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Dieses Thema hat 38 Antworten
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 Sonstiges
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faraway Offline




Beiträge: 1.235
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27.10.2010 17:44
#16 RE: Grenze Zitat · antworten

Das ist es ja eben........genau wie mit der Helene. Deshalb faengt man doch keinen Krieg an.

Angelika

gerd Offline



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27.10.2010 20:09
#17 RE: Grenze Zitat · antworten

1989
Zwanzig Jahre alt ist der Ostberliner Kellner Chris Gueffroy,als er mit einem Freund am 5.Febr. 1989,kurz vor Mitternacht,im Stadtbezirk Treptow über die "Hinterlandmauer" steigt.Sie wollen in West Berlin ein eigenes Restaurant aufmachen.Beim überwinden des Signalzauns lösen die Flüchtenden Alarm aus und werden beschossen.Als Chris Gueffroy seinen Freund mit einer "Räuberleiter"über den Metallgitterzaun helfen will,schießt der Grenzsoldat I.H. aus knapp 40 Metern Entfernung gezielt auf den Oberkörper.Eine Kugel zerreißt Chris Gueffroy das Herz,er stirbt innerhalb weniger Minuten.
Chris Gueffroy ist der letzte erschossene Flüchtling an der Berliner Mauer.
Die beteiligten Soldaten werden mit dem "Leistungsabzeichen der Grenztruppen" und je 150.-Mark Geldprämie ausgezeichnet.

Roman Grafe,"Die Grenze durch Deutschland"--Eine Chronik von 1945-1990

Auf der Seite 506 schreibt er:....."Seit den Wahlen von Ende 1990 sitzen Funktionäre der umbenannten SED,darunter Dutzende von Stasi Leuten,als Volksvertreter in den Landtagen der fünf neuen Bundesländer,im Berliner Abgeordnetenhaus,im gesamtdeutschen Bundestag!....

gerd Offline



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27.10.2010 20:24
#18 RE: Grenze Zitat · antworten

In dem Zusammenhang verweise ich einmal auf den ehemaligen Generalfeldmarschall Ferdinant Schörner,Heeresgeneral und Nationalsozialist.Wen es interessiert:
Seine Biographie ist bei Wikipedia nachzulesen.Was hat sich in Deutschland geändert??

Phoenician Offline



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27.10.2010 22:54
#19 RE: Grenze Zitat · antworten

Einereise- und Ausreisestempel vom Grenzuebergang Eisfeld

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Cophila Offline




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28.10.2010 23:08
#20 RE: Grenze Zitat · antworten

Zitat von Norbert
Wenn man könnte wie man will hätten einige Politiker einen wunden Arsch.



Meinst du jetzt Wowi oder Schwesterwelle?

Aber bleiben wir beim Thema.

Im kleinen Grenzverkehr war ich Ende der 70iger (zu viert) mal in Sonneberg und wollten dort in einem guten Lokal essen. Da stand eine Schlange bis auf die Straße und wartete auf einen Tisch. Manchen Gästen hing bereits die Zunge vor Hunger heraus . Da kam auf einmal irgend so ein Funktionär und der wurde gleich durchgelassen.

SGCoburg Offline




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28.10.2010 23:10
#21 RE: Grenze Zitat · antworten

Denkt an den "Raub der Sabinerinnen"
da haben sich schon die ollen Römer um die Miezen gekloppt!

Jürgen Offline



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29.10.2010 12:22
#22 RE: Grenze Zitat · antworten

Mit dem Einlass ging doch ganz einfach: Ein Fünfmarkstück dem Tütsteher oder "Platzierer" in die Pfote gedrückt und schon war man drin. Einmal - im Centralhotel Sonneberg hatte ich nur Kleingels und habe so ca. 4 Mark dem Knaben in die Hand drücken wollen, aber der hat so danach "geschnappt", dass ein oder zwei Münzen zu Boden fielen. Eridt sofort nach unten weggetaucht und auf allen Vieren hinterher gekrochen. Wenn es nicht so traurig und beschämend gewesen wäre, hätte man grad herauslachen können.

