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Dieses Thema hat 72 Antworten
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 Die Geschichte Coburger Straßen
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Christian Offline



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26.05.2014 09:04
Eckardtsberg Zitat · antworten

Die Straße "Eckardtsberg" beginnt in der Seidmannsdorfer Straße (Auf Höhe der Pestalozzischule) und endet am ehemaligen Ausflugslokal "Klein Amerika". Ein Stichweg führt hinauf zum Eckardtsturm.

Die Begehung der Straße erbrachte, dass auch hier kaum Außenaufnahmen der Häuser möglich sind. Die Vegetation ist hier derart ausgeprägt, dass die eigentlichen Häuser nicht mehr zu sehen sind. Deshalb findet diese Vorstellung der Straße größtenteils ohne Bebilderung statt.

Die Gebäude selbst stammen größtenteils aus den 1950er Jahren. Es haben sich aber auch noch zahlreiche Gartenhäuser erhalten. Wenige Gebäude stammen noch aus dem 19. Jahrhundert.

Christian Offline



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26.05.2014 09:10
#2 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 1

Das Haus ist erst in den 1950er Jahren gebaut worden.

1955 Marianne Krempel

Eckardtsberg 2

Wurde bis 1955 nicht vergeben.

Eckardtsberg 3

1936 Franz Heimberger, Oberstudiendirektor an der Aufbauschule, erbaut ein Wohnhaus

1955 Martha Heimberger, Pensionärin

Christian Offline



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26.05.2014 16:52
#3 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Da wir zahlreiche Gartenanlagen in diesem Bereich haben, interessierte mich die Situation im Jahre 1860. Damals besaßen schon viele Coburger Bürger dort oben ein Grundstück

Hier meine Ergebnisse für die ersten beiden Häuser:

Eckardtsberg 1

Ein Garten ohne Gartenhaus im Besitz des Rollfuhrwerkers Georg Nicolaus Wittmann (Unterer Bürglaß 6)

Eckardtsberg 3

Ein Garten ohne Gartenhaus im Besitz des Dr. med. Ernst Meusel (Ketschengasse 23)

Die Nr. 2 ist morgen bei Eckardtsberg 4 zu finden.

Rolf Metzner Offline




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26.05.2014 17:05
#4 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Ich hab' einen alten Ortsplan von 1893; da ist an der südlichen Ecke Seidmannsdorfer Str. / Eckardtsberg ein Gartenhaus eingezeichnet:

Gartenhaus, Ecke Seidmannsdorferstr. - Eckardtsberg (südl. Eck).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



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26.05.2014 17:18
#5 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Rolf, anstelle dieses Gartenhauses steht heute dort das Anwesen Seidmannsdorfer Straße 83.

Zum besseren Verständnis: Die ungeraden Zahlen liegen, wenn man den Eckardtsberg hoch läuft, linke Hand. Die geraden Zahlen liegen rechte Hand. Das Gartenhäuschen gab es allerdings 1860 noch nicht. Es muss daher später (bis 1893) entstanden sein.

Christian Offline



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27.05.2014 09:14
#6 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 4

1932 Ernst Fenzlein, Bankbeamter, errichtet ein Wohnhaus.

(1955 als Eigentümer ebenfalls verzeichnet)

Um 1860 befand sich hier ein Garten ohne Gartenhaus. Besitzer des Grundstücks war David Eckstein, Rollfuhrwerker (wohnhaft im Unteren Bürglaß 5).

Christian Offline



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28.05.2014 09:04
#7 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 5

Dieses Haus entstand ebenfalls erst in den 1950er Jahren.

1955 Franz Reichardt in Schweinfurt


In diesem Haus wohnte der bekannte Turnlehrer und Studienrat Kurt Tendel.

1860 gehörte dieses Grundstück (Ein Garten mit Gartenhaus) dem Hofschmiedemeister Friedrich Graf (Glockenberg 2).

