt in Nutzung bzw. im Eigentumswechsel belegt.

      Daraus folgt: Das Gebäude muss spätestens 1876 bereits gestanden haben.
      Da Stil und Materialität typisch für die Zeit sind, ist eine Errichtung in den frühen/mittleren 1870er Jahren (oder knapp davor) plausibel, aber: Das exakte Baujahr lässt sich aus dem Anhang allein nicht eindeutig beweisen.


      Die Gestaltung folgt weniger einem Wohnhaus-Ideal als einer repräsentativen Gewerbe- und Industriebau-Tradition des 19. Jahrhunderts:

      Rundbogenstil (als historistisches Motiv) orientiert sich an romanischer und teils renaissancezeitlicher Bogenarchitektur (Rundbogen als “würdevolle”, stabile Form).

      In Norddeutschland/der Region ist das häufig kombiniert mit Backsteinbauweise – also eine Art “Backstein-Industriehistorismus”, wie man ihn von Fabrik- und Lagergebäuden der Gründerzeit kennt.

      Kurz: Vorbild war weniger ein einzelnes konkretes Gebäude, sondern die damals verbreitete historistische Industriearchitektur im Rundbogenstil (neuromanisch/renaissance-inspiriert) in Ziegel-Sichtmauerwerk.

      Soziale Schicht / Milieu (was sagt das Gebäude über die Besitzer/Nutzer aus?)


      “Lagerhaus der Korbwarenfabrik Gagel”, Teil eines Firmenkomplexes.

      1887: Georg Gagel, Kaufmann (und später Erbengemeinschaft).

      Das spricht klar für das Milieu der bürgerlichen Unternehmer- und Kaufmannsschicht der Gründerzeit (gehobenes Bürgertum / wirtschaftlich erfolgreiche Mittel- bis Oberschicht):

      Ein einfaches Arbeiterviertel-Lager hätte meist schlichter und reiner funktional gewirkt.

      Hier ist die Fassade sichtbar “gemacht” (Symmetrie, Mittelbetonung, Ornamentik) → typisch, wenn ein Betrieb Seriosität, Bestand und Erfolg zeigen wollte.

      Einordnung: am ehesten (gehobenes) Bürgertum / Unternehmer- bzw. Kaufmannsschicht, funktional genutzt als betrieblicher Zweckbau (Lagerhaus), nicht als reines Wohnhaus.

      [[File:40422191015_facb55c62e_b.jpg|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 23.12.2025

      Die Häuser Callenberger Straße 1, 2, 4 und 5 bilden in ihrer Gesamtheit einen klar erkennbaren bürgerlichen Altbau-Abschnitt aus der Phase der Stadterweiterung um 1900–1910. Besonders Nr. 4 (1906) und Nr. 5 (1904/05) zeigen einen ausgeprägten Jugendstil (plastischer Putzdekor, geschwungene Giebel, bewegte Fassaden), kombiniert mit historistischen Grundformen wie Erkern und steilen Ziegeldächern. Nr. 2 (1910) wirkt dagegen stärker als „villaartiges“ Mehrparteienhaus der späten wilhelminischen Zeit – repräsentativ, aber formaler und weniger verspielt. Nr. 1 fügt sich als schlichteres, vermutlich überarbeitetes oder zurückhaltender entworfenes Gebäude in diese Reihe ein und markiert innerhalb der Gruppe die „praktischere“ Variante bürgerlichen Wohnens.

      Als architektonische Vorbilder dienen insgesamt städtische Bürgerhäuser und Stadtvillen der Gründerzeit-Nachfolge, ergänzt durch Jugendstil- und Reformideen (inkl. regionaler Zitate wie Fachwerk-Elemente). Diese Mischung ist typisch für eine Zeit, in der das Bürgertum zugleich Repräsentation (Status, Geschmack, Modernität) und „Heimat“-Bezug (Traditionsmotive) ausdrücken wollte.

      Sozialgeschichtlich spricht die Qualität der Architektur – Architektenbauten, aufwändige Fassaden, große Baukörper – deutlich für eine Bewohnerschaft aus dem gehobenen Bürgertum (höhere Beamte, Kaufleute, Unternehmer, freie Berufe) und teils aus der oberen Mittelschicht (gute Mietwohnungen). Es handelt sich nicht um Arbeiter- oder Kleinwohnungsbau, sondern um eine „gute Adresse“ mit betontem Wohnkomfort und Außenwirkung.