LG
Jürgen

... unser Coburg ist doch einzig schön ...

gerd Offline



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30.10.2010 19:19
#23 RE: Grenze Zitat · antworten

Jürgen,das scheint im "Ostblock" überall das gleiche gewesen zu sein.Ich war in den 70er Jahren zum WM Lauf der Motorröäder in der CSSR(wie es damals noch hies).
Wir zelteten da auf einen großen Campingplatz unweit der Rennstrecke.Es waren so ca. 15 Motorräder "aus,m Westen".Der ganz große Teil,der anderen Leute kam aus der DDR.Kannste dir vorstellen,das unsere Zelte und Motorräder ständig umlagert waren?Ich hatte Motorradhefte von uns dabei,andere hatten die neuesten "St.Pauli Nachrichten"(hahaha) aus Hamburg mit usw.
Manche schauten bewusst nicht zu uns her ( ich frage mich heute noch,wieviel damals von "Horch und Guck")auf dem Campingplatz waren?...aber viele kamen und fragten etwas verstohlen "Darf man in so ein Heft mal reinschauen?"..Logo!
Oberhalb des Campingplatzes war ein großes Restaurant mit Biergarten.Da war natürlich ständig alles voll und besonders zur Mittagszeit schlecht Platz zu bekommen.Was war:...einer von uns,aus Wiesbaden,er hatte eine Schreinerei und schaute nicht auf die Mark,ist zu einen der Kellner die dort arbeiteten,zog einen 10 Mark Schein aus der Tasche und binnen kurzen hatten wir alle einen freien Tisch.Da schauten natürlich manche von der DDR recht böse,aber...???
Und ähnlich ging es dann am Abend weiter...oben in dem Restaurant war ein "Weinlokal"....(eine bessere Absteige).Türe zu,...Klingel und es kam ein Ober.
In gebrochenen deutsch sagte er, "Tut mir leid,aber wir haben hier Krawattenzwang und ich kann sie nicht einlassen"!...Wieder unser Wiesbadener vorne dran."Ei horsch e mal,...seh fei zu,das jetzt die Tür uff gett"...!Und er wedelte mit einem 20er.Keine 2 Minuten später saßen wir in dem Lokal und sofort waren auch gewisse "Damen" zur Stelle,die dann später auch gerne mal auf einer BMW als Sozia mitfahren wollten!
Jahre später...Kolberg an der Ostsee...heute bei Polen..."Herzlich willkommen in Kolberg,ihr Auto ist bereits seit einigen Tagen hier..."..???
(Quatsch,--das wurde damals immer gesagt,weil so viele Autos aus,m Westen nach Polen geklaut wurden!!)
Also,in der Stadt waren umzäunte Parkplätze,die von Leuten dort bewacht wurden.Die standen da schon auf der Straße und winkten den Touristen zu,doch da rein zu fahren.Natürlich mit "Service"-- Scheiben reinigen z.B.Parkgebühr war 1,-DM und man gab gerne auch 2,-DM,denn wie wir später erfahren haben,wurden nicht nur Autos geklaut sondern beliebt waren auch Spiegel,Scheibenwischer usw.usw.
Da stand ein Mann neben mir aus Berlin und gab dem Jungen dort eine ganze Hand voll Kleingeld....ich glaube für den war Weihnachten,Ostern,St.Patriks Day,Valentinstag,Pfingsten usw. an einem Tag!

Hartmut Offline




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02.11.2010 19:43
#24 RE: Grenze Zitat · antworten

Zu dem Fall "Corghi"
Ich war damals als Zollkommissar (Grenzaufsichtsdienst) in Naila tätig. Zu meinem Bezirk gehörte auch der Bereich um die Grenzkontrollstelle (GKSt) Rudolphstein. Eine Streife war zu dem Tatzeitpunkt nicht in diesem Raum. Beamte der GKSt hörten zwar Schüsse, hätten den Tathergang schon wegen der großen Entfernung, der nächtlichen Stunde und des unübersichtlichen Geländes gar nicht beobachten können. Man ist damals davon ausgegangen, dass Corghi von einem Grenzsoldaten im B-Turm beschossen worden ist.
Offensichtlich ist diese Version nicht richtig. Wie im Bericht von Gerd dargestellt, hat der ebenerdig eingesetzte Postenführer der Sicherungsstreife den tödlichen Schuss abgegeben.
Vielleicht kannst Du. Gerd, mal den vollen Wortlaut des Gerichtsurteils des Gerichts in Gera gegen den Todesschützen Uwe Schmiedel hier veröffentlichen.
Ich habe dieses Urteil nur in Auszügen vorliegen. Würde mich und sicher auch andere interessieren.