Christian Offline



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29.05.2014 13:45
#8 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 6

Die Hausnummer war bis 1955 nicht vergeben. (Situation um 1860 siehe bei Eckardtsberg 4)

Eckardtsberg 7

1924 Otto Wilhelm, Postassistent

1955 Elisabeth Köhler in Bamberg

(Situation um 1860 siehe bei Eckardtsberg 5)

Christian Offline



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30.05.2014 09:45
#9 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 8

1936 Louis Walter, ein Gartenhaus.

1955 Else Walter, ein Gartenhaus.

Eckardtsberg 9

1909 Reinhold Müller, Amtsgerichtssekretär, ein Gartenhaus

1937 Fritz Müller, ein Gartenhaus

1955 Peter Müller, ein Gartenhaus


Beide Gartenhäuser existieren heute nicht mehr!

Mit der Eigentumssituation um 1860 beschäftigen sich die Grundstücke Eckardtsberg 5 und Eckardtsberg 4 bereits.

Christian Offline



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31.05.2014 09:24
#10 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 10

bis 1955 nicht vergeben. Erst später wurde auf diesem Grundstück ein Wohnhaus errichtet.

Eckardtsberg 11

1937 Bernhard Elsner, ein Gartenhaus.


Eckardtsberg 12

1935 Edmund Bährmann, Buchdrucker erbaut ein Haus.


Die Situation der Grundstücke um 1860 ist in den vorhergehenden Häusern Eckardtsberg 4 und 5 untersucht worden.

Christian Offline



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01.06.2014 13:33
#11 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 13

Bis heute nicht vergeben.

Eckardtsberg 14

1911 Johann Koch, Lehrer, ein Gartenhaus

1928 Koch´sche Erbengemeinschaft

1937 Lina Koch

1860 gehörte der Garten nebst einem Gartenhaus dem Steinschneider Johann Christoph Walther, wohnhaft in der Steingasse 6.

Rolf Metzner Offline




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01.06.2014 15:21
#12 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Zum "Koch'schen Gartenhaus" (Eckardtsberg 14) kann ich einiges berichten:

Ich habe mich intensiver damit beschäftigt, habe auch die jetzige Besitzerin, Frau Uta Ribbert, kennengelernt und durfte dieses Gartenhaus ausgiebig von innen und außen fotografieren.
Frau Ribbert ist die Urenkelin von Johannes Koch, der 1896 diesen damals 5.500 qm großen Garten mit Gartenhaus für 4.500 Mark kaufte.

Frau Ribbert hat übrigens ihre Familiengeschichte um diesen Garten und das Gartenhaus herum in einem Buch veröffentlicht:

Uta Ribbert - Eckardtsberger Säuerling.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Johannes Koch war damals Lehrer an der Rückertschule, pflanzte in seinem neuen Garten 123 Ostbäume und -Sträucher und hielt 30 Bienenvölker.
Das Gartenhaus wollte er komplett zum Wohnhaus umbauen, was aber nicht genehmigt wurde, einige größere Umgestaltungen des Gartenhauses wurden dann aber doch gestattet, so dass Johannes Koch fest in diesem Gartenhaus leben konnte und seine Rückertschule täglich zu Fuß aufsuchte.

Hier zwei alte Fotos von Johannes und Karolina Koch (seiner Ehefrau) am Gartenhaus:

Johannes und Karolina Koch am Gartenhaus (1).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Johannes und Karolina Koch am Gartenhaus (2).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Der Koch'sche Garten war früher ein Weinberg und das Gartenhaus hatte wohl damals die Funktion eines Häckerhauses.
Die Ursprünge des Gartenhauses gehen zumindest auf 1763 zurück (ein Türstein ist so datiert, auf einem anderen befinden sich die Initialen des Baumeisters):

Türsteine (1).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Türsteine (2).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Frau Ribbert hat mich auch in alte Pläne des Gartenhauses Einblick nehmen lassen:

alte Pläne Gartenhaus (1).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)alte Pläne Gartenhaus (2).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)alte Pläne Gartenhaus (3).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Zum Schluss noch 2 aktuelle Fotos des Koch'schen Gartenhauses, einmal vom Garten auf das Gartenhaus, zum anderen aus dem Gartenhaus auf den Garten:

