So ich habe diese Woche Hans-Jürgen Schmidt (Panzer-Schmidt) getroffen und ihn mal gefragt, ob er etwas über die "kleine Kaserne" in der Blumenstraße weiß. Er bestätigte eine Unterkunft im Bereich zwischen Blumen- und Kasernenstraße. Diese Unterkunft wurde vor Beginn des 1. Weltkriegs aufgelöst. Höchstwahrscheinlich handelt es sich tatsächlich dabei um das Haus Blumenstraße 4/4a. So wie es aussieht gehörte das Haus nicht dem Militär, sondern hatte es nur gemietet. 1912 wurde das Areal an den Architekten Fritz Christ verkauft, der dann das Gebäude umbaute.
Die Soldatenunterkunft oberhalb der Blumenstraße war im Kalenderweg neben dem Haus Nr.27 (Ein Fabrikgebäude ).Der BGS belegte die Unterkunft Brase am 1.6.1959 mit der neu aufgestellten Ausbildungseinheit 13./GSG 2 das Gebäude. Die Unterkunft war bis 2.11.82 in Betrieb dann wurde die Einheit in ein neues Gebäude auf den BGS Kasernengelände verlegt.Bis Ende 1992 diente das Haus noch der HUK Coburg als Altaktenlager. Im Jahre 1993 erfolgte der Abriß.Jetzt ist das Gelände mit Wohnhäusern bebaut. Vor der Zeit als Unterkunft des BGS war das Haus ein Fabrikgebäude: Blechfabrik ( Eimer,Wannen,Siebe ) mit eigener Verzinnerei. Näherei Hammerschmidt Hauptbetrieb im Kanonenweg (Schürzen ect. im Krieg Uniformen,Nach dem Krieg Zivilkleidung aus Militärdecken und Umarbeitung von Uniformteilen.) Näherei von Brase ( Pelzwaren )
Das sind ja jetzt, bezogen auf die Ausgangsfrage von "Bademaus", doch sehr interessante Ergebnisse:
1. wurde wohl der Standort der "kleinen Kaserne" (heute Blumenstr. 4/4a)identifiziert 2. wurde noch eine Soldatenunterkunft oberhalb der Blumenstr. im Kalenderweg beschrieben
Der Gebäudekomplex auf dem Plan von 1860 zeigt noch Firmengebäude. Wohl nach der Aufgabe der Brennerei wurde dieses Gebäude umgebaut oder neu aufgebaut. Das wäre zwischen 1870 und 1875 gewesen. Nach meinen Recherchen trug dieses Haus die Adresse Kasernenstraße 3 gehörte weiterhin der Familie Hertha. 1912 erfolgte dann ein Besitzer- und Adressenwechsel. Genauere Daten bekommt man nur im Stadtarchiv.
Habe im Wohnhäserverzeichnis von 1858 unter anderen gefunden. Heilg Kreuz Nr.697k Kaserne Nr. 700 Herzogl.Ziegelei Nr.701a Meyer Rathsmaurermeister Nr.712 Badehaus Nun brauchen wir nur noch einen Stadtplan von 1860 um zu sehen welche Staßen oder Hausnummern diese Gebäude jetzt zuzuordnen sind.
Zitat von bademausHabe im Wohnhäserverzeichnis von 1858 unter anderen gefunden. Heilg Kreuz Nr.697k Kaserne Nr. 700 Herzogl.Ziegelei Nr.701a Meyer Rathsmaurermeister Nr.712 Badehaus Nun brauchen wir nur noch einen Stadtplan von 1860 um zu sehen welche Staßen oder Hausnummern diese Gebäude jetzt zuzuordnen sind.
Hallo Bademaus,
ich bin da ja Laie, aber ich glaube, die von Dir angegebenen Nummern aus dem Wohnhäuserverzeichnis von 1858 (vermutlich für die ganze Stadt durchnummeriert) sind etwas anderes, als die Hausnummern des jeweiligen Stadtbezirkes. Habe jedenfalls im Stadtbezirk VIII (Katasterkarte von 1860) keine Hausnummern im 600er- oder 700er-Bereich gefunden. Bei der Übersetzung von "Häusernummern" in "Hausnummern" kann sicher CHRISTIAN helfen!
Rolf hat das richtig bemerkt. Es handelt sich um die Ur-Nummerierung der Häuser Coburgs. Diese war bis 1859 in Gebrauch! Danach wurde die Stadt in Bezirke aufgeteilt. Aber keine Sorge, ich habe hier eine Liste liegen, welche Nummer welcher Adresse heute entspricht.
Zitat von bademausHabe im Wohnhäserverzeichnis von 1858 unter anderen gefunden. Heilg Kreuz Nr.697k Kaserne Nr. 700 Herzogl.Ziegelei Nr.701a Meyer Rathsmaurermeister Nr.712 Badehaus Nun brauchen wir nur noch einen Stadtplan von 1860 um zu sehen welche Staßen oder Hausnummern diese Gebäude jetzt zuzuordnen sind.
Heiligkreuz Nr. 697k = Neustadter Straße 1 (heutige Polizei) Nr. 700 = Kasernenstraße 14 (ehemalige Glühlampenfabrik Jahn) Nr. 701a = Kasernenstraße 4 (Zementfabrik des Rathsmaurermeisters Meyer) Nr. 712 = Rosenauer Straße 10 (Hotel Haus Gemmer)
Hier noch Ergänzungen zu Häusern, die 1860 in der Kasernenstraße standen.
Nr. 700a, später VIII / 113 = Blumenstraße 4/4a, ehemals Kasernenstraße 3 (Kalk- und Ziegelbrennerei Hertha) Nr. 701, später VIII / 112 = Kasernenstraße 2 (Wohnhaus Sartorius, heute Gardinen-Uebel) Nr. 701b, später VIII / 116 = Kasernenstraße 12 (Landwirtschaft Dubig) Nr. 698, später VIII / 117 = Kasernenstraße 13 (damals Ziegelei Leckert, Eckhaus zur Karlstraße)
Ein Stadel auf dem Grundstück Kasernenstraße 15 (gehörig zur Ziegelei Leckert) Ein Stadel auf dem Grundstück Kasernenstraße 19 und 19a (gehörig dem Bäckermeister Hermann Fischer) Ein Stadel auf dem Grundstück Kasernenstraße 10 (gehörig dem Landwirt Michael Dubig).
VIII / 135 = Kasernenstraße 23 (1861/62 erbaut, Porzellanfabrik Hofmann & Fleischmann, später Riemann, heute Sparkasse)
Beim weiteren Stöbern zu alten Coburger Baulichkeiten (z.B. "Badhaus" am Hahnfluß, frühere Häusernr. 712, jetzt steht dort das Garni-Hotel Gemmer) bin ich auf folgenden interessanten Google-ebook-Link gestoßen (z.B. alter Coburger "Regierungsblätter" aus dem 19. Jahrhundert).Bitte auf dieser Seite auch die Zeile "Ähnliche Bücher" beachten. Alleine das "Regierungs- und Intelligenblatt für das Herzogthum Coburg" von 1840 hat 538 Seiten! Man kann sich bei Google kostenlos für eine bessere Lesbarkeit anmelden (hab's gerade gemacht: funtioniert!)