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gerd Offline



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03.11.2010 12:27
#25 RE: Grenze Zitat · antworten

In dem Buch:-Die Grenze durch Deutschland-eine Chronik von 1945 bis 1990- wird auch auf den Prozess im Fall Corghi eingegangen.Ich will versuchen das hier wieder zu geben,allerdings ist das eine längere Sache.

gerd Offline



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03.11.2010 17:25
#26 RE: Grenze Zitat · antworten

Prozeß im Fall Corghi
Beim ersten Geraer Grenzschützenprozeß hat im Mai 1994 eine andere Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz des Richters Ulrich Klimmek über den Todesschützen Uwe Schmiedel geurteilt,der 1976 am Autobahngrenzübergang Hirschberg -Rudolphstein den italienischen LKW Fahrer Benito Corghi erschossen hatte. Anders als im Verfahren gegen Ulrich Gau hat hier die Einlassung des Angeklagten,er habe den Tod des Flüchtenden nicht gewollt(..nur auf die Oberschenkel gezielt...) , zum Freispruch vom Vorwurf des Totschlags geführt.Das Verhalten des Angeklagten nach den Schüssen,so die Begründung der Richter,spreche dagegen,daß er Corghi habe töten wollen.Diesen Schluß haben die Richter mit fragwürdigen Argumenten begründet:
1. Obwohl es dem Postenführer Schmiedel nach der Befehlslage verboten gewesen sei,seinen Posten zu verlassen,sei er sofort nach den Schüssen zum gestürzten Corghi gelaufen,um diesen zu helfen.
Im Abschlußbericht des Stellvertretenden Stabschefs der Grenztruppen zum Fall Corghi dagegen hatte es geheißen. "Die Handlungen des Postenführers zur Ersten Hilfeleistung....entsprachen im vollen Umfang den Forderungen der Dienstvorschrift.."Auch wer mit bedingtem Tötungsvorsatz auf einen Menschen schießt,um ihn aufzuhalten,kann sich nach erreichen dieses Ziels um Erste Hilfe bemühen.
2. Der Soldat Schmiedel sei nach der Tat aufgeregt gewesen und habe derart gezittert,daß er vom Sicherungsposten abgelöst werden mußte.
Ein Grenzer,der auf einen Flüchtenden geschossen hatte,wurde umgehend abgelöst,das war in der DDR die Regel.Wer mit bedingtem Tötungsvorsatz auf einen Menschen schießt,kann durchaus,angesicht des verletzten Opfers,aufgeregt sein und zittern...F.folgt

gerd Offline



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03.11.2010 19:39
#27 RE: Grenze Zitat · antworten

3. Als Uwe Schmiedel vom Tod Corghis erfahren habe,habe er sofort erklärt,nur auf die Beine gezielt zu haben.Das schließt einen bedingten Tötungsvorsatz keineswegs aus. Wer aus achtzig Metern Entfernung auf einen Menschen schießt,muß mit dessen Tod rechnen.Wenn es auch nicht das Ziel des Schützen war,einen Menschen zu töten,so kann er dies(bedingt vorsätzlich) billigend in Kauf genommen haben.
4. Bis heute leide der Angeklagte unter der Tatsache,einen Menschen getötet zu haben.Er sei deshalb(?) zeitweise alkoholabhängig gewesen,seine Aussagen während der Hauptverhandlung habe man mehrfach unterbrechen müssen,weil er unter Tränen nicht weiterreden konnte.
Auch reue über eine Tötung schließt den bedingten Vorsatz dazu nicht aus.