      Der Straßenabschnitt steht damit exemplarisch für Coburgs Entwicklung in der späten Residenz- und Industrialisierungsphase: Die Callenberger Straße fungierte als Verbindungs- und Entwicklungsachse zwischen Innenstadt/Bahnhofnähe und weiter ausgreifenden Stadtteilen – ein Raum, der wirtschaftlich insgesamt gemischt war, in dem sich aber an dieser Stelle eine repräsentative bürgerliche Wohnzone ausprägte. Insgesamt zeigen die Gebäude: hier wollte man sichtbar gut wohnen – modern, standesbewusst und städtisch, ohne den Anschluss an regionale Formen zu verlieren.

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 23.12.2025

      Zu Callenberger Straße 5:

      Das Haus ist eine Fabrikantenvilla der Spätphase des Historismus mit deutlichen Jugendstil-Elementen (um 1900).

      Typische Merkmale, die man an der Fassade ablesen kann:

      Hoher, geschweifter Ziergiebel (silhouettenbetont, „barockisierend“) als repräsentativer Abschluss.
      Putzfassade mit plastischem Stuckdekor: Fensterrahmungen, Kartuschen/Reliefs und profilierte Gesimse – eher repräsentativ als funktional.
      Mittelrisalit mit Erker (vorspringender Fassadenteil + polygonaler Erker): ein klassisches Villenmotiv für Status und bessere Belichtung.
      Rundbogenfenster im Erdgeschoss + darüber eher rechteckige/segmentbogige Öffnungen: typisch für den Übergang von streng historistischen Ordnungen zu freierer Gestaltung.
      Mansard-/Steildach mit Gauben (bzw. stark ausgebautes Dachgeschoss): bürgerlich-städtische Villenform, häufig um 1900.

      Kurz: repräsentative Jugendstil-Villa im reformierten Historismus, mit Neobarock-/Giebelmotiven.

      Die Errichtung ist eindeutig datierbar:
      1904 ließ Otto Steinmann (Maschinenfabrikant) auf dem zuvor unbebauten Grundstück die Fabrikantenvilla für sich bauen. Architekt: Carl Bauer.
      Die späteren Eigentümer (1919 Minna Steinmann; 1955 Dr. Karl Steinmann) bestätigen die Kontinuität als Familienbesitz.

      Als Vorbild dient weniger ein einzelnes „Vorzeigehaus“, sondern ein zeittypischer Villentypus:

      bürgerliche/industrielle Villa um 1900 (repräsentative Putzvilla)
      kombiniert mit barockisierenden Giebel- und Erkerformen (Neobarock/„altstädtische“ Giebeltradition)
      plus Jugendstil-Dekorprinzip (flächiger Putz, stilisierte Ornamentik, freiere Fassadengliederung)
      Man kann das daher als „Jugendstil-Fabrikantenvilla mit neobarocker Giebelform“ zusammenfassen.

      Durch Bauform und Eigentümerprofil ist die Einordnung sehr klar:

      Bauherr: Maschinenfabrikant → industrielles Unternehmertum
      Villenmaßstab, Erker, Stuck, repräsentativer Giebel → Statusarchitektur
      Das Haus gehört damit sehr wahrscheinlich zur oberen bürgerlichen Schicht, konkret zum Industriebürgertum / Fabrikantenstand (gehobenes Besitzbürgertum).

      [[File:Gemini_Generated_Image_ildxloildxloildx.png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 22.12.2025

      Zu Callenberger Straße 4

      Am Gebäude sieht man eine Mischform aus Jugendstil und reformorientierter Landhaus-/Heimatstil-Architektur (um 1900):

      Asymmetrische Komposition (unregelmäßige Fensterachsen, versetzte Baukörper, Erker/Balkone) – typisch für die Abkehr von streng historistischen Fassadenrastern.

      Jugendstil-Merkmale: weiche, geschwungene Putzformen (v. a. im mittleren Giebelbereich und an den Fenster-/Brüstungszonen), dekorative Fassadengliederung ohne klassische Säulenordnung.

      Heimatstil / „altdeutsche“ Anklänge: deutliches Fachwerk-Zitat im Giebel (dunkle Holzglieder auf hellem Feld), steiles, rot gedecktes Dach und der insgesamt villenartige, „landhausartige“ Charakter.