Koch'sche Gartenhaus heute, von außen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Koch'sche Gartenhaus heute, von innen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



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02.06.2014 12:32
#13 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 15 Ehemaliges Ausflugslokal "Eckardtsklause"

1860 Gottlieb Puff, Landwirt, ein Wiesengrundstück.

1892 Carl Ernesti, Friseurmeister, eröffnet ein Ausflugslokal namens "Almhütte", (zuvor ein Kräutergarten gewesen)

1903 Umbau des Hauses durch Ernesti (Name des Lokals "Bergschlößchen")

1911 Tobias Großmann, Kommerzienrat und Inhaber des Fleischwarenfabrik Großmann, erwirbt das Grundstück.

1912 Adolf Hofmann, Gastronom, erwirbt das Haus (erstmals Name des Lokals "Eckardtsklause")

eckardtsklause1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

eckardtsklause2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

eckardtsklause3.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

eckardtsklause4.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

eckardtsklause5.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Christian Offline



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03.06.2014 17:05
#14 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Eckardtsberg 15a Eckardtsturm

1873 Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha errichtet auf dem Grundstück einen Aussichtsturm.

1893 Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha

1900 Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha

1920 Die Stadt Coburg wird durch Schenkung neuer Eigentümer des Turmes.

Der Eckardtsturm ist bis heute im Besitz der Stadt Coburg

Eventuell hat hier jemand Aufnahmen vom Eckardtsturm nach der Rodung.

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 DSCN0434.JPG 
Rolf Metzner Offline




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04.06.2014 09:08
#15 RE: Eckardtsberg Zitat · antworten

Zwischen Eckardtsklause und Eckardtsturm gibt es noch ein Gartenhaus, welches mal eine Postanschrift gehabt haben müsste, denn nach dem 2. WK. war darin eine siebenköpfige () Flüchtlingsfamile untergebracht.

Hier die Lage dieses "Ludloff-Gartenhauses":

GoogleEarth_Image, Ludloff-Gartenhaus.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Hier zwei aktuelle Fotos von diesem Gartenhaus:

Ludloff-Gartenhaus (2).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)Ludloff-Gartenhaus (1).jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Hab' bei mir noch ein Foto vom Ludloff-Gartenhaus im Winter gefunden (Nachtrag 10.06.2014):

Ludloff-Gartenhaus im Winter.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Zur Geschichte dieses Gartenhauses:

Obwohl dieses Gartenhaus wie andere historische Coburger Gartenhäuser ausschaut, wurde es erst in den 1930er Jahren gebaut.
Damals kaufte Hermann Ludloff, der zusammen mit seinem Bruder Otto der letzte Besitzer des Rittergutes Billmuthausen war, ein Gartengrundstück direkt unterhalb des Eckardtsturmes und ließ darin dieses Gartenhaus nach Plänen alter Coburger Gartenhäuser errichten.
Nach Aussagen eines sehr alten Anwohners vom Osthang des Eckardtsberges war Hermann Ludloff "Blutordensträger" (eine Medaille, die Hitler zur Erinnerung an den Münchner Putsch vom 09. November 1923 verliehen hatte).
Im Spätsommer 1945 wurde Hermann Ludloff auf seinem Rittergut Billmuthausen von deutschen Hilfspolizisten, die im Dienste der sowjetischen Besatzer standen, verhaftet, in das sowjetische Straflager Nr. 2 nach Buchenwald verbracht und dort vom NKWD, der geheimen Staatspolizei der UdSSR, erschossen.
Kurz darauf wurde das Gutshaus der Familie Ludloff in Billmuthausen abgerissen und eingeebnet (Das Dorf Billmuthausen wurde ja erst wesentlich später zerstört).

Wie oben bereits dargestellt, wurden in dieses Gartenhaus nach Ende des 2. WK. Flüchtlinge einquartiert.
Heute gehören Gartenhaus mit zugehörigem Garten einem Kölner.

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