Uwe Schmiedel ist vom Geraer Landgericht auch nicht wegen Körperverletzung verurteilt worden.Er habe auf Befehl gehandelt,dessen (Menschen) Rechtswidrigkeit für ihn nicht offensichtlich gewesen sei.Er habe dem Befehl also Folge leisten dürfen"im Interessse der Militärischen Disziplin"(!).Etwaige Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Befehls hätte er nicht beheben können.Seinerzeit sei dem Angeklagten eingeredet worden,daß auch harmlos erscheinende "Grenzverletzer" aus der Westrichtung gefährliche bewaffnete Agenten,Saboteure oder Provokateure sein könnten..."Dies mußte sich dem Angeklagten um so mehr aufdrängen,als Corghi,allen Warnungen und Warnschüssen zum Trotz,immer schneller lief und somit versuchte,sich der Festnahme zu entziehen."
Immer wieder sei dem Angekllagten erklärt worden,die Bundesrepublick Deutschland beabsichtige,die DDR zu überfallen:" Damit die Grenzsoldaten diese Behauptung nicht überprüfen konnten,wurden ausschließlich solche Wehrpflichtige zum Grenzdienst abkommandiert,die keine Verwandten in der Bundesrepublick hatten."

Die Staatsanwaltschaft hatte eine einjährige Haftstrafe,ausgesetzt zur Bewährung, gefordert und gegen den Freispruch Revision eingelegt,weil der Schußwaffengebrauch völlig unverhältnismäßig gewesen sei.Die offensichtliche Rechtswidrigkeit des ihm erteilten Befehls hätte der Angeklagte erkennen und andere Mittel zur Bewältigung der Situation in Erwägung ziehen müssen.
Der Bundesgerichtshof bestätigt den Freispruch. Der Soldat Schmiedel habe keinen Anlaß gehabt, abweichend von der ihm immer wieder mitgeteilten Befehlslage vorzugehen.
"Der Einsatz der Schusswaffe gegen eine Person,die-wie in diesem Zusammenhang zu unterstellen ist-unerlaubt die Grenze überschritten hat und sich der Festnahme durch Flucht zu entziehen sucht,ist nicht offentsichtlich rechtsstaatswidrig!"

Der ehemalige Oberstleutnant,der dem Sicherungsposten Schmiedel den Befehl erteilt hatte,den "Grenzverletzer" mit allen Mitteln festzunehmen,war nicht angeklagt,obwohl dieser Befehl,wie auch die Geraer Richter festgestellt haben ,selbst gegen die DDR -Vorschriften verstieß,denn der Oberstleutnant hatte gewußt,daß es sich bei dem Fussgänger auf der Brücke um einen italienischen LKW Fahrer handelte,der seine Papiere holen soll.Der ehemalige Oberstleutnant,der "eigentliche Schuldige",so Richter Klimmek,ist im Prozess als Zeuge aufgetreten,als Täter wird er sich nicht verantworten müssen!

Soweit der Bericht in der Chronik.Die Frau des erschossenen Corghi trat im Prozess als Nebenklägerin auf.

gerd Offline



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03.11.2010 20:03
#28 RE: Grenze Zitat · antworten

Ergänzend zu meinen ersten Bericht über den Vorfall an der Grenze...:
Zu Fuss macht sich der Lkw Fahrer Corghi auf den Weg.Es regnet leicht,in der Hand hält er eine Zigarette,in der anderen Hand seine Aktentasche.Da hat der diensthabende Offizier im Führungsturm der GÜST Hirschberg,ein Oberstleutnant,schon die Mitteilung bekommen,daß ein Lkw -Fahrer Papiere vergessen habe und zurückkommen solle.Es folgt die Meldung,daß eine unbekannte Person über die Brücke gelaufen komme...
Der Oberstleutnant erteilt den Befehl,den "Grenzverletzer" mit allen Mitteln festzunehmen!
(wie weit es sich bei diesen Zeilen um Tatsachen handelt,oder es nur die subjektive Bedrachtung des Autors ist,entzieht sich meiner Kenntniss!)

gerd Offline



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18.12.2010 17:29
#29 RE: Grenze Zitat · antworten

Das war der frühere Grenzübergang TÖPEN-JUCHHÖ,er bestand,so lange die Autobahnbrücke Rudolphstein-Hirschberg zerstört war.Das war die Raststättte...wie man sieht war da in den 50er Jahren viel Betrieb und auch einige Tankstellen dort zu finden.
(Der Junge..war ich...)die Aufnahme könnte um 1958/59 entstanden sein.
Das Gebäude der Raststätte stand noch vor einigen Jahren..

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gerd Offline



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01.01.2011 19:24
#30 RE: Grenze Zitat · antworten

Snderbar---warum erscheint ein Bericht,den ich heute hier unter Sonstiges -Grenze eingesetzt habe für den 18.12 2010??

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