      Material-/Formkontrast (Putzflächen vs. Fachwerk, runde/segmentbogige Öffnungen unten) ist ebenfalls sehr typisch für Villenbauten der Zeit 1900–1910.

      In Summe: Jugendstil-Villa mit bewusst „heimatlicher“/traditionsbezogener Silhouette (Fachwerk-Giebel), wie sie im deutschen Sprachraum häufig als Reformstil-Landhaus ausgeprägt wurde.

      Errichtungszeit:

      Das unbebaute Grundstück 1905 wurde von Waldemar Kittel erworben, mit dem Plan, darauf eine Jugendstil-Villa zu errichten; die Bauausführung lief dann unter Eigentümerwechsel weiter. Daraus ergibt sich als Bauzeit ab 1905, praktisch 1905/1906.

      Architektonisches Vorbild:

      Als Vorbild kann man daher sehr plausibel die bürgerliche Jugendstil-Villa / Landhausvilla der Reformarchitektur um 1900 ansetzen: freiere Grundriss- und Fassadengestaltung, plastische Putzornamentik, kombiniert mit „heimatlichen“ Motiven (Fachwerk-Giebel als Traditionszitat).

      Soziale Schicht (wer konnte sich so etwas leisten?)

      Die Eigentümer/Erwerber sind wiederholt Fabrikanten bzw. ein industriell geprägtes Umfeld (u. a. Waldemar Kittel, später Carl Peinthor als Fabrikant).

      Dazu passt auch der Bautyp: repräsentative, freistehende (oder nahezu freistehende) Villa mit Gestaltungsschmuck, Balkonen/Erkern und aufwändiger Dachform.

      Einordnung: sehr wahrscheinlich gehobenes Bürgertum / Bildungs- und Besitzbürgertum, konkret Industriebürgertum (Unternehmer-/Fabrikantenmilieu) – eher keine Arbeiter- oder einfache Mittelschicht.

      [[File:Gemini_Generated_Image_8unoiu8unoiu8uno.png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 19.12.2025

      Zu Callenberger Straße 2

      Das Gebäude ist ein mehrstöckiges Mietshaus des frühen 20. Jahrhunderts mit späthistoristischen und reformarchitektonischen Zügen (oft auch als Reformstil/Heimatstil-nahe Gründerzeit-Nachphase beschrieben):

      Hoher, steiler Walmdach-/Krüppelwalmdachkörper mit roten Ziegeln und mehreren Gauben → typisch für die Zeit um 1900–1914, als man wieder „malerische“ Dachsilhouetten und regionale Anmutungen bevorzugte.

      Eckbetonung durch den Baukörper (dominante Straßenkante) und Erker-/Vorbauten → ein klassisches Motiv bürgerlicher Miet- und Wohnhäuser, um Repräsentation und bessere Belichtung zu erzielen.

      Horizontale Gesimsbänder / Stockwerkgliederung und eher zurückhaltender Fassadenschmuck → weniger überladen als die Hochgründerzeit, daher gut passend zur Reformarchitektur (vereinfachter Historismus).

      Insgesamt wirkt es wie ein bürgerliches Mietshaus: solide, repräsentativ, aber nicht palastartig.

      Errichtungszeit
      Das Haus wurde 1901 als mehrstöckiges Mietshaus durch Maurermeister Christian Meyer errichtet.

      Architektonisches Vorbild / „Vorlage“

      Als Vorbild diente sehr wahrscheinlich der damals verbreitete Typus des bürgerlichen Mietshauses bzw. der Stadtvilla im Reformstil (ca. 1900–1914):

      Grundform und Gliederung orientieren sich an klassisch-historistischen Stadtwohnformen (Gesimse, klare Geschossigkeit),

      kombiniert mit der „heimatlichen“ Dachlandschaft (steiles Ziegeldach mit Gauben), wie sie die Reformarchitektur als bewussten Gegenakzent zum überbordenden Gründerzeitdekor nutzte.

      Kurz: bürgerliches Wilhelminisches Mietshaus (Nachgründerzeit) mit Reformstil-/Heimatstil-Anklängen.

      Zugehörige soziale Schicht

      Aus den Angaben im Anhang ergibt sich eine klare soziale Einordnung:

      Spätestens 1919 wird Conrad Rohlfs, Fabrikbesitzer, als Hauseigentümer genannt; im Haus waren Kontor und die Wohnung des Firmeninhabers untergebracht.

      Das spricht für gehobenes Bürgertum / Industrie- und Besitzbürgertum (wirtschaftlich gut situiert), nicht für Arbeiterwohnen.

      Auch die Bauart (mehrgeschossig, repräsentative Ecklage, Erker, aufwändiges Dach) passt zu einem Haus für bürgerliche Mieter bzw. den Eigentümer mit repräsentativem Anspruch.

      [[File:Gemini_Generated_Image_jyen1mjyen1mjyen.png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Callenberger Straße" geschrieben. 18.12.2025

      Zu Callenberger Straße 1

      Wann wurde es gebaut?

      Der Tünchermeister Martin Wedel ließ das Wohnhaus 1905 auf einem städtischen Wiesengrundstück errichten.
      Es handelt sich also um einen Altbau aus der späten wilhelminischen Zeit

      Baustil / architektonisches Vorbild

      Das Haus kann mit seiner ursprünglichen Ausgestaltung im Jugendstil als Fabrikanten-Villa bezeichnet werden.
      Vorbild war damit die bürgerliche Fabrikantenvilla im Jugendstil (Art Nouveau) – also repräsentative Stadthäuser wohlhabender Unternehmer um 1900.

      Auf dem Foto sieht man, dass die Fassade heute stark vereinfacht ist (glatter Putz, moderne Fenster, vermutlich nachträgliche Wärmedämmung). Viele typische Jugendstil-Details (Putzgliederungen, Schmuckformen) sind offenbar verloren gegangen oder überdeckt.

      Erkennbar bleibt aber die asymmetrische, plastische Dachform mit dem steilen Ziegeldach und den Gauben, sowie der kompakte Baukörper – typische Merkmale der Reformarchitektur/Jugendstil um 1900, auch wenn die Zierformen fehlen.

      Soziale Schicht

      Der Tüchnermeister Wedel betrieb in der Callenberger Straße 3 eine Holzspielwarenfabrik.
      Damit lässt sich das Haus klar einordnen:

      Es gehört nicht zur Arbeiter- oder einfachen Angestelltenbebauung, sondern zur Wohnkultur eines Fabrikanten / wohlhabenden Bürgers.

      Sozial wäre es dem gehobenen Bürgertum / oberen Mittelstand zuzuordnen, also einer Schicht, die über genug Kapital verfügte, um direkt an der Straße eine repräsentative, eigenständige Villa neben dem Fabrikgelände zu errichten.

      [[File:Gemini_Generated_Image_bfvsjkbfvsjkbfvs (1).png|none|auto]]

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Unterer Bürglaß " geschrieben. 16.12.2025

      Dieses Haus ist kein Neubau, sondern ein tradiertes Altstadthaus auf Parzellenbreite. Der traufständige, dreigeschossige Putzbau mit regelmäßig gereihten Fensterachsen und dem steilen Ziegeldach samt kleinen Dachgauben folgt eindeutig dem Typus des bürgerlichen Wohn- und Geschäftshauses. Die Obergeschosse sind schlicht gehalten; heute wirken die Öffnungen verkürzt und mit einfachen Rahmungen versehen – Hinweise auf spätere Erneuerungen, während ein ursprüngliches Gurt- oder Kranzgesims weitgehend verloren gegangen ist. Das Erdgeschoss wurde zur großzügigen Ladenfront mit Steinpfeilern umgebaut und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nochmals modernisiert.

      Als Vorbild steht damit das klassizistisch-biedermeierliche Bürgerhaus (auf spätbarocker Tradition) Pate. Der Baukern dürfte spätes 18. bis frühes 19. Jahrhundert (ca. 1780–1830) sein; Gauben, Fensterformate und die Ladenzone stammen aus jüngeren Umbauphasen des 19./20. Jahrhunderts.

    • Christian hat einen neuen Beitrag "Unterer Bürglaß " geschrieben. 15.12.2025

      Unterer Bürglaß 14

      1789 Erbengemeinschaft Bähr

      1815 Kunigunde Hübner

      1834 Margarethe Elisabeth Müller

      1837 Susanna Wäschenfelder, Hofschneidermeistersehefrau

      1873 Johann Peter Schwesinger, Kaufmann

      1902 Caroline Schwesinger, Kaufmannswitwe

      1913 Anna Schwesinger

      1918 August Krämer, Tischlermeister

      [[File:PIC_0235.JPG|none|auto]]

Empfänger
Christian
Betreff:


Text